zoz schrieb:
Ich habe diese Grafik hier zur Hand genommen:
https://www.computerbase.de/artikel...est.1377/seite-28#abschnitt_performancerating
Also sowohl Theoretische Benchmarks, Games als auch verschiedene praktische Anwendungen. Von Intel-Optimiert kann also keine rede sein
Den AMD X6 1100T gegen den i5-760
Du bist der typische Kunde für den Intel genau sowas macht. Schau Dir mal die Anwendungen an, wie werden nicht so oft mit dem Intel Compiler erstellt oder verwenden Intel bianaries.
In dem Test hier bei CB auf den Du dich beziehst schlägt der i5-760 den 1100T nur in zwei Anwendungen, dBPoweramp R14 bei einer Datei und WinRAR. Warum das so ist, kann man nur erraten: Entweder sind diese Anwendungen mit Intel Biblioteken oder dem Compiler erstellt oder man hat dem Intel Testsystem einfach schnelleren Speicher spendiert, denn beide Anwendungen dürfte recht sensibel auf RAM Durchsatz reagieren der aber bei beiden System dank DualChannel etwa gleich sein sollte.
PCMark Vantage ist keine Anwendung sondern ein Benchmark, wird aber in dem Test unter Andwendungen geführt und da gewinnt, welch Wunder, der Intel. Dabei bügelt ihn der 1100T in den echten Anwendungen zum Teil sehr deutlich. Bei Autodesk 3ds Max 2011 ist der i5 glatt 49% langsamer und 24% bei Paint.NET.
Fällt was auf? Bei TrueCrypt sieht man sehr deutlich welchen Vorteil die Intel CPUs mit AES Befehlssatz daraus ziehen. Andere Befehlssätze wie die ganzen SSE werden auch in den Anwendungen und gerade auch in den Benchmarks verwendet und bringen auch deutliche Zugewinne gegenüber den alten x87 Befehlen.
Jeder moderne x86 hat einen CPUID Befehl, mit dessen Hilfe nicht nur der Hersteller sondern auch die unterstützten Befehlserweiterungen ausgelesen werden können. Die Tools zum Anzeigen diese Eigenschaften machen nichts anderes als diese Infomationen auszuwerten und dann noch mit Zusatzdaten aus einer Datenbank anzureichern. Der Compiler kann damit ensprechenden schnelleren Code erstellen, der diese Befehle nutzt sofern die CPU sie kent und alternative solchen, der ohne auskommt. Die Unterscheidung welcher wirklich verwendet wird, erfolgt zur Laufzeit und wird bei Intel eben nicht nur aufgrund der Information über die vorhandenen Befehlserweiterungen gemacht sondern eben auch aufgrund der Herstellerkennung und nur auf Intel CPUs. Intel begründet dies damit, dass man ja nicht genau weiß, wie andere Hersteller die Befehle implementiert haben, was aufgrund der Patentaustausche zwischen den Herstellen recht fadenscheinig wirkt.
Andererseits ist es von Intel entwickelte und vertriebene Software und damit können sie halt machen, was sie wollen und müssen keine Chancengleicheit bieten. Der Anwender muss nur wissen, was er bekommt und wenn da eben z.B. steht: Unterstützt Intel SSE Befehle, dann steht ja nicht da, dass dies auch auf AMD CPUs der Fall ist und wer das einfach annimmt hat sich halt geirrt.
Da die Laufzeitbiblioteken von Intel aber sehr hoch optimiert sind und auch der Intel Compiler sehr gut optimiert, werden beide gerne bei Benchmarks eingesetzt. Neutrale Benchmarks sind daher immer nur die quelloffenen, die der Hersteller selbst compilieren und optimieren kann. Von denen findet man aber weder hier bei CB noch auf anderen derartiger Seiten Ergebnisse.
Letztlich sind diese ganzen optimierten Benchmarks von Intel halt genauso eine Augenwischerei wie die neuerdings sehr geringen Normverbräuche von modernen Autos. Auf dem Prüfstand erzielt man tolle Ergebnisse, viel besser als bei den Modelle der Generation davor und in der Praxis brauchen dann beide etwa gleich viel. So dürften z.B. Hybridautos mit voller Batterie starten und diese während der Testfahrt leerfahren, ohne dass die elektrische Energie in den Verbrauch eingerechnet wird. Oder es finden sich z.B. in fast jedem Auto heute Schaltanzeigen, weil die Norm vorschreibt, man habe sich daran zu halten. Damit wird auf dem Prüfstand sehr früh hochgeschaltet und fast der Motor abgewürgt, aber es spart eben Sprit. Nur in der Praxis fährt kein Mensch so, weil sonst alle hinter ihm hupen.