Arbeitsvertrag zuviel Geld als versprochen

Vielen dank Benj für die Aufklärung. War mir neu das Berufsjahre keine "echten" Jahre sind :-)

das geht nun wirklich nicht. 50 Euro mehr im Monat, das ist ja Wucher!"
Aber wenn ich mir die Tabelle so angegucke, geht es ja scheinbar um 150-210€ mehr Brutto.
Je nach Steuerklasse kann das einiges ausmachen. Da lohnt es sich ggf schon stur zu bleiben.

Aber wie bereits erwähnt wurde, sollte man da sehr vorsichtig sein. Gerade wenn Probezeit vereinbart wurde, kann das schnell nach hinten losgehen. Auch kann es passieren, dass man auf die Abschussliste kommt. Und bei den nächsten Kündigungen aus betrieblichen Gründen ist man dann gleich mit dabei.
 
Wayne interessierts? Abfindung mitnehmen und zu einer anderen Bank gehen - gibt's ja komischerweise noch wie Sand am Meer (obwohl mittlerweile aber wirklich alles online machbar ist).
 
Falls es denn wirklich mal zu einer betriebsbedingten Kündigung kommen sollte.

Aber nochmal: Waren die Gehälter im Bankwesen schon immer so hoch und gelten diese auch ohne akademischen Background??
 
Mit einer normalen IHK-Ausbildung als Bankkaufmann fängt man eher im Bereich TG4-6 an, TG7 als Einstieg ist eher mit Studienabschluss üblich (Bachelor je nach Bank auch TG5/6, gerade in kleineren Sparkassen o.ä.). Generell ist aber eher ein Trend nach unten bei den Bankgehältern zu beobachten (jetzt vergesst mal alle die ganzen Storys von raffgierigen Investmentbankern oder reichen Managern, das sind die 0,1%, die für viel Unmut sorgen, aber eigentlich an der Realität vorbei gehen). Zumindest werden Jobs in letzter Zeit eher in den Tarifbereich gedrückt (während sie vorher gerne mal übertariflich bezahlt wurden) und Funktionen werden "skill-differenziert" (stupider, fließbandartiger gemacht), um den Mitarbeitern entsprechend weniger Lohn zahlen zu müssen, insbesondere Neueinsteigern. Insofern ist man bei einer Bank zwar meist noch gut aufgehoben, aber ich persönlich würde auch nicht in einer Kreissparkasse oder bei einer kleinen Volksbank am Schalter oder im Backoffice sein wollen. Da geht man auch nur mit 2.000-2.500 brutto nach Hause.

In einer großen Bank mit > 1.000 Mitarbeitern sieht das schon ganz anders aus. Daher bin ich auch nicht vom Hungertod bedroht ;). Augen auf bei der Arbeitgeberwahl, schon in jungen Jahren! :)
 
Bevor es hier großes Rätzelraten bei den Gehaltseinstufungen gibt:

TG4 ist die übliche Vergütung für den Einstieg als Bankkaufmann. Wobei bei kleineren Volksbanken und Sparkassen kann es auch schonmal drunter liegen.
TG6 ist typische der Einstieg für Bachelor Absolventen, jedoch eher bei größeren Instituten. Mittelgroße Volksbanken und Sparkassen schwanken hier eher zwischen TG4 und TG5

Der typische Job als Bankkaufmann ist zu über 90% der Einstieg als Privatkunden"berater" ... also der Verkäufer der den Kunden die Produkte verkauft. Absolut nicht sexy, die Arbeitszeit wird extrem streng kontrolliert ... also wieviel Termine man vereinbart hat, Anrufe getätigt etc. "dir schaut ständig jemand digital über den Rücken was du grad machst".

Abfindungen gibt es erst mit sehr sehr viel Betriebszugehörigkeit und auch erst dann, wenn man nicht voll auf die Kündigungsfrist besteht. Der typische Wechsel zwischen Bank A und Bank B findet ohne Abfindungen statt.
(wobei dies ja kein banktypisches Phänomen ist, sondern auch andere Unternehmen machen dies so ...)
 
Einstieg ist ja gut und Recht. Ich meine eher das Gehalt nach Ca. 10 Jahren BE. Sind da dann auch nur mit einem IHK Abschluss 4k+ drin?
 
Also laut Tariftabelle musst du dir neben den Berufsjahren auch die tarifliche Eingruppierung anschauen. Ab Juli 2015 in der TG4 mit 10 Jahren bekommst du 3.018 Euro monatlich Brutto. Wenn du also nie in der Tarifgruppe höher gestuft wirst, dann hast du auch nach 10 Jahren "nur" 3.000 Brutto.

Es kommt also auf das eigene Verhandlungsgeschick an, ich hatte tatsächlich 8 Jahre Berufserfahrung bekam aber 11 Jahren angerechnet. Der Gehalts-Sprung in eine nächst höhere Tarifgruppe ist höher als die Zurechnung von mehr Berufsjahren, beides kann verhandelt werden, mal gibt es die kleine mal die große Gehaltserhöhung. ;)

Neben Verhandlungsgeschick zählt natürlich auch die Aufgaben die man machen muss ...
 
Ok, verstehe. 4k sind also nach 10 Jahren durchaus drin. Wenn man sich den Verdienstausfall während den Studium zusammenrechnet, hat man mit dem einfachen Weg einer alleinigen IHK Ausbildung sicherlich eine sehr gute Wahl getroffen. Hätte ich das mal früher gewusst...
 
X_Clamp schrieb:
Ok, verstehe. 4k sind also nach 10 Jahren durchaus drin.

Wenn du mit TG4-5 angefangeen hast, dann nicht... Du brauchst TG8 und 10 Jahre um 4k zu verdienen. Ein Sprung von 3-4 TGs ist in der Zeit einfach unrealistisch.
Lies doch bitte die Tabelle.

Außerdem wirst du irgendwann anstehen bei den TGs, wenn du keine leitende Position übernehmen kannst.
 
Zuletzt bearbeitet:
@x_clamp
Nicht ganz.
Die Tätigkeiten sind gedeckelt. Nehmen wir mal dein Beispiel und irgendwelche der Gruppierungen (die Werte sind jetzt mal an den Haaren herbei gezogen, da ich ka habe wo exakt der Bankkaufmann nun ein gruppiert wird):
Der Bankkaufmann beginnt bei Bank blubb nach der Ausbildung und steigt dort mit z.B. TG 4.1 an, verdient also zunächst 2413€.
Nach 5 Jahren landet er dann bei TG 4.3 also 2656€. Da aber TG 5.1 deutlich niedriger ist, wird der Bankkaufmann natürlich versuchen in diese zu springen, da die Unterstufen ja eh automatisch kommen usw.
Ist jetzt seine Stelle nur bis inkl. TG5 ausgeschrieben, dann ist irgendwann bei TG5.6 aka 3342€ Schluss, außer er wechselt die Tätigkeit.
Nicht vergessen: Beim Wechsel der Grundstufe fängt man meist bei 0 an. Sprich man landet nicht automatisch 4.3 ->5.3 sondern normal 4.3->5.1 dann eben nach 2Jahren in 5.1->5.2 (je nach Verhandlungsgeschick).

PS: Danke für die TG Listen. Da dachte ich unsere Liste wäre maximal "OK", aber wenn ich die so sehe, bin ich doch sehr froh drüber :D
 
Zuletzt bearbeitet:
@ nospherato

Man verliert keine Berufsjahre beim Sprung in die nächst höhere TG Gruppe. Sprich, wenn du bisher TG4 mit 3 Jahren hast, kommst du dann in TG5 mit 3 Jahren. Sieht man auch einfach bei dem Aufbau der Tabelle das bei den höheren Tarifgruppen gar keine Berufsjahre für 1 oder 2 oder 3 Jahre mehr existiert. Deshalb ist der Wechsel in der Tarifgruppe ja die "große" Gehaltserhöhung.

Natürlich muss es die Position hergeben, dass man auch in der TG Gruppe hochsteigt. Der einfache Schaltertyp oder Privatkundenberater wird es nicht in die höheren Tarifgruppen schaffen.
 
Ich denke ich habe es falsch ausgedrückt.
Zumindest bei uns fängt das weitere Zählen der Unterstufen wieder neu an, wenn man springt (z.B. 4.3->5.1).
Sprich 5.2 gibt es erst wieder nach z.B. 1Jahr.
Der Aufbau ist allerdings bei unserem auch etwas anders.
 
Also im Banktarif bleiben die Berufsjahre erhalten wenn man in die nächst höhere Tarifgruppe wechselt. Aber da hat ja jede Branche ihr eigenes System.
 
Wie gesagt, die Berufsjahre bleiben dir auch dort erhalten, allerdings sind die Sprünge nach Jahren in der jeweiligen Gruppe definiert.
 
Seid drum. Jedenfalls finde ich die Entlohnung schon ein wenig zu hoch wenn man sich andere, teilweise wesentlich härtere Berufsgruppen ansieht. Aber das wird's wohl überall geben ...
 
Wegen des Geldes studieren lohnt nur für die wenigsten, zumindest vor Bologna war ein Studium ja auch immer ein Zeitraum der Selbstverwirklichung/Selbstfindung.
 
Naja es hängt immer davon ab, was man später machen möchte.
Forschung oder gewisse Führungspositionen bleiben Studierten vorbehalten, natürlich auch andere Stellen in der Industrie.
Allerdings sollte man hierzu meist schon einen Master (teilweise, z.B. in der Chemie einen Doktor, sogar mehr) vorweisen; vom Bachelor sollte man einfach nicht großartig mehr erwarten als es auch vorher war: Ein Vordiplom (von mir aus mit kleinem Plus).
 
Immer dieses Gejammer.. 4k pro Monat sind jetzt nichts besonderes für 10 Jahre im Beruf und vermutlich Führungsverantwortung (so habe ich es in den vorigen Posts verstanden). Im Gegenteil, ich finde das mit Führungs/Personalverantwortung niedrig. Ob die Person ein Studium hat ist ziemlich "wayne" , solange sie ihre Aufgaben erfüllt.

PS: Das Studium macht einen meiner Meinung nach seltenst zu einer qualifizierteren Person, aber dieser Glauben an Titel und Zeugnisse ist einfach sehr deutsch.;)
 
Wenn ich immer dieses 'Führungsverantwortung' höre.... In den wenigsten Firmen haben die 'kleinen' Chefs irgendwas zu melden, in Großunternehmen sind sie eh nur Umsetzer von Maßnahmen die 2-3 Ebenen höher beschlossen wurden. Und sogar Chefs die ein paar hundert Leute unter sich haben können faktisch kaum etwas wirklich relevantes entscheiden. Dafür deutlich mehr Geld zu erhalten wäre auch mehr als lächerlich, daher unterscheiden sich die kleinen Chefs vom Gehalt her meistens nicht wirklich so sehr von ihren Mitarbeitern (wobei ich jetzt von white collare jobs rede, produzierendes Gewerbe mag anders sein).
 
Zurück
Oben