Aufrüstung Netzwerk auf 10 GB

D

Don_2020

Gast
Möchte mein Netzwerk aufrüsten. Von 2.5 GB auf 10 10 GB. Die Entfernungen (Kabellänge) sind alle unter 15 m. CAt.7 liegt im Haus. Leider wurden keine Leerrohre vorgesehen, so das ein Umstieg auf LWL nicht ohne größeren baulichen Aufwand möglich ist.
Eingesetzt werden Linux (Debian) und (noch) Win11. Ein 10 GB-Switch ist vorhanden.
Es geht um den Client-PC und den Server. Für alles andere reichen mir 1 GB.

Welche 10 GB-Netzwerkkarte mit welchem Chipsatz sollte man kaufen?

Sollte die Netzwerkkarte besser einen RJ-45-Anschluss oder einen SFP+ Slot haben? Wo sind die Vorteile/Nachteile dieser Kombination? Netzwerkkarten mit SFP+ und Einsatz gibt es recht preiswert.

Auf was muss man achten? Wie sieht es mit dem Stromverbrauch/Wärmeabgabe aus?
WOL wäre schön, dann kann ich den Server gezielt bei Nutzung über den Client einschalten.
 
Bei 10 Gbit würde ich ganz klar zu SFP+ greifen.
Der Vorteil liegt auf der Hand:
  • Sehr geringer Stromverbrauch
  • Niedrige Latenz
  • Weniger Hitzeentwicklung
  • Höhere Reichweite und Stabilität
  • Und vor allem: Zukunftssicherheit
Wenn man schon auf 10 Gbit geht, dann lieber gleich richtig und sauber – SFP+ ist da einfach die bessere Wahl.
 
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Ich habe die hier drinnen:

https://www.amazon.de/dp/B0CXCYHLQT?th=1

WOL funktioniert einwandfrei.
Zu Strom und Wärme kann ich nichts sagen.
Mein PC steht unterm Tisch, ich komm da nicht so leicht ran.

Bisher keinerlei Probleme gehabt.

Übertragungsrate vom NAS zum PC:
hc_1014.jpg
 
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@Ultra_Force du meinst bei den Vorteilen wohl eher LWL-Verkabelung als SFP+ im Generellen. SFP+-Transceiver gibt's auch mit RJ45 und nicht nur LWL.
 
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Don_2020 schrieb:
Leider wurden keine Leerrohre vorgesehen, so das ein Umstieg auf LWL nicht ohne größeren baulichen Aufwand möglich ist.
LWL sind doch irre dünn, insbesondere wenn man sie mit Kupferkabeln vergleicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass du da einen großen Aufwand beim Verlegen betreiben musst. Nur bei den Kurvenradien muss man etwas aufpassen. Aber ansonsten bekommt man die hinter jeder Sockelleiste versteckt.

1761130958898.png


Die einzige Ausnahme wäre DAC, an denen bei beiden Enden SFP-Transceiver hängen. Die Transceiver sind größer als ein RJ45-Stecker.


Ich schließe mich hier @Ultra_Force an, LWL finde ich besser.
 
LWL wäre super, aber kann man die vorhandenen Kabel überhaupt so einfach aus der Wand ziehen und einen Zugdraht einziehen bzw. gleich das Datenkabel als Zugdraht verwenden?
Und je nach Einrichtung ist das schon etwas Arbeit die Leitung hinter Sockelleisten, um Ecken und unter Türen zu bekommen. Geschweige denn die Möbel, die vermutlich bewegt werden müssen.

@Don_2020
Welchen 10G-Switch hast du denn?
Der Switch hat vermutlich mind. 10G SFP+ Ports?
 
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@SpiII
Wenn sich die Kupferkabel nicht leicht entfernen lassen, würde ich die einfach in der Wand lassen.
 
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Verstehe den Grund für Faser nicht.
Wenn eh schon Cat7 liegt steht doch 10GbE nichts mehr im Weg.
Warum dann noch Aufwand betreiben?
15m sind doch auch völlig unkritisch.
 
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Nur mal so ein Hinweis: SFP(+) != LWL

SFP(+) kann LWL bedienen, muss es aber nicht. Gibt auch zig Kupfer-SFPs.
Daher ist die Aussage so falsch:
Ultra_Force schrieb:
Bei 10 Gbit würde ich ganz klar zu SFP+ greifen.
Der Vorteil liegt auf der Hand:
  • Sehr geringer Stromverbrauch
  • Niedrige Latenz
  • Weniger Hitzeentwicklung
  • Höhere Reichweite und Stabilität
  • Und vor allem: Zukunftssicherheit

Das wäre wenn (nur in Teilen) für LWL richtig, nicht für SFP.
Denn das Latenzargument ist bei Kupfer für die Füsse schaut einfach mal nach den physikalischen gesetzmäßigkeiten. https://de.wikipedia.org/wiki/Verkürzungsfaktor TwistedPair und LWL liegen beide bei 0,66 - 0,7 https://en.wikipedia.org/wiki/Velocity_factor


Richtig wäre:

Ultra_Force schrieb:
Bei 10 Gbit würde ich ganz klar zu SFP+ LWL greifen.
Der Vorteil liegt auf der Hand:
  • Sehr geringer Stromverbrauch
  • Niedrige Latenz
  • Weniger Hitzeentwicklung
  • Höhere Reichweite und Stabilität
  • Und vor allem: Zukunftssicherheit
Grundsätzlich stimme ich dem Tenor der LWL zu, aber die lässt sich gerade mit Steckdosen schlecht verteilen in einer Strukturierten (Wohn)Gebäudeverkabelung.

Wobei auch das Energie und Hitzeargument immer kleiner wird, weil mit jeder Iteration an 10 GbE Kupferchips die Leistunsgaufnahme reduziert wird. Von ursprünglich mal über 20 Watt pro Port ist man bei unter 5 Watt pro Port angekommen. Mein Mikrotik CRS312 12x 10 GbE Switch hat ein 60 Watt NT, also nicht mal 5 Watt, weil einige Watt auch für das RouterOS drauf geht und das NT nicht auf Kante dimensioniert sein wird. Oder hier die Intel x710 braucht mir 2x 10 GbE 8,2 Watt, also pro Port 4,1 Watt , bei 4 Ports sogar nur 13,6 Watt, was dann 3,4 Watt port Port sind: https://cdrdv2.intel.com/v1/dl/getContent/639505 . Also SFP Variante sind es 1,9 Watt pro Port + SFP der je nach Variante nicht sparsamer wird.
 
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Arboster schrieb:
Verstehe den Grund für Faser nicht.
Wenn eh schon Cat7 liegt steht doch 10GbE nichts mehr im Weg.
Warum dann noch Aufwand betreiben?
15m sind doch auch völlig unkritisch.
Sehe ich auch so. Zumal es nur um zwei Geräte geht.
 
Danke dir @conf_t hab jetzt mein Wissen erweitern können :)

@SpiII
Ja, aktuell mag das ausreichen – aber warum nicht direkt für die Zukunft planen?
Schnell werden aus zwei Geräten vier oder mehr, gerade wenn man irgendwann NAS, Server, Streaming-Boxen oder Smart-Home dazu nimmt.
Weiss man ja nie, was noch kommt. 😄
 
Ultra_Force schrieb:
Bei 10 Gbit würde ich ganz klar zu SFP+ greifen.
Der Vorteil liegt auf der Hand:
  • Sehr geringer Stromverbrauch
  • Niedrige Latenz
  • Weniger Hitzeentwicklung
  • Höhere Reichweite und Stabilität
Wo sollen diese Vorteile herkommen, wenn sowieso ein Kupfer-SFP+ Modul verwendet wird? CAT7 wird erwähnt, drum gehe ich davon aus.

Ich würde es genau andersrum sehen. Wenn eh RJ45 verwendet wird, würde ich auf jeden Fall eine Karte mit RJ45 Anschlüssen verwenden. Mit SFP+ kann es Kompatibiltätsprobleme geben und auch die Hitzeentwicklung ist mitunter ein Problem. Zudem ist es unterm Strich wahrscheinlich teurer. Falls ein Upgrade auf Fiber geplant ist kann man es natürlich machen. Ich sehe aber überhaupt keinen Grund dafür - die Kabel liegen ja eh schon, Switch ist auch schon da, also muss man nur die Netzwerkkarte tauschen. Vermutlich kann sogar das Patchkabel bleiben. LWL würde ich erst bei 25 oder 100G in Betracht ziehen und das ist für daheim noch weit weg. Ich hab selbst in den RZ nur Kupfer an den 10G Karten (bei bisher >10.000 Servern mit jeweils 6-8 10G Ports).

Ich habe gute Erfahrungen mit Intel X550 gemacht. Sind glaube ich EOL aber gebraucht für gute Preise zu bekommen und unter Linux immer problemlos gelaufen. X710 waren mit älteren Kernels problematisch, 610 sogar mit halbwegs aktuellen. Von Broadcom und Qlogic habe ich die Finger gelassen, keine guten Erfahrungen hier. Laufen aber im Heimeinsatz evtl. auch gut genug.
 
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Ultra_Force schrieb:
@SpiII
Ja, aktuell mag das ausreichen – aber warum nicht direkt für die Zukunft planen?
Schnell werden aus zwei Geräten vier oder mehr, gerade wenn man irgendwann NAS, Server, Streaming-Boxen oder Smart-Home dazu nimmt.
Weiss man ja nie, was noch kommt. 😄
Dann kann man sich den Mehraufwand noch immer machen anstatt nur die NICs einzustecken/auszutauschen und evtl. RJ45 SFP-Module zu nutzen^^
 
Ach ja, meine oben genannte Karte wurde unter Linux (Mint Kernel 6.14) direkt erkannt und funktioniert mit 10GbE.

Zukunftssicherheit? Also in Zeiten wo die meisten noch mit 1Gbit/s Zuhause unterwegs sind und 2,5Gb bei nem NAS gefeiert werden finde ich 10Gb noch lange ausreichend.
Bei nem Neubau wo eh alles neu verkabelt wird wäre Faser ganz klar die erste Wahl.
Aber bei einer bestehenden CAT7 Installation OHNE Leerrohre noch dazu würde ich gar nichts machen.
 
Ich habe vor einer Weile meine LWL-Kabel gegen DAC-Kabel, also Kupfer, getauscht. Grund war Hitzeentwicklung und Stromverbrauch. Allerdings ging es bei mir nur um die In-Rack-Verkabelung, also Kabellängen <3m.

15m dürften zu viel sein für ein passives DAC-Kabel. Da wäre wiederum ein aktives DAC-Kabel erforderlich.

Ich würde hier einfach auf CAT7 setzen.
 
Ich habe einen QNAP QSW-2104-2T2 Switch. Der hat 2 Ports mit 10 GbE (RJ45). Ein SFP-Port ist nicht vorhanden.

Die Kabel sind alle auf dem Rohfußboden verlegt worden. Darüber ist die Dämmung, Fußbodenheizung, Estrich und Bodenfliesen. Mit nachinstallieren ist da nix.
Was bleibt ist also nur eine RJ45-Karte.

Werde mich mal nach RJ45-Netzwerkkarten umsehen.
 
Arboster schrieb:
Bei nem Neubau wo eh alles neu verkabelt wird wäre Faser ganz klar die erste Wahl.
Ist das so klar? Dazu zwei Schwänke aus meiner Studienzeit vor ca. 30 Jahren. Da habe ich als Student bei einem Museum in Berlin gejobbt. Das war alles ganz zukunftssicher mit Glasfaser verkabelt. Das war so zukunftssicher, dass man auf 10 MBit/s festgenagelt war, während alle anderen nicht so zukunftssicher verkabelten Behörden und Unternehmen bereits vollständig mit 100 MBit/s ausgestattet waren, denn die Kupfer-Hardware war verfügbar und bezahlbar, für 100 MBit Fiber hat man sich dumm und dämlich gezahlt. Angeschlossen waren übrigens fast alle Endgeräte mit Kupfer via Fiber->Kupfer Medienkonverter oder Mini-Switch. Für Telefonie brauchte man dann nochmal extra eine Kupferverkabelung...

Damals war man absolut sicher, dass bei Gigabit nichts ohne Glasfaser geht. IIRC waren sogar die 100 MBit Standards zunächst nur für Fiber verfügbar und später wurde mit 100BaseT4 gebastelt bis dann 100BaseTX rauskam.

Die Telekom hat damals ganz zukunftssicher die Ostberliner Viertel (wo es praktisch keine Telefon-Infrastruktur gab, weil in der DDR kaum jemand Telefon hatte) mit Glasfaser verkabelt, nannte sich das OPAL-Gebiet. Das war später eine Vokabel, die bei Kunden Horrorzustände und Zurückhaltung beim Eingehen von Mietverträgen auslöste, weil dann mit DSL ein Highspeed-Internet Zugang ohne Zeitbasierte Abrechnung verfügbar war, aber eben nur über Kupfer. Bei Glasfaser war man auf ISDN festgenagelt aber vor allem auf die teuren zeitbasierten Tarife.

Bei Gigabit hat es auch längere Zeit gedauert, bis das über Kupfer ging, heute ist es das normalste der Welt. Bei 10G wiederholte sich die Geschichte. CAT7 wäre theoretisch für 100G über kurze Strecken sogar ausreichend, aber die RJ45 Stecker nicht. Mit dem TV-Kabel hingegen wäre das möglich...

Bei Glasfaser gibts halt leider nicht den einen Standard an Kabel, wenn man hier das falsche verlegt hat, siehts auch doof aus.

Wahrscheinlich gehört LWL die Zukunft, aber meine Glaskugel wird sehr trüb, wenn ich den Zeithorizont und die genaue Spezifikation der LWL Kabel und Stecker nachsehen will. Ich würde daheim auch heute wieder CAT7 legen. In ein Leerrohr, in das man später LWL Kabel nachziehen kann ;)

Arboster schrieb:
Aber bei einer bestehenden CAT7 Installation OHNE Leerrohre noch dazu würde ich gar nichts machen.
Sehe ich auch so.
 
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