Ausbildung, welche Versicherungen sinnvoll?

Versicherung, die planmäßige Deckung eines im einzelnen ungewissen, im ganzen aber schätzbaren Geldbedarfs auf der Grundlage eines zwischenwirtschaftlichen Risikoausgleichs nach Karl Hax.

Risiken hat jeder Mensch, jedes Individuum, jedes Unternehmen. Der Grundgedanke darin besteht in dem zwischenwirtschaftlichen Risikoausgleich, was für den typischen Bundesbürger nicht fremd seien dürfte, schließlich leben wir einem sogenannten Sozialstaat und nach dem Wirtschaftsbild der sozialen Marktwirtschaft. Selbst Karitativeeinrichtungen arbeiten nach oben genannten Prinzipien.

Das der Grundgedanke der gemeinsamen Gefahrentragung also auch was soziales beinhaltet wird bei vielen Beiträgen gar nicht erwähnt, letztlich sind wir doch alle froh, dass wir z.B. eine Krankenversicherungpflicht und Pflegeversicherungspflicht hier zu Lande haben.

Das dieses Schutz was kostet, liegt auf der Hand, ist aber letztlich auch der Preis für unseren heutigen hohen Lebensstandard. Natürlich unterscheidet sich die private Versicherungswirtschaft von den gesetzlichen Systemen, wobei alle einen Art Beitrag bzw. Prämie erheben.

Die gesetzlichen System werden nach dem Prinzip der Solidarität geführt, sprich jeder zahlt einen entsprechenden Beitrag gemessen an seiner Leistungsfähigkeit (in diesem Fall das Einkommen).
Die private Wirtschaft arbeitet nach dem Äquivalenzprinzip, sprich hier werden risikogerechte Prämien laut Tarifkalkulation erhoben u.a. subjektiven und objektiven Risiken.

Zusammenfassend kann man festhalten, dass vom Gedanken her eine Absicherung eine gute und sinnvolle Investition für die Gesellschaft darstellt, man erwirbt ein gewisse Sicherheit und im Gegenzug leistet man seinen Beitrag. Wirtschaftlich betrachtet ist dieses natürlich besser als dann der Allgemeinheit auf der Tasche zu liegen.

Finde daher diese Diskussion über sinnvolles bzw. übertriebens Sicherheitsdenken schwachsinnig.
Der typische Bundesbürger hat eine schlechte Meinung von der Versicherungsbranche, aber seinen Versicherungsvertreter gegenüber ist er optimistisch gestimmt.
In Umfragen steht der Beruf bei einer Versicherung neben Berufsgruppen wie Politikern ziemlich weit unten im Ansehen.

Ihr merkt, ich kann auch ganz gut pauschalisieren wie es hier die ganze Zeit auch getan wird.



Wer über die private Versicherung schimpft, weil er ja so sozial eingestellt ist, der sollte sich mal kritisch fragen, ob es unsere gesetztlichen System noch sind? Mal ein paar Beispiele zum Nachdenken

Kleinere und mittlere Einkommen in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen 15,5% ihres Einkommens in das System, darüber hinausverdiende zahlen prozentual weniger von Ihrem Gehalt, z.B. liegt die %-Belastung bei einem Einkommen von 120.000 Euro nicht bei 15,5%, da die Beiträge nur bis 45.000 brutto p.a. herangezogen werden. Hier werden kleinere Einkommen stärker belastet, ist ja auch fair!

Dasselbe gilt für Steuern hierzulande, die gesetztliche Krankenversicherung wird jedes Jahr durch mehrere Steuermilliarden mitfinanziert, auch hier zahlen die Großverdiener wieder weniger, dank Steuersenkungen durch die Politik. So sank der effektive Steuersatz von 1990 (34%) bis 2010 auf (28%).
Hier werden Spitzenverdiener entlastet.

Kapitalertragssteuer, neudeutsch Abgeltungssteuer, anstatt das Personen früher die Zinsen, Kursgewinne etc.. mit ihrem persönlichen Steuersatz versteuern mussten, werden jetzt pauschal nur noch 25% zzgl. Soli und ggf. Kirchensteuer erhoben. Wer einen Spitzensteuersatz hat und mehere Millionen an Zinsen kassiert, freut sich über das geschenkte Geld.

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Abschließend lässt sich nur jedem Raten der sich mit dem Thema der eigenen Absicherung beschäftigt, sich Zeit zu nehmen, sich zu informieren, und sich vor allem selbst Gedanken zu machen, frei nach dem Motto "Wenn Sie nicht denken, tun es andere für Sie."

Die Leistungen unserer Sozialsystem sind dank o.g. Reformen schon seit Jahren auf dem Rückzug und stellen meiner Meinung nach nur noch eine Grundabsicherung dar. Der Leistungskatalog der gesetztlichen Systeme ändert sich laufend durch Reformen der Politik, bestes Beispiel sind die Zuzahlungen und Kürzungen der gesetzlichen Krankenkassen, die übrigens auch saftige Vorstandgehälter zahlen.
Man hat einfach keinen Rechtsanspruch auf die Leistungen die ggf. vor Jahren noch gezahlt worden sind, hier ist ein gr. Unterschied zur der priv. Versicherungswirtschaft, die Leistungen sind garantiert durch deinen Versicherungsschein, und können sich nicht verschlechtern.

P.S.

Nicht vergessen: Im Geschäftsleben werden Sie immer beschissen. Überall.
 
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