Ausbildungsvergütung extrem wenig?

wannabe

Lieutenant
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Hallo Leute,

ich hatte gerade ein Vorstellungsgespräch. Beworben hatte ich mich um eine Ausbildungsstelle zum Mediengestalter Fachrichtung: Digital / Print.

Mir wurde gesagt, dass der Betrieb (5 Mitarbeiter) bei der Handelskammer als Fotografenbetrieb eingetragen ist und dementsprechend würde die Vergütung so aussehen.

Mir würden abzüglich Steuer und Versicherungen nur 250 Euro bleiben.

Was meint ihr?

Ich schreibe auch die ganze Zeit Bewerbungen um eine Lehrstelle zum:

Informatikkaufmann,
Mediengestalter (Bild & Ton)
und Veranstaltungskaufmann.

Gruß
 
Welche Steuern? Du zahlst doch keine bei dem Einkommen.

Wie schaut denn das Brutto Einkommen aus?

250€ nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge wäre in meinen Augen schon extrem wenig. So eine Ausbildung würde ich nicht anfangen wollen, zumindest nicht bei dem Betrieb (ich kann nicht beurteilen, wie es in dieser Branche bei anderen Firmen ausschaut).
 
Die feinen Details hast du aber weggelassen

1. Wo ist deine Arbeitsstelle? (Ort)
2. Wohnst du im gleichen Ort?
3. Wie sah es bisher bei den anderen Lehrstellen aus, was wurde da geboten? (wieder mit Angabe gleicher Ort oder Umzug)

250 € sind kein Heldensprung, wenn man aber dagegen keine wirklichen Ausgaben hat, dann reichen die fast schon aus ... was will man 500 € netto wenn man dafür als Azubi eine eigene Wohnung unterhalten muss?
Was wird dir nach der Ausbildung als Gehalt avisiert?
 
Ist extrem wenig und grenzt aus Ausbeuterei... Habe bei meiner Ausbildung zum Informatikkaufmann 875€ brutto bekommen...
 
1. Die Werbeagentur ist 15km von mir entfernt

Mein Traumberuf wäre Mediengestalter Bild und Ton, aber diese Ausbildungsstelle ist hier in der Region nicht zu finden. Informatik- und Veranstaltungskaufmann würde auch in die engere Auswahl kommen, allerdings habe ich hierfür noch keine Aussichten bzgl. Vorstellungsgespräch.

Ja ich wohne zuhause mit meiner Familie.
 
Wie ist denn 250 € "netto" überhaupt möglich?! Die Brutto-Vergütung müsste bei diesem "Netto" doch unterhalb von 400 € liegen und damit dürften weder Steuern noch Sozialabgaben anfallen, oder mache ich einen Denkfehler?! Ansonsten habe ich schon oft gehört, dass in der Medien-Branche unterirdisch schlecht gezahlt wird...
 
Zuletzt bearbeitet:
Man muss Sozialabgaben zahlen ab ca. 320 € brutto. Ich fande es auch sehr frech da ich damals im ersten Lehrjahr zum Hörgeräteakustiker nur ~283€ netto in der Tasche hatte (359,00€ brutto).
 
Also bei 15km Entfernung kannst du deine Bewerbung zurückziehen. Nach Fahrtkosten hast du da kaum noch Geld für dich.

Somit weiter Bewerbungen schreiben!
 
Es ist zwar extrem wenig, allerdings hat man auch kaum Info`s über dich?
Wie sieht die Lehrstellen Situation allgemein bei dir in der Gegend aus, gerade in dem Bereich was du später machen willst?
Würdest du wegen einer Lehrstelle auch einen umzug in Erwähnung ziehen?
Du könntest natürlich zusagen, dich weiter bewerben und falls du was besseres hast absagen.
Informier dich mal bei den Ämtern, ob du vlt. Wohngeld, Bafög etc. bekommen kannst, liegt aber auch immer an dem Verdienst der Eltern.
 
Habe jetzt eine Einladung bei einem anderen Unternehmen bekommen.

Dort würde ich auch in meinem Traumberuf ausgebildet werden. (Mediengestalter Bild- und Ton)

Einziger Nachteil: 97km Anreise zum Betrieb

Mit der Bahn dauert es 1 1/4 Std. was zu verkraften wäre.

Jetzt stellt sich die Frage wie hoch die Vergütung wäre - weiß vielleicht jemand zu welcher Kammer solche Filmproduktionsfirmen angehören?

Habe zwar schon recherchiert, allerdings nichts aussagekräftiges gefunden.
 
wannabe schrieb:
Mir würden abzüglich Steuer und Versicherungen nur 250 Euro bleiben.

Versicherungen sind das eigene Bier und sollte demnach so nicht herangezogen werden für Vergleiche ...einzig das reine nettolohn zählt und nicht noch irgendwelche privatabzüge.

Traube schrieb:

Wenn ich mir die angeblichen Löhne / Gehälter so ansehen muss ich nur den Kopf schütteln. solche Gehaltslisten bringen nichts wenn man kein Betrieb findet der solche auch zahlt. Das können eh nur große Firmen / die nach Tarifähnlich zahlen wenn überhaupt.

Ich hatte schonmal vor einiger Zeit geschrieben: als ich in der Ausbildung war (internationales großes Unternehmen!) bekamen wir im 03. Lehrjahr (!) gerade mal 340€ Brutto! ...stichwort "ortsüblich"...

ps: wie hieß es doch damals gleich: in der Ausbildung soll kein Geld verdient sondern gelernt werden!.
 
Zuletzt bearbeitet:
@theblade: Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und gesetzliche Krankenversicherung sind eben nicht privat. Die werden halt abgezogen. Laut Brutto-Netto-Rechner wäre der Bruttolohn etwa 315 EUR/Monat, was in der tat ziemlich wenig ist. Da aber meistens solche kleinen Fotobetriebe eh nicht so rosig wirtschaften, wird man da selten mehr bekommen.
 
wannabe schrieb:
als Fotografenbetrieb eingetragen ist und dementsprechend würde die Vergütung so aussehen.
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. 250€ sind ein typisches, von der Handelskammer vorgeschriebene Gehalt für einen angehenden Fotografen im ersten Lehrjahr.
Du hast aber noch die Möglichkeit BAB zubeantragen.
 
Zuletzt bearbeitet:
340€ Brutto? Bei 30h/Woche sind das gerade mal 2,84€/Stunde.

theblade schrieb:
ps: wie hieß es doch damals gleich: in der Ausbildung soll kein Geld verdient sondern gelernt werden!.

Weil Ausbildungsberufe sonderlich anspruchsvoll sind :rolleyes:

Eigentlich kann man nur noch mehr ein Studium empfehlen bei solchen mickrigen Ausbildungsvergütungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beim Studium bekommst du nichts gezahlt?! Die Logik verstehe einer.

Also in Ö heißt es auch Ausbildungsentschädigung und nicht Gehalt oder Lohn...
 
Traube schrieb:
Eigentlich kann man nur noch mehr ein Studium empfehlen bei solchen mickrigen Ausbildungsvergütungen.
und ein studium bekommt man besser vergütet, weswegen sehr viele nebenher noch arbeiten gehen.
weltfremdes argument -.-
 
Heretic Novalis schrieb:
und ein studium bekommt man besser vergütet, weswegen sehr viele nebenher noch arbeiten gehen.
weltfremdes argument -.-

Ich habe neben dem Studium einmal in der Woche 6 Stunden gearbeitet und hatte dabei netto mehr raus als der Threadstarter mit seiner Vollzeitausbildung....
 
Niemand ist auf mein EDIT eingegangen.

Darum geht es momentan und nicht um Studium und et cetera.
 
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