Ausbildungsvergütung nachträglich herabgesetzt

Glaub's mir, die tun das, und die dürfen das.

Ich bin Ausbilder und > 50 ... ich weiß wovon ich rede, außerdem habe ich meine Erfahrung mit der IHK diesbezüglich als junger Mensch selber machen dürfen, und nicht nur ich. Die entsprechenden Ansprechpartner für Auszubildende sind dort zwar installiert, sollen sich aber eher um Schlichtung bei groben Verstößen gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen, sowohl seitens der Betriebe als auch seitens der Azubis, in bereits bestehenden Beschäftigungsverhältnissen kümmern.

Wenn schon, dann wende Dich in Deinem Fall an die örtliche Arbeitskammer, die sind eher für die Auszubildenden und Arbeitnehmer da.
 
Wenn das Ausbildungsverhältnis noch nicht begonnen hat is doch eh klar was passiert.. sollte er den Änderungsvertrag nicht unterschreiben fliegt er nachm ersten Arbeitstag innerhalb der Probezeit ^^ Also was bleibt anderes übrig als das hinzunehmen... wo anders Bewerben ^^
 
Die Probezeit beträgt maximal 4 Monate nach neuem Recht (frisch geändert). Ich hab z.b. auch nur 4 Monate maximal-Probezeit ;)

Ich würde auf das Geld bestehen. Vertrag ist Vertrag. Wenn außervertraglich mehr gezahlt worden wäre, dann hätten sie das Recht, sich das Geld zurückzuholen und in Zukunft weniger zu zahlen, aber nicht so.
 
Farmer schrieb:
Das mit dem Recht ist ja so eine Sache, dann krieg ich einen Monat das Ursprungsgehalt und darf mir nächsten Monat eine neue Arbeitsstelle suchen, nur muss ich mir ja auch die Frage stellen, wo das in 3 Jahre noch so Alles hinführt, wenn es schon so anfängt...

Das ist ganz genau die richtige Frage, die man sich in so einem Fall stellen muss. Das Verhalten des Unternehmers ist unredlich und bringt Dich in ein Dilemma, aus dem Du - unbesehen - nur durch Verzicht wirklich herauskommst.

Darum habe ich ja zum Anruf im Betrieb geraten. Je nachdem wie man Deinen Einwand dort annimmt oder Dich einfach "abfertigt", kannst Du Deine Entscheidung für oder wider diese Stelle besser abwägen. In jedem Fall bleibt Dir aber eine nicht wünschenswerte Erfahrung mit dem Berufseinstieg, doch auch die wird Dir schlussendlich irgendwie von Nutzen sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Servus.

Wenn er dort Anruft, kann er womöglich schon den Stein ins Rollen bringen.

Bedenke, egal zu was du dich entscheidest oder welchen Ratschlag du hier annehmen willst, letztlich musst ausschließlich du die Konsequenz tragen.

Und genau aus dem Grund rate ich auch nicht zu irgendeinem Handeln und beschränke mich darauf, dir Möglichkeiten aufzuzeigen inkl. der möglichen Konsequenz.
Letztlich musst du m.M.n. das mit dir alleine ausmachen, schließlich bist du es, der die Folgen tragen wird - willkommen im Berufsleben.

Wäge ab, was dir wichtiger ist, welche Folgen dein Handeln haben kann bzw. wie möglicher Weise die Firma reagieren wird und treff dann eine Entscheidung.

Grüßle ~Shar~
Ergänzung ()

Ich schreibe dies, da ich es selbst schon erlebte. Du bekommst ein Ratschlag eines "Freundes" bzw. wirst womöglich noch dazu gedrängt, dann geht es schief bzw. bist selber nicht mit dem Ausgang zufrieden und stehst dann da.
Nach meiner Erfahrung handelt die meisten dann letztlich doch anders, wenn sie selber in der Situation sind, als sie vorher als Unbeteiligter und Außenstehender an Ratschlägen erteilt haben....das nächste ist, daß jeder eine andere Persönlichkeit hat und jeder unterschiedlich Situationen/Probleme verkraftet/umgeht. Der eine ist energischer, der andere sensibler. Dem einen ist dies wichtiger, dem anderen jenes usw....
Ergänzung ()

Sorry, noch ein Edit. Solltest du eine gute Beziehung zu deinen Eltern haben (nicht zu verwechseln mit dem Stress, der sich aus der Pubertät ergibt), sprich mit ihnen darüber, so blöd es auch klingen mag.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey Farmer gibts mittlerweile Neuigkeiten?
Hast du bereits gehandelt?
 
hier wäre noch der wortlaut im vertrag interessant.

wenn dort drin steht, dass nach geltendem tarifvertrag gezahlt wird und die vergütungshöhe nur als erläuterung drinsteht - also ein "tippfehler" vorliegt - kann er nichts dagegen tun, da der tarifvertrag maßgebend ist.

wird kein bezug auf eine solch übergeordnete vereinbarung genommen und wurde (warum auch immer) die ausbildungsvergütung frei verhandelt o.ä. kann die reduzierung mit verweis auf "branchenübliche vergütung" etc. dennoch wirksam sein. erschwerend kommt hier noch dazu, dass das ausbildungsverhältnis noch nicht begonnen hat.

im extremfall könnte der te sich eine andere ausbildungsstelle suchen und vom aktuellen betrieb schadenersatz verlangen für den aufwand oder für das ausfalljahr, sollte er keine andere stelle finden.

aber das wäre schon sehr extrem und ist eher unwahrscheinlich.

für eine adäquate beratung (die sowieso nur ein entsprechender rechtsbeistand geben darf) würde ich einen anwalt bzw. die ihk (wie vorgeschlagen) aufsuchen.
 
Die Probezeit beträgt maximal 4 Monate nach neuem Recht (frisch geändert). Ich hab z.b. auch nur 4 Monate maximal-Probezeit

Bitte um die Quelle ;P?

Nach meinen Information gilt immer noch die max. Länge von 6 Monaten.
 
Hallo, ich hatte in letzter Zeit, dank dem Zentralabitur, etwas anderes im Kopf schweben, deswegen melde ich mich jetzt erst. Also nach reichlicher Abwägung habe ich mich dazu entschieden erstmal nichts zu unternehmen, da ich die Sorge habe direkt in der Probezeit zu fliegen...
 
Und genau darauf werden sie Spekulieren, alá "Der ist noch in der Probezeit und hält die Hufe still"
 
Nicht zu unternehmen halte ich hier für die beste Wahl, denn Änderungen an Arbeitsverträgen (und Ausbildugnsverträgen) bedürfen der Schriftform und einer neuen Unterschrift, denn es ist im Grunde ein neuer Vertrag. Wenn er also bis zum Ende der Probezeit keinen neuen Vertrag unterschreibt, kann er nachträglich auf Erfüllung des bestehenden pochen. IMO.
 
Das steht im BBiG §20

Zitat:
§ 20 Probezeit
Das Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit der Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen.

Da hab ich noch vor kurzem anderes gehört.

In der Probezeit kannst sowohl, als auch dein Betrieb dich kündigen. Sprechen wir in deinem Fall von einer großen Firma und wie viel Mitarbeiter haben die so? Meistens bekommst du in den Ausbildungen Schulungen, Seminare, Weiterbildungen. Sowas ist weitaus wertvoller, als jetzt mit 100 Euro mehr nach hause gehen zu dürfen.

@Fahrt+Miete das wird knapp-Menschen

Die Ausbildung ist keine Zeit in der der AG für dich Sorge zu tragen hat, dass es eine 0-Rechnung wird. Eher im Gegenteil ist die Regel, dass du bei einer Ausbildung draufzahlst. Doch das machst du ja im Sinne einer besseren Zukunft dadurch.
 
Das Unternehmen hat ungefähr 70 Angestellte, ist also eher ein kleiner Laden. Mir geht es auch nicht unbedingt um das Geld ansich, da ich davon nicht unbedingt abhängig bin (wohne noch zu Hause, bekomme ein Auto gestellt von meinen Eltern gestellt), sondern eher die Bedenken wo das Alles hinführt, wenn es schon so los gehen soll...

@Fu Machine: Das wäre natürlich der Knaller, zumal ich bis jetzt auch noch keine neue Post bekommen habe^^
 
Bedenke aber, dass Du dich auch nicht unterbuttern lassen darfst. Du musst ja nicht knallhart "nein" sagen, aber freundlich Deine Meinung bekunden solltest Du schon. Kann ansonsten ganz ganz blöd ausgehen.

Die Vertrauensbasis ist aber schon wichtig. Der Zug ist dafür zeitlich ja langsam abgefahren, aber wenigstens hätte ich nachgefragt, wie es zu diesem Rechenfehler kommen konnte und dass Du als klammer Azubi durchaus auf jeden Euro angewiesen bist. Ganz freundlich, aber zeigen, dass die überraschende Vertragsänderung für Dich problematisch ist. Das sind ca. grob 15% weniger Lohn, wenn ichs richtig gelesen habe. Das ist immens.
Womöglich lag aber wirklich nur ein Druckfehler zu Grunde.

Einfach drauf zu pokern, dass der nicht nachweisbare rechtliche fragwürdige Schrieb nie bei Dir angekommen ist, wäre natürlich auch Methode. Lust hätte ich dazu persönlich nicht. Die 110 Euro interessieren am Ende keinen, viel wichtiger ist das geschädigte Vertrauen. Einem Arbeitnehmer einfach kommentarlos 110 Euro Gehaltsminderung aufzulasten ist nach einem anderslautenden Vertrag schon unerfreulich. Das ist kein Fairplay.

Ist allgemein aber schon blöde Situation, wenn Du auf die Stellung angewiesen bist. Wenn noch nicht geschehen, werde Mitglied in Gewerkschaft. Ich selbst bin noch zu Schulzeiten Parteimitglied geworden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben