Auswirkungen von "Bündnis Sahra Wagenknecht" (BSW) auf das Parteiensystem

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Hallo

SE. schrieb:
Die AFD ist eine rechtspopulistische (und in Teilen rechtsextremistische) Partei und schon deswegen Gegner unserer pluralistischen Demokratie.
Solange die AfD demokratisch gewählt ist und nicht verboten wird ist sie Teil unserer pluralistischen Demokratie, das dir das nicht gefällt ist komplett egal.
Wenn ich mir die Stimmung in der Bevölkerung und die Wahlumfragen ansehe scheinen viele größere Probleme mit der Ampel als mit der AfD zu haben.

SE. schrieb:
Was genau fasziniert euch eigentlich genau an den bekannten Inhalten?
Wenn man sich die Wahlumfragen ansieht scheinen Inhalte komplett egal zu sein, das wichtigste scheint zu sein von den Ampel Parteien weg zu kommen.
Oder an was liegt es das CDU/AfD/BSW und nicht SPD/Grüne/FDP/Linke die Wähler aktuell so anziehen ? Das liegt bestimmt nicht an den tollen Inhalten.

Pummeluff schrieb:
Es wird in Zukunft drauf hinauslaufen, dass die CDU sich als Juniorpartner zwischen SPD und Grünen entscheiden kann.
Das ist eine gewagte Theorie, wenn die CDU/SPD/Grünen bei den Wahlen ähnlich abschneiden wie in den Wahlumfragen wird die CDU kein Juniorpartner.
Sorry @Pummeluff, das habe ich beim ersten lesen falsch verstanden.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Solange die AfD demokratisch gewählt ist und nicht verboten wird ist sie Teil unserer pluralistischen Demokratie, das dir das nicht gefällt ist komplett egal
Das entkräftet nicht die vorangegangene Aussage, dass die Partei als in Teilen rechtsextrem gilt und nicht viel von unser freiheitlich demokratischen Grundordnung hält. Sie ist ein Beobachtungsfall des Verfassungsschutz und sowohl die AFD Thüringen, als auch die Junge Alternative gilt als gesichert rechtsextrem. Regelmäßig gibt es verbale Entgleisungen, sei es 'auf Flüchtlinge schießen, in Anatolien entsorgen, Denkmal der Schande, Deutschland muss es schlecht gehen, wir werden leider ein paar Volksteile verlieren...' usw.
Selbst Wirtschaftsverbände warnen schon vor der AFD wegen ihre Fremdenfeindlichkeit.
Gemäßigtere Kräfte hatten es mit der Zeit immer schwerer, sind an Höcke gescheitert oder selbst ausgetreten, die Begründungen waren immer ähnlicher Natur: Zu extremistisch, antidemokratisch, sektenartig, zu große Nähe mit rechtsextremen Parteien wie die freien Sachsen oder der Dritte Weg.
Ein Jörg Urban war auch dem Vorschlag von Markus Krall nicht abgeneigt, Transferleistungsbeziehern das Wahlrecht zu entziehen.
Die AFD ist bereits aus der Opposition heraus völlig ungeniert wo die Reise mit ihr hingehen wird, wie wird das erst werden wenn sie Junior- oder gar Seniorpartner einer Koalition wird?

Tomislav2007 schrieb:
Wenn ich mir die Stimmung in der Bevölkerung und die Wahlumfragen ansehe scheinen viele größere Probleme mit der Ampel als mit der AfD zu haben
Die AFD hat es auch leicht in einer Krise aus der Opposition heraus immer das Gegenteil zu fordern und zu meckern. Mit der AFD wäre jetzt auch nichts besser. Bereits die Groko hatte schon mal in einer Legislaturperiode die absolute Mehrheit verloren und die hatte nicht die derzeitigen Probleme zu bewältigen.
Ergänzung ()

Tomislav2007 schrieb:
Das ist eine gewagte Theorie, wenn die CDU/SPD/Grünen bei den Wahlen ähnlich abschneiden wie in den Wahlumfragen wird die CDU kein Juniorpartner
Gemeint ist hier wohl gewesen, dass sich die CDU als Seniorpartner zwischen SPD und den Grünen einen Juniorpartner aussuchen kann.
 
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Hallo

s0undjan schrieb:
Das entkräftet nicht die vorangegangene Aussage,
Ich habe nie behauptet das Teile der AfD nicht rechtsextrem sind.
Ich habe geschrieben: Solange die AfD demokratisch gewählt ist und nicht verboten wird ist sie Teil unserer pluralistischen Demokratie.

s0undjan schrieb:
dass die Partei als in teilen rechtsextrem gilt und viel von unser freiheitlich demokratischen Grundordnung hält.
Fehlt da evtl. ein "nicht" ?

s0undjan schrieb:
Sie ist ein Beobachtungsfall des Verfassungsschutz
Ja und? Die Linke wurde auch durch den Verfassungsschutz beobachtet.

s0undjan schrieb:
und sowohl die AFD Thüringen, als auch die Junge Alternative gilt als gesichert rechtsextrem.
Ja und ? Einige Linke sind linksextrem, das finde ich auch nicht besser.

s0undjan schrieb:
Regelmäßig gibt es verbale Entgleisungen, sei es 'auf Flüchtlinge schießen,
Ja und ? Einige Linke würden gerne Reiche erschiessen, das finde ich auch nicht besser.

https://www.faz.net/aktuell/politik...prozent-der-reichen-erschiessen-16662124.html
Zitat:
"Bei einer Strategiekonferenz der Linkspartei spricht eine Teilnehmerin davon, Reiche zu erschießen. Parteichef Riexinger distanziert sich nicht deutlich."

s0undjan schrieb:
Gemeint ist hier wohl gewesen, dass sich die CDU als Seniorpartner zwischen SPD und den Grünen einen Juniorpartner aussuchen kann.
Nach nochmaligem lesen muss ich dir Recht geben, das habe ich beim ersten lesen falsch verstanden, ist korrigiert.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Fehlt da evtl. ein "nicht" ?
Ist bereits korrigiert
Tomislav2007 schrieb:
Ja und? Die Linke wurde auch durch den Verfassungsschutz beobachtet.
Was der Linken auch vorgehalten wurde. Am Ende wurde es eingestellt, da verfassungswidrig. JA und AFD Thüringen wurden auch einst beobachtet, das Ergebnis ist bekannt. Was die AFD als Ganzes angeht: Ausgang offen.
Tomislav2007 schrieb:
Ja und ? Einige Linke sind linksextrem, das finde ich auch nicht besser.
Hier ging es um die AFD und ich kenne bei der Linken keinen Höcke-Gegenpol, der ähnlich viel zu sagen hat, Bücher wie "Nie zweimal in den selben Fluss" geschrieben, oder als Landolf Ladig publiziert hat. Wenn dann vielleicht ein Diether Dehm, aber der hat dort nicht viel zu sagen.
Hier ging es ursprünglich um die AFD, da hilft kein "aber die Linken"
Tomislav2007 schrieb:
Ja und ? Einige Linke würden gerne Reiche erschiessen, das finde ich auch nicht besser.
Das finde ich genau so besorgniserregend, nur kommt es bei der AFD wesentlich häufiger vor und auch vom Spitzenpersonal und nicht (nur) von irgendwelchen Abgeordneten aus der dritten Reihe.
Riexinger hätte sich klar distanzieren müssen, anstatt einen schlechten relativierenden Spruch hinterher zu bringen. Das macht das Verhalten der AFD aber nicht besser und dieser Fall alleine dient nicht dazu, beide Parteien auf eine Stufe zu stellen.
Ergänzung ()

Tomislav2007 schrieb:
Ich habe geschrieben: Solange die AfD demokratisch gewählt ist und nicht verboten wird ist sie Teil unserer pluralistischen Demokratie.
Das hat der Vorkommentator auch nicht in Abrede gestellt.
 
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Hallo

s0undjan schrieb:
Hier ging es ursprünglich um die AFD, da hilft kein "aber die Linken"
Eigentlich geht es um das BSW und ich will keinem helfen, weder für oder gegen die AfD oder die Linke, mir als CDU Wähler sind AfD und Linke auch egal.
Von links aus gesehen driftet das BSW in Richtung Mitte, ich bin gespannt wie sich BSW entwickelt und wie das entgültige Parteiprogramm aussehen wird.

s0undjan schrieb:
Das hat der Vorkommentator auch nicht in Abrede gestellt.
Ich finde...

SE. schrieb:
Die AFD ist eine rechtspopulistische (und in Teilen rechtsextremistische) Partei und schon deswegen Gegner unserer pluralistischen Demokratie.
...das hat er, du darfst das gerne anders sehen/interpretieren.

Grüße Tomi
 
Tomislav2007 schrieb:
Eine Partei kann sehr wohl auf demokratischem Wege in den Bundestag gewählt werden und dennoch antidemokratische Einstellungen haben. Das gab es vor ca. 90 Jahren bereits, auch wenn unser Rechtsstaat heute deutlich wehrhafter ist, wenn es um dessen Aushebelung geht.
Ergänzung ()

Tomislav2007 schrieb:
igentlich geht es um das BSW und ich will keinem helfen, weder für oder gegen die AfD oder die Linke, mir als CDU Wähler sind AfD und Linke auch egal.
Stand jetzt wäre es mir das auch, nur könnte sich das ändern, wenn die CDU zum Machterhalt bzw. für eine Machtoption die Brandmauer zur AFD einreißt.
 
Hallo

s0undjan schrieb:
Eine Partei kann sehr wohl auf demokratischem Wege in den Bundestag gewählt werden und dennoch antidemokratische Einstellungen haben.
Da sehe ich das Problem eher beim demokratischen Weg als bei einer antidemokratischen Partei.

s0undjan schrieb:
Das gab es vor ca. 90 Jahren bereits,
Ich habe schon mitbekommen das Ihr Deutschen schon mal ein Problem mit der Demokratie hattet.

s0undjan schrieb:
Stand jetzt wäre es mir das auch, nur könnte sich das ändern, wenn die CDU zum Machterhalt bzw. für eine Machtoption die Brandmauer zur AFD einreißt.
Ich glaube das ist im Bereich des möglichen und ausgerechnet das BSW könnte das verhindern wenn sie der AfD genug Stimmen wegnimmt.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Ich habe schon mitbekommen das Ihr Deutschen schon mal ein Problem mit der Demokratie hattet.
Das was damals war, sollte eigentlich jeder mitbekommen haben, bei einigen bin ich mir da nicht so sicher, oder es ist ihnen schlicht egal.
 
@mo schrieb:
Betrachtet man sich die Entwicklung der AfD, gibt es einen "Wendepunkt". Nach den Erfolgen zu Beginn und den folgenden innerparteilichen Querelen war man auf dem absteigenden Ast den bis dahin alle Parteien mit rechten Profil gegangen sind.
Dann kamen die Flüchtlinge in rauhen Mengen, später Corona, dann Krieg in der Ukraine und wieder Flüchtlinge. Mit dem oportunistischen und populistischem Profil war es dann relativ leicht sich als Gegenentwurf anzubieten und zu etablieren.
Die Annahme, dass die Partei ohne die Ereignisse von außen, also für die keine Regierungspartei erst mal was kann, sich dem aber stellen muss, relativ bedeutungslos wäre, ist daher nicht von der Hand zu weisen.

Hr. Gauland betonte schon vor Jahren, dass es ihm lieber wäre, die AfD wäre überflüssig.
Ihr Hauptthema (die unkontrollierte Massenzuwanderung) ist aber aktueller denn je.

Zu der neuen Wagenknecht-Partei muss ich sagen: ich finde die Entwicklung - hin zu einem Vielparteienstaat - überhaupt nicht gut. Früher gab es mit der CDU und SPD zwei große Volksparteien.
Da war das Regieren "einfacher", als wenn wie jetzt 5 oder 6 Interessensgruppen unter einem Hut gebracht werden müssen.
 
Früher hat auchnoch alles Links der Mitte SPD gewählt und alles Rechts von der Mitte CDU.
Und dazwischen gabs die FDP die mal mit dem einen mal mit dem anderen koaliert hat.

Heute haben wir aber kein klares links-rechts mehr.

Früher waren typische Themen der Linken Friedenspolitik, Internationalität und verbessern der Situation von den Leuten die unten in der Gesellschaft sind. Einwanderung und Internationalität wurde positiv bewertet.
Typische Rechte Themen waren nationale Interessen, Rüstung, Sicherheitspolitik.

Sowas gibts heute nicht mehr.
Kleines Beispiel: Die typisch "rechte" Position "gegen Einwanderung" wird heute auch von den "linken" verwendet. Bei den Rechten ist oft ganz platt gesagt Ausländerfeindlichkeit der Grund. Angst vor "Überfremdung" und ähnlichem.
Der Grund bei den Linken ist das Argument: "Wir haben nicht die Kapazitäten alle aufzunehmen. Es gibt nicht genug Wohnraum und nicht genug Jobs für alle. Ausserdem sollten wir erstmal das Leben der Menschen verbessern die bereits hier sind, statt immer weiter Leute aufzunehmen. Es sind nicht genug Ressourcen vorhanden, daher müssen wir die vorhandenen Ressourcen erstmal nutzen die vorhandene Situation zu verbessern. Noch mehr Einwanderung verschlechtert aber die Situation von allen und damit ist auch keinem geholfen."

Anderes Thema Friedenspolitik/AUfrüstung/Waffenlieferungen. Früher ein Kernthema der Grünen und der SPD. Heute sind die Grünen und die Liberalen für Aufrüstung, die SPD hat auch nicht wirklich was dagegen und die CDU ist sowieso dafür. Nur die extreme AfD/Linke/BSW sind dagegen. Früher war das ein Thema das fest bei den Rechten verankert war.

Daher sollte man vielleicht überdenken ob "rechts" und "links" nicht vielleicht veraltet sind.
Vielleicht sollte man das eher so sehen

Nationale InteressenEuropäisch / EUInternational / Globalisierung
Solidarische Demokratie / Soziale MarktwirtschaftBSWSPDLinke
Eigenverantwortung / MarktwirtschaftCDUGrüne
Ellenbogengesellschaft / Neoliberal / KapitalismusAfDFDP

So ganz genau ist die Einordnung der Parteien nicht. Aber so vom groben her passts würde ich sagen. SPD, CDU, Grüne und Linke kann man auch irgendwo zwischen Europäisch und International einordnen. Aber auf jeden Fall sind das alles Parteien die die Probleme am liebsten EU-Weit wenn nicht sogar Weltweit angehen würden statt zu sagen "erstmal gucken was wir in Deutschland tun können."
 
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Tomislav2007 schrieb:
(…)das dir das nicht gefällt ist komplett egal.
Es ist eben nicht egal weil ich genauso zur Mehrheit gehöre die eine pluralistische Gesellschaft schätzt und erhalten will.
Tomislav2007 schrieb:
Wenn ich mir die Stimmung in der Bevölkerung und die Wahlumfragen ansehe scheinen viele größere Probleme mit der Ampel als mit der AfD zu haben.
Die Umfragen sind die Pixel und Tinte nicht wert. Es ist gerade keine Wahl. Demos mit hohen Teilnehmerzahlen die sich gegen die Ampel positionieren sind mir in Berlin noch nicht aufgefallen.
Nichtsdestotrotz finde ich es erschreckend das Menschen Zyniker, Faschisten, Rassisten, Demokratiegegner und Kriegsverbrecher-Freunde für imaginierte Vorteile wählen (würden). Ein AFD (Teil-)Verbot befürworte ich.
Tomislav2007 schrieb:
Wenn man sich die Wahlumfragen ansieht scheinen Inhalte komplett egal zu sein, das wichtigste scheint zu sein von den Ampel Parteien weg zu kommen.
Ganz schön traurig wenn Inhalte den Befragten komplett egal sind, nicht?
Ich weiß nicht ob es zielführend ist hier jetzt eine grundlegende Diskussion zur Demokratie und deren Wichtigkeit zu führen.
Tomislav2007 schrieb:
Oder an was liegt es das CDU/AfD/BSW und nicht SPD/Grüne/FDP/Linke die Wähler aktuell so anziehen ?
Angstmacher haben gerade goldene Zeiten aber keine Lösungen. Das wird auf absehbare Zeit auch nicht besser, weshalb es wichtig ist, dass sich jede:r engagiert der gern in einem sicheren Land (oder auf einem bewohnbaren Planeten) lebt.
Tomislav2007 schrieb:
Das liegt bestimmt nicht an den tollen Inhalten.
BSW hat noch keine Inhalte in Form eines Parteiprogramms. Oder Abgeordnete. Oder notwendige Parteistrukturen. Ich weiß auch nicht woher die bis zur Landtagswahl kommen sollen. Wäre mal eine gute Frage von Journalisten oder Moderatoren bei denen Wagenknecht regelmäßig hausiert.
Als Anmerkung noch, ich bin teilweise auch nicht zufrieden mit den Ergebnissen der aktuellen Koalition. Kann ich aushalten weil Demokratie eben so funktioniert, eine tragfähige Alternative sehe ich in BSW nicht.
D0m1n4t0r schrieb:
Aber auf jeden Fall sind das alles Parteien die die Probleme am liebsten EU-Weit wenn nicht sogar Weltweit angehen würden statt zu sagen "erstmal gucken was wir in Deutschland tun können."
Was auch sinnvoll ist angesichts der vielfältigen Krisen. 🤷🏻
 
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Aber nicht umsetzbar. Haben ja nicht alle die gleichen Interessen. Daran scheitert es ja schon innerhalb der EU. Geschweige denn weltweit.
 
Kuristina schrieb:
Aber nicht umsetzbar.
Doch, wenn die MEnscheit mal lernen und nicht immer wieder den inneren Primaten rauskehren würden. Und grade die Europäer müssen ein gewaltiges Interesse haben, einen europäischen Bund ähnlichen den USA anzustreben. Denn sonst wird man in der wirtschaftlichen und politischen Bedeutungslosigkeit versinken. Einen zusammenhängenden, funktionierenden Binnenmarkt ersetzt halt einfach nichts.

Gott sei dank haben das immerhin soviele hinreichend verstanden, dass es diese Entwicklung weitehrin gibt, wenn auch langsamer als vll nötig/sinnvoll. Nationale Alleingänge werden jedenfalls nur zu Abhänigkeit, Bedeutungslosigkeit und wirtschaftlichem Abschwung führen. Die Briten haben das beispielhaft empirisch belegt.

Bin mir gar nicht sicher, wie Frau Wagenknecht dazu steht. Ich meine mich dunkel zu entsinnen, dass sie da aber auch eine nationalistische, eher EU ablehenden dasteht. Mit anderen Worten, sie gehört zu denen, des es nicht kapiert haben. Sich lieber auf die noch negativen Seiten der EU konzentriert und diese dazu nutzt, die EU abzulehnen, statt die Notwendigkeit und positiven Seiten der EU zu sehen und zu begreifen, dass man die negativen Seiten angehen und beheben kann. Dazu ist die EU nämlich durchaus und absolut in der Lage. Im Bereich Abfallwirtschaft hat sie das grade wieder vor kurzem sehr deutlich bewiesen.
 
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Ich wollte eigentlich etwas zum Artikel zur BSW im Spiegel schreiben, aber dann bin ich doch auf Sachen hier eingegangen, was aber auch Sinn von einem Forum ist. Naja, vielleicht später. :)
TL, DR: Wort zum Sonntag. ;)

1Justin schrieb:
...
Zu der neuen Wagenknecht-Partei muss ich sagen: ich finde die Entwicklung - hin zu einem Vielparteienstaat - überhaupt nicht gut. Früher gab es mit der CDU und SPD zwei große Volksparteien.
...
D0m1n4t0r schrieb:
Früher hat auchnoch alles Links der Mitte SPD gewählt und alles Rechts von der Mitte CDU.
Und dazwischen gabs die FDP die mal mit dem einen mal mit dem anderen koaliert hat.

Heute haben wir aber kein klares links-rechts mehr.
...

Zum einen stimmt das mit dem links-rechts. Inzwischen gelten z.B. Positionen als links, die damit eigentlich gar nichts zu tun haben. Das hat damit zu tun, dass Menschen sich durch entsprechenden Informationszugang eine Meinung zu Sachverhalten bilden und weil sie mitbekommen, dass z.B. einige sehr konservative Menschen das nicht mögen oder sich nicht dahingehend informiert haben, meinen sie das sei links. Gilt umgekeht natürlich genauso.
Das andere ist Politisierung als gefühlt neue Religion, wo man grundlos harte richtig/falsch Grenzen setzt und der eigenen abweichende Meinungen entsprechend radikal kommentiert und einordnet, besonders im Internet. Dadurch werden Leute radikalisiert, die früher die Volksparteien gewählt haben und somit einfach aus dem "normalen" Parteienspektrum rausgebrochen.

Das eigentiche Problem dabei ist die vielerorts fehlende Einsicht, dass die Jagd und Kommentierung von vermeidlichem Fehlverhalten, in vielen Fällen das entsprechende Gegenüber erst politisiert und unter Umständen radikalisiert. In Bezug auf das Thema des Threads zitiere ich hier mal Gregor Gysi aus der Reportage zu Frau Wagenknecht, die vor Tagen veröffentlich wurde, als die Reporterin ihn bedrängt hat: "sollen wir sie (S.W.) umbringen oder sollen wir sie ausschließen, was wollen sie?" Das trifft es eigentlich. Frau Wagenknecht ist jetzt aus der Linken raus, aber damit ist sie ja nicht verschwunden und über die Folgen reden wir ja. Von daher haben die BSWler in dem Punkt recht: die Linkenführung wollte, dass sie gehen.

Wenn man auf social media Leute aus Spaß an der Freude - bei manchen ist es vielleicht auch Überzeugung - andere Leute in die rechte oder linke Ecke drängt, dann lösen die sich nicht auf. Die gehen im Zweifelfall auf andere Plattformen und radikalisieren sich dann wirklich. Von daher ist diese andauernde politische Bewertung von angeblichem Fehlverhalten oft kontraproduktiv. Die holt man auch nicht durch Beschimpfung zurück.

Mir ist natürlich bewusst, dass Leute in ihrer Bubble sitzen und das alles für Quatsch halten, aber das ist doch alles nicht nur theoretisch. Umfragen sind zwar keine Gottesweisagung, aber abtun sollte man sie auch nicht. Ich erinnere mich an die Pressekommentare zu AfD 22% Bundesweit. Sei alles nicht so wild. In Westdeutschland hat es in Hessen zur zweitstärksten Partei gereicht. In Bayern ist man nur geteilter Zweiter oder rechnerisch meinetwegen Dritten ... zusammen mit einer Partei, wo der Vorsitzende in der Jugend Fantasien zum Holocaust schreibt.
Bei Thüringen haben die Leute auf social media Angst vor einem guten AfD Ergebnis. Das Kind ist doch längst in den Brunnen gefallen. Wir haben dort bereits ein Parlament mit 90 Abgeordenet, bei dem 48 Menschen, also über die Hälfte, von der Linken oder der AfD kommt. Darauf gibt es keine Antwort, außer (sinngemäß) "die Ossis können keine Demokratie".

Wenn wir das Land Deutschland als eine soziale Struktur betrachten, dann würde es IMHO mehr Sinn machen auf die Mitmenschen deeskalierend und integrativ zu wirken. Leider passiert im Moment vielerorts das Gegenteil und nach meiner Beobachtung macht das Dinge nicht besser.​
 
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Tomislav2007 schrieb:
Wenn man sich die Wahlumfragen ansieht scheinen Inhalte komplett egal zu sein, das wichtigste scheint zu sein von den Ampel Parteien weg zu kommen.
Nun, Umfragen sind halt keine Wahlergebnisse!
Sie können lediglich eine politische Stimmung wiedergeben und die kann sich schnell ändern.
Gerade Scholz weiß das sehr genau. Einige Wochen vor der letzen BTW komplett aussichtslos als Kandidat und Partei in den Umfragen. Rest bekannt! Aus diesem Grund wird er sehr vorsichtig sein, da jetzt irgendwelche (übereilten) Schlüsse draus zu ziehen.
Was wir hier tun, ist letztlich eine Diskussion über eine neues Parteienspektrum führen, das durch nichts annähernd bewiesen ist. Schon gar nicht durch die hier in dem Thread verlinkten Umfragen. Trotzdem ist der Trend aktuell gegen die Koalition, was aber Mitte der Legislaturperioden nicht ungewöhnlich ist.

Bin aber auch der Meinung, dass diese Koalition in der nächsten Legislaturperiode keinen Fortbestand haben wird, selbst wenn es rechnerisch reicht. Ist das alte Leid von Rot-Grün, es geht auf die Dauer eben nicht gut. Die Schwarz-Grünen, bzw. umgekehrt, Landesregierungen haben bisher einfach ein höheres Level an gegenseitigem Vertrauen und Zuverlässigkeit gezeigt. Problem dabei ist, dass beide ziemlich viele Zugeständnisse machen müssen.
Eine Wagenknecht Partei wird im besten Fall prozentual die aktuelle Rolle der Linken besetzen, kann aber, da nicht so "vorbelastet" wie die Linke für Koalitionen interessanter sein als diese, wobei ich bei der SPD da immer noch viel Beißreflexe vermute, da sie ja immer noch die "Olle vom Oskar" ist.
 
Hallo

SE. schrieb:
Ganz schön traurig wenn Inhalte den Befragten komplett egal sind, nicht?
Evtl. liegt es daran das die Parteien mit den besseren Inhalten auch nicht vernünftig/gut regieren ?
Evtl. liegt es daran das sich alle Parteien nach der Wahl nicht mehr an alle Inhalte halten/erinnern ?

SE. schrieb:
Angstmacher haben gerade goldene Zeiten aber keine Lösungen.
Die CDU und BSW würde ich nicht als Angstmacher bezeichnen und die Nicht Angstmacher haben auch keine guten Lösungen.
Wenn die Nicht Angstmacher gute Lösungen hätten gäbe es keinen Bedarf an Angstmachern und die Angstmacher wären weg.

@mo schrieb:
Nun, Umfragen sind halt keine Wahlergebnisse!
Richtig, Wahlumfragen geben aber einen groben Ausblick auf die aktuelle Stimmung, das kann sich natürlich je nach Ereignissen noch bis zur Wahl ändern.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Evtl. liegt es daran (…)
Ja, kann sein. Ich weiß nicht warum die Befragten ihre Präferenzen so ausdrücken.

Tomislav2007 schrieb:
Die CDU und BSW würde ich nicht als Angstmacher bezeichnen und die Nicht Angstmacher haben auch keine guten Lösungen.
Die CDU generell würde ich auch nicht so bezeichnen. Einige Abgeordnete und auch der Bundesvorsitzende fallen mir jedoch in letzter Zeit mit der Übernahme rechtspopulistischer Sprache und Inhalte auf. Ich glaube es ist nicht klug so vorzugehen.

Zu BSW habe ich keine abschliessende Meinung. Das was (mir) bekannt ist sind populistische Äußerungen von Menschen die noch nicht so viel Verantwortung hatten.
Leichte Lösungen können zwar versprochen werden, sind in einer komplexen Welt aber nicht zwangsläufig schnell umsetzbar oder überhaupt möglich.

Ja, ich würde mir auch mehr konkretes von unserer Regierung wünschen, wie du weißt sind Menschen teils aber nicht so gut in der Lage oder Willens sich (schneller) anzupassen. So ist es eben. Kompromisse sind in unserem System nötig und die Einhaltung von (Wahl-)Versprechen in der Realpolitik nicht immer leicht.
 
Hallo

SE. schrieb:
Einige Abgeordnete und auch der Bundesvorsitzende fallen mir jedoch in letzter Zeit mit der Übernahme rechtspopulistischer Sprache und Inhalte auf.
Das ist absolut richtig und der Konter "Wir sind das Original" von der AfD kam auch direkt, es scheint aber viele Wähler anzusprechen.

SE. schrieb:
Zu BSW habe ich keine abschliessende Meinung.
Ich auch nicht, wie auch, das BSW ist am Anfang der Gründungsphase, die müssen selber noch ihren Weg finden.

SE. schrieb:
Ja, ich würde mir auch mehr konkretes von unserer Regierung wünschen, wie du weißt sind Menschen teils aber nicht so gut in der Lage oder Willens sich (schneller) anzupassen.
Es hat auch was damit zu tun das diverse Änderungen (z.B. beim Thema Energie oder E-Auto) teuer sind und das nicht jeder das Geld dafür hat.
Mir fallen drei Änderungen ein die unserer Ampel Regierung gut tun könnten:
1. Das sie nicht direkt jede Idee am Anfang in der Entwicklungsphase raus posaunen, sondern erst dann wenn die Idee zu Ende gedacht/entwickelt wurde.
2. Das sie nicht blind ihre Ideen durchziehen ohne Rücksicht auf Verluste und etwas mehr/genauer hinhören was die Menschen/Wähler überhaupt wollen.
3. Das interner Streit (bzw. Meinungsverschiedenheiten/Unstimmigkeiten/Kontroversen/Probleme) intern und nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen wird.

Ob das BSW da was anders/besser macht wird sich zeigen, ich bin skeptisch, dafür hat sich hinterher zu oft heraus gestellt das sich gar nichts ändert.

Grüße Tomi
 
Tomislav2007 schrieb:
Das sie nicht direkt jede Idee am Anfang in der Entwicklungsphase raus posaunen, sondern erst dann wenn die Idee zu Ende gedacht/entwickelt wurde.
Diskussion (und auch Streit) gehört zum demokratischen Prozess. Darauf ob irgendwer irgendwas an Interna z.B an die Presse gibt kann kaum Einfluss genommen werden. Hier sind dann auch Bürger:innen gefragt, eben kritischer mit Meldungen und Nachrichten umzugehen.

Tomislav2007 schrieb:
Das sie nicht blind ihre Ideen durchziehen ohne Rücksicht auf Verluste und etwas mehr/genauer hinhören was die Menschen/Wähler überhaupt wollen.
Ich weiß jetzt nicht wo Ideen „blind“ durchgezogen wurden? Bisher kam das Resultat immer auf Basis von Kompromissen zwischen allen Beteiligten zustande. Rücksicht auf Wählerwillen oder anders, Stimmungen in der Bevölkerung, wird natürlich immer genommen.

Tomislav2007 schrieb:
Das interner Streit (bzw. Meinungsverschiedenheiten/Unstimmigkeiten/Kontroversen/Probleme) intern und nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen wird.
Ich finde es gut wenn möglichst viel öffentlich diskutiert wird.
 
SE. schrieb:
Ich finde es gut wenn möglichst viel öffentlich diskutiert wird.
So sieht es aus. Eine Gesellschaft, in der nicht mehr öffentlich diskutiert wird, wäre das Ende der Demokratie. Leider haben viele Menschen immer mehr Angst, ihre Meinungen zu bestimmten Themen öffentlich preiszugeben, aus Furcht hinterher in irgendeine Ecke gestellt zu werden. Das kritisiert auch Frau Wagenknecht schon sehr lange und daher wird das Thema Meinungsfreiheit mit ganz oben im Wahlprogramm ihrer neuen Partei auftauchen.
 
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