Backup CCC, Dateiintegrität?

Johannesko556

Cadet 2nd Year
Registriert
Nov. 2020
Beiträge
26
Hallo liebes Forum,

ich würde gerne eure Einschätzung zu meiner Backup-Strategie hören

Ich habe auf meinen Macbook in einem einzigen Ordner (ca. 60 GB) meine wichtigen Daten, darin speichere ich regelmäßig weitere Dokumente/Unterlagen ein.

Aktuelles System:
  • In einigermaßen regelmäßigen Abständen sichere ich diesen Ordner mit Carbon Copy Cloner auf eine externe SSD und auf eine externe HDD.
  • Zusätzlich lade ich den Ordner in unregelmäßigen Abständen als VeraCrypt-Container verschlüsselt in die iCloud Drive hoch.


Mir ist unklar, wie ich die Integrität der Dateien prüfen kann, vor allem im Quellordner. Meine Sorge ist, dass die interne SSD des MacBooks schleichend kaputtgeht und Dateien beschädigt werden. Dann würde ich die beschädigten Dateien immer wieder auf meine Backups kopieren, ohne es zu merken. Hat CCC so etwas auf dem Schirm, oder brauche ich dafür ein zusätzliches Tool bzw. einen anderen Ansatz?

Vielen Dank im Voraus für eure Hinweise!!

LG Johannes
 
Johannesko556 schrieb:
Carbon Copy Cloner
Gehen hier Checksummen?

Ich verlass mich auf mehrere Backupvarianten: Reflect und Robocopy. Zusätzlich Syncthing auf dem Raspi mit Versionssicherung. Daten in meiner Next cloud, als Kopie, und mit Veracrypt verschlüsselt.
 
Erst mal zu den Begrifflichkeiten: Du machst kein Backup - Du machst zwei voneinander unabhängig Datei-Synchronisationen. Das mag spitzfindig erscheinen - bis Du die ersten Daten genau deswegen verlierst. 😉

Backups wären mit der Time Machine erstellt worden - oder z. B. mit Veeam.
Backupprogramme (keine Synchronisationsprogramme) haben üblicherweise auch eine Prüfroutine mit an Bord, ob die Daten noch intakt sind.

Dennoch hilft das nur bedingt z. B. gegen Bitrotting - vor allem, wenn man den Fehler erst sehr spät bemerkt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: redjack1000
Mir ist nicht bekannt, dass MacOS (oder auch Windows / Linux) gegen schleichende Datenkorruption der SSD ein Mittel hat.
Üblicherweise obliegt es dem SSD Controller, Daten früh genug zu refreshen, dass dies nicht passiert. Leider gibt es im Consumer-Bereich SSDs, die das nicht so gut machen, da hat man dann die Threads, dass Dateizugriffe mit der Zeit extrem langsam werden...

Es gibt natürlich trotzdem Tools, die dagegen wirken, mir ist z.B. Multipar bekannt.

Video zum Thema:


Bei MacOS scheint es ein wenig mau auszusehen mit ARM nativen Utilities... siehe hier:
https://www.linkedin.com/posts/sean...-when-it-does-share-7471617599307681793-ow4U/

Aber das ist alles umständlich... die beste Option gegen Bitrot ist ein Dateisystem, das gebaut wurde um dagegen resistent zu sein.
Welches Apple (APFS) jedoch leider nicht kann und auch Microsoft schafft irgendwie nicht den Welchsel von NTFS auf ReFS zu finalisieren. Und selbst dann braucht es (wie auch bei Linux mit ZFS) mehrere Datenträger um tatsächliche 'Selbstheilung' zu unterstützen.


mchawk777 schrieb:
Backupprogramme (keine Synchronisationsprogramme) haben üblicherweise auch eine Prüfroutine mit an Bord, ob die Daten noch intakt sind.
Da die Hauptfrage bezüglich Datenkorruption bei der Quelle ist: dagegen hat kein Backupprogramm das mir bekannt ist ein Mittel.

Bis auf (bei manchen Programmen) Ransomware-Erkennung wird pauschal davon ausgegangen, dass die Quelle korrekt ist.
 
An deiner Stelle würde ich bei 60 GB würde ich jetzt nicht noch nach einem zusätzlichen Kopierprogramm suchen. Mir wäre da schon wichtiger, wie lange die alten Dateiversionen bleiben. CCC kann beim Kopieren mit Prüfsummen arbeiten. Bei einer bereits beschädigten Quelldatei hilft dir das allerdings kaum. Weil Ende liegt dieselbe beschädigte Datei auf der HDD.

Bei der externen HDD wäre ich mit dem ständigen Aktualisieren vorsichtig. Da würde ich schon lieber auch ältere Versionen behalten. Mit CCC-Snapshots geht das bei einem APFS-formatierten Ziellaufwerk. Vielleicht lässt sich so noch eine ältere, unbeschädigte Datei zurückholen. Beim VeraCrypt-Container in der iCloud würde ich zwischendurch mal ausprobieren, ob sich einzelne Dateien noch zurückholen lassen.
 
Johannesko556 schrieb:
Mir ist unklar, wie ich die Integrität der Dateien prüfen kann, vor allem im Quellordner. Meine Sorge ist, dass die interne SSD des MacBooks schleichend kaputtgeht und Dateien beschädigt werden. Dann würde ich die beschädigten Dateien immer wieder auf meine Backups kopieren, ohne es zu merken. Hat CCC so etwas auf dem Schirm, oder brauche ich dafür ein zusätzliches Tool bzw. einen anderen Ansatz?
Einen Hash auf jedes File bilden und diesen Hash dann unter Filename+Änderungsdatum speichern.
Zum Überprüfen dann die Hashes neu bilden und gegen die oben genannten Daten prüfen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: mchawk777
Rickmer schrieb:
Mir ist nicht bekannt, dass MacOS (oder auch Windows / Linux) gegen schleichende Datenkorruption der SSD ein Mittel hat.
Bei Windows und Linux kann ich Dir die Antwort geben:
Per Default: Nein. Weder ntfs noch ext3/4 beherrschen so was.
Das kommt bei Microsoft mit ReFS - und für Linux gibt es mit ZFS u. a. alternative Dateisysteme.
Da es aber kein Standard ist kannst Du ja mal raten, wie verbreitet die sind. 😉

Hier kommt z. B. auch ein RAID für Datensammlungen handy:
Ab und an mal eine RAID-Bereinigung (Scrubbing) durchführen - durchaus ein Mittel gegen Bitrotting.
Kann man bei HDDs ja mal im Ein- oder Zweijahrestakt anstoßen.
Rickmer schrieb:
Da die Hauptfrage bezüglich Datenkorruption bei der Quelle ist: dagegen hat kein Backupprogramm das mir bekannt ist ein Mittel.
Es geht auch eher darum die Backup-Files selbst auf Fehlerfreiheit zu prüfen.
Kann Acronis, Hasleo und Macrium.
Mich würde es auch wundern, wenn es die anderen üblichen Platzhirsche nicht können.
Bei der Time Machine hoffe ich es mehr, da ich es nicht prüfen kann. Geht hier ja um ein MacBook.😉

Wenn Du natürlich den Fehler vom Master mit "backuppst" - nun, das kann in der Tat kein Backup-Programm prüfen bzw. beurteilen. 🤔
Maßnahmen gegen Bitrotting sind halt andere als Maßnahmen zur Datensicherung - und sollten idealerweise Hand-in-Hand laufen.
awanagana schrieb:
CCC kann beim Kopieren mit Prüfsummen arbeiten. Bei einer bereits beschädigten Quelldatei hilft dir das allerdings kaum. Weil Ende liegt dieselbe beschädigte Datei auf der HDD.
Eben - die Frage ist halt: Kann CCC Versionierung? Z. B. ähnlich FreeFileSync.
foofoobar schrieb:
Einen Hash auf jedes File bilden und diesen Hash dann unter Filename+Änderungsdatum speichern.
Zum Überprüfen dann die Hashes neu bilden und gegen die oben genannten Daten prüfen.
Mache ich unter Windows ab und an mit ExactFile.
Hauptsächlich um den Controller meiner SSDs zu zwingen wirklich alle Dateien mal lesend anzufassen. 😉
 
Danke für euren ganzen Antworten, hat mich auf jeden Fall schon weitergebracht. Jetzt habe ich in den FAQs von CCC folgenden Passus entdeckt! Dann müsste das Problem der Dateiintegrität ja geklärt sein?


"Um festzustellen, ob eine Datei kopiert werden muss, verwendet CCC normalerweise die Größe und das Änderungsdatum einer Datei. Wenn Sie die Einstellung Backup-Zustandsprüfung verwenden (Erweiterte Einstellungen > Leistung & Analyse), errechnet CCC für jede Datei auf der Quelle sowie für die jeweils entsprechende Datei auf dem Ziel eine Prüfsumme. Wenn die Prüfsumme abweicht:

  • Wenn die Quelldatei zu 100 % lesbar ist, kopiert CCC die Datei erneut in das Ziel.
  • Wenn die Quelldatei nicht vollständig lesbar ist, wird die vorhandene Zieldatei beibehalten. CCC zeichnet einen Fehler für die Datei im Backupverlauf auf und macht Sie darauf aufmerksam, wenn das Backup abgeschlossen ist.
Diese Option erhöht zwar die für das Backup benötigte Zeit (da CCC alle Dateien auf Quelle und Ziel ein weiteres Mal lesen muss), findet aber jede korrupte Datei auf Quelle und Ziel Ihres Backups."
https://support.bombich.com/hc/de/articles/20686511433623-Wie-überprüfe-ich-ein-Backup
 
Oktober 2026
Zurück
Oben