Grede schrieb:
Sehe ich anders, bzw. Ich würde eine „oberflächliche Prüfung“ vornehmen. Bei Upload der Ware muss ein Kenner gesetzt werden „CE“ / „Nicht CE“. Bei „Nicht CE“ sind dann entsprechende Uploadfilter aktiv (Kategorien werden gesperrt). Bei „CE“ wird um Upload der Betriebsanleitung gebeten (ja, zusätzliche Datenmengen) und um Angabe des CE-Verantwortlichen.
Wenn Du den Verdacht hast, dass eine CE Kennzeichnung zu unrecht vergeben wurde hast Du schon jetzt jederzeit die Möglichkeit der Marktaufsicht Deinen Verdacht zu schildern.
Ein CE Zeichen und auch andere 'Konformitätserklärungen' sind hje nach Produkt verpflcihtend und i.d.R. vom Hersteller selbst ausgewiesen. Auf Nachfrage (von der Marktaufsicht, nicht von Dir oder mir) muss dieser nachvollziehbar darlegen, wie er zu der Überzeugung der Konformität kam. Kann er das nicht, gibt es entsprechende Kataloge mit Bussgeldern. Diese wie immer: Tödlich für jeden kleinen, vollkommen unerheblich für Große.
Grede schrieb:
Wenn die Adresse außerhalb der EU ist: Kein weiterkommen.
Jeder Anbieter muss eine registriert Person in der EU haben. Gibt es also schon, Deine Forderung wurde erfüllt.
Grede schrieb:
Dazu müssten dann die Handelsplattformen verpflichtet werden. Ich seh jetzt nicht den extremen Aufwand. Und Mobile.de sollte nichts mit CE zu tun haben, sofern da nur Autos gelistet sind.
Autos enthalten sehr viel Elektronik. Davon ab: Alles was hier an Auflagen im Thread erwähnt wurde - jede Handelsplattform ist verpflichtet für die Einhaltung der Bestimmungen zu sorgen - unter Bussgeld.
Wie der aktuelle Stand bei Transportdienstleistern gerade ist weiss ich nicht, doch auch hier sind oder sollen diese die Einhaltung gewährleisten, wo es ein wenig absurd wird.
Grede schrieb:
Bei Kleinanzeigen ist es von geringer Relevanz, weil sicherlich die meisten der Güter schon mal im EU-Raum eingeführt worden sind. Wenn „Neu“ oder „gebraucht außerhalb EU“ müsste natürlich auch Kleinanzeigen was machen.
Das spielt aber nur begrenzt eine Rolle. Beispiel: Ein Tischler kauft korrekt eingeführte und WEEE registrierte LED Streifen. Mit diesen möchte er gerne ein Möbel aufwerten (EN71-2?). Macht er das, hat er ein neues Gerät geschaffen, das Elektronik enthält, hat sich bei der WEEE zu registrieren und erneut deren Entsorgung zu gewährleisten - obwohl dies bereits bei der ersten in Handelsbringung der Fall war, sofern er sie aus dem B2C Markt erworben hat.
Grede schrieb:
Das ganze im ersten Zug auf den Onlinehandel beschränken, so dass Flohmärkte etc. ausgenommen sind.
Pauschal würde ich vermuten, dass 95% aller Kunsthandwerksstände illegal sind, im Sinne von sie verstoßen gegen diese oder jene Auflage. Wie gesagt, es ist den EU Gesetzen und Vorgaben vollkommen gleich, ob man das mit 2h/ Woche alleine oder mit 10k Angestellten macht. Dokumentationspflichten, Auflagen, gelten für alle, ebenso wie die Bussgelder.
Das große Problem IMHO ist dabei, dass kleine Anbieter hier praktisch nicht mithalten können preislich, da die Compliancekosten pro Kopf und Produkt einfach irrsinnig sind.
Im Gegenzug ignorieren alle großen Plattformen und Anbieter solche Regeln und verschaffen sich einen unlauteren Wettbewerbsvorteil.
Doch Arbeitsplätze, Umsatz, Lobby geht niemand konsequent dagegen vor. DAS ist das IMHO eines der großen Probleme.
Wie man womöglich lesen kann kotzen diese Vorderungen nach mehr Strafen echt an. Zumal es die meisten davon schon alle gibt! Wer eine floriende Gesellschaft will, muss dafür sorgen, dass Klein- und Kleinstunternehmer eine Chance haben und nicht nur in Auflagen und Kosten mit den Großen gleichgestellt werden.
Abschließend ein praktisches Beispiel:
Wenn z.B. Amazon sich wirklich mal an die Auflagen halten würde - oder irgendein anderer großer. Dann wären kleine Händler und Hersteller zumindest in der Lage eine Lieferkette zu nutzen die Konform ist und hätten weit weniger Sorgen. Da der Gesetzgeber aber nicht fragt was "der Zulieferer" falsch gemacht hat, sondern (ja auch durchaus nachvollziehbar) den 'in Verkehrbringer' diese Haftung übernehmen läßt, ist im Grunde jede Unternehmung chancenlos, die sich im Zweifel eben kein Labor für jede Badge (teil der Kennzeichnungspflicht) leisten kann. TÜV kostet so in etwa 4k +/- für sowas.
Ebenso profitieren all jene, die einfach illegal selbst gemachte (Kinder)Spiele in den Kleinanzeigen in Serie verkaufen. Auf der Strecke bleiben jene, die versuchen sich dran zu halten.
Einfache Rechnung: Diese sind dann also eher ein geringer Marktanteil bis nicht mehr vorhanden und verdrängt von jenen die "einfach machen". Weil sie es sich leisten können, weil sie Haftung mitigieren können, weil sie es einfach nicht besser wissen.
Und das ergibt dann das Marktbild über das hier so viele unzufrieden sind. Ein Wunder!11!!