[BU] Wechseln, Behalten oder wichtige Rahmenbedingungen?

peterpeta

Cadet 2nd Year
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Apr. 2018
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Hallo zusammen,

und zwar habe ich vor 2 Jahren (mit 24) meine erste BU abgeschlossen. LVM Basisvertrag, damals nicht erkannt wie wichtig gute Information dazu ist.
Nun kommt heut Abend der Vertreter meiner Freundin daher (Zurich) und meinte meine BU sei kompletter schwachsinn.
Nur bis 60, zu geringer Beitrag versichert, etc und möchte mir seinen BU anbieten.
Jetzt die Empfehlungen im Netz gehen alle bis 65 oder 67 versichern, entsprechend hoher Beitrag auch.
Aber ich meine, wenn ich tatsächlich in dem Alter bin, sind dann die letzten Jahre wirklich noch relevant? Wenn ich bis 60 nicht genügend Vermögen angehäuft habe um die Rentenlücke etc. zu schließen, sieht die Zukunft doch eh mau aus. Genauso zahlt die BU dann ja nur (wenn überhaupt) wenige Jahre?
Oder macht es mehr Sinn, Sie bis 67 laufen zu lassen und dann zur Not ab 60 kündigen, wenn man meint, man braucht Sie nicht mehr?

Bzw. auf was habt ihr bei eurer BU geachtet? Meine Freunde z.B. meinen nur zur Allianz zu gehen, weil Sie glauben, die sind als einzige groß genug, dass es Sie in 40 Jahren überhaupt noch gibt. Die anderen sind da vermutlich schon alle pleite ... etc...?

Was meint ihr, auf was man wert legen soll und worauf achten?
 
Wie hoch ist denn aktuell dein Gehalt (in etwa) und wie viel Euro sind in der BU versichert.
Ausserdem wichtig: Hast du eine jährliche Steigerung enthalten?

Das mit der Allianz ist übrigens Schwachsinn.
 
1800 Netto und aktuell versichert ist die hälfte. Eine Anhebung auf 1200-1500 hatte ich schon geplant, allerdings mache ich mir Gedanken zur Laufzeit.

Auf was habt ihr geachtet? Was war für euch entscheidend? Bzw. was sind eure Konditionen?
 
Bzgl der Laufzeit/Rentenlücke: Klar, bis 60 muss man für die Rentenlücke fertig geplant haben. Das heißt aber nicht, dass man bis dahin zwingend so vorgesorgt hat, dass man auch direkt mit 60 in Rente kann.

Selbst habe Ich mich noch nicht durchgerungen mir eine zu besorgen, u.a. weil absehbar sich meine Finanzsituation ändert und Ich dies abwarten will.
Aber klar ist: Ich werde mir zwar selbstständig Gedanken machen, aber danach zu einem unabhängigen Makler, wenn nicht gar direkt zu einem Honorarberater, gehen da die BU leider nicht darum herum kommt, sehr kompliziert zu sein und es guten Gewissens selbstständig zu entscheiden.

Auf meiner Liste stehen Dinge wie: niedriger Brutto Beitrag wichtiger als der netto Beitrag (Ist eine Risikoabsicherung - die sollte nicht das Risiko bringen, dass sie mir zu teuer wird), keine abstrakte Verweisung, Inflationtsschutz und eben auch eine Auseinandersetzung über die Laufzeit der BU.
 
Wichtig für das Thema BU ist:

1) im BU Fall muss die BU Versicherungsleistung auch jährlich ansteigen (Inflationsausgleich - fixer Wert oder indexiert)
2) neben der BU ist auch ein weiteren Sparvertrag abzuschließen, der im BU Fall dann durch die BU bespart wird,
Hintergrund hierfür ist, dass im BU Fall zahlt man nicht mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein - mit Renteneintritt würde ja die BU Leistung entfallen und man wäre Rentner ... hierfür braucht man ja auch eine Absicherung des "Einkommens"
 
Ich habe bei der Auswahl meiner BU-Versicherung auf folgendes geachtet:
- finanzstarkes Unternehmen (Ratingagentur z. Bsp.)
- ertragsstarkes Unternehmen (z. Bsp. s.o.)
- gutes P/L-Verhältnis (lt. Stiftung Warentest für bestimmte Tarife)
- sofortige Überschussbeteiligung (Beitragsverrechnung)
- Jahresbeitrag
- persönliche Versicherungsberatung, wichtig wegen Berufszuordnung
- 3 Vergleichsangebote eingeholt, Allianz übrigens die teuerste

Laufzeit bei mir bis zum 55. Lebensjahr mit 1000 €/Monat.
6% Tariferhöhung in 2018, jetzt Jahresbeitrag 223 €, erst mit Ü40 abgeschlossen.
Ob ich Indexierung habe, weis ich jetzt nicht mehr aus dem Kopf.
Allein bei der Zuordnung des Berufes zu den Risikoklassen gibt es beträchtliche Unterschiede von Gesellschaft zu Gesellschaft und auch der Vertreter hat z. Bsp. Einfluss auf die Schätzung zwischen Innen- und Außendienstanteil des Berufes. Je nach Berufsart unterscheiden sich die Versicherungen unter Umständen auch stark. Eine Allianz ist im Tarif X vielleicht gut für Lehrer, aber schlecht für Apotheker usw.
Wer bei einer finanzschwachen Versicherung abschließt, ist im Krisenfall meiner Meinung nach alle Überschüsse los, weil die Versicherung dann durch Protector aufgefangen werden muss oder von der Konkurrenz aufgekauft wird und dann werden erfahrungsgemäß alle Überschüsse schnell abgeschmolzen.
 
Ich würde bei der Gewichtung der Auswahlkriterien jedoch schon sehr aufpassen.
Das Rating ist m.M.n nicht unbedingt ausschlaggebend. Die Provinzial beispielsweise agiert in einem viel kleineren Einzugskreis, woraus die Finanzkraft im Vergleich zu bspw. der Allianz resultiert. Die Provinzial besteht jedoch bedeutend länger als die Allianz und ist die Versicherung der Sparkasse.

Wichtig finde ich besonders das Verhalten der Versicherung. Musst du im Fall einer Berufsunfähigkeit jahrelang mit der Versicherung kämpfen und tausende Nachweise bei unterschiedlichen Ärzten einholen bis sie zahlen? Oder zahlt die Versicherung ohne großen Aufwand? Solche Infos bekommt man nur leider sehr schwer und die sind meist auch einzelfallabhängig. Ich persönliche würde bspw. nie bei einem Direktversicherer abschließen. Da ist der Tarif zwar günstiger, aber im Zweifelsfall kannst du nur Menschen über das Telefon kontaktieren.

Ich zahle übrigens um mal einen Vergleich zu haben bei der Provinzial
63€ Laufzeit bis 67 mit 1000€ / Monat. + jährlich 3% Steigerung.

Hab die Versicherung mit 21 abgeschlossen.
 
Ja, Prozessquote ist auch ein wichtiges Merkmal. Hatte ich mir bei meiner Auswahl auch mit als Kriterium genommen und oben vergessen mit aufzuzählen. Es gibt solche Informationen auch im Internet, auf jeden Fall aber beim qualifizierten Versicherungsmakler und in der Fachliteratur.
 
ThomasK_7 schrieb:
I- 3 Vergleichsangebote eingeholt, Allianz übrigens die teuerste
So unterschiedlich kann es sein bei mir war die Allianz mit einer der günstigsten bzw. mit dem besten p/l.

@Te
Meiner Ansicht nach macht es nur Sinn, wenn du sie bis 60 laufen lässt, weil bis 63 oder 67 werden die Beiträge nur exorbitant hoch und gerade wenn du jetzt in jungen Jahren anfängst und dir die Beitragsdifferenz anlegst, hast du bis 60 genug Puffer angespart um die Jahre bis zur Rente überbrücken zu können und im good case, also wenn du die BU nicht benötigst ist das Geld nicht futsch, sondern steht dir zur Verfügung!
Man kann sich natürlich auch überversichern, aber ich halte es nicht für sinnvoll.
Bei mir ist es beispielsweise so ich bezahle monatlich 49,xx € und hab damit 2k€ abgesichert. Eine jährliche Steigerung von 3% ist auch drin, jedoch kann ich immer 2 Jahre pausieren und erst im 3 Jahr dann die Steigerung mitnehmen.
Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht sinnvoll Beiträge unter 1k abzusichern, weil von 1k€ kannst du eh nicht wirklich überleben bzw. musst dich sehr stark einschränken bei den aktuellen Mietpreisen. Da kann man sich das gleich sparen und dann Hartz IV in Anspruch zu nehmen. Ist meine Meinung dazu, kannst dir ja mal Gedanken dazu machen bzw. es durchrechnen.

Ansonsten wie schon erwähnt, Makler wollen Abschlüsse und Provision kassieren!
 
Er meint ja auch die ersparten, zur Seite gelegten Beiträge bei Laufzeitende <67 Jahren!
 
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Das meinte ich damit doch, das Geld ist dann weg. Wenn er hingegen die Differenz selbst anlegt, welche die BU 67 im Vergleich zu BU 60 kosten würde, dann hat er das Geld definitiv wenn er 60 ist ;-)

Genau danke ThomasK, da warst du etwas schneller wie ich :)
 
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Deshalb auch BU + Rentenversicherung als Kombination. Die Rentenversicherung ist ein Teil der privaten Altersvorsorge - welche dann im BU Fall die BU Versicherung übernimmt.

@Smash32

Für 1.000€ brauchst du keine BU. Sich auf Harz IV Niveau abzusichern macht kein Sinn ... außer du kannst den Betrag nachher bei höheren Einkommen dann ohne erneute Gesundheitsfragen stark erhöhen - also 2.000€ oder 3.000€. Wenn dies nicht geht - spar dir das Geld für die BU und schließe lieber eine ab, wenn du richtig Geld verdienst.
 
Also mein Versicherungsmakler hat mir gesagt, ich bekäme dazu die gesetzliche Absicherung? Waren bei meinem Verdienst irgendwas um 700-800€ nach seiner Rechnung.

Und ich hielt ca. 1800€ netto für ausreichend.
So war das zumindest meiner Erinnerung nach. Ich kann aber auch ohne erneute Gesundheitsprüfung ändern. Ich hab den Beitrag über das Studium auch reduzieren lassen.
 
Ich bin mal so frei und empfehle folgendes Forum:
https://www.wertpapier-forum.de/forum/111-versicherungen-zur-risikovorsorge/

Ich kann dir nur sagen, lass dir nicht wieder kurzfristig was neues andrehen. Du kannst, soweit ich weiß, nur wechseln wenn du deinen Beitrag erhöst, und das neue Angebot günstiger ist.

Lies dich in ruhe dort ein und triff eine Entscheidung mit der du leben kannst. Meiner Meinung nach laufen dort viele Leute rum die Ahnung haben, und mit ihrer Beratung KEIN Geld verdienen
 
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@Smash32

Jede Art von Einnahmen wird auf die Harz IV Leistungen angerechnet. Somit auch Leistungen aus einer BU Versicherung.
Bzgl. Beitragserhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung: gibt es da eine Limitierung? Gerne werden da nur 5% oder 10% erlaubt ... aber nicht 100% und mehr.
 
_killy_ schrieb:
Deshalb auch BU + Rentenversicherung als Kombination. Die Rentenversicherung ist ein Teil der privaten Altersvorsorge - welche dann im BU Fall die BU Versicherung übernimmt.

So etwas würde ich nicht machen, das ist immer sehr teuer! Vor allem muss sich die Versicherung durch die Beiträge ja auch finanzieren. Da ist es sinnvoller, wenn man sein Geld selber in Fonds, Aktien, ETFs anlegt und sich davor etwas schlau macht. Weil so finanziert man einzig die Versicherungen mit.

@Smash
Das was killy sagt stimmt schon, du bekommst kein Hartz IV, wenn du eine andere Einnahmequelle hast. Sprich es macht aus meiner Sicht eigentlich nur Sinn, wenn man sich für 2k€ absichert oder es bleiben lässt und dann halt im Notfall auf Sozialhilfe niveau abfällt. Du musst immer bedenken, es gibt wenige ehrliche Versicherungsmakler, die meisten wollen dir nur was andrehen und Provision kassieren! Am schlimmsten finde ich da immer die Kreissparkassen die den Jugendlichen in der Ausbildung eine BU für 500€ andrehen... Total für die Katz und sinnfrei für die Versicherungsnehmer, die einzigen die sich da freuen sind die Sparkassen.
 
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