Vorab gesagt:
Eine Partei, mit deren Programm man zu 100% einverstanden ist, existiert nicht. Es geht vielmehr darum, eine Partei zu finden, die die größte Schnittmenge mit den eigenen politischen Zielen aufweist.
Da für jeder von uns unterschiedliche Prioritäten setzt, sind Sprüche wie "wie kann man nur die Partei XY wählen" völlig unangebracht und verhindern eine sachliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen politischen Themen.
Desweiteren wird von sehr, sehr vielen Personen hier der eklatante Fehler gemacht, sich eine politische Meinung aufgrund von Einzelfällen oder auch ausschließlich aufgrund der eigenen Situation zu bilden: Politik hat immer - unanfechtbar immer - die Aufgabe, ein Gesamtbild zu erschaffen, was bedingt, dass nicht jeder davon profitiert. Man sollte sich immer vor Augen führen, dass eine Politik, die für einen selbst sehr günstig ist, zwingend für viele andere erhebliche Nachteile birgt.
Desweiteren müssen auch (längerfristige) Auswirkungen bedacht werden, wenn eine sinnvolle Politik das Ziel sein soll.
Ganz besonders der Linken gelingt dies nicht einmal ansatzweise:
Nehmen wir beispielsweise die Forderung nach einem
flächendeckenden Mindestlohn. Auf den ersten Blick betrachtet scheint diese Forderung und ihre Begründung (jeder soll von einer Vollzeit-Arbeit auch angemessen leben können) durchaus einleutend. Gerade wenn sich Fälle wie zB die Friseurin betrachtet, die nach dreijähriger Ausbildung oftmals für weniger als 4 € Stundenlohn arbeiten soll, ist man geneigt, die Forderung eines Mindestlohnes zuzustimmen.
Doch was sind die Auswirkungen eines solchen Mindestlohnes?
Hierzu folgendes: Der Wert einer Arbeitsleistung kann nicht durch Festlegung bestimmt werden, sondern richtet sich nach dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage (auch wer das nicht wahrhaben möchte - es ist so). Jeder äußere Eingriff in dieses Prinzip bewirkt eine künstliche Verschiebung dieser beider Faktoren - und das hat schwerwiegende Folgen (nachteilige Folgen):
Nehmen wir das o.g. Beispiel der Friseurin. Werden die (Friseur-) Unternehmer gezwungen, fortan 10 € pro Stunde zu zahlen, müssen sie die Preise entsprechend verteuern. Das bewirkt zum einen, dass die Kunden, die nun für den Friseurbesuch mehr ausgeben müssen, dieses Geld nicht mehr für andere Güter ausgeben können, denn Geld kann bekanntlich nur einmal ausgegeben werden. Folge: Andere Märkte schrumpfen; dort stehen Entlassungen an.
Nächste Folge des Mindestlohnes: Kunden gehen seltener zum Friseur, schneiden ihre Haare uU selbst. Das Friseurgeschäft nimmt weniger ein und kann nicht alle Mitarbeiter halten. Folge: Es stehen auch hier Entlassungen an, weitere Personen verlieren ihre Erwerbstätigkeit und fallen fortan den Sozialsystemen zur Last.
Direkte Folge des Mindestlohnes ist also, dass Produkte und Dienstleistungen künstlich verteuert werden, was wiederum direkte Auswirkungen auf alle Märkte und den gesamten Konsum hat. Das ist insgesamt viel schädlicher für alle Bürger, als wenn der Wert einer Arbeit durch den Markt bestimmt wird.
Die einzig richtige Herangehensweise an dieses Problem ist eine staatliche Bezuschussung schlecht bezahlter Jobs, die zur Folge haben müsste, dass die betroffenen Personen im Endeffekt eine anständige Bezahlung erhalten. Den Staat kommt dies weitaus günstiger als die Finanzierung vieler neuer Arbeitsloser. Niemandem ist damit geholfen, wenn Firmen Konkurs anmelden müssen, weil sie nicht mehr kostendeckend arbeiten können.
Genau dies ist der (durchaus richtige) Ansatz welcher Partei? Ja, genau, der hier vielfach kritisierten FDP. Profitieren würden von dem Modell der Linken nur wenige, nämlich die, die ihre Jobs behalten. Viele andere blieben auf der Strecke. Als "soziale Gerechtigkeit" kann ich das nicht bezeichnen.
Und wer dies als "Horrorszenario" abtun möchte, der hat die Wirkungsweise der Marktwirtschaft nicht verstanden oder müsste stattdessen staatliche Planwirtschaft fordern - wie gut letztere funktioniert, zeigt das Beispiel der ehemaligen DDR.
Ein weiteres Beispiel für die fehlgeleiteten Vorstellungen der Linken ist
die Forderung nach Vermögens- und Reichensteuer:
Wer glaubt, hiermit die Finanzierung sozialer Programme hinzubekommen, ist gewaltig auf dem Holzweg. Die direkte Folge ist nämlich Steuerflucht ins Ausland durch Verlagerung des Wohnsitzes oder durch Kapitaltransfer sowie die Abwanderung der Bildungselite ins Ausland, wo bessere Bedingungen existieren. All dies können wir uns ganz und gar nicht leisten.
In Deutschland haben wir ein progressives Steuersystem, was bereits soziale Gerechtigkeit garantiert. Progressives Steuersystem bedeutet, dass Personen mit höherem Einkommen einen (deutlich) höheren Prozentsatz an Steuern zahlen als Personen mit mittlerem oder niedrigem Einkommen. Dass es hier auch eine Grenze geben muss, ist logisch. (Bsp: wer ein Jahreseinkommen von 10.000.000 € hat wird ganz sicher nicht 80% davon abgeben, auch wenn er mit den verbleibenden 20 % gut leben kann. Das Ausland böte reizvollere Steuersysteme.)
Nächstes Beispiel: Der EU-Beitritt der Türkei. (Nein, ich habe nichts gegen die Türkei und auch nicht gegen unsere türkischstämmigen Mitbürger.)
Die Türkei weist einige Besonderheiten auf. So sind die dortigen Metropolen bildungstechnisch als auch infrastrukturell sehr gut entwickelt. Für den weit größeren ländlichen Teil gilt beides jedoch nicht. Hinzu tritt, dass die Türkei - gerade im ländlichen Teil - einen viel größeren Bevölkerungszuwachs aufweist als jedes andere EU-Land.
Dies sind die Folgen: Gerade für den ländlichen (sehr großen) Teil würde die Türkei eines der Länder werden, die den größten Anteil von EU-Subventionen erhalten würde (= Nehmerland). Dies müssten die wenigen Geberländer selbstredend finanzieren.
Hinzu tritt, dass der politische Einfluss innerhalb der EU von der Bevölkerungszahl abhängig ist.
Die Folge wäre, dass eines der größten Nehmerländer in absehbarer Zeit einen deutlich größeren politischen Einfluss als die Geberländer hätten - dies ist amS inakzeptabel.
Die von CDU / FDP befürwortete Lösung der sogenannten privilegierten Partnerschaft halte ich für die weitaus bessere Alternative.
Es gäbe noch viele weitere Punkte, die gegen die Linke sprechen, doch dies würde an dieser Stelle viel zu ausufernd werden.
Stattdessen möchte ich in aller Kürze noch auf folgende Punkte eingehen (auch im Hinblick auf den sog. Wahl-O-Maten):
Atomkraftwerke:
Niemand (ich ebensowenig) ist wirklich glücklich mit ihnen. Doch sollte beachtet werden, dass wir in Deutschland die weltweit sichersten Atomkraftwerke besitzen. Der Strombedarf, den wir haben, können wir durch erneuerbare Energien nicht decken. Die Folge ist, dass wir entweder aus Nachbarländern Atomstrom importieren müssten (das ist völlig widersinnig, Strom von AKWs zu importieren, die unsere Sicherheitsstandards nicht erfüllen und dadurch auch noch unsere Strompreise zu erhöhen) oder auf Kohlekraftwerke zu setzen (noch widersinniger, Kohlekraftwerke verpesten die Umwelt, Atomkraftwerke gerade nicht, hier ist nur die Endlagerung der Abfälle ein Problem, ansonsten sind sie absolut sauber).
Es ist hier durchaus sinnvoll, erneuerbare Energien weiter auszubauen und zu fördern sowie an alternativen Technologien zu forschen, doch bis dahin sind wir mit unseren sicheren AKWs am besten bedient).
Strafrecht:
Dies gehört zu den für mich bedeutendsten Themen, bei dem ich nur CDU / FDP zutraue, hier dringend notwendige Veränderungen herbeizuführen.
Es geht um die Gewichtung von Körperverletzungsstraftaten, einer grundlegenden Änderung oder gar Abschaffung des Jugendstrafrechts sowie um das Täterschutzprinzips:
Ich finde es unerträglich, dass Körperverletzung und Diebstahl bezüglich des Strafmaßes gleichbehandelt werden. Der Schutz der körperlichen Integrität muss mE dem Schutz des Eigentums vorgehen, was sich im Strafrahmen widerspiegeln sollte.
Zudem fällt auf, dass unsere Strafgerichte eine Sache (hinzu tritt noch die Steuerhinterziehung) ganz besonders scharf ahnden: Die Selbstjustiz. Dieses an sich richtige Prinzip hat jedoch nur seine Berechtigung, wenn einem Opfer einer Straftat vom Staat auch ein nötiges Maß an Gerechtigkeit und Genugtuung widerfährt. Unser Staat hält sich jedoch mehr an das Täterschutzprinzip, was bedeutet, dass krampfhaft Ausreden und Einwendungen berücksichtigt werden, weshalb man ja Verständnis mit dem Verhalten des Täters haben kann oder muss. Der Resozialisierungsgedanke wirkt schwerer als der Schutz der Bevölkerung - ein amS völlig verkehrtes Prinzip: Denn hiernach wiegt das Recht des Einzelnen schwerer als das Recht der Gemeinschaft.
Im Jugendstrafrecht kommt dies besonders zum Tragen, der Täter soll "erzogen", nicht "bestraft" werden. Aus vielfacher eigener Erfahrung, etwa aus mehreren Praktika bei Strafgerichten sowie Diskussionen mit dortigen Richtern als auch durch Praktika bei der Polizei ist mir bekannt, dass Jugendliche (vielfach älter als 18 Jahre) trotz mehr als 50 nachgewiesener Straftaten wegen Körperverletzung noch immer frei herumlaufen. Und es wird ihnen immer wieder eine günstige Sozialprognose bescheinigt

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In ganz schweren Fällen wird einmal ein Wochenende Freizeitarrest gegeben.
Ich kann es gut nachvollziehen, dass sich jemand, der übelst und völlig grundlos zusammengeschlagen wurde, nicht damit abfinden kann, wenn der Täter 30 Sozialstunden ableisten muss.
Ich selbst hatte mal das zweifelhafte Vergnügen, 6 Sozialstunden ableisten zu müssen - weil ich seiner Zeit mit dem Mofa ohne Licht gefahren war und mich weigerte, die Strafe zu zahlen. Dies war eine einmalige Gelegenheit, diese "Sozialstunden" begutachten zu können: Es war nichts weiter als eine Täterbeschäftigung, ein vergnügliches Beisammensein, bei dem man sich austauschte und nebenbei ein paar Holzarbeiten verrichtete. Niemand dort nahm das Ernst oder sah es als Strafe oder Einschränkung an - niemand fühlte sich deshalb veranlasst, sein Verhalten zu überdenken. Ganz im Gegenteil, man nutzte das Beisammensein, um sich gegenseitig mit seinen Straftaten zu brüsten und die Opfer zu verhöhnen.
Diesbezüglich muss sich schnellstmöglich etwas ändern, was aber nicht mit Parteien wie SPD, Grünen und schon gar nicht mit der Linken zu machen ist, die ich persönlich gerne als "Täterschutzparteien" bezeichne (die linksgerichtete Politik ist hierfür verantwortlich).
So, an dieser Stelle möchte ich enden, es ist ohnehin schon ein Roman geworden, den ich hier geschrieben habe.
Ich hoffe, es macht sich überhaupt jemand hier die Mühe, all dies durchzulesen

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MfG,
Dominion.