News ChatGPT und Co auf dem Vormarsch: Generative KI in Deutschland vor allem ein Arbeitswerkzeug

KlaasKersting schrieb:
Ja, für dich als Senior oder gar auf Architekturebene ist das egal, aber der Arbeitsmarkt für Juniors wurde durch AI bereits massiv geschädigt.
Nee, fürn Senior bin ich zu jung. Bin noch recht weit unten in der Hackordnung. Allerdings auch in nem Unternehmen, in dem auch von Juniors weit mehr als Coding verlangt wird.
 
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Corros1on schrieb:
Seit ich monotone Aufgaben wie Mails formulieren oder Infos sortieren der KI überlasse, bin ich produktiver und habe mehr Zeit für tatsächliche Arbeit. Und ganz ehrlich: Wir fahren ja auch Auto statt alles zu Fuß zu erledigen, komischerweise hat man da diesen Fortschritt nicht so schlecht geredet. Aber sobald KI einem das Leben erleichtert, wird’s angeblich moralisch fragwürdig. Fortschritt bleibt Fortschritt, auch wenn er nicht jedem gefällt.
Das erinnert mich an eine Szene aus Zurück in die Zukunft III.

Doc: ...but in the future, we don't need horses. We have motorized carriages called auto-mo-biles.

Old Timer (Jeb): If everybody's got one of these auto-whatsits, does anybody walk or run anymore?

Doc: Of course we run. But for recreation, for fun.

Old Timer (Jeb): Run for fun? Ha-ha, what the hell kinda fun is that?

Fortschritt ist nicht aufzuhalten und das ist gut so. Ich bin auch überzeugt, dass die g. KI schon deutlich weiter ist als "Code Monkey". Aber hey, gib dem Ganzen noch 1-2 Jahre.
 
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isostar2 schrieb:
Anwälte auch für Kreatives Denken bekannt sind
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass kreatives Denken als "Rechtsverdreher" eine Grundvorraussetzung ist. Zumindest wenn es ein guter Anwalt ist.
 
Dank KI komme ich nun in 1-2h am Abend bei meinem Hobbyprojekt relevant voran. Ein kleines Feature jeden Abend oder ein größeres in einer Woche, das motiviert dann auch und freut die Tester/User.
Code ist auch manuell schneller geschrieben durch halbwegs intelligente auto-completes und "next edit prediction". Recherchearbeit, wie irgendwelche Libraries verwendet werden, wird abgekürzt. Fleißarbeit per exaktem Prompt erledigen lassen, den Weg dann nur noch eben machen (den Quatsch fixen).

Wenn man weiß, was man will, ist es schon jetzt ziemlich gut und absolut notwendig, damit in den immer komplexer werdenden Softwareprodukten nicht mit immer größerer Manpower begegnen werden muss. Die Erfindung des sinnbildlichen Pflugs war bitter nötig: bis vor Kurzem hatten wir arge Probleme, genügend geeignete Mitarbeiter zu finden.
 
Zer0DEV schrieb:
Wenn man schon liest, dass 61% der Befragten angeben, Sie würden KI benutzen "um zu lernen und sich weiterzubilden", dann weiß man genau was das für Vollpfosten sein müssen...
KI ist ein ausgezeichnetes Werkzeug um zu lernen und sich weiterzubilden. Man muss halt wissen wo es sinnvoll einzusetzen ist.
Sinnvoll wäre z.B.
"Gib mir einen ersten Kurzüberblick über das Thema und erstelle einen Lernplan für drei Wochen", "Erstelle mir Karteikarten für Anki aus diesem Text", "Erstelle mir Übungsaufgaben zu diesem Thema", "erstelle mir ein kurzes (z.B. Code-)beispiel und erkläre mir die wesentlichen Bestandteile."
(Alles sehr vereinfach, gute Prompts formuliert man natürlich präziser aus.)
Weniger sinnvoll wäre:
"Auf meinem Aufgabenblatt stehen folgende Übungsfragen. ... Gib mir die Lösung."
Elderian schrieb:
Das ist ein in meinen Augen extrem wichtiger Punkt! Wer sich seine Aufgaben von der KI abnehmen lässt, lebe dabei eben nichts. Ich habe das im Hochschulumfeld schon beobachten können: Dort haben sich Studierende bei Aufgaben "helfen lassen". Die Ergebnisse Essen durchaus nicht immer schlecht. Aber die Studis haben halt nichts gelernt und konnten auch keine Rückfragen zu den Aufgaben beantworten.
Das ist im Grunde ähnlich, wie wenn man sich die Lösung von Hausarbeiten vom Nachbarn, oder einer Website abschreibt. Man muss sich schon selbst mit den wesentlichen Inhalten befassen. Das "drum herum" lässt sich aber wie in den Beispielen oben gezeigt, prima erleichtern und beschleunigen.

Fighter1993 schrieb:
@Bullz ich denke Programmierer ist der Job der mit als erstes von der KI übernommen wird.
Die Leute kosten relativ viel, die KI ist aber um Welten schneller.

Nie gab es wohl einen Beruf der so hochgepriesen wurde in der Vergangenheit und dann so schnell wieder verschwindet. Im Endeffekt hat er sich ja im entferntesten Sinne quasi selbst abgeschafft, die KI wurde ja auch mal programmiert.
Ein Irrglaube, den aktuell leider wohl auch einige Chefs glauben, weshalb der Arbeitsmarkt in dem Bereich gerade (insbesondere im Juniorbereich) lausig ist:
KI ist ein prima Werkzeug um einige Aufgaben zu vereinfachen, beschleunigen und teils zu automatisieren. Sobald es komplexer wird kommen aber selbst die stärksten Modelle an ihre Grenzen. Das kann jeder mal selbst ausprobieren: Einfach mit einer Idee Chatgpt nach z.B. pythoncode fragen und in einer IDE ausprobieren ob der generierte Code funktioniert.
Idr. funktioniert das Anfangs auch noch echt gut. Sobald aber eine gewisse Komplexität erreicht ist, viele unterschiedliche Module mit jeweils vielen Zeilen Code miteinander interagieren müssen und ggf. noch irgendwelche ungewöhnlichen Sonderfälle ins Spiel kommen, nimmt die Fehlerrate drastisch zu, bis es einen Punkt erreicht, wo das Ganze schlicht unbrauchbar wird.
In meinen "Vibecoding" Experimenten landete man dabei irgendwann stets in einer Schleife wo er versucht:
Löse Bug A-> Erzeuge dabei Bug B, Löse Bug B-> erzeuge dabei Bug C, Löse Bug C-> plötzlich tritt wieder Bug A auf.
Zudem läuft irgendwann das Contextwindow voll weshalb die Berechnungen immer länger dauern und er irgendwann anfängt wichtige Dinge zu vergessen.

An der Stelle könnte man noch argumentieren, dass das technische Limits sind, die Schritt für Schritt verbessert werden. Dabei muss man aber verstehen:
KI ist ein Werkzeug. Irgendwer muss es am Ende noch bedienen.
"Mach mal eine coole App wie Instagram damit ich damit reich werde" -wird in den seltensten Fällen in einer guten und profitablen App enden.
Womit sich Geld machen lässt sind Teams aus Leuten, die sich in ihrem Bereich gut auskennen und bei Bedarf KI-Tools nutzen um ihre Arbeit schneller und besser zu machen.
20 gute Entwickler, welche KI als Werkzeug nutzen, werden am Ende schnellere und bessere Ergebnisse produzieren als 10 ähnliche gute Entwickler die das gleiche tun.
(...Und beide Teams werden um Welten besser sein als zwei Leute die überhaupt keinen Plan haben und denken alles billig von KI machen lassen zu können.)

Der Chef der heute der Hälfte seiner Mitarbeiter kündigt weil der denkt, dass deren Arbeit zukünftig vom verbleibenden Rest + KI gemacht werden kann wird sich in ein paar Jahren wundern, warum das Produkt des Konkurrenten deutlich besser ist, wenn dieser mehr Fachpersonal angestellt hat (und diese wo nötig ebenfalls KI-Tools nutzen.)
 
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Fighter1993 schrieb:
@Bullz ich denke Programmierer ist der Job der mit als erstes von der KI übernommen wird.
Die Leute kosten relativ viel, die KI ist aber um Welten schneller.
Die KI ist noch sehr weit davon entfernt, einen Software-Entwickler komplett ersetzen zu können. Ohne ein ausgefeiltes Prompt-Engineering und einem wohldefinierten Kontext spuckt die KI nur Schrott aus. Und selbst dann macht die KI bei komplexeren ohne Führung sehr viel Unsinn.
Momentan ist die KI eine zusätzliches Werkzeug und nimmt einem die lästigen Arbeitsschritte ab (Boilerplate, Tests, etc.)
 
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Faron93 schrieb:
Einmal Angel auswerfen, was?
Wenn das wirklich deine Einstellung ist, dass LLM Nachrichtensprecher, Anwälte oder Lehrer ersetzen können, ist das an Naivität kaum zu überbieten und fatale Leichtfertigkeit. Zumal deine Äußerung verdammt respektlos ist.
Er hat zumindest mit Lehrer und Nachrichtensprecher recht, sollten sich leicht ersetzen lassen. Schon damals waren meine Lehrer nicht mehr als die "Papierbringer". Papier hingeklatscht und ein wenig dahergeplappert.

Durch Youtube und Tutorials hab ich 100x mehr gelernt als in der Schule damals.

Also wieso sollte eine emotionslose KI nicht einen emotionslosen Lehrer ersetzen können?

Nachrichtensprecher ja ohnehin, das sind absolut überbezahlte Überbleibsel alter Zeiten.
 
DerMond schrieb:
Also wieso sollte eine emotionslose KI nicht einen emotionslosen Lehrer ersetzen können?
....
Nachrichtensprecher ja ohnehin, das sind absolut überbezahlte Überbleibsel alter Zeiten.
Weil die KI nicht pädagogisch unterrichten kann.
Vielleicht irgendwann.
Bitte keine Beispiele von DEINEN Lehrern, gibt auch massig bessere Lehrer auf dieser Welt.

Nachrichtensprecher... theoretisch schon eher
 
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Datensicherheit scheint uns allen egal zu sein. Wir geben die Daten freiwillig an die Amis weiter. 👍
 
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Neodar schrieb:
Ja ja, "produktiver arbeiten"... Wohl eher "die eigentlich eigene Arbeit der KI überlassen".
Und genau deshalb werden noch viel mehr Menschen in den nächsten Jahren ihre Jobs an die KI verlieren. Sie sind offenbar selbst durch diese bisher nicht besonders gute KI ersetzbar.
Aus meiner täglichen Arbeit kann ich berichten, dass die KI einen - mit Verstand eingesetzt - tatsächlich produktiver arbeiten lässt. Ich kann mir 30-seitige Konzepte zusammenfassen und auswerten lassen, dadurch enorm Zeit sparen und mich auf meine eigentliche Arbeit konzentrieren.
 
KlaasKersting schrieb:
Ja, für dich als Senior oder gar auf Architekturebene ist das egal, aber der Arbeitsmarkt für Juniors wurde durch AI bereits massiv geschädigt.
Klar Juniors werden halt gern für die unliebsamen Arbeiten wie Boilerplate, Tests & Doku eingesetzt, das kann die AI halt nebenbei machen. Das Denken bleibt aber trotzdem nicht erspart, die KI verzapft noch oft genug Blödsinn
 
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@Xes Deine Aussagen zur Programmierunterstützung sind auch genau meine Erfahrungen. Ich habe mal GPT 5 benutzt um mir einen Prototypen programmieren zu lassen. Vom ersten Entwurf war ich echt überrascht und begeistert. Das hat mir was in Sekunden ausgespuckt, wofür ich inklusive Recherche mindestens ein paar Tage gebraucht hätte. Aber das waren halt nur 10 Klassen mit unter 1000 Zeilen Code. Mit jedem neuen Feature was ich dazu habe will, wird die KI immer schlechter. Der Agent ist inzwischen eine Vollkatastrophe, der macht mir die Hälfte kaputt wenn er automatisch meinen Code verändert. Im Moment geh ich so vor, dass ich die KI nach einer Empfehlung frage und ich dann selektiv den Code angepasst selbst rein programmiere. Ja, ist immer noch schneller als ohne KI, aber noch meilenweit davon entfernt, mich irgendwann zu ersetzen. Und das ist alles nur ein relativ kleines Privatprojekt! Auf der Arbeit sind die Projekte 10 bis 100 mal so groß!
 
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Was mir ChatGPT & Co auf Arbeit bisher eröffnet hat: Eine Menge an Arbeitskollegen, die es nun nutzen und nichtmal die einfachsten Tastenkürzel beherrschen - mir dann aber Fragen stellen und wenn ihnen meine Antwort nicht gefällt mit ungeprüften KI-Antworten kontern.

Ich glaube viele der Befürworter von generativer KI unterschätzen unheimlich was dabei rumkommt wenn man meint sie jedem auf Arbeit an die Hand zu geben, mal ganz abgesehen von den ethischen Problemen und Datenschutz.
 
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Corros1on schrieb:
Seit ich monotone Aufgaben wie Mails formulieren oder Infos sortieren der KI überlasse, bin ich produktiver und habe mehr Zeit für tatsächliche Arbeit. Und ganz ehrlich: Wir fahren ja auch Auto statt alles zu Fuß zu erledigen, komischerweise hat man da diesen Fortschritt nicht so schlecht geredet. Aber sobald KI einem das Leben erleichtert, wird’s angeblich moralisch fragwürdig. Fortschritt bleibt Fortschritt, auch wenn er nicht jedem gefällt.

Danke für die beiden wirklich interessanten Beiträge hier im Thread.

Ich bin Lehrer an einer weiterführenden Schule und natürlich recherchieren wir im Internet, erstellen und gestalten kleine Präsentationen zu den Themen. Vor zehn Jahren hat man nach Informationen gegoogelt und aus Wikipedia zitiert.

Heute fragt man ChatGPT, Copilot oder auch DeepSeek, was z.B. die Römer mit dem Teutoburger Wald zu tun hatten und vergleicht die Ergebnisse miteinander.

Durchsetzen wird sich wohl wie immer die bessere bzw. effizientere Technik.
 
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Zensored schrieb:
Lehrer sind insbesondere wichtig für die, die nicht lernen wollen oder wegen Defiziten es nicht können.
Fortbildungen und Kurse vorbereiten nachbereiten wird gekonnt vergessen. Professoren sind auch in der Forschung tätig.
Vor allem sollten gute Lehrer die Kinder auf das Leben vorbereiten. Vor allem Softskills vor Hard Skills und die Autodidaktischen Fähigkeiten ausbauen damit junge Menschen später sich selber benötigtes Wissen aneignen können.
Das kann keine "Lernmaschine". Aber ja, die KI könnte den Berufsstand ändern indem es das stupide vermitteln von Fakten großteils übernimmt. Dann hätten Lehrer endlich zeit und Raum sich um die wichtigen Lehraufgaben zu kümmern.
 
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@Youngtimer
Was, KI ist bei euch in der Schule erlaubt?
Meine Tochter (Gymnasium, 5. Klasse) sagte mir die Tage, dass die Wikipedia für ihre Präsentation zu nem Them in Erdkunde nicht nutzen dürfen "weil da ja jeder reinschreiben kann was er möchte". :confused_alt:
 
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