Zer0DEV schrieb:
Wenn man schon liest, dass 61% der Befragten angeben, Sie würden KI benutzen "um zu lernen und sich weiterzubilden", dann weiß man genau was das für Vollpfosten sein müssen...
KI ist ein ausgezeichnetes Werkzeug um zu lernen und sich weiterzubilden. Man muss halt wissen wo es sinnvoll einzusetzen ist.
Sinnvoll wäre z.B.
"Gib mir einen ersten Kurzüberblick über das Thema und erstelle einen Lernplan für drei Wochen", "Erstelle mir Karteikarten für Anki aus diesem Text", "Erstelle mir Übungsaufgaben zu diesem Thema", "erstelle mir ein kurzes (z.B. Code-)beispiel und erkläre mir die wesentlichen Bestandteile."
(Alles sehr vereinfach, gute Prompts formuliert man natürlich präziser aus.)
Weniger sinnvoll wäre:
"Auf meinem Aufgabenblatt stehen folgende Übungsfragen. ... Gib mir die Lösung."
Elderian schrieb:
Das ist ein in meinen Augen extrem wichtiger Punkt! Wer sich seine Aufgaben von der KI abnehmen lässt, lebe dabei eben nichts. Ich habe das im Hochschulumfeld schon beobachten können: Dort haben sich Studierende bei Aufgaben "helfen lassen". Die Ergebnisse Essen durchaus nicht immer schlecht. Aber die Studis haben halt nichts gelernt und konnten auch keine Rückfragen zu den Aufgaben beantworten.
Das ist im Grunde ähnlich, wie wenn man sich die Lösung von Hausarbeiten vom Nachbarn, oder einer Website abschreibt. Man muss sich schon selbst mit den wesentlichen Inhalten befassen. Das "drum herum" lässt sich aber wie in den Beispielen oben gezeigt, prima erleichtern und beschleunigen.
Fighter1993 schrieb:
@Bullz ich denke Programmierer ist der Job der mit als erstes von der KI übernommen wird.
Die Leute kosten relativ viel, die KI ist aber um Welten schneller.
Nie gab es wohl einen Beruf der so hochgepriesen wurde in der Vergangenheit und dann so schnell wieder verschwindet. Im Endeffekt hat er sich ja im entferntesten Sinne quasi selbst abgeschafft, die KI wurde ja auch mal programmiert.
Ein Irrglaube, den aktuell leider wohl auch einige Chefs glauben, weshalb der Arbeitsmarkt in dem Bereich gerade (insbesondere im Juniorbereich) lausig ist:
KI ist ein prima Werkzeug um einige Aufgaben zu vereinfachen, beschleunigen und teils zu automatisieren. Sobald es komplexer wird kommen aber selbst die stärksten Modelle an ihre Grenzen. Das kann jeder mal selbst ausprobieren: Einfach mit einer Idee Chatgpt nach z.B. pythoncode fragen und in einer IDE ausprobieren ob der generierte Code funktioniert.
Idr. funktioniert das Anfangs auch noch echt gut. Sobald aber eine gewisse Komplexität erreicht ist, viele unterschiedliche Module mit jeweils vielen Zeilen Code miteinander interagieren müssen und ggf. noch irgendwelche ungewöhnlichen Sonderfälle ins Spiel kommen, nimmt die Fehlerrate drastisch zu, bis es einen Punkt erreicht, wo das Ganze schlicht unbrauchbar wird.
In meinen "Vibecoding" Experimenten landete man dabei irgendwann stets in einer Schleife wo er versucht:
Löse Bug A-> Erzeuge dabei Bug B, Löse Bug B-> erzeuge dabei Bug C, Löse Bug C-> plötzlich tritt wieder Bug A auf.
Zudem läuft irgendwann das Contextwindow voll weshalb die Berechnungen immer länger dauern und er irgendwann anfängt wichtige Dinge zu vergessen.
An der Stelle könnte man noch argumentieren, dass das technische Limits sind, die Schritt für Schritt verbessert werden. Dabei muss man aber verstehen:
KI ist ein Werkzeug. Irgendwer muss es am Ende noch bedienen.
"
Mach mal eine coole App wie Instagram damit ich damit reich werde" -wird in den seltensten Fällen in einer guten und profitablen App enden.
Womit sich Geld machen lässt sind Teams aus Leuten, die sich in ihrem Bereich gut auskennen und bei Bedarf KI-Tools nutzen um ihre Arbeit schneller und besser zu machen.
20 gute Entwickler, welche KI als Werkzeug nutzen, werden am Ende schnellere und bessere Ergebnisse produzieren als 10 ähnliche gute Entwickler die das gleiche tun.
(...Und beide Teams werden um Welten besser sein als zwei Leute die überhaupt keinen Plan haben und denken alles billig von KI machen lassen zu können.)
Der Chef der heute der Hälfte seiner Mitarbeiter kündigt weil der denkt, dass deren Arbeit zukünftig vom verbleibenden Rest + KI gemacht werden kann wird sich in ein paar Jahren wundern, warum das Produkt des Konkurrenten deutlich besser ist, wenn dieser mehr Fachpersonal angestellt hat (und diese wo nötig ebenfalls KI-Tools nutzen.)