Das "echte", das "richtige" Preis-/Leistungsverhältnis

TR2013

Lt. Commander
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Guten Morgen!

Ich entschuldige mich gleich bei jenen, die so etwas extrem langweilig finden - ich mag solche Dinge. :)

Ich weiß, das korrekte Preis-/Leistungsverhältnis muss sich jeder in seinem Rahmen selbst ausknobeln. Da ich Zahlen mag, fände ich eine kurze Diskussion über meine folgende Richtschnur aber ganz interessant.

In früheren Jahren wären meine PC-Builds wohl unterhalb jener Budgets gelegen, die die meisten hier als "gutes" P-/L-Verhältnis angesehen hätten. Das hat sich aber gewandelt. Unter anderem aus dem gleich folgenden Grund. Ich weiß, das ist ein Hobby und nicht jeder richtet sich nach sowas aber ich fang mal an:

Oft sieht man ja sogar in Hardwarereviews wie hier auf Computerbase, dass ein Performace/Euro-Verhältnis hergestellt wird. Mit netter Grafik und allem was dazugehört. Performance pro Euro ist aber bei einem neuen Build halt auch nur die halbe Wahrheit, wie ich finde.

Beispiel:
Ich kaufe entweder einen PC um 1500 €. Davon kostet die Grafikkarte 500 € (und schafft 50 FPS). Oder ich kaufe eine schnellere Grafikkarte um 600 € (die schafft 60 FPS und der PC kostet 1600 €. Rein nach dem Preis der Grafikkarte, haben beide Karten das selbe Performance/Euro-Verhältnis und schaffen pro Euro 0,1 Frames. Allerdings habe ich ja ein ganze System gekauft, also Hardware die ich brauche, die sich aber nicht auf die Gaming-Performance auswirkt. FPS durch Gesamtpreis de Systems ist beim 1500 € PC nun 0,0333 und beim 1600 € PC 0,0375, als der teurere ist logischerweise der mit dem besseren P/L-Verhältnis.

Nun spielt natürlich die CPU auch eine große Rolle bei der Gaming-Performance. Daher wäre für mich das realistischte Beispiel für den Vergleich von P/L-Verhälntissen folgendes:
PC 1 kostet wieder 1500 €. GPU davon 500 €, CPU davon 300 €. Das System schafft 80 FPS.
PC 2 kostet diesmal 1700 €. GPU davon 600 €, CPU davon 400 €. Das System schafft 100 FPS.
FPS durch Preise von GPU+CPU ergibt wieder je 0,1 und ist gleichwertig. FPS durch Systemgesamtpreis bring einen Vorteil für PC 2. PC 2 dürfte demnach ziemlich genau 1900 € kosten umd das selbe P/L-Verhältnis zu haben, wie PC 1.

Jetzt kann man die FPS der Konfigs vor dem Kauf nicht direkt sehen - aber man weiß aus Benchmarks z.B. um wieviel % ein Ryzen 3600 schneller ist als ein Ryzen 2600 und um wieviel eine Radeon 5700XT schneller ist als eine GTX 1660 Super. So kann man sich die Verhältnisse von CPU+GPU Kombinationen mit etwas Erfahrung doch recht gut herleiten.

Wer richtet sich (bewusst oder unbewusst) ungefähr nach solchen Dingen und kauft deshalb leicht über dem in CPU- und Grafikkartenrankings angegebenen Performance/Euro-Verhältnis?
 
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Ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bedeutet, dass das Produkt, welches Du Dir kaufst, DEINE Anforderungen abdeckt, zu einem FÜR DICH akzeptablen Preis.
Und das sieht in der Tat bei jedem komplett anders aus, weil jeder andere Anforderungen hat.

Was dann eben auch bedeutet, dass Dein Beispiel schwierig ist, wenn bei Person 1 mindestens 100 FPS geliefert werden sollen, während für Person 2 die FPS völlig Latte sind.
 
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Das für mich richtige und vorallem gute P/L ist das, was meine Ansprüche erfüllt. Ich habe gerade gestern mal eine GH Wunschliste ausgefüllt, bin dabei für CPU, MB, GPU und 64GB RAM auf 3200€ gekommen, klingt für mich gut, weil es meine Anforderungen erfüllt und ich damit meine Programme ausführen kann und Spielen kann, für meine Ansprüche. Weil ich das Geld gerade nicht bereit bin auszugeben, nutze ich meine "alte" Hardware weiter, bis die nicht mehr meinen Ansprüchen genügt.
 
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Interessanter Gedanke. Ich mag Leute die Zahlen mögen :D Bei mir fließen allerdings immer viele weitere Aspekte neben dem Preis in die Kaufentscheidung ein.
 
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Das P/L-Verhältnis ist mir egal. Es heißt nicht umsonst, Qualität/ Leistung hat seinen Preis. Wenn ich diese Qualität/ Leistung haben will, dann muss ich auch bereit sein, den Preis dafür zu zahlen. Wenn das Geld gerade nicht reicht, muss ich halt noch ein bisschen sparen. Immer die neueste Hardware haben zu wollen wird natürlich teuer.
 
Richtig.
Ein Produkt, welches die eigenen Anforderungen NICHT abdeckt, kann kein gutes Preis-/Leistungsverhältnis haben. Punkt.
 
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Sehr interessanter Gedanke, allerdings glaube ich das es zu viele variablen gibt.
Ein guter PC besteht nicht nur aus CPU + GPU. Ich glaube die Summe der Komponenten ergibt das Gesamtergebnis. Es kommt immer drauf an, auf was man seine Prioritäten legt. Was hilft es dir die P/L Sieger (PREIS/FPS) im System zu haben aber dafür eine Lautstärke wie ein Staubsauger.

D.h. ist die Herausforderung jede Komponente für sich abzuwägen und gemäß seiner Priorität zu kaufen.
Das heißt für mich, wenn es einem wichtig ist, sollte man nach wie vor Tests zu den einzelnen Komponenten lesen und sich daraus ein Gesamtbild machen.

Bsp.: eine 1TB SSD kann ein super P/L haben, wenn du aber nur 500 GB benötigst bezahlst du am Ende trotzdem mehr für die 1 TB als für eine vergleichbare 500GB SSD. P/L wäre aber bei der 1TB besser, da du hier vermutlich weniger EURO pro GB bezahlst.......

Oder sehe ich das falsch?
 
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Das Lustige ist, dass Du gerade in Bezug auf SSDs sogar oft falsch liegst, weil die großen idR nämlich einen höheren Preis pro GB haben als die kleineren :)
 
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Also für mich ist ein gutes P/L Verhältnis immer mit deine Anforderung eng zusammen.

Klar wäre PC1 für 1300€ mit 65FPS ein schlechteres P/L als PC2 für 1600€ für 100FPS. Aber wenn es mit nichts bringt.

Wenn PC1 für 1300€, 65FPS schaft, und ich spiele mit einem 60Hz Monitor, dann bringt es mir nichts 1600€ auszugeben für PC2 der mir dann 100FPS bringt. Klar P/L von PC2 ist auf dem Papier besser, aber es bringt mir nichts.

Dann brauche ich die 2 Extra CPU-Kerne die mir vielleicht PC2 bringt ? Nein weil ich nur Zocke.

Wenn man dann weißt dass PC1 für 1300€ reicht, dann ist PC1 für 1300€ besser als PC1 Watercool RGB+ Strix/Aorus/Gaming Z für 2000€, da es im Endeffekt, Leitungsmäßig gesehen nichts bringt, aber wenn du es haben willst, dann hat es für dich ein höheres Wert.

Um alles zusammenzufassen, es gibt ein absolutes P/L Verhältnis (mit vordefinierten Kriterien) und ein P/L Verhältnis für deine Anforderung/Budget/Lust.

Klar man kann dann reden was Zukunft-sicherer ist aber, da würde wir nie fertig sein 😂
 
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Ein gutes P/L heißt nur, dass man für sein Geld das beste Ergebnis erhält. Das sagt aber überhaupt nichts aus über die Klasse in der gekauft wird. Ein guts P/L kann es quasi im Cent Bereich geben sowie ebenso auch im High-high Endsegment.
 
Ich finde den Aspekt mit dem Bildschirm sehr gut. Man braucht ja auch die entsprechende Peripherie um vieles davon nutzen zu können.

Da sind wir z.B. wieder beim Thema Mainboard. Von den FPS nimmt sich ein B450 und x570 Chipsatz wohl nicht viel. Allerdings kann der X570 wohl einige deiner Anforderungen (z.B. bei mehreren SSD's etc.) besser umsetzen oder aber einfach nur überteuert sein, da dir der Leistungsumfang des B450 reicht.
 
Und deshalb ist es so wahnsinnig wichtig, sich im Vorfeld des Kaufes ernsthafte Gedanken darüber zu machen, was denn tatsächlich die eigenen Anforderungen sind.

Das ist der Punkt im Fragebogen, der am ehesten übergangen wird (Soll halt gut laufen).
Die Leute sind wahrscheinlich komplett zu faul, mal zu definieren, was sie denn tatsächlich haben wollen.
 
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Bei der Thematik gibt es noch weitere Aspekte:
Der Preis im Verhältnis zur Marktlage (Konkurremzprodukte) kann ebenfalls entscheidend sein (z.B. das zur Zeit preiswerteste Produkt).
Und der subjektive Eindruck potentieller Käufer, was sie als "preiswert" erachten, natürlich in Relation zur Leistung. Solche Informationen kann man bspw. durch Marktforschung erheben.
 
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Ihr habt natürlich recht. Alle miteinander. :D

Allerdinge gibt es wahrscheinlich schon einige User, wie mich, die aktuell selbst mit unterdurchschnittlicher Hardware gut spielen können. Da ich aber genug Budget habe und mit dem nächsten PC wieder möglichst lange auskommen will, kaufe ich also über dem was ich jetzt brauche und Versuche zu optimieren.

Edit: Und natürlich spielen neben dem Preis auch Qualität eine Rolle. Man will ja zB eine leise Grafikkarte usw. Aber das folgt dann nach dem Grundgedanken. Zuerst die Entscheidung für eine Produktgruppe und dann die Entscheidung ob man in dieser Produktgruppe einen Aufpreis für bestimmte Eigenschaften wie Lautstärke zahlt. Oder ob ich wegen bestimmter Features ein teureres Mainboard kaufe. Ich spreche hier eigentlich nur vom Performance/Preis-Verhältnis. Daher CPU und GPU als größte Treiber.
 
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Alles bissel lasch - "bestes Ergebnis" -- was soll das sein? :D

Da unser TO Zahlen mag.

  • Die Vorstellung, daß es ein "P/L" Verhältnis gibt, erstmal ad acta legen.
  • Das PL Verhältnis ist bereits eine Akkumulation von Preis (der ist bekannt) gegenüber der Leistung (die ist NICHT bekannt).
  • Die Leistung in "PL" ist stattdessen ein gewichteter Index aus individuellen Komponenten.
  • Jene Wichtung stellt man sich selber auf. Das funktioniert wie in der Wirtschaft, wo auch gesagt werden muß: worum geht es mir / uns überhaupt?

Da wie ja gesagt der PC ein modulares System ist, muß man zunächst hergehen und Leistungsindikatoren definieren. Die sind idealerweise so gestaltet, daß sie anforderungsgerecht sind - "CPU Speed" bringt nicht viel, weil es per se nicht skaliert; stattdessen zB "schnelle Dateizugriffe" mit Wichtung "systemrelevant" bis "uninteressant".

Daraus lassen sich dann Indikatoren für die Hardware ableiten. Für "schnellen Dateizugriff" gilt es zu analysieren, was für Hardwareindikatoren erforderlich sind, um diesen Leistungsindex abzubilden. Idealerweise wichtet man dazu alle definierten Hardwareindikatoren - Internetgeschwindigkeit = 0, Netzwerkgeschwindigkeit 50, Datenträgerübertragungsrate = 100. So als ganz simples Beispiel.

Wenn man möchte, kann man das dann noch weiter runterbrechen bis auf die Hardwarekomponente selber, wenn es darum geht, spezifische Idealismen rauszukitzeln. Welche 2080Ti ist die bessere Option? So in der Richtung.

Wenn man das hat, dann kann man all diese gewichteten Indikatoren in einen Nennwert überführen und kann hinterher durch Änderung der Parameter sehen, welche Indikatoren sich wie auf den Gesamtindex auswirken; je tiefer man gegangen ist, desto eher wir das Ganze kaskadieren. Dann kann man in sein Modell "eine neue Grafikkarte einbauen", ie. deren Indikatoren ins Modell einsetzen, und dann sieht man sofort, ob und wo es Auswirkungen aufs restliche System gibt.

Dem stellt man den Preis gegenüber.

Der Fragebogen in der Kaufberatung hier ist davon eine simple Applikation, natürlich ohne Zahlen.
Aufwand Vorarbeit ist relativ groß, aber wenn man das erstmal hat, und gut gemacht hat, dann hält das auf Lebzeit.
 
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Die Gedanken des TE und einiger Vorposter 'kranken' an einem Fehler: Sie vergleichen das P/L-Verhältnis von PCs mit verschiedenen Einkaufspreisen. Argumentiert wird aber dann mit den Leistungsvergleichen von bestimmten Komponenten.
Massgebend für das P/L-Verhältnis ist aber der Vergleich bei gleichem Preis. (Man müsste also zwei 1500-Euro-PCs vergleichen)

Um es zu illustrieren: Wer die teuerste CPU in einem 1000 Euro-PC verbaut, wird dann nur noch Geld für eine Billig-Graka haben. Dieser PC hat dann für 1000 Euro ein schlechtes P/L-Verhältnis.

Ich möchte zudem noch darauf aufmerksam machen, dass grössere Tabellen mit P/L-Werten (wie beispielsweise die GraKa-Grafik auf CB) erst dann aussagekräftig sind, wenn die Testumgebung (= Leistungsermittlung) jeweils absolut identisch ist/unverändert bleibt. Also Variablen ausschliessen.
 
Naja, zazie, kranken würde ich nicht sagen. Denn das Budget ist ja flexibel. Ich will nicht wissen was ich am besten für 1000 € kaufe, sondern wieviel ich ausgeben soll damit ich die in Relation höchste Performance bekomme.

Natürlich spielt da mehr mit. Um es nochmal klarzustellen. Preis/Leistungs-Verhältnis ist vielleicht der falsche Ausdruck.

Sagen wir: Gesamtpreis/Gaming-Performance-Verhältnis. Und das wird halt zu einem riesigen Prozentanteil von GPU und CPU definiert und trotzdem braucht es für die Performance einen ganzen PC (mit gewissen Mindeststandards wie SSD und RAM-Menge) und nicht nur die beiden Komponenten.
 
Richtiger Einwurf.
Und das wird eben auch sehr gern übersehen, wenn Leute z.B. YouTube Videos hernehmen um ein neu anzuschffendes Teil Hardware zu beurteilen.

Ist Deine eigene Testumgebung tatsächlich identisch?
Ergänzung ()

TR2013 schrieb:
Sagen wir: Gesamtpreis/Gaming-Performance-Verhältnis.

Auch dann ...
Das super Gaming-Performance Verhältnis ist komplett irrelevant, wenn die eigene Anforderung nicht erreicht wird.
 
Die Anforderungen werden bei mir immer übererreicht. Das System hält dann aber länger. 7, 8 Jahre sind für User wie mich recht normal. Außerdem ist es ja schön wenn man mal auf Ultra drehen kann.
 
TR2013 schrieb:
Die Anforderungen werden bei mir immer übererreicht.

Ja, bei Dir.
In den allermeisten Fällen sieht es aber genau anders rum aus.
Dort begrenzt das Budget und die Wahl der Komponenten endet fast immer in einem Kompromiss.
Ich zum Beispiel bin einfach nicht bereit, 1.200 Euro für eine Grafikkarte auszugeben, auch wenn ich eigentlich die entsprechende Anforderung (und das Budget dazu) hätte.
 
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