In einem Anflug von Nostalgie habe ich mir mal eine neue Cleorec-Rundnadel fürs Shure M75 gekauft, kostet ja nicht viel. Auf der Box steht jetzt Made in Japan, ich könnte schwören, das stand da Ende der 2000er, wo ich meine erste Cleorec-Nadel gekauft hatte, noch nicht, aber sie klingt genau so, wie ich sie in Erinnerung habe: Sehr warm, gedämpfte Höhen, aber dafür sehr kräftiger Grundtonbass. Die Auflösung ist natürlich nicht besonders, man könnte sagen muffig und dumpf, aber genau das dämpft auch die Unsauberkeiten und Verzerrungen in der Abtastung. Diese Kombination wirkt wie ein natürlicher Low-Pass-Filter oder De-Esser, S-Laute, die mit einer besser auflösenden elliptischen Nadel zischeln würden, hört man hier entweder gar nicht oder nur sehr gedämpft. Und wenn S-Laute zischeln, dann ist das ein sehr weiches Zischeln, kein scharfes, was bei allen elliptischen Nadeln, die ich so hatte, immer war.
Was mich bei dieser Cleorec wieder wie damals bei meiner ersten begeistert, ist die Innenrillenperformance, es gibt nur sehr wenig Inner Groove Distortions. Kann aber auch hier nur sein, dass der Low-Pass-Charakter die Verzerrungen einfach nicht so prägnant hervorhebt. Aber das ist genau der Klangcharakter, der mich damals so für Vinyl angefixt hat, weswegen ich überhaupt mit dem Plattenhören angefangen habe. Darauf jetzt eine Sparkassen-Oldies-Platte, und alles ist wieder wie damals.😍