Dienstvertrag - Auf was muss man achten?

m3nt0r

Cadet 4th Year
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Nov. 2007
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123
Hi,

ich hab mich bei einer Firma beworben und habe auch schon ein Vorstellungsgespräch und einen Probetag hinter mir.
Hab heute einen Anruf bekommen, dass alles super verlaufen ist und ob ich vorbei kommen kann, um noch die letzten Details zu besprechen.

Jetzt ist das eine langfristige Bindung zwischen dem Arbeitgeber und mir und natürlich möchte ich mich auf die Fragen vorbereiten bzw. auch wichtige Themen ansprechen.

Da das mein erster Job ist, weiß ich nicht auf was ich bei einem Dienstvertrag achten muss. Hab schon etwas im Internet gesurft aber leider nicht passendes gefunden...

Auf was sollte ich achten bzw. was sollte ich ansprechen?

Was noch interessant sein könnte, ich habe mich als ".net Entwickler" beworben.

MfG m3nt0r
 
Auf jeden Fall spielt natürlich die finanzielle Seite eine Rolle, damit allerdings nicht zu früh kommen, sonst wirkt das etwas seltsam. ( Bezahlung nach Auftrag,allgemeiner Lohn ).

Überstundenregelungen,Arbeitsplatzregelungen, Fortbildungsmöglichkeiten.

Spontan ist mir das so eingefallen.
 
Hm... was fällt mir den da spontan ein...

Gehalt: schwieriges Thema, da solltest Du vorher klären, was Du verlangen kannst. Dazu eignen sich zum Beispiel die IT-Gehaltslisten der c't. Und sei nicht zimperlich, verlang lieber mehr als weniger. Wichtig ist auch, ob Dein Gehalt in fix und variabel aufgeteilt wird. Falls ja, so sollte Dein Ziel sein, Dein Fixgehalt an Deinem Wunschgehalt zu orientieren. Ist das nicht möglich, so sollte wenigstens der variable Gehaltsanteil möglichst gering sein.

Mir wäre noch wichtig, welche Fortbildungsmaßnahmen angeboten werden bzw. auf welche man innerhalb der Arbeitszeit ein Anrecht hat.

Und naja, die Probezeit sollte üblicherweise sechs Monate betragen und nicht zwei Jahre oder so. ;)
 
Das ist ein unendlich weites Feld. Achte darauf, dass Du den Vertrag
nicht ungelesen unterschreibst, falls man ihn Dir bei dem Termin gleich vorlegt.
Ein fairer Arbeitgeber gibt Dir mind. einen Tag Zeit, das Ding zu Hause in Ruhe zu lesen.
Am angenehmsten ist, wenn das ganze per Post läuft.

Wenn Du dann einige konkrete Punkte nicht verstehst, kannst Du dich gezielt
informieren. Mir fallen da u.A. noch ein:
Befristung, Einbeziehung von Tarifvertrgägen dynamisch (der jeweils gütige)
oder statisch (der zum Stichtag gültige), Probezeit, Vertragsstrafen bei Nichtantritt,
Schweigepflichten, etc.

Grüße
 
Stop.
Du redest von einem Arbeitsvertrag, nicht von einem Dienstvertrag.
Dienstvertrag kommt beim Steuerberater etc. vor und ist im Gegensatz zum Werkvertrag nicht mit dem Schulden des Erfolges verbunden.
Bitte im BGB lesen, denn so kannst du auch keine vernünftigen Informationen finden.
 
Was noch wichtig wäre:
Abgeltung von Mehrarbeit (Überstunden)
Urlaubsanspruch (inkl. Zeitpunkt bis wann der Urlaub genommen werden muss) - evtl. auch im Tarifvertrag zu finden
Bindung an einen Tarifvertrag
evtl. Wochenend-/Feiertagsarbeit und deren Abgeltung

Am besten den Vertrag mit nach Hause nehmen und falls es Unklarheiten gibt hier noch mal ausführlich posten.
 
Vielen Dank für eure Antworten, ein paar Sachen sind dabei, auf die ich sonst vermutlich vergessen hätte.

Eine konkrete Frage hätt ich noch:
Das Thema Gehalt wurde schon im Vorstellungsgespräch angesprochen.
Wie schon erwähnt ist das mein erster Job und mein Gehaltswunsch liegt über den Einstiegsgehältern (ich hab die HTL gemacht). Auf jeden Fall meinte er nachdem ich meinen "Wunsch" geäußert habe, dass das durchaus in Frage kommt, aber dass ich wahrscheinlich anfangs etwas weniger verdiene und sobald ich dann eingesetzt werde, verdiene ich mehr.

Jetzt weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll...
Einerseits verursache ich nur Kosten, bringe der Firma aber nichts ein. Andererseits tragen andere Firmen auch die vollen Kosten ihrer neu angestellten Mitarbeiter.
Jedenfalls wird er mir heute ein Angebot machen, doch was für ein Gehalt soll ich annehmen (mein Gehaltswunsch 2200 Brutto (Österreich: 14 Gehälter))? Wieviel darf das unter meinem Gehaltswunsch liegen?
Sollte ich darauf bestehen, dass im Vertrag festgehalten wird, dass ich sobald ich eingesetzt werde mehr verdiene?

MfG m3nt0r
 
Was machst du denn genau?
Welche Fortbildungen hast du?
Stell dich erstmal genauer vor.
Im Notfall kannst du immer noch ein geringes Gehalt annehmen und dich nebenbei weiter bewerben.
Ist zwar nicht die feine englische Art, aber man sollte bei so etwas im rational handeln.
 
Es ist durchaus üblich im Vertrag eine Klausel festzuhalten in der ein Gehaltsanstieg nach einer bestimmten Anzahl von Monaten geregelt ist.
Als Beispiel: Anfangsgehalt EUR 1800 p.M. (ab 01.09.2009)
Erhöhung des Gehaltes ab dem 01.03.2010 auf EUR 2200 p.M.
 
Es sollte alles über das Thema Kündigung im Vertrag drinstehen.

Du kannst dich auch an deinen älteren Verträgen orientieren.
 
t-kay187 schrieb:
Im Notfall kannst du immer noch ein geringes Gehalt annehmen und dich nebenbei weiter bewerben.

So ein Quatsch. Das ist eine Arbeitsstelle und kein Durchgangsbahnhof.

m3nt0r schrieb:
Auf jeden Fall meinte er nachdem ich meinen "Wunsch" geäußert habe, dass das durchaus in Frage kommt, aber dass ich wahrscheinlich anfangs etwas weniger verdiene und sobald ich dann eingesetzt werde, verdiene ich mehr.

...
Sollte ich darauf bestehen, dass im Vertrag festgehalten wird, dass ich sobald ich eingesetzt werde mehr verdiene?

Das muss auf jeden Fall im Vertrag festgehalten werden! Die mündliche Zusage bringt Dir im Ernstfall nichts.

m3nt0r schrieb:
Einerseits verursache ich nur Kosten, bringe der Firma aber nichts ein.

Mach Dir darüber mal keine Gedanken. Eine Arbeitsstelle soll ja ein Verhältnis auf Dauer sein und Du musst Dich eben auf Dauer lohnen.

m3nt0r schrieb:
was für ein Gehalt soll ich annehmen (mein Gehaltswunsch 2200 Brutto (Österreich: 14 Gehälter))? Wieviel darf das unter meinem Gehaltswunsch liegen?

Also Deinen Gehaltswunsch finde ich realistisch. Ich würde mich als Einstiegsgehalt auf minimal 2000 einlassen, mit der Klausel, das Gehalt nach einer kurzen Einstiegsphase auf 2200 zu erhöhen.
 
@t-kay187
Was machst du denn genau?
Job-Beschreibung von der Firma:
• In einem Team mit unseren Projektleitern und Entwicklungskollegen bringen Sie in enger Abstimmung Ihre Lösungsideen ein
• Eigenverantwortliche Realisierung von Software-Komponenten und Integration in eine Gesamtlösung
• Sie modellieren relationale Datenbanken
• Darüber hinaus unterstützen Sie uns bei Test und Abnahmen von Softwareprojekten

Welche Fortbildungen hast du?
  • Elektronik HTL erfolgreich absolviert, Spezialisierung: Technische Informatik
  • Microsoft KarriereCampus: 6 Wochen Ausbildung als Webdeveloper
  • Berufsbegleitendes Studium: Elektronik und Wirtschaft am Technikum Wien
    komme jetzt ins 5te Semester
 
@Deliberation:

Innerhalb der Probezeit kann man schriftlich und ohne Angabe von Gründen kündigen.
Die Kündigungsfrist beträgt hierbei 2 Wochen und die Probezeit ist variabel ich mein aber max. 6 Monate.
Klar ist eine Arbeitsstelle keine Durchgangsbahnhof, aber ich mache sie mir dazu um meine Einkünfte zu maximieren.
Bitte fang jetzt nicht mit Moral an. Ich handel immer so, dass ich meine Situation optimiere auch auf Kosten anderer.
Nur z.Zt. arbeite ich im elterlichen Betrieb.

@m3nt0r:

Gehaltsvorstellung ist ok, aber nach dem Studium würdest du dich unter Wert verkaufen.
 
Stimmt, dass ich mich dann unter Wert verkaufen würde. Da ich aber jetzt noch nicht fertig bin, wollte ich meine Gehaltsvorstellungen nicht zu hoch ansetzen.
Sobald ich mit dem Studium fertig bin, will ich sowieso erneut ums Gehalt verhandeln, wobei ich das heute aber nicht erwähnen werde :)
 
Wäre auch taktisch unklug. Ich mach auch ein berufsbegleitendes Studium z.Zt., muss jetzt nur noch eine Projektarbeit und die Bachelorarbeit schreiben und dann fertig.
Aber mehr Gehalt würde ich deswegen von meinem Dad nicht bekommen.

Behalte einfach die Kündigungsfristen und lukrativere Stellen im Auge.
 
t-kay187 schrieb:
Innerhalb der Probezeit kann man schriftlich und ohne Angabe von Gründen kündigen.
...
Klar ist eine Arbeitsstelle keine Durchgangsbahnhof, aber ich mache sie mir dazu um meine Einkünfte zu maximieren.
Bitte fang jetzt nicht mit Moral an.

Wieso "Moral"? Ich halte Deinen Ansatz nur für unsinnig und kontraproduktiv. Das Gehalt maximiert man durch a) kluge Gehaltsverhandlungen und b) beruflicher Qualifikation und c) einen interessanten beruflichen Werdegang.

Akzeptiert man ein zu geringes Gehalt, so dass man gleich einen neuen Arbeitgeber suchen muss, dann hat man schlecht verhandelt. Hofft man mit Probezeitkündigungen bei einem alternativen Arbeitgeber Punkte machen zu können, dann denkt man falsch. Und wer sich auf einen Arbeitgeber nur einlässt, wenn man gleichzeitig mit einem Bein schon wieder aus der Türe ist, dann wird man weder für den Arbeitgeber noch für sich selbst eine positive Entwicklung generieren. Zudem finanziert kein Arbeitgeber Schulungen, wenn der Arbeitnehmer Dienst nach Vorschrift mit der Aussicht auf einen neuen Arbeitgeber macht.

Also: gleich richtig verhandelt, Berufserfahrung sammeln, Fortbildungen machen und dann entweder im selben Unternehmen aufsteigen oder sich nach nachweislich erfolgreicher Arbeit weg- und damit hochbewerben.
 
Ich würde gut verhandeln, aber auch im Auge behalten das du erst einen Tag Berufserfahrung hast. Bist du gut im Job und die Firma weiß was sie an dir hat kannst du noch höher gehen. Wenn du Probezeit absolviert hast und dich die Firma braucht ists doppelt positiv.

Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist, in meiner Firma ist es so, Jahresvertrag und danach wird neu verhandelt. Ist das zweite Jahr rum wird wieder neu verhandelt mit Festvertrag. Wenn du an dieser Stelle bist verdienst du mit Sicherheit auch dann das Gehalt was dir vorschwebt.

Weiß nicht wie es bei euch mit Jobs und Sicherheit aussieht, nimm den Job an wenns gefällt, nichts ist wichtiger wie Berufserfahrung und der Umgang mit Arbeitskollegen, da kann man sich hin und wieder auch mal Feedbacks vom Chef geben lassen, so handhabe ich das auch, tut auch dem Selbstbewußtsein gut, und die Früchte dessen was du bereits gelernt hast erntest du am Ende des Monats vom Konto :D
 
@Deliberation:

Ich weiß nicht in welcher Branche du arbeitest, aber ich bekomme sehr viel mit, wie sich Angestellte verhalten aufgrund meines Berufes.
Ich habe eine sehr guten Einblick, da ich auf der einen Seite meine Kollegen sehe und auf der anderen die Sicht des AG, welcher mein Vater ist.
Es gibt sehr viele AG die nicht mit sich verhandeln lassen und ein Gehalt festschreiben, entweder der Bewerber akzeptiert dieses, oder tut dieses eben nicht.
Der AG muss es ja nicht mitbekommen wenn man sich woanders bewirbt.
 
Schließe bitte nicht von Deinem Vater auf "sehr viele Arbeitgeber". Das von Dir skizzierte Verhalten ist einfach dumm und schädlich, sowohl für den AG als auch für den AN. Wenn das Gehaltsniveau nicht stimmt und der AG sich nicht bewegt, dann ist die Arbeitsstelle einfach nichts.
 
Das kann ich nur an dich zurückweisen, da ich nicht explizit meinen Vater genannt habe. Ich kenne sehr viele seiner Kollegen und ich habe einige Freunde in rel. hohen Positionen bei sehr großen Herstellern.

Du hast einfach keine Ahnung.
Ich habe gesagt, er sollte die Augen offen halten nach anderen Stellen. Außerdem kann ein Job auch ein sehr schlechtes Gehaltsniveau haben, aber man kann sich bei dem Namen einen sehr guten Namen machen. Nur mal so zur Info.

Aber danke für die Diskussion, welche hiermit beendet ist, denn mit so einem Stammtischniveau gebe ich mich nicht ab.
 
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