Glasfaser Direkter Anschluss AVM Fritz!Box Fiber an passiven ONT bei Vitroconnect-Reseller?

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Hirschlinde

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Hallo Community,

gibt es bereits jemanden, der einen funktionsfähigen Anschluss einer AVM Fritz!Box 5530 (oder 5590) direkt mittels Glasfaser und nicht am WAN-Anschluss der Box an einem der Vitroconnect-Reseller am laufen hat?

Vitroconnet ist laut deren Homepage unter anderem Reseller für:
  • BBV-Deutschland / Wir-sind-TONI
  • Deutsche GigaNetz
  • UGG/Unsere Grüne Glasfaser
  • Deutsche Giga Access
  • ...

So wie ich es in Erfahrung bringen konnte, laufen bislang alle GPON-Anschlüsse auf "aktiven" Fibertwist G2110 ONTs, welche ein eingebautes Modem besitzen, so dass der WAN-Anschluss einer x-beliebigen aktuelleren Fritz!Box o.ä. Endgeräte benutzt werden muss. Ich bin übrigens Kunde bei der BBV-Deutschland mit einem "TONI"-Tarif an einem GPON-Anschluss.

Bei den "Fiber"-Boxen von AVM (5590, 5530 54xx) besteht ebenfalls die Möglichkeit die Faser direkt vom APL via "passivem" Anschluss/ONT in den Glasfaser-Eingang der Fritz!Box zu gehen. Hierzu bietet Genexis einen Fibertwist F2110 bzw. F2115 an, welcher aus dem APL einen passiven ONT macht. Die Firma Genexis verweist hierzu explizit auf die "Routerfreiheit" gemäß §73,1 TKG. Hänge hier das PDF einmal mit an.

Meine Fragen sind:
1.) Wer hat eine o.g. Fritz!Box bereits direkt mittels Glasfaseranschluss und nicht per WAN-Anschluss am Laufen?

2.) Wie wurde bei der Hotline / Vertrieb vorgegangen, damit solch ein Vorhaben realisiert werden konnte?

3.) Gibt es "Mustereinstellungen" für die Fritz!Box Fiber für andere Nutzer gleichen Interesses, die diese übernehmen können?

4.) Gibt es andere Lösungen / Szenarien bei den unterschiedlichen Resellern von Vitroconnect, die nicht auf einen Fibertwist ONT basieren? Gibt es dort "passive" Lösungen?

Bei der Telekom und weiteren Anbietern gibt es bereits die Möglichkeit, dass direkt an der Faser der Router angeschlossen wird. Dann sollte es auch für Vitroconnect-Reseller möglich sein, dies anzubieten.

Ich habe auf verschiedenen Webseiten zu dieser Thematik mal gelesen, dass die Provider nicht so glücklich sind, wenn der Kunde einen passiven ONT anstelle einer "aktiven" Modem-WAN-Lösung. Es wird auf mögliche Störungen des Netzes beim "Mischbetrieb" hingewiesen. Andererseits haben Verbraucherschutzorganisationen in RLP bereits eine Klage für passive Anschlüsse bei Vodafone eingereicht.

Ich bin mal auf die Antworten hier gespannt. Herzlichen Dank für die Diskussion.
 

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Hirschlinde schrieb:
3.) Gibt es "Mustereinstellungen" für die Fritz!Box Fiber für andere Nutzer gleichen Interesses, die diese übernehmen können?
Soweit ich weiß konnte die FB 5530 die SN des originalen ONT klonen bzw. sich als solcher ausgeben. Evtl. wäre das eine Lösung, war aber, was ich aus Forenberichten mitbekommen habe, nicht unbedingt intuitiv.
Hirschlinde schrieb:
Ich habe auf verschiedenen Webseiten zu dieser Thematik mal gelesen, dass die Provider nicht so glücklich sind, wenn der Kunde einen passiven ONT anstelle einer "aktiven" Modem-WAN-Lösung.
Nur zwecks Wortwahl: Ein ONT ist immer aktiv, weil er ja das optische Netz terminiert und auf was anderes wandelt. Für eine Gf-Anschlussdose ähnlich einer (Kupfer-)TAE hat sich als Bezeichnung meinem Eindruck nach der Telekom-Begriff "Gf-TA" durchgesetzt, also "Glasfaser-TeilnehmerAnschluss(einheit)". Korrigiert mich gerne, wenn es andere Erfahrungen gibt.
Hirschlinde schrieb:
Andererseits haben Verbraucherschutzorganisationen in RLP bereits eine Klage für passive Anschlüsse bei Vodafone eingereicht.
Wenn auch OT: Gibts da verlinkbare Meldungen/News dazu? Vodafone hat sich da ja seit längerem quergestellt und mich persönlich interessiert es schon, was da rauskommt.
 
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Hirschlinde schrieb:
Gibt es "Mustereinstellungen" für die Fritz!Box Fiber für andere Nutzer gleichen Interesses, die diese übernehmen können?
Das Problem ist, dass das Set an Daten, welches man für den Zugang zum GPON braucht, von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sein kann. Seriennummern, Softwarestände, PLOAM, MAC Adressen usw. - infrage kommen sicherlich 10 - 15 Parameter, von denen man die meisten nicht aus den vorhandenen ONTs auslesen kann. Entsprechend schwierig wird.

Dir bleibt nur, dich auf die Suche zu begeben, ob jemand anders es schon mal probiert hat und wie weit er gekommen ist. Oder es eben selber zu probieren.
 
Die BBV hat ja angegeben zu prüfen bzw. zukünftige realisieren zu wollen, das man den aktiven ONT nicht mehr zwingend benötigt.
Hierzu gab es mal einen Artikel in der RNZ.
 
Danke für die Antworten.

Die Bezeichnung mit Gf-TA als "Passiver Abschluss" stimmt. Das finde ich beim weiteren Recherchieren auch so. Ich werde das in mein Vokabular mit einbauen, versprochen. :daumen:

Da die BBV diesbezüglich schon sehr viel versprochen hat, rechne ich mit einer Umsetzung, dass kein aktiver ONT mehr benötigt wird, erst in 2024... Mal schauen, ob ich Recht behalte.

Dass so viele Parameter für den GPON-Betrieb greifen, wusste ich nicht. Ich dachte immer, dass es gewisse Standards gibt, an die sich alle Glasfaser-Provider halten müssen, damit solch ein Netzwerk funktioniert. Wenn da aber jeder sein eigenes Süppchen kocht, kann ich auch nachvollziehen, warum die Provider sich sträuben, "Fremdhardware" zuzulassen.

Schade eigentlich...
 
Hirschlinde schrieb:
Dass so viele Parameter für den GPON-Betrieb greifen, wusste ich nicht. Ich dachte immer, dass es gewisse Standards gibt, an die sich alle Glasfaser-Provider halten müssen, damit solch ein Netzwerk funktioniert. Wenn da aber jeder sein eigenes Süppchen kocht, kann ich auch nachvollziehen, warum die Provider sich sträuben, "Fremdhardware" zuzulassen.
GPON als solches ist ja durchaus standardisiert, aber wie es ausschaut die Authentifizierung der ONT nicht so recht. Da gibt es wirklich verschiedene Arten...
 
Die ITU hatte beim Design von GPON halt das Model im Kopf der ONT bleibt Eigentum und unter Kontrolle des ISPs... nur beisst sich das halt jetzt mit der rechtlichen Situation in der EU. Das ist fuer ISPs schlecht die unter dem IU Model geplant haben, und sicher auch schluesselfertige Loesungen von ihren Geraeteanbietern bezogen haben duerften bei denen der Anbieter/Hersteller darum bemueht war Lock-In zu erzeugen... (das ist jetzt mein Verdacht, den ich nicht mit Fakten erhaerten kann). IMHO ist die Unterstützung von ONT-Freiheit letzylich auch im Sinne der ISPs da es sie weniger stark vm aktuellen Anbieter macht, was aber wenig hilft wenn ein Ausbau unter der ISP-ONT Annahme finanziert und getätigt wurde...
 
Die BNetzA hat sich mit dem BUGLAS eigentlich über das ONT-Thema schon geeinigt siehe (https://fragdenstaat.de/a/209147). Aber irgendwie habe ich aktuell noch keine Umsetzung der Mitgliedsunternehmen gefunden.

Wir alle können nur hoffen, dass die VZ-RLP Klage gegen die abgemahnten Provider erhebt wenn Sie der Abmahnung nicht folgeleisten. Anders wird dieses Thema sicherlich nicht abschließend geklärt werden. Meine Vermutung nach wird das auch durch alle Instanzen gehen, wir dürfen nicht vergessen, dass es für die Provider eigentlich kein Mehrwert darstellt, sondern nur kostenverursacht.
 
Zuletzt bearbeitet:
f1d1l1ty` schrieb:
wir dürfen nicht vergessen, dass es für die Provider eigentlich kein Mehrwert darstellt, sondern nur kostenverursacht.
Jein... IMHO ist es sicher so, dass eine proprietaere Konfiguration eines Hestellers wie z.B. Huawei oder Nokia erstmalig günstiger sein kann als eine Konfiguration die einfachen Austausch von Teilen wie den ONTs zulaesst, aber mittel- und langfristig sollte es fuer ISPs die preiswertere Variante sein sich nicht an einen Anbieter zu fesseln. (Wenn die Standards keine ausreichende Konfigurationsmoeglichkeiten anbieten, dann muss man sich als ISP halt in die Standardisierung einmischen und die Anforderungen bei ITU, IEEE, IETF und CO. klar zum Ausdruck bringen).

f1d1l1ty` schrieb:
Die BNetzA hat sich mit dem BUGLAS eigentlich über das ONT-Thema schon geeinigt siehe (https://fragdenstaat.de/a/209147). Aber irgendwie habe ich aktuell noch keine Umsetzung der Mitgliedsunternehmen gefunden.
Danke, interessant, gerade auch wie wenige echte technishe Argumente da fuer "ISP-ONTs" gebracht wurden, was andeutet, dass es kein technisches sondern ein wirtschaftliches "Problem" war/ist.
 
Hallo Hirschlinde,

ich bin seit September 2021 bei der BBV Thüringen (Provider Vitroconnect). Nach einigem hin und her und Einschaltung der Verbraucherzentrale ist die BBV nun soweit, dass die Nutzung einer FRITZ!Box 5530 Fiber (oder FRITZ!Box 5590 Fiber) möglich ist (also „nativ“ inkl. integriertem ONT unter Wegfall des zusätzlichen Genexis Fibertwist). Erst hieß es, das Gerät sei nicht kompatibel, inzwischen ist eine Nutzung „natürlich“ möglich.

Ich halte dich/euch gern auf dem Laufenden. Meine Umstellung soll im September erfolgen.

Ich kann nur empfehlen hartnäckig zu bleiben. Gern kann ich weitere Details zur Verfügung stellen, falls deine Anfrage geblockt wird.



Viele Grüße

Christian
 
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Hey Christian,
Danke für die Info! Ich warte auch darauf, das die BBV diesen Schritt geht und ich eine dezidierte Fritte ohne Fibertwist einsetzen kann.
Hier hat lokal schon eine Zeitung über den Missmut einiger Nutzer berichtet.
 
Letztlich besteht die gesetzliche Regelung zur Endgerätewahlfreiheit ja schon seit geraumer Zeit und auch so Schwergewichte wie Telekom oder Vodafone lassen eigene Geräte zu. Die BBV hat mich hingehalten mit der Aussage, dass es technisch nicht möglich ist und man an einer Lösung arbeite, obwohl es vor Vertragsschluss hieß, es ist möglich.

Irgendwann wurden Nachfragen überhaupt nicht mehr beantwortet. Nur das Einschalten der Verbraucherzentrale brachte wieder Bewegung in die Sache mit der Aussage, dass es technisch schon länger möglich ist auch Geräte mit integriertem ONT zu nutzen und ein Verstoß nicht festgestellt werden kann. Na ja, ich warte jetzt auf Rückmeldung für die Umschaltung auf die 5530.
 
Cris22 schrieb:
Letztlich besteht die gesetzliche Regelung zur Endgerätewahlfreiheit ja schon seit geraumer Zeit und auch so Schwergewichte wie Telekom oder Vodafone lassen eigene Geräte zu.
Bei Vodafone-FTTH wäre mir das neu? @f1d1l1ty`streitet sich da ja mit denen rum.
 
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rezzler schrieb:
Bei Vodafone-FTTH wäre mir das neu? @f1d1l1ty`streitet sich da ja mit denen rum.

Der Sachstand ist aktuell meines wissen unverändert. Ich werde die Tage aber noch mal nachfragen.
Ergänzung ()

Holzkopf schrieb:
Bezüglich Vodafone befinden sich die FritzBox Fiber wohl in der Validierung.

Ob VF auch daran denkt kostenfrei eine GF-TA zu installieren wo die Subunternehmer es vergessen oder nicht gewusst haben diese zu installieren. Da bin ich gespannt
 
Zuletzt bearbeitet:
Cris22 schrieb:
Erst hieß es, das Gerät sei nicht kompatibel, inzwischen ist eine Nutzung „natürlich“ möglich.

Ich halte dich/euch gern auf dem Laufenden. Meine Umstellung soll im September erfolgen.

Ich kann nur empfehlen hartnäckig zu bleiben. Gern kann ich weitere Details zur Verfügung stellen, falls deine Anfrage geblockt wird.
Das würde mich natürlich sehr interessieren. Auf meine bisherigen Nachfragen hin wurde nur geantwortet, dass man die AVM Fiber-Boxen noch "validieren" müsse. Das würde noch etwas dauern.

Nun, ich bin gespannt, wann die erste AVM-Fiber-Box im Vitroconnect-Netz solo online geht.

Danke für die Info!
 
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f1d1l1ty` schrieb:
Ob VF auch daran denkt kostenfrei eine GF-TA zu installieren wo die Subunternehmer es vergessen oder nicht gewusst haben diese zu installieren. Da bin ich gespannt
Wie ist der aktuelle ONT angeschlossen?
Ich vermute mal naive, dass da ein Stecker im Einsatz ist, und da vermute ich wirst Du einen alternativen ONT anschliessen koennen?


Hirschlinde schrieb:
Auf meine bisherigen Nachfragen hin wurde nur geantwortet, dass man die AVM Fiber-Boxen noch "validieren" müsse. Das würde noch etwas dauern.
Clever, das ist ein Argument welches die BNetzA akzeptieren wird, und eines was man auch als Endkunde kaum in Frage stellenkan, was nuetzt einem ONT Freiheit, wenn der Frmd-ONT nicht zuverlaessig mit dm OLT kooperiert?
 
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