GregoryH schrieb:
Weiß jemand wie ich mit ExactAudioCopy direkt mit 96KHz und 24bit rippen kann? Oder gehst das nur auf bestimmten CDs?
Übrigens ist der mögliche Dynamikumfang eines 16bit-Signals schon höher als ein menschliches Gehör überhaupt wahrnehmen kann.

Die zusätzlichen 8bit würden somit lediglich den Umfang um extrem leise Töne, die man gegenüber dem Rest nicht mehr wahrnehmen kann, oder um extrem laute Töne, die man ohne Gehörschaden dann nicht mehr übersteht, erweitern können.
Wenn man also den Pegel bei einem 16bit Signal so einstellt, dass man möglichst viele darin vorkommenden Lautstärken wahrnehmen kann, würde der zusätzliche Dynamikraum von 24bit rein gar nichts mehr bringen.
24bit-Speicherung und Verarbeitung dient einzig und allein dem Zweck, dass Audiofilter darauf dann erheblich präziser ohne hörbaren Qualitätsverlust berechnet werden können. Ob man sich das Endergebnis dann aber in 24bit oder 16bit anhört, spielt absolut keine Rolle.
Zur Samplingrate gibt es auch eine einfache Rechnung, die man zum Urteil über Sinn oder Unsinn von Musik > 44.1kHz heranziehen kann.
Das menschliche Gehör kann etwa 20Hz bis 20kHz wahrnehmen. Nach dem Nyquist-Shannon-Abtasttheorem muss man ein kontinuierliches Signal einer bestimmten Frequenz lediglich mit der doppelten Frequenz diskret abtasten, um aus den so erhaltenen digitalen Daten das Ursprungssignal ohne Informationsverlust perfekt rekonstruieren zu können.
Nehmen wir also ein vom menschlichen Gehör maximal wahrnehmbares kontinuierliches Signal mit der Frequenz 20kHz. Um das digital perfekt abzubilden und später wieder ohne jeglichen Informationsverlust rückgewinnen zu können, genügen demnach 40kHz.
Die 44,1kHz einer CD bieten daher sogar noch zusätzlichen Spielraum, der bereits über das Ziel hinausschießt. Das ist auch der Grund, warum man diese Frequenz für CDs gewählt hat. Das basiert einzig und allein auf solchen Rechnungen, nicht etwa darauf, dass technisch bei der Festlegung des CD-Standards noch nicht mehr möglich gewesen wäre.
Die Speicherung in 96kHz hat somit nur dann Vorteile, wenn man dann auch Frequenzen bis 48kHz hoch originalgetreu wiedergeben möchte.
Bereits bei 17kHz steigen erfahrungsgemäß aber schon die meisten Menschen bei der Wahrnehmbarkeit aus, das kann mit einem Signalgenerator jeder für sich selbst überprüfen. Wer da nicht über 20kHz kommt, bei dem ist es schon rein physikalisch unmöglich, dass er bei 96kHz-Material eine bessere Qualität raushört. In so einem Fall handelt es sich um reine Einbildung resultierend aus dem Glauben, etwas Besseres abzuspielen.
Es geht sogar so weit, dass man mathematisch beweisen kann, dass alle Daten, die über die 2fache Abtastfrequenz hinaus gehen, komplett irrelevant für die Rekonstruktion des Signals sind. Das sind dann lediglich sowas wie zusätzliche Messpunkte, die den Kurvenverlauf, den man aus den 44,1kHz bereits perfekt gewonnen konnte, noch bestätigen.
In etwa so, als würdest du bereits wissen, das Signal ist ein Sinus mit Amplitude A und Frequenz f (womit du das Signal dann schon zeichnen könntest), aber hättest dann zusätzlich noch ein paar Punkte gegeben, die auf der Sinuskurve liegen. Reine Speicherverschwendung, die auch noch anzugeben, da du auch ohne sie bereits den Kurvenverlauf hättest.
Wie bei der Bittigkeit haben die zusätzlichen Informationen nur dann einen Vorteil, wenn man bestimmte Filter auf das Signal anwenden will.
Z.B. bei besonders steilflankigen Tiefpassfiltern. Für die Darstellung steilflankiger Signale oder im Extrem von Rechtecksignalen benötigt man nämlich deutlich mehr Informationen. Das macht aber auf die Qualität beim Hören später ebenfalls keinen Einfluss.