Duales Studium - Pro und Contra

NotJoel

Lieutenant
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Hallo liebe Community,

in einem Jahr werde ich voraussichtlich mit einem bayerischen ~1,5er Abi die Schule beenden und mich dann in Richtung Studium wagen.

Ich habe bereits einiges an Recherche durchgeführt und bin zu folgender Auflistung meiner präferierten Optionen gekommen:
- Duales Studium (DS) bei Bosch
- DS bei Siemens
- DS bei Daimler
- Normales Studium mit anschließendem Master

Wie man sehen kann sind das drei sehr renommierte Firmen, die alle ein DS für den Bachelor of Engineering - Elektrotechnik anbieten.

Bei dieser Auswahl fällt es mir leider recht schwer, mich zu entscheiden, da jede Option sowohl eine positive als auch eine negative Seite hat:

Duale Studien bieten mir natürlich Berufserfahrung, eine saftige Bezahlung und eine hohe Chance auf eine direkte Übernahme.
Leider sind diese immer nur auf einen Bachelor ausgelegt und nicht auf meinen gewünschten Master.

Das normale Studium hingegen bringt mir eine Menge an Freizeit und meinen gewünschten Abschluss.

Meine Frage an euch: Welche Kriterien würdet ihr als besonders wichtig empfinden, falls ihr vor dieser Entscheidung stehen solltet?

LG
Sammy
 
Mache selber ein DS bei einem der drei und kann sagen das es echt einiges an Arbeit ist, du hast keine Semesterferien bekommst aber Geld und die Übernahme ist dir eig auch sicher bzw wenn nicht, nimmt dich wer anders. Wenn du normal studierst verschiebst du das Arbeitgebersuchen nur nach hinten und hast mehr Freizeit. Der Master kann dir ggf auch bezahlt werden wenn dein Unternehmen entscheidet das dass einen Vorteil bringt, also ist der Master auch nicht ausgeschlossen.
 
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JaboSammy schrieb:
Duale Studien bieten mir natürlich Berufserfahrung, eine saftige Bezahlung und eine hohe Chance auf eine direkte Übernahme.
Leider sind diese immer nur auf einen Bachelor ausgelegt und nicht auf meinen gewünschten Master.

Das normale Studium hingegen bringt mir eine Menge an Freizeit und meinen gewünschten Abschluss.

Versteh dein Problem nicht. Du tust ja gerade so als ob du dann in der Firma arbeiten müsstest nach dem Bachelor.
Du kannst dein Master machen so oder so.

1. normales Studium -> Master
2. DS und Master mit Support von der Firma
3. DS mit Firma und Master ohne Support der Firma

Wie du sehen kannst viele Wege führen nach Rom.
Die Frage die sich stellt ist die. Willst Freizeit haben oder Geld/ Berufserfahrung haben wenn es zum Master geht? Selbst nach deinem Master stehst mit ein wenig Berufserfahrung besser da als ohne. Das ist aber nur meine bescheidene Meinung.

Gruß
 
Zusammenfassend seht ihr beide in einem DS vorwiegend positives.

@"Du tust ja gerade so als ob du dann in der Firma arbeiten müsstest nach dem Bachelor. "

Es ist ja so, dass die meisten Firmen nach dem Bachelor von dir noch X Jahre tatsächlicher Vollzeitarbeit verlangen. Dies trifft zwar nicht auf jedes Unternehmen zu, ist jedoch nicht ungewöhnlich.

Die Sache an dem Master ohne Support von der Firma nach einem unterstütztem Bachelor ist, dass man sich natürlich an das gar nicht unangenehme Gehalt gewöhnt hat und man seine Lebensstandards doch wieder ein wenig runterschrauben muss, was jedoch vollkommen machbar ist :D

Am liebsten wäre mir selbstverständlich Option 2 von Paradox. Auch wenn das mit viel Arbeit verbunden ist scheint ein DS viele und große Vorteile zu bieten.
 
Ich muss natürlich sagen das ich die Verträge von den oben genannten Firmen nicht kenne. Ob du dich verpflichten musst dort zu arbeiten oder nicht weiß ich nicht. So etwas kann man ja erfragen, ist also nicht unbedingt eine Katze im Sack die man kauft.
 
Hey JaboSammy!

JaboSammy schrieb:
Es ist ja so, dass die meisten Firmen nach dem Bachelor von dir noch X Jahre tatsächlicher Vollzeitarbeit verlangen. Dies trifft zwar nicht auf jedes Unternehmen zu, ist jedoch nicht ungewöhnlich.
Nicht selten ist es so, dass man die 'X Jahre' auf 'nach dem Master' quasi verschieben kann.
Die 'Ausstiegsklauseln' (also 'was passiert, wenn man nicht X Jahre bleibt') können mWn. auch (je nach Betrieb) höchst unterschiedlich ausfallen und evtl. eine weitere Möglichkeit darstellen.
Mach' erstmal deinen Bachelor und sieh' dann weiter, würde ich raten.
Erst dann wirst du denke ich überhaupt feststellen können, ob du überhaupt noch einen Master machen möchtest
und auf welchem Weg (Fernstudium? Berufsbegleitend studieren? Erst 'X (oder Y) Jahre' arbeiten, dann Master? Gleich Master, dann 'X Jahre' arbeiten? Gleich den Master machen, dann 'was anderes? etc.) du dorthin gehen möchtest.

Grüße,
cb-leser
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für eure Meinungen :)

Ich bewerbe mich in den nächsten Woche für alle der drei Studienplätze und dann werde ich erst einmal sehen müssen, ob ich überhaupt diese Auswahl an Optionen habe und nicht eventuell drei mal angelehnt werde :P

Eure Meinungen haben mir wirklich weitergeholfen und auch das direkte Feedback von M-X ist natürlich klasse.

Die einzigen Bedenken die ich nunmehr bei einem DS habe sind die, dass ich zwar gut mit Druck zurechtkomme jedoch auch nichts dagegen habe sehr entspannt zu leben :P Wenn man jedoch weiter in die Zukunft blickt ist ein DS wohl der beste Weg ins Berufs- und Studien-leben einzusteigen mit einer guten Aussicht auf die Zukunft, selbst wenn man als Dualer Student nicht (mehr) die Freiheit von Wochenlangen Ferien genießen kann.

Danke nochmals an Alle :)
 
Ich hab auch ein duales Studium abgeschlossen. Gerade die Bindungsklausel fande ich gar nicht so schlimm. Du hast eine Übernahme-Garantie und bekommst direkt nach Abschluss deines Studiums noch Berufserfahrung "geschenkt". Also da gibt es definitiv schlimmere Regeln in Arbeitsverträgen.
 
2. DS und Master mit Support von der Firma

Ist eher selten. Selbst bei großen Unternehmen.

Duale Studien bieten mir natürlich Berufserfahrung, eine saftige Bezahlung und eine hohe Chance auf eine direkte Übernahme.

Naja hab mich damals auch auf ein paar Stellen beworben und hätte bei einem großen Versicherer anfangen können. Habe mich aber dagegen entschieden, weil ich das System nicht interessant fand. Außerdem hätte man zwischen Studienort und Arbeitsplatz ständig hin und herfahren müssen. Im Nachhinein keine wirklich schlechte Entscheidung, weil ich als Werkstudent seit ein paar Jahren bei einem großen DAXunternehmen arbeite und finanziell etwa auf das Gleiche rauskomme, mir aber die Zeit frei einteilen kann wann ich arbeiten gehe.
 
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So einfach ist die Entscheidung nicht. Ich hätte bei einem großen Stromkonzern ein ausbildungsintegriertes duales Studium in 5 Jahren machen können (Elektroniker für Betriebstechnik und Dipl. Ingenieur E-Technik), aber ich habe mich dagegen entschieden. Erstens kam ich mir im gesamten Bewerbungsprozess verarscht vor, zweitens hätte ich 2 Jahre lang alle 2 Wochen meinen Standord wechseln müssen (250km) und drittens hätte ich nicht die Freiheit der Wahl im Studium gehabt. Man verdient zwar Kohle, der eine mehr, der andere weniger, aber man genießt nicht die Freiheiten des normalen Studiums.

Edit: Ich habe damals, vor dem Studium, auch garnicht das Spektrum des Studiengangs ETechnik gerafft und hätte mich im nachhinein geärgert, mich damals auf eine Spezialisiserung festgelegt zu haben, wie man es bei einem dualen Studium macht.
 
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Spezialisierung im dualen Studium? Nein
 
Zuletzt bearbeitet: (überflüssiges Zitat entfernt!)
kasir schrieb:
Edit: Ich habe damals, vor dem Studium, auch garnicht das Spektrum des Studiengangs ETechnik gerafft und hätte mich im nachhinein geärgert, mich damals auf eine Spezialisiserung festgelegt zu haben, wie man es bei einem dualen Studium macht.

Das kommt wohl eher auf den Konzern und das Studium an, bei uns ist nichts von Spezialisierung.
 
JaboSammy schrieb:
Wenn man jedoch weiter in die Zukunft blickt ist ein DS wohl der beste Weg ins Berufs- und Studien-leben einzusteigen mit einer guten Aussicht auf die Zukunft, selbst wenn man als Dualer Student nicht (mehr) die Freiheit von Wochenlangen Ferien genießen kann.

Naja, die freie Zeiteinteilung fällt komplett weg als Dualer. Ich finde die Freiheit einfach klasse. Aber das hängt sicherlich auch stark von der Persönlichkeit ab :)

Hier noch ein paar Vorteile der klassischen Unis:

+ meist über 100 Sportkurse für 0€. Da kannst du alles ausprobieren :)
+ diverse Hochschulgruppen für alle Interessen: Orchestra, Flugzeugbau, Rennteams und so weiter (sehr oft auch berufsrelevant !)
+ viel viel viel größerer Vorlesungs-Pool. Du kannst einfach mal über den Tellerrand schauen (meist zwingt einen die Uni sogar dazu ein paar CPs in externen Fachbereichen zu holen)
+ mehr Angebote bei Sprachen
+ z.T. Unikinos. Bei uns kostet ein Unikinobesuch 2.50€ und du darfst eigene Getränke/Essen mitnehmen. Dazu haben die einen fetten 4K Beamer mit allem drum und dran :)
+ meist ohne Anwesenheitspflicht. Statistik habe ich z.B. nie besucht, da der Prof. eine didaktische Niete ist (musst halt selbst lernen)
+ flexiblere Urlaubszeiten oder einfachere Heimatbesuche. Ich den Semesterferien bin ich teilweise 6+ Wochen zurück in die Heimat gefahren
 
Cokocool schrieb:
Hier noch ein paar Vorteile der klassischen Unis:
......

Das meiste was du ja aufgezählt hast sind Freizeitangebote. Brutal ausgedrückt "nice to have"mehr nicht. Das einzige was wirklich ein Vorteil wäre sind:
+ viel viel viel größerer Vorlesungs-Pool. Du kannst einfach mal über den Tellerrand schauen (meist zwingt einen die Uni sogar dazu ein paar CPs in externen Fachbereichen zu holen)
+ mehr Angebote bei Sprachen

Natürlich hat man gewisse Freiheiten und mehr Freizeit die aber nicht jeder hat. Nicht jede Familie ist gut betucht, daher gibt es auch genügend die nebenher arbeiten müssen (Studentenjob) oder in den Semesterferien arbeiten gehen. Das sollte man schon ganz nüchtern und realistisch betrachten.
 
Brutal ausgedrückt "nice to have"mehr nicht.

Würde ich auch so sagen. Davon abgesehen, dass er nur von Uni gesprochen hat, worum es ja in dem Thread nicht wirklich geht. Sondern zwischen normalen Vollzeitstudium und dualen Studium. Relevant wird es eventuell wieder wenn derjenige noch einen Master oder ein Promotionstudium draufsetzen will, weil Bachelorabsolventen von FH und vorallem von dualen Hochschulen oft als zweite Klasse an Unis angesehen werden und viele Bachelormodule als Auflage nachholen müssen oder garnicht erst ihre Promotionstelle/wissenschaftliche Stelle erhalten.
 
Paradox.13te schrieb:
Nicht jede Familie ist gut betucht, daher gibt es auch genügend die nebenher arbeiten müssen (Studentenjob) oder in den Semesterferien arbeiten gehen.
Dank Bafög und KfW ist niemand wirklich gezwungen nebenher zu arbeiten und kann sich wenn gewünscht voll aufs studieren konzentrieren. :)
 
Wind1945 schrieb:
Wenn du überzeugt bist das Duale - Studium zu schaffen, dann mach es. Du bekommst auch noch eine Ausbildung.

Gruß

Das stimmt so nicht! Die meisten dualen Studiengänge in DE sind praxis-integriert und nicht ausbildungs-integriert! Das macht einen gewaltigen Unterschied.
 
Bei uns erhalten z.B. die Wirtschaftsinformatiker im dualen Studium keinen Ausbildungsabschluss, sie bekommen praktische Sachen vermittelt aber keine offiziellen Dokumente da es keinen vorgesehenen Abschluß dafür gibt.

Wenn man die Ausbildung will muss man es bei uns jedenfalls wie ich machen, Ausbildung -> berufsbegleitendes Studium.
 
Es scheint ja tatsächlich viel zu geben, worüber man nachdenken muss :P

Es wäre mir sehr recht an einer Uni zu studieren, um mich mal dazu zu äußern - nicht, dass ich etwas gegen FHs hätte - jedoch stelle ich mir das Leben an einer Uni noch ein kleinen Tacken angenehmer vor, besonders wo der FH-Abschluss ja doch öfters nicht 1:1 mit einem Uni-Abschluss gleichgestellt wird.

Um der Sache noch ein wenig mehr Pepp zu geben: Ich wohne in Bayern. D.h. eine Ausbildung in diesem Sinne bekomme ich z.B. bei meinem lokalen Beispiel von Bosch - hier würde ich jedoch alle 3 Monate zwischen Stuttgart und Ort X hin und her pendeln müssen um von der Uni zum Arbeitsplatz zu kommen. Nach einem Gespräch mit dem Personalleiter der Bosch Filiale meinte dieser, dass ein DS mit Ausbildung in Bayern nur über einen sehr umständlichen Weg erreichbar ist und dies insgesamt 3 Jahre in Anspruch nehmen würde (mit Bachelor, versteht sich).

Ich schicke die Bewerbungen diese Woche einfach mal raus - verbindlich ist dadurch ja noch nichts. Damit schaffe ich mir vorerst einen Überblick, welche Möglichkeiten überhaupt zur Wahl stehen :D

Zum Thema Spezialisierung: Soweit ich weiß, wird bei den Unternehmen die bei mir in Frage kommen nichts bestimmt und es liegt allein in meiner Entscheidung, welche Spezialisierung ich im 2. und 3. Jahr auswähle :?
 
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