News E-Book-Reader: Buchkette Waterstones nimmt Kindle aus dem Sortiment

Mighty X

Commander
Dabei seit
Apr. 2011
Beiträge
2.241

mischaef

Kassettenkind
Ersteller dieses Themas
Teammitglied
Dabei seit
Aug. 2012
Beiträge
4.466
durch den Buchbindungspreis haben die ja keinerlei Spielraum, müssen aber gleichzeitig teure Mieten zahlen und ggf. auch ein paar Mitarbeiter usw.
Aber eben genau deswegen gibt es sie noch! Das Buch kostet in der großen Kette genausoviel wie im kleinen Laden zwei Straßen weiter. Gäbe es die Preisbindung nicht, würden die großen Ketten sowie Amazon die Bücher zwar deutlich günstiger verkaufen, wasm manchen Nutzer sicherlich freuen würde, aber viele Buchhandlungen bekommen diese Rabatte nicht und könnten diese Preise nicht mitgehen. Das Ergebnis: Viele Buchhanldungen müssten schließen, der Markt würde nach einiger Zeit nur von ein paar großen "Playern" bestimmt. Gleiches gilt für E-Books im Vergleich zu gedruckten Büchern.

Wer wissen will was das bedeutet, kann sich gerne mal anschauen, was in Amerika nach der Einführung des Kindles passiert ist: Amazon hat E-Books unter dem Selbstpreis rausgehauen um das Format zu pushen und die Leute haben wie wild gekauft. Ergebnis hier: Der Absatz von gedruckten Büchern brach massiv ein, viele Buchhandlungen mussten schließen. Mittlerweile gibt es mittelgroße Städte in den USA, in denen es keinen einzigen Buchladen gibt, Amazon aber einen Marktanteil dort von über 40% einnimmt. Ganz langsam erholt sich der stationäre Buchhandel in den USA seit kurzer Zeit wieder, aber auch nur durch Initiativen wie "Buy Local" oder ähnliches.

So ein Szenario wünsche ich mir für Deutschland aber nicht...
 

Datox

Newbie
Dabei seit
Okt. 2015
Beiträge
1
Ich war lange Zeit nicht bereit, mich mit einem eBook-Reader abzugeben, aus den üblichen Gründen: bereits großer Bestand an Büchern (über 3000), der Wunsch Buchreihen komplett und halbwegs einheitlich zu haben (Sammeltrieb) und die Befürchtung die haptischen Eigenschaften (der Geruch, das Geräusch und das echte Gefühl beim Umblättern) zu sehr zu vermissen.

Dazu kam, das viele Modelle nur in der 7"-Klasse angeboten wurden und vor allem, das kaum Modelle mit Farbe zur Auswahl standen (und immer noch stehen, wenn doch dann deutlich teurer). Da ich auch in Comics immer wieder gerne herumschmökere, fielen die gängigen Reader automatisch für mich unter die Kategorie: nicht für meine Zwecke brauchbar. Alle Bilder in Schwarz/Weiß und alles herunterskaliert, so das kleine Schrift zu winziger Schrift wird und ich gezwungen bin ständig aufzuzoomen und dann nur noch einen Teil der Seite im Blick habe... geht ja mal gar nicht.

So war klar, wenn überhaupt probiere ich es mal mit einem Tablet. Das gibts in größerer Angebotsvielfalt in 10" und größer, es kann bunt und wenn das doch nix ist, kann man es immer noch für andere Dinge verwenden. Verbraucht leider die Akkuladung schneller und hat ein Display, das bei bestimmten Lichteinfallwinkeln mit Reflexionen nervt (da ist e-Ink schon geiler), aber irgendwas ist ja immer.

Mittlerweile habe ich mein zweites Tablet und ich benutze es fast ausschliesslich für eBooks. Meine Lesefrequenz hat sich erhöht, allein im ersten Jahr mit Tablet habe ich ca. doppelt so viel gelesen wie in den Jahren zuvor. Mein altes Tab wurde zum Geschenk an eine Freundin, die anfangs die gleichen Bedenken hatte wie ich.
Hätte ich alle Bücher, die ich als eBooks angeschafft habe, als gedruckte Werke gekauft, ich müsste in eine größere Wohnung umziehen. Meine Regale waren schon vorher prall gefüllt und beherrschen viele Quadratmeter meiner Wände. Noch mehr könnte die Grenze zum "zu viel des Guten" leicht überschreiten. Dafür ist es jetzt einfach schön, nach dem Beenden einer Lektüre den Nachfolger direkt zur Hand zu haben, ohne ein einziges Gramm mehr an Gewicht, egal wo ich bin. Leselampe wird auch nie mehr gebraucht.

Für mich gibt es ohne schwerwiegende Gründe kein Zurück mehr. Interessant wäre für mich der Vergleich betreffend der Umwelt. Schade ich ihr mehr, weil ich die Sauereien der Industrie bei der Produktion von Unterhaltungselektronik durch meinen Wechsel unterstütze? Oder bringt es auf der Habenseite langfristig mehr Öko, weil für mich keine Bäume mehr Papier liefern müssen? Habe darüber noch nie was gefunden.

Die Vorstellung einen eBook-Reader im Buchladen zu kaufen, finde ich übrigens kurios.
So ein bißchen klingt das, wie im Kino einen Fernseher kaufen zu gehen.
 

iSight2TheBlind

Admiral
Dabei seit
März 2014
Beiträge
7.335
Wenn du schon kannibalisiert wirst, dann kannibalisier dich selbst.
Trifft nicht zu, da in diesem Fall ein Buchhändler den eBook-Reader der Konkurrenz verkauft hat.
Hier ist es wirklich so, dass die Kette anschließend nie wieder von dem Kunden profitieren würde, mit der kleinen Ausnahme von verkauften Amazon-Gutscheinen.

Anders ist es, wenn beispielsweise Barnes&Noble den (mittlerweile afaik eingestellten) Nook verkauft, das ist ein firmeneigener eBook-Reader und die Gewinne die damit erzeugt werden bleiben somit im Unternehmen.

Das Ergebnis: Viele Buchhanldungen müssten schließen, der Markt würde nach einiger Zeit nur von ein paar großen "Playern" bestimmt. Gleiches gilt für E-Books im Vergleich zu gedruckten Büchern.

Wer wissen will was das bedeutet, kann sich gerne mal anschauen, was in Amerika nach der Einführung des Kindles passiert ist: Amazon hat E-Books unter dem Selbstpreis rausgehauen um das Format zu pushen und die Leute haben wie wild gekauft. Ergebnis hier: Der Absatz von gedruckten Büchern brach massiv ein, viele Buchhandlungen mussten schließen. Mittlerweile gibt es mittelgroße Städte in den USA, in denen es keinen einzigen Buchladen gibt, Amazon aber einen Marktanteil dort von über 40% einnimmt. Ganz langsam erholt sich der stationäre Buchhandel in den USA seit kurzer Zeit wieder, aber auch nur durch Initiativen wie "Buy Local" oder ähnliches.

So ein Szenario wünsche ich mir für Deutschland aber nicht...
Und Amazon nutzt diese Marktmacht auch massiv aus und Verlage die Amazon nicht die Preishoheit über die eigenen Titel übertragen wollten hatten dann ganz plötzlich bei ihren gedruckten Büchern die über Amazon angeboten wurden "Lieferprobleme".


Zu diesem Thema:
Amazon gibt nie irgendwelche Verkaufszahlen heraus, so dass es keine belastbaren Zahlen zu den Verkäufen ihrer eBook-Reader oder auch Tablets gibt.
Sie könnten pro Quartal einige Millionen davon verkaufen - oder aber auch nur 3 Stück.
Deshalb würde ich bei ihren Erfolgsmeldungen immer vorsichtig sein, wer keine Beweise vorlegt kann alles behaupten - nur glauben sollte man es ihm nicht.

Trotzdem ist diese Nachricht kein passender Indikator für einen Misserfolg des Kindles.
Es gibt einfach keinen Grund warum jemand einen Kindle bei einem anderen Händler als direkt bei Amazon kaufen sollte.
(Eine einzige Ausnahme wäre es, wenn man das Gerät unbedingt JETZT benötigt, z.B. weil man noch am selben Tag in den Urlaub fliegt und der vorhandene Kindle gerade kaputt ging).
Selbst wenig technikaffine Menschen ("Großeltern") würden einen Kindle eher von Amazon bekommen, entweder geschenkt oder auch selbstgekauft - denn eine gewisse Kenntnis von "Technik" ist eh notwendig um das Gerät zu benutzen.
Wer in Deutschland in eine große Buchhandlungskette geht und dort nach eBook-Readern fragt und vor Technik eigentlich Angst hat wird das Geschäft doch eh mit dem tolino verlassen, der von den Ketten selbst angeboten wird.
Die Verkäufer dort werden dem älteren Käufer dort einen Account einrichten und schön erzählen, dass er das Gerät jederzeit wieder in den Laden bringen kann um neue Bücher aufzuladen, die Bedienung erklären usw.
Dass sie diese Einführung auch für einen Kindle geben würden ist unrealistisch, denn 1. verdient die Kette daran (langfristig) weniger und 2. ist es eh so einfach den wenig technikaffinen Käufer zum tolino zu leiten, da er im Kindle (samt Anbindung an den beim Käufer eben nicht vorhandenen Amazonkonto) gar keinen Vorteil sehen wird.

Und wenn es kaum einen sinnvollen Grund gibt einen Kindle im Laden eines Buchhändlers statt direkt auf Amazon zu kaufen, dann kauft man ihn eben bei Amazon.
 
Top