Eigene Cloud - Hardwarefrage - Sinnvoll?

kneedeep

Ensign
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Feb. 2010
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Hallo Leute,

ich überlege zuhause einen eigenen Cloudserver einrichten. Probehalber habe ich auf meiner Domain Nextcloud installiert, dort ist der Speicherplatz mit 2Gb allerdings arg knapp bemessen.

Die Frage ist jetzt einfach, kaufe ich z.B. eine WD My Cloud, einen Raspberry Pi mitsamt Zubehör und baue was eigenes oder stocke meinen Vertrag beim Webhoster auf. Ich habe 50.000er DSL mit ca. 6Mbps Upstream.

Ich würde in der Cloud gerne (in erster Linie) Fotos und Musik ablegen. Für den Ordner in dem die öffentlichen Fotos liegen möchte ich einen Link weitergeben, so dass jeder diese in einem Browser anschauen kann. Die Fotos und die Musik möchte ich gerne mithilfe der Foldersync App mit meinem Android Smartphone abgleichen.

Dropbox und Google Drive sind aus Datenschutzgründen für mich keine Alternative.

Was sind eure Empfehlungen?

Vielen Dank für eure Mühe
 
Ich hatte mir letztes Jahr einen Raspi 3 mit Owncloud und externer Platte eingerichtet. Das lief monatelang völlig problemlos, war aber durch die Hardware in der Performance recht limitiert.
Daher habe ich Anfang des Jahres auf einen Gigabyte Brix mit Celeron 3150, 8 GB RAM und eine interne Platte umgerüstet und bin sehr zufrieden mit der Lösung. Einen großen Performance-Schub habe ich neben der Hardware nochmal dadurch bekommen, dass ich aus den Backports Debian auf den Kernel 4.9 und zudem PHP von 5.6 auf 7.0 upgedatet habe.

Für Dokumente und Hörspiele reicht mir das völlig; für Filme oder ähnlich große Dateien wäre die Lösung aber vermutlich zu langsam, würde ich vermuten (wobei ich es nicht ausprobiert habe).

Gruß Jens
 
Je nach Performance eben RasPi 3 oder ein kleines System mit einem Atom SoC (Celeron J/N, Pentium N).

Beim Massenspeicher je nach Bedarf eine Platte nutzen die bestenfalls für 24/7 ausgelegt ist. Das ist sicher kein Muss, bringt jedoch neben der Haltbarkeit auch manchmal eine bessere Leerlaufeffizienz.

Wenn es ein System wird mit Intel CPU, dann bitte kein günstiges 300W ATX Netzteil verbauen (falls Eigenbau) sondern eine microPSU mit einem externen 60-90W Netzteil nutzen. Das erhöht die Effizienz gerade im Leerlauf oft erheblich.

Auch kann man gleich auf einem bestehen den PC mit VirtualBox eine VM des gewünschten Systems testen. Ich teste so meine Debiansysteme vor der Installation auf einer echten Maschine, da ich leichter Befehle und Konfigurationen verändern und nachlesen kann.
 
Auf keinen Fall einen RPi kaufen. Der RPi ist zum Basteln, nicht als "PC" oder "Server" zu nutzen weil das Ding mittlerweile viel zu teuer ist. Es gibt bessere Hardware günstiger mittlerweile. Daß es diese günstigere Hardware gibt ist ein Verdienst des RPi (und der Smartphones), aber wenn man nicht gerade seine eigene Projekte baut ist der RPi die falsche Hardware.

Es kommt am Ende darauf an was der Hoster verlangt ob sich ein Heim Server "rechnet". Zudem: wenn du Dropbox und Google nicht traust, kannst du deinem Webhoster auch nicht trauen... Ich würde dem sogar ehrlich gesagt weniger vertrauen: der ist typischerweise im Inland und damit allen potentiell bösen Behörden viel mehr ausgeliefert als ein ausländischer Cloudanbieter.
 
kneedeep schrieb:
Dropbox und Google Drive sind aus Datenschutzgründen für mich keine Alternative.
das wird schwierig..
weder wdmycloud noch ein falsch konfigurierter raspi kann dieselbe starke verschlüsselung anbieten wie dropbox und google-drive.
mit boxcriptor kannst du den inhalt verschlüsselt zu deinem filehoster (dropbox, google-drive usw.) schicken, der wiederum hat keine möglichkeit deine fotos anzusehen, nur die personen, die den link per secure-email erhalten...
 
Ich nutze einen Debian LXC-Container auf meinem Proxmox-Server (Fujitsu MX130 S2 mit Opteron 8-Kerner). Darin ist Nextcloud installiert. Die Daten liegen in AES verschlüsselt vor und werden per SSL übertragen. Datenkorruption wird durch ZFS Raidz1 und ECC Ram "verhindert". Bin sehr zufrieden damit.
 
@HominiLupus Was für Hardware schlägst du stattdessen vor?

Ich wollte nicht auf boxcryptor setzen, weil mir das für meine Zwecke übertrieben scheint und mir wahrscheinlich neue Probleme bringt. Der Grundgedanke ist, dass ich meine Daten nicht in den USA haben möchte. Wie sinnvoll das letztendlich ist ist natürlich die Frage, aber aus diesem Grund möchte ich weder GoogleDrive noch Dropbox nutzen.
 
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