Einstiegsgehalt FI AE

hendr1k1

Ensign
Registriert
Aug. 2009
Beiträge
182
Moin,

ich habe letzten Monat meine Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung abgeschlossen und werde noch ein bisschen weiterbeschäftigt. Trotzdem muss ich mich ja bewerben und auch meine Gehaltsvorstellung angeben.

Nur weiß ich nicht so genau was ich verlangen kann mit einem IHK Abschluß von 2.4 und Berufsschulabschluß von 1.3 und einem sehr guten Arbeitszeugnis.

Ich habe auf Absolventa gelesen, dass das Einstiegsgehalt wohl 2000€ monatlich betragen soll.

Zur Zeit verdiene ich ein bisschen mehr als 2000€ und will eigentlich nicht weniger verdienen im nächsten Job und mich vorallem nicht unter Preis verkaufen.

Was sind so realistische Gehaltsvorstellungen? 2300€?

EDIT: Ich will mich in Berlin bewerben als Anwendungsentwickler im Bereich E-Commerce
 
Zuletzt bearbeitet:
Das hängt von so vielen Faktoren ab, da ist es schwer pauschale Antworten zu geben.

Arbeitest du jetzt schon in Berlin?
 
In welcher Region arbeitest du denn?
 
Also bei uns steigen die Fachinformatiker mit rund 2,5k pro Monat ein - nach 6 Monaten Probezeit gibt's dann +300€ -> 2,8k.
Dazu kommt Urlaubs- & Weihnachtsgeld + Prämie + vL.
 
Gegenfrage wenn du so strauchelst:

Denkst du denn, dass du das Geld nicht wert bist?
Geh mal mit der umgedrehten Einstellung heran - du hast genauso wenig zu verschenken wie dein Arbeitgeber.
 
@dup: Zur Zeit arbeite ich in Niedersachsen.

@Keepers: Ich denke schon, dass ich das Geld wert bin. Wahrscheinlich auch mehr. Ich will einfach nicht zuviel angeben, sodass ich gleich abgelehnt werde, weil die Vorstellung zu hoch ist. Man gibt ja ds Gehalt als Jahresgehalt und Brutto an und da hören sich für mich 30.000 einfach viel mehr an als 28.000 obwohl es "nur" 2000 Unterschied sind.

Es ist auch schwierig einen "guten" Wert zu finden, da in den Statistiken teilweise Unterschiede von 7000€ sind...
 
Das Niedersachen eine Arbeitslosenquote von 6,3 % hat und Berlin 11,6 % (die höchste aller Bundesländer) weißt du?
 
In Berlin ist das Problem nicht wie viel du bekommst, sondern überhaupt einen Job zu finden. Nur 42 % der Einwohner sind erwerbstätig, jeder Dritte ist direkt oder indirekt auf Hartz IV angewiesen.

Was zieht dich nach Berlin?
 
hendr1k1 schrieb:
@Keepers: Ich denke schon, dass ich das Geld wert bin. Wahrscheinlich auch mehr. Ich will einfach nicht zuviel angeben, sodass ich gleich abgelehnt werde, weil die Vorstellung zu hoch ist. Man gibt ja ds Gehalt als Jahresgehalt und Brutto an und da hören sich für mich 30.000 einfach viel mehr an als 28.000 obwohl es "nur" 2000 Unterschied sind.

Es ist auch schwierig einen "guten" Wert zu finden, da in den Statistiken teilweise Unterschiede von 7000€ sind...

Da hört man einfach bei dir raus, dass du keinerlei Erfahrung hast und unsicher. Genau das wird dann einfach ausgenutzt, ich weiß wie das läuft.
Übrigens musst du dich nicht immer auf den Ansatz Jahresgehalt einlassen, spiele ruhig mit Begriffen wie variablem Entgelt, Zulagen und ähnlichem. Dieser Part gehört aber dann ins Gespräch.

Aus meiner Erfahrung wirst du aber bei einer Gehaltsforderung die selbst bei 25% über dem Median liegt nicht kategorisch herausgefiltert. Es wird dann eher im Gespräch interessant zu überzeugen, dass du das Geld wert bist.

Alles in allem solltest du mit mehr Selbstbewusstsein an die Sache gehen und dich nicht von Arbeitslosenzahlen oder anderen Fakten abwimmeln lassen. Wenn du der Meinung bist das Geld wert zu sein (und das wirklich bist statt nur zu behaupten..) dann wirst du auch gute Ergebnisse erreichen. Wer hier schüchtern ist und an Moral bei Geld denkt, der wird nicht erfolgreich sein! Also ran da und schreib hin was du willst!
 
Ich arbeite in Berlin bei einem software-Unternehmen und kann Dir sagen das die Branche hier eher unterbezahlt ist. Berufsanfänger ohne Studium sollten sich auf maximal EUR 2000,- einstellen, nach einigen Jahren kann man Richtung EUR 2500,- kommen, aber auch das ist stark vom Unternehmen abhängig.

Bei jungen Startup-Unternehmen wird gerne mit studentischen Aushilfen oder Praktikanten gearbeitet. Da ist ein Entwickler selten länger als 6 Monate irgendwo. Besonders wenn die Aufgaben relativ simpel sind und keine vertieften oder besonderen Programmierkenntnisse nötig sind.

Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille. Wir suchen z.B. monatelang nach Entwicklern und finden leider keine geeigneten. Mangelnde Programmiererfahrung zeigt sich hier immer wieder, insbesondere bei der Entwicklung von mobilen Anwendungen und dazugehörigem backend.

Mein Tipp also; bewerben (von mir aus Berlin) aber Anfangs auf ein niedriges Gehalt einstellen. Dann Erfahrung sammeln in einem bestimmten Fachgebiet. Du hast ja bereits eCommerce gewählt, aber auch in andere Richtungen mal umschauen. Wie sieht es z.B. aus mit Android oder iOS-Entwicklung ?
Nach 2-3 Jahren kann man dann sicherlich genug Erfahrung aufweisen um sich bei anderen Unternehmen zu bewerben und auch höhere Gehaltsvorstellungen durchzusetzen.

Ansonsten zu Berlin wurde hier ja schon einiges gesagt; man sollte sich im klaren sein das die Stadt abseits der Touristenziele oftmals ungepflegt wirkt. Kriminalität, Lärm, Stress ist hier definitiv höher als in der Kleinstadt in Niedersachsen. Dazu sollte man bedenken dass die Stadt eine sehr große Fläche einnimmt. Wenn man also einen ungünstigenen Wohnort hat, kann die Fahrtzeit zur Arbeit auch gerne mal 90 Minuten in Anspruch nehmen. Hier gilt also, je zentraler man wohnt, desto teurer wird es auch.
Eine 2-Zimmer-Wohnung ca. 60qm in relativ zentraler Nähe kostet dann auch mal EUR 800,- bis 900,- Warmmiete. Im Randbezirk wird man schon für ca. EUR 500,- fündig.
 
60qm kosten bei uns (Rhein-Main Gebiet) mehr als 800,- warm in der Regel. Frankfurt innen sowieso.

Ist ja ein Traum :-))

Aber ich verstehe was du damit sagen willst.
 
@lalas, ihr findet wahrscheinlich keine gescheiten Programmierer weil die Firma nicht so viel zahlt?
 
Natürlich bekommt man keine "geeigneten" Kandidaten wenn Anforderungsprofil und Bezahlung nicht zueinander passen. Den Spezialist mit mehrjähriger Berufserfahrung der genau die ausgeschriebenen Kompetenzen mitbringt wirbt man eben nicht mit 2000 Euro brutto ab...

Oftmals werden Einsteiger mit Spezialisierung gesucht die man günstig einkaufen kann und nicht mehr großartig ausbilden muss,..
 
memphisray schrieb:
@lalas, ihr findet wahrscheinlich keine gescheiten Programmierer weil die Firma nicht so viel zahlt?

Nein, in unserem Fall liegt das Problem darin dass wir recht komplexe Produkte(Software) entwickeln und sich darin einzuarbeiten selbst für einen erfahrenen Programmierer einige Zeit dauert.
Ein frischer Uni-Absolvent ist für uns einfach ungeeignet, da wir auch nicht die Möglichkeit haben mit den Leuten bei null anzufangen.
Wir brauchen einfach Entwickler, die 1-2 Jahre echte(!) Programmiererfahrung haben, idealerweise in dem spezifischen Gebiet.
Beispielsweise bewerben sich unglaublich viele "Android-Entwickler", wo im Vorstellungsgespräch rauskommt das die bisher nicht wirklich für Android entwickelt habe, aber man könne ja Java und würde sich schnell einarbeiten.

Nahezu unmöglich ist es Entwickler für systemnahes C++ zu finden. Sowas wird heutzutage scheinbar kaum noch gelehrt, zumindest sind alle unseren C++ Treiberentwickler älter als 35 Jahre.

Hier ist halt auch wieder das "Henne-Ei-Problem"; wie soll ein Entwickler Erfahrung sammeln wenn ihn niemand einstellt ? Das Problem ist einem durchaus bewusst (auch uns).
 
Interessantes Konzept - Mangel erkannt, aber keine Investition in das Abstellen des Mangels... Warte mal... das ist mir sogar als Nicht-bwler und in Software Engineering damals als große Gefahr genannt worden ;-)

Ich kann halt nur für mich als studierten Informatiker sprechen (wohlgemerkt aus dem Rhein-Main Gebiet) dass ich für unter 25€ nachm Studium nichtmal aufgestanden wäre... Wenn mein Arbeitgeber Know-How, Leistung und Lösungen haben wollte habe ich einfach gerechte Bezahlung und Extras verlangt. Dass das nicht immer bei jedem klappt ist mir auch klar. Aber ich habe auch schon oft erlebt, wie sich Leute unter Wert verkauften und es einfach mit sich machen ließen... klingt immer nach Stammtisch-Parole aber wenn sich 60% der Mitarbeiter einfach mit einem Witz-Gehalt abspeißen lassen wundert es mich nicht dass der Branchendurchschnitt sinkt und nur noch die wenigsten etwas davon haben.
 
Tja, wie gesagt das "Henne-Ei-Problem". Einem Studienabgänger der keine Erfahrung vorweist und im Einstellungstest auch keine erweiteren Kenntnisse zeigt, würde ich wohl kaum EUR 25,- Stundenlohn zahlen.
Übrigens ein Einstiegsgehalt von ca. EUR 4000,- halte ich für sehr utopisch.

Besonders beim Programmieren erwarte ich einfach, dass der Bewerber sich nicht nur im Studium mit Programmieren beschäftigt hat, sondern sich auch nebenbei fortbildet.
Wer ein reiner Entwickler sein möchte, sollte einfach dafür leben und es auch zum Hobby machen. Oder eben zunächst als Trainee mehr Erfahrung sammeln und dann die besser bezahlten Jobs suchen.
 
Auch wenn ich nichtmal in einem Unternehmen arbeite, welches einen Tarifvertrag besitzt, so schau dir einfach mal die IG-Metall Einstiegshöhe an. Wer nach diesem Manteltarif bezahlt hat mit BSc Informatik auf der entsprechenden Stelle mehr als 4k brutto im Monat.

Utopisch ist, was man für utopisch hält. Es ist eine Frage des Verkaufens und könnens. Wer nicht denkt das Geld Wert zu sein, der wirds auch selten bekommen. Da streicht der Abteilungsleiter dann lieber wieder ne Prämie ein, da er ein Jahresziel zur Budget-Einsparung erreicht hat (zB durch geringere Löhne).

Mir ist klar, dass man das nicht pauschalisieren kann, aber bitte nicht von Gehältern reden sie seien utopisch, wenn schon ein Tarifvertrag höher ist. Und es gibt genauso Unternehmen mit Tarifvertrag oder am Tarifvertrag orientiert mit 30 Mitarbeitern wie 500 Mitarbeitern.

Und damit hier keiner googlen muss hab ich das mal übernommen:

http://www.igmetall4you.de/fileadmi...ieure/Einstiegsgehaelter_Absolventen_2013.pdf

Beachte: 35h Woche, also bei 40h nochmal einen weiteren Aufschlag.

Wo ist nun die Utopie?

Ich möchte niemanden angreifen und weiß auch gar nichts über euch. Aber wenn von einem Mitarbeiter erwartet wird mehr als nur in der Wochenarbeitszeit zu beschäftigen, dann muss ich ihm auch Anreize dafür geben. Das wird wohl keiner bei euch für 2000 brutto machen wenn er nicht wirklich darauf angewiesen ist. Das halte ich für utopisch.
 
Übrigens ein Einstiegsgehalt von ca. EUR 4000,- halte ich für sehr utopisch.
Auch wenn ich einen Master in Informatik habe - ich bin mit mehr eingestiegen. Einige Kollegen mit Bachelor sind um die 4k eingestiegen. Es kommt immer auf Branche, Standort, Unternehmen, Verkaufen, ... an.
 
Zurück
Oben