Die Faustregel, Leuchtstoffröhren für kurze Nutzungspausen von 10 - 20 Minuten nicht auszuschalten, beruht darauf, dass Leuchtstoffröhen beim Anschaltvorgang stark gestresst werden und somit nur eine begrenzte Anzahl von Startvorgängen überleben.
Wobei diese Regel reichlich ungenau ist, denn der Stress für die Röhre hängt in hohem Maß vom Vorschaltgerät bzw. dem Starter ab. OSRAM garantiert für manche seiner Energiesparlampen sogar, dass sie den Betrieb in einer Flurbeleuchtung mit Zeitschalter sehr viel länger überleben als normale Glühlampen. Erst dann kann sich der vergleichsweise hohe Preis der Energiesparlampe sowohl über die Energiekosten als auch durch längere Wechsel-Intervalle amortisieren.
Auch für Glühlampen kann die Startphase kritisch sein, da der Widerstand des Glühfadens in kaltem Zustand vergleichsweise niedrig ist, sodass beim Anschalten ohne Strombegrenzung zunächst der drei- bis fünffache Strom fließt, wie er sich nach einigen 10 Millisekunden einstellt. Bei gewendelten Glühdrähten ergibt sich daraus über die aus dem Magnetfeld um den Glühfaden resultierenden mechanischen Kräfte eine besonders hohe Beanspruchung des Glühfadens, weshalb ein Durchbrennen häufig unmittelbar beim Einschalten erfolgt.
Bessere elektronische Halogen-Trafos begrenzen daher den maximalen Strom in der Anlaufphase der Glühlampe ("Softstart"). Nennenswerte Energieeinsparungen, die man mit Billigst-Leistungsmessgeräten oder gar am Stromzähler feststellen könnte, erhält man damit nicht, aber jeder Lampentausch kostet zumindest eine neue Glühlampe und bei professionell betriebenen Gebäuden im Regelfall mehr oder weniger viel zusätzliche Arbeitszeit. Das kann z.B. in Hörsälen mit 5m hoher Decke ganz schön aufwändig werden, weshalb man dort üblicherweise Leuchtstofflampen mit hochwertigen elektronischen Vorschaltgeräten einsetzt. Die erreichen dann Nutzungsdauern von um 18000 Stunden, was gegenüber der durchschnittlichen Lebensdauer einer konventionellen Glühlampe von um 1000 Stunden eine gewaltige Verbesserung darstellt.
Prinzipiell läuft fast immer mindestens einer der Verschleißmechanismen eines elektronischen Gerätes über die Temperaturwechsel, die durch die Erwärmung im Betrieb entstehen. Leider sind finanziell exakte Rechnungen, wann sich z.B. das Abschalten eines PCs lohnt und wann nicht, für Endverbraucher bei weitem zu aufwändig. Wer einen PC selber zusammenbaut, sollte einfach von vornherein dafür sorgen, dass so wenig wie möglich Wärme produziert und die produzierte Wärme so gut wie möglich abgeführt wird.
Bei modernen Fernsehgeräten muss man darauf vertrauen, dass sie seriös ausgelegt sind und es nicht durch eine wesentlich verringerte Lebensdauer quittieren, wenn man sie bei jeder Gelegenheit in den Standby schickt bzw. komplett abschaltet. Von einem diesbezüglichen Test habe ich aber noch nichts gehört.