Energiewende in Deutschland - Geschwindigkeit - Kosten?

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@Samurai76
Keine 10.000€ mit Förderung? Dann hast du aber keine Erdwärme oder Grundwasser-Wärmepumpe.
Da wirst du wahrscheinlich drüber liegen.

Ich habe aktuell zwei Beispiele aus dem Bekanntenkreis.
Ein Freund saniert gerade extrem umfangreich und bekommt eine Erdwärmepumpe (mit dieser Sole-Flüssigkeit). Kostet alles zusammen laut Rechnung etwa 20.000€. Er macht allerdings einen Teil wie die Erdarbeiten selber. Etwas käme sonst also drauf.
Gut, nicht meilenweit von deinem Beispiel entfernt mit aktuellen 35% Förderung.

Ein Nachbar bekommt eine Grundwasser-Wärmepumpe, was insgesamt 32.000€ (Förderung noch nicht abgezogen) kostet. Allerdings kostet da die Bohrung samt der damit verbundenen Genehmigungen usw. alleine über 15.000€.
Er sagte gestern im Gespräch, dass der Förderantrag/das Verfahren durch viel Bürokratie leider etwas anstrengend ist.

Erdwärme oder Grundwasser willst du aber aus Effizienzgründen eigentlich schon gerne haben.

Wenn ich meine PV samt Speicher laufen habe, werde ich auch in Richtung Erdwärme schauen. 20.000€ Investition (bzw. dann 12-14.000€) sagen mir tatsächlich noch zu. Die Frage ist, ob ich dann zukünftig nur 30% Förderung bekomme oder ob ich mindestens auf 40% komme. Habe das mit dem Passus, dass es 10% zusätzlich geben soll, wenn man früher als notwendig die Gasheizung tauscht, noch nicht ganz geblickt.

Ich bekomme nächste Woche auch noch Angebote bezüglich Hohlschichtdämmung/Einblasdämmung. Mal sehen, wo da die Reise hingeht.
 
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Thane schrieb:
Wenn ich meine PV samt Speicher laufen habe, werde ich auch in Richtung Erdwärme schauen. 20.000€ Investition (bzw. dann 12-14.000€) sagen mir tatsächlich noch zu.
Wie groß ist die Anlage?
 
Möchte jetzt eigentlich nicht zu sehr ins OT driften. Aktuell bzw. wenn sie dann läuft etwa 14 kWp. Ich plane aber so, dass ich die Leistung noch erweitern könnte. Bis 30 kWp ist ja jetzt möglich, ohne Steuern zu zahlen.
Speicher suche ich noch. Werde aus Kostengründen aber erst einmal unterhalb von 10 kWh unterwegs sein.
Aber das ist ja auch erweiterbar.
 
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Andy4 schrieb:
Für alle Mehrfamilienhäuser gelten bestimmte Austausch- und Nachrüstverpflichtungen, unabhängig von einer geplanten Sanierung. Ein- und Zweifamilien-Häuser sind davon ausgenommen, wenn Sie als Eigentümer bereits seit Februar 2002 selbst im Gebäude wohnen. Wenn Sie ein Ein- oder Zweifamilien-Haus kaufen, müssen Sie diese Pflichten innerhalb von 2 Jahren erfüllen.
Hier bin ich tatsächlich auf die ersten Klagen vor den zuständigen Gerichten und in letzter Instanz vor dem Bundesverfassungsgericht gespannt. Mir erschließt sich dieser Ausnahmetatbestand (Ein- Zweifamilienhäuser vs. Mehrfamilienhäuser) genauso wenig wie die Altersgrenze bzw. Wohndauer für Heizungssanierungen.

Würde mich nicht wundern wenn das Gesetz dann früher oder später wieder zur Revision im Parlament landet...
 
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Andy4 schrieb:
dass die Dämmung eines Daches von vor 30 Jahre genauso gut ist, wie heute?
Natürlich dämmen 4cm von vor 30 Jahren nicht so effektiv, wie heutige 16cm oder gar 24cm, Sind 24cm nötig, um mit WP wirtschaftlich zu heizen? Nein, da reichen 4cm. Zumindest in den meisten Teilen in D, wo kein Dauerfrost herrscht.

Thane schrieb:
Dann hast du aber keine Erdwärme oder Grundwasser-Wärmepumpe.
Ist eine solche zum wirtschaftlichen Betrieb in D nötig? Nein, unsere Durchschnittstemperaturen lassen auch einen wirtschaftlichen Betrieb einer Luft-Luft WP zu. Dass andere Pumpen effektiver und für tiefere Außentemperaturen benötigt werden, ok. Aber das Nötige mal wieder mit Luxus zu vergleichen passt zur Argumentation.

Muss aber jeder selbst entscheiden, ob er für bis zu um 10 Tage im Jahr mit 50% höheren Heizkosten lebt oder für 30k das Haus auch wirtschaftlich bei -30°C außen aus dem StandBy holen kann.

Und ich wiederhole mich gern, wer in seinem Haus heute noch das volle Programm durchführen MUSS, der hat mindestens die letzten 30 Jahre oder beim Kauf geschlafen oder sich verschätzt.
 
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Thane schrieb:
Die Frage ist, ob ich dann zukünftig nur 30% Förderung bekomme oder ob ich mindestens auf 40% komme.
Die Frage für mich ist hier eher, warum jeder immer und überall "Förderungen" (a.k.a. Steuergelder der Allgemeinheit) abgreifen will? Ich war bisher der Meinung, dass Klimaschutz jeden angeht und dass es daher eine Selbstverständlichkeit ist, hier auch voll privat zu investieren? ...
 
A415 schrieb:
Ich war bisher der Meinung, dass Klimaschutz jeden angeht und dass es daher eine Selbstverständlichkeit ist, hier auch voll privat zu investieren? ...
EE Ausbau /E-Auto Kauf etc. hat bisher durch massive Abgaben, garantierte Abnahmepreise, staatliche Unterstützung und künstliche Verteuerung und Verknappung der anderen Energieträger funktioniert
Freiwilligkeit und Idealismus ist vielleicht bei "Balkonkraftwerken" gegeben, ansonsten ist es einfach, eine andere Art Geld zu verdienen
 
@Samurai76
Ich plane halt gerne Reserven ein. Bei Luft-Luft scheint mir nach etwas Recherche in einem nicht-Neubau-Standard Haus die Effizienz zu leiden. Aber möglicherweise gibt es da auch neue Berechnungen, die ich nicht kenne.

Ich möchte langfristig ja auch möglichst niedrige Energiekosten, da spare ich dann einmalig nicht an 4.000€.
Wenn Luft-Luft aber auch in älteren Häusern wirtschaftlich zu betreiben ist, ist das natürlich eine gute Sache.

@A415
Ich habe auch nichts zu verschenken. Meine Frau und ich zahlen auch ordentlich Steuern, da darf man auch Geld annehmen, wenn es dir ganz legal angeboten wird.
Für mich ist das Ganze auch weniger eine ideelle Überlegung, sondern in erster Linie eine wirtschaftliche. Werterhalt bzw. Wertsteigerung, Kostensenkung...
Wenn man dazu noch weniger Energie verbraucht bzw. in Richtung Klimaneutralität kommt, win-win.
 
Samurai76 schrieb:
Und ich wiederhole mich gern, wer in seinem Haus heute noch das volle Programm durchführen MUSS, der hat mindestens die letzten 30 Jahre oder beim Kauf geschlafen oder sich verschätzt.
Nun ja, unserer Eigentümergemeinschaft wurde im Rahmen eines neuen Energieausweises, 2019 ein Gasbrennwertkessel und die Dämmung der Kellerdecke von einem Energieberater empfohlen.
Hätten wir dem Folge geleistet, hätten wir jetzt die doppelte A-Karte.
Außerdem sollte unserer zur Zeit frei drehenden Regierung mal Jemand klar machen, dass Privatpersonen nicht beliebig Schulden machen können und wollen.

Gruß
R.G.
 
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rgbs schrieb:
Außerdem sollte unserer zur Zeit frei drehenden Regierung mal Jemand klar machen, dass Privatpersonen nicht beliebig Schulden machen können und wollen.
Das wird hoffentlich bei den nächsten Wahlen der Fall sein...
 
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Thane schrieb:
Ich habe auch nichts zu verschenken. Meine Frau und ich zahlen auch ordentlich Steuern, da darf man auch Geld annehmen, wenn es dir ganz legal angeboten wird.
Das "klassische" deutsche Argument: Ich habe gezahlt, also habe ich auch einen Anspruch. Leider falsch. Man zahlt Steuern für die Allgemeinheit. Damit es allen Menschen im Land besser geht und nicht nur einem selbst oder den nahen Angehörigen. Aus einer Steuerschuld ergibt sich keinerlei Rechtsanspruch auf direkte Förderung bzw. Rückerstattung oder sonstiges. Die Steuern dienen dem Allgemeinwohl.
 
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Wenn dir die Förderprogramme nicht in den Kram passen, dann beschwere dich bei den entsprechenden Stellen oder wähle beim nächsten Mal eine Partei, die solche Programme nicht auflegt ;)
 
Kinschal schrieb:
Das wird hoffentlich bei den nächsten Wahlen der Fall sein...

Du meinst damit hoffentlich nicht die, denen wir einen Großteil der gegenwärtigen Misere zu verdanken haben (Danke, Frau Merkel...)
 
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A415 schrieb:
[...]Würde mich nicht wundern wenn das Gesetz dann früher oder später wieder zur Revision im Parlament landet...
Es ist noch gar kein Gesetz, es ist derzeit ein Gesetzentwurf der Bundesregierung, der jetzt erst in den Bundestag kommt und danach dann noch vom Bundesrat bestätigt werden muss.

Und je mehr öffentlicher Druck, angesichts völlig willkürlicher Fristen und Altersgrenzen entsteht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zum Rohrkrepierer wird.

Deshalb sollte m. E. jeder jede Gelegenheit nutzen und Freunde, Bekannte, Kollegen etc. auf diesen Murks hinzuweisen.
 
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Thane schrieb:
Bei Luft-Luft scheint mir nach etwas Recherche in einem nicht-Neubau-Standard Haus die Effizienz zu leiden.
Natürlich. Aber ich für meinen Teil habe es z.B. schon probiert. Heizkurve eingestellt, dass beo 0°C außen 55°C Vorlauf anliegen. Damit weiß ich, an 150 Heiztagen heize ich mit COP>3, also günstiger als mit Gas oder Öl. Unabhängig von der Dämmung. An ca. 20 Tagen im Jahr wird eine WP dann ca. mit COP2,5 laufen. Etwas schlechter als Öl und Gas. An 10 Tagen im Jahr wird sie dann mit COP<2,5 laufen, also deutlich schlechter als Öl und Gas. Was heißt nun aber deutlich schlechter? Maximal der 3-fache Energieverbrauch. Aber ich wiederhole, bei Temperaturen unter -7°C an vielleicht 10 Tagen im Jahr. Das gilt für BJ1980 mit einer eingeblasenen Wanddämmung und 4cm Dachdämmung. Evtl. muss ich bis zu drei Heizkörper tauschen, die Fenster könnten nach 40 Jahren auch langsam neu. Damit bin ich dann sicher, dass ich danach weniger Geld zahle wie vorher und wahrscheinlich auch weniger Energie verbrauchen werde. Mit zusätzlich PV auf dem Dach rechnet sich dass dann wiederum noch geiler, dann brauche ich keine Kostensteigerung beim Strom mehr mit berücksichtigen. Bzw. weit weniger, je nach Unabhängigkeitsquote. Und WP Strom soll ja auch noch weiter subventioniert werden, d.h. günstiger.
 
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rgbs schrieb:
Nun ja, unserer Eigentümergemeinschaft wurde im Rahmen eines neuen Energieausweises, 2019 ein Gasbrennwertkessel und die Dämmung der Kellerdecke von einem Energieberater empfohlen.
Hätten wir dem Folge geleistet, hätten wir jetzt die doppelte A-Karte.
Hä?
Mit der neuen Gasbrennwerttherme hättet Ihr, soweit ich das überblicke, 30 Jahre neuen Bestandsschutz und trotzdem volle Handlungsfreiheit in Bezug auf Brennstoffumstellung. Bietet sich sogar als Weiterbetrieb an bei Hybridanlagen, wo Gasbrennwertkessel die Spitzenlast übernehmen dürfen und der Rest über Wärmepumpe oder Solar erfolgt.
 
Samurai76 schrieb:
[...] Maximal der 3-fache Energieverbrauch. Aber ich wiederhole, bei Temperaturen unter -7°C an vielleicht 10 Tagen im Jahr. [...]
Da musst Du Dir vielleicht gar keine Sorgen machen, denn an den ganz kalten Tagen werden das viele lokale Niederspannungsnetze ohnehin nicht schaffen und Deine WP wird abgeregelt.

Das diesbezügliche Festlegungsverfahren der BNetzA läuft schon...link
 
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SW987 schrieb:
Es ist noch gar kein Gesetz, es ist derzeit ein Gesetzentwurf der Bundesregierung, der jetzt erst in den Bundestag kommt und danach dann noch vom Bundesrat bestätigt werden muss.
Das schon. Aber schau dir mal die Verteilung und das Abstimmungsverhalten im Parlament an. "Irgendwas mit Klima" geht da doch immer durch, da man sich ja mittlerweile zumindest im moralischen Recht wähnt. Wohin das "im moralischen Recht wähnen" so führt kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen.

Es mangelt in Deutschland vor allem am Verstand...
 
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A415 schrieb:
Das schon. Aber schau dir mal die Verteilung und das Abstimmungsverhalten im Parlament an. "Irgendwas mit Klima" geht da doch immer durch, da man sich ja mittlerweile zumindest im moralischen Recht wähnt. [...]
Ich persönlich halte das für einen Hype. Es ist wie mit allem, zuviel davon und man hat irgendwann die Nase voll davon (vor allem nach einem Kater).
A415 schrieb:
Wohin das "im moralischen Recht wähnen" so führt kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen.[...]
Das sehe ich genauso. Wenn wenige meinen die Weisheit mit den Löffeln gefressen zu haben und auf dieser Basis der Mehrheit Verbote und Vorschriften auferlegen sowie ihnen ihrer Freiheit berauben zu können, dann geht das selten gut.
A415 schrieb:
Es mangelt in Deutschland vor allem am Verstand...
Das denke ich nicht, m. M. n. mangelt es an Realitätssinn.
 
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