Energiewende in Deutschland - Geschwindigkeit - Kosten?

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Heute beträgt tagsüber der EE-Anteil an der Erzeugung ca. 50 %, dennoch werden ca. 8 GW mit Gas erzeugt...

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Offensichtlich herrscht noch Markt und keine "Kriegswirtschaft".

Angesichts der dramatischen Worte des Bundeswirtschaftsministers sind 8 GW Stromerzeugung mit dem knappen Gut Gas nicht zu erklären.
 
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Binalog schrieb:
8 GW Stromerzeugung mit dem knappen Gut Gas nicht zu erklären.
Doch, denn es gibt nicht wenige Gaskraftwerke, die auch Wärme produzieren bzw. dessen Abwärme auch zum heizen genutzt wird. Die können nicht abgeschaltet werden, nur die reinen Gaswerke ohne Wärmenutzung gehen dort.
 
Binalog schrieb:
Offensichtlich herrscht noch Markt und keine "Kriegswirtschaft".

Angesichts der dramatischen Worte des Bundeswirtschaftsministers sind 8 GW Stromerzeugung mit dem knappen Gut Gas nicht zu erklären.

Ich verstehe es auch nicht, die Politik beschränkt sich wieder mal darauf, den Bürger zu bevormunden und belehren, diesmal bei den Duschzeiten. Bemerkenswert auch, der Energiemix vor genau 10 Jahren, der Gasanteil halb so groß wie heute, dafür deutlich mehr Kernenergie.

Samurai76 schrieb:
Doch, denn es gibt nicht wenige Gaskraftwerke, die auch Wärme produzieren bzw. dessen Abwärme auch zum heizen genutzt wird. Die können nicht abgeschaltet werden, nur die reinen Gaswerke ohne Wärmenutzung gehen dort.

Die Fernwärmenetze sind jedoch derzeit kaum mit Verbrauchern belastet (nur Warmwasser, keine Gebäudeheizung)
 
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Samurai76 schrieb:
Doch, denn es gibt nicht wenige Gaskraftwerke, die auch Wärme produzieren bzw. dessen Abwärme auch zum heizen genutzt wird. Die können nicht abgeschaltet werden, nur die reinen Gaswerke ohne Wärmenutzung gehen dort.
Letzte Woche waren es 4-5 GW mit Gas, im Moment fehlt die Windenergie (siehe #1.721)...

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Die Kurzsichtigkeit lässt grüßen.
Ich würde Herrn P. Komplett hops nehmen.
Mal eine Alternative Realität so wie er schaffen.
Russlands Gas ist alle!
Deutschland macht jetzt die Wende!
Leider viel zu spät, weil wir lange Zeit belogen wurden!
Irgendwann ist es eh alle!
Also warum nicht vorher schon Nägel mit Köpfen machen?

Mfg
 
Hallo

Es scheint auf der Welt verschiedene Vorstellungen von Energiewende zu geben:

Kostenlose Ladesäulen wandern in den Müll: Außer es kommen Gratis-Spritsäulen https://efahrer.chip.de/news/kosten...l-ausser-es-kommen-gratis-spritsaeulen_108600
Steuer für Diesel & Benziner halbiert: China holt gegen E-Auto aus https://efahrer.chip.de/news/steuer...werbssteuer,Bericht auf cnevpost.com halbiert

Das kleine Deutschland versucht E-Autos mit Gewalt in den Markt zu drücken, in deutlich größeren Ländern/Märkten wird den Verbrennern ein zweiter Frühling beschert, verrückte Welt.
Ich sehe die deutsche/europäische Energiewende mehr als kritisch, es würde mich nicht wundern wenn kurz vor 2035 das Ende des Verbrenners abgeblasen wird, zu teuer/unrealistisch.

Grüße Tomi
 
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@Tomislav2007

Der erste Link ist halt ein Bundestaat von vielen, fraglich in wie weit dieser die gesamte USA/Welt repräsentieren soll.

Der zweite Link lässt sich auch recht einfach relativieren. Erstens soll die Steuervergünstigung nur temporär sein (Kaufdatum zwischen dem 1. Juni und dem 31. Dezember dieses Jahres) - und zweitens sind sämtliche NEVs bereits gänzlich von der Steuer befreit. Zumal es in den urbanen Regionen Chinas starke Regulierungen bezüglich Verbrennern gibt.

Tomislav2007 schrieb:
Ich sehe die deutsche/europäische Energiewende mehr als kritisch, es würde mich nicht wundern wenn kurz vor 2035 das Ende des Verbrenners abgeblasen wird, zu teuer/unrealistisch.

Das denke ich nicht, die Vorteile überwiegen. Wirtschaftlich sind EVs günstiger zu produzieren. Zudem sind höhere Margen zu erzielen (siehe Tesla) - zumindest bis der Konkurrenzdruck merklich zunimmt. Ökologisch sind EVs sicherlich nicht unbedenklich, aber immerhin wesentlich besser als konventionelle Verbrenner. Zumal die Batterietechnik nicht stillsteht. Lithium-Ionen werden 2035, aller Voraussicht nach, nicht mehr die Norm sein.

Zudem ist das noch offene Potential von EVs ein starkes Argument für dessen Zukunft. Aktuell sind EVs bereits in vieler Hinsicht besser als Verbrenner. Dabei sind die Produktionsketten und Volumen noch lange nicht zu ende optimiert. Die Stromerzeugung durch EE sowie deren Speicherung via Batterie lassen noch unzählige technische Sprünge in Sachen Nachhaltigkeit und Effizienz zu. Der Verbrenner ist am Ende, der Wirkungsgrad am physikalischen Limit. Einzig der Ausblick auf E-Fuels lassen der Antriebsform noch künftigen Raum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tomislav2007 schrieb:
Steuer für Diesel & Benziner halbiert: China holt gegen E-Auto aus
Für günstige Verbrenner..aber warum holt man gegen das e Auto aus? Das ist in China steuerbefreit.

Aber klar, so klingt das natürlich besser:D
 
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Tomislav2007 schrieb:
Das kleine Deutschland versucht E-Autos mit Gewalt in den Markt zu drücken, in deutlich größeren Ländern/Märkten wird den Verbrennern ein zweiter Frühling beschert, verrückte Welt.
China hat ein massives Energieproblem. Die Wirtschaft wächst sehr viel schneller als das Land Energieproduktion ausweiten kann. In den letzten Monaten wurden immer wieder Industriestandorten der Saft abgedreht, daher auch der massive Ausbau von Kohlekraft. China hat im letzten Jahr mehr reg. Energien gebaut als Deutschland insgesamt besitzt aber das reicht bei weitem nicht.
China hatte wohl selbst nicht mit dem grossen Erfolg des E-Autos gerechnet, warum auch die Förderung von E-Autos verringert oder gestoppt wurde. Die Förderung von Verbrennern dient der reinen Zweckmäßigkeit die aktuellen Energieprobleme dort nicht noch weiter zu verschärfen, hat aber nichts mit einer logischen Bevorzugung zu tun. Gleichzeitig versucht China aber aktuell seine eigenen E-Auto Marken auf die Weltmärkte zu werfen.
 
cool and silent schrieb:
Die Fernwärmenetze sind jedoch derzeit kaum mit Verbrauchern belastet (nur Warmwasser, keine Gebäudeheizung)
Und Absorbtionskältemaschinen.

Viele Fernwärmeanbieter haben in den letzten Jahrzehnten ihre Nutzer dazu überredet auch entsprechende Kältemaschinen zu installieren um im Sommer eine Abnahme der Fernwärme zu gewährleisten, damit diese nicht notgekühlt werden muss.

Jetzt kann man schlecht auf ein Mal ganze Landstriche umrüsten.
 
Hallo

Buttkiss schrieb:
China hat ein massives Energieproblem.
Haben wir auch (bald).

Buttkiss schrieb:
daher auch der massive Ausbau von Kohlekraft.
Werden wir auch (bald) drüber nachdenken müssen, genau so wie über Atomkraft.

Buttkiss schrieb:
Die Förderung von Verbrennern dient der reinen Zweckmäßigkeit die aktuellen Energieprobleme dort nicht noch weiter zu verschärfen, hat aber nichts mit einer logischen Bevorzugung zu tun.
Wir werden auch (bald) Entscheidungen zu unlogischen Bevorzugungen treffen müssen.

Grüße Tomi
 
Tomislav2007 schrieb:
Haben wir auch (bald).
Möglich, die Gründe sind aber andere. Es gibt hier keinen massiven Ausbau von Industrie mehr.
Tomislav2007 schrieb:
Werden wir auch (bald) drüber nachdenken müssen, genau so wie über Atomkraft.
Eher nicht, da bessere Alternativen vorhanden sind.

cool and silent schrieb:
Die Fernwärmenetze sind jedoch derzeit kaum mit Verbrauchern belastet (nur Warmwasser, keine Gebäudeheizung)
Aktuell liegt der Anteil der mit Fernwärme beheizten Wohnungen bei 14%, das finde ich nicht so wenig. Je neuer die Wohnung, desto höher der Anteil von Fernwärme.
 
Ich war ja nun 2,5 Monate auf Tour, also Deutschland bis Griechenland.

Also in Griechenland ist Elektro so gut wie gar kein Thema im KFZ Bereich. Dafür hat fast jedes Haus Photovoltaik auf dem Dach zur Wassererwärmung und das funktioniert dort sehr gut.

Aber im KFZ Bereich wird es dort auch in nächster Zukunft kein Thema sein, alleine schon durch die Besteuerung der Fahrzeuge. Dort wird nach Hubrauch die KFZ Steuer berechnet (ist ja bei uns ähnlich) + aber auch wenn das Fahrzeug sagen wir € 50.000 kostet und man nur ein jährliches Einkommen von €35.000 hat, dann entscheidet der Staat das Du eine Einkommensteuer zahlst die der 50.000 entspricht. ;-) Das ist gegen die Schwarzarbeit.

Daher gibt es da kaum moderne Fahrzeuge. Es gibt dort, ich würde raten, zu 75% Fahrzeuge jenseits der 20 Jahre, wenn nicht älter. Und absolut nichts hochmotorisiertes.
Das ist Griechenland, also Europa.

Also was hier bei uns gerade versucht wird durchzuboxen... dient rein der Wirtschaft, quasi eine neue Abwrackprämie.
 
Zuletzt bearbeitet:
Samurai76 schrieb:
Naja, bei der Wahl, entweder Klima retten und Energie umbauen oder eben nicht, dann bin ich für den Umbau und das Klima, auch wenn es bedeutet, evtl Versorgungssicherheit zu verlieren. Lieber das, als die Lebensgrundlage zu verlieren. Lieber etwas kalt, dunkel und mit weniger Industrie überleben als tot.

Wenn es so einfach wäre, würde ich dir zustimmen. Du vergisst aber eine Sache: wir sind mit unsere Energiewende Vorreiter für die ganze Welt. Wenn wir am Ende unsere Versorgungssicherheit verlieren und/oder die Preise für Energie massiv steigen, wird uns niemand auf unserem Weg folgen. Dann haben wir am Ende eine kaputte Wirtschaft, es ist "etwas" kalt und dunkel und wir haben den Klimawandel.
 
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BelaC schrieb:
Du vergisst aber eine Sache: wir sind mit unsere Energiewende Vorreiter für die ganze Welt. Wenn wir am Ende unsere Versorgungssicherheit verlieren und/oder die Preise für Energie massiv steigen, wird uns niemand auf unserem Weg folgen. Dann haben wir am Ende eine kaputte Wirtschaft, es ist "etwas" kalt und dunkel und wir haben den Klimawandel.
Das ist dass aktuelle Kernproblem der "Energiewende", wir sind aktuell die "Vorreiter" im abwracken der industriellen Basis/Wertschöpfung. Eine Deckelung der Preise wird von den politisch Verantwortlichen abgelehnt und der weitere Weg ist somit vorgezeichnet. Es geht auch anders, wie Spanien, Portugal etc. zeigen, aber nicht in D.
 
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Die "Energiewende" geht in die nächste Runde. Laut Medienberichten sieht Gazprom den Weiterbetrieb von NS1 skeptisch. Wie wird unsere Regierung reagieren, wenn Russland vorschlägt NS2 zu nutzen?
 
Hoffentlich gar nicht, denn spätestens im November wird bei NS2 ein "unlösbares" Problem auftreten.
 
Matthias80 schrieb:
Irgendwann ist es eh alle!
Also warum nicht vorher schon Nägel mit Köpfen machen?
Genau, irgendwann, und damit planbar und an sehr vielen Stellen im Rahmen der normalen Modernisierung zwar nicht kostenneutral, aber bedeutend günstiger zu realisieren wie diese Hau-Ruck Aktion.

Da wurde vor ein paar Monaten noch darüber diskutiert, ob der E-Auto Boom unser Stromnetz überlastet. Nun wird überall auf Stromheizung umgestellt (bzw. es wird versucht, wenn Material und Personal dafür vorhanden wäre). Jedes Haus hat ja genügend Dachflächen, um den Strom dafür selber zu produzieren. Bei Dunkelheit muss man ja nicht heizen.
 
Es ist angesichts der Faktenlage kaum zu glauben...

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link

Fakt ist, die 4 GW gesicherte Erzeugungsleistung der verbleibenden drei AKWs stellten während der Dunkelflaute Anfang der KW4 ca. 25 % der Stromerzeugung aus Gaskraftwerken dar...

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link

Mit dem 4 GW-Band könnten vom 01.01.23 bis 31.03.23 ca. 10 TWh zusätzlich erzeugt werden.

Das entspricht der Leistung von 2 Millionen Standardheizlüftern mit denen zumindest rudimentär zugeheizt werden könnte oder dem Frostschutz zur Verfügung stünde. Ansonsten könnten bei mehreren Tagen starkem Frost zahlreiche Wasserleitungen platzen. Die Folge wären massive Gebäudeschäden.

Einiges an Wärmebedarf wird vom Gas zum Strom wandern. Wie man angesichts dieser logischen und vorhersehbaren Konsequenzen zum Schluss kommen kann: "Wir haben ein Gasproblem, kein Stromproblem." oder mit "unter einem Prozent" verharmlost wird, lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass hier blindwütige Ideologie am Werke ist.

In Richtung Frau Lang: Was in keinem Verhältnis steht ist das Handeln in Bezug auf die Verantwortung die die Grünen in der Regierung tragen.
 
Die AKW Betreiber haben kein Interesse am weiterbetrieb.
sollten die das nicht am besten wissen?

Du kannst auch nicht die IST Produktion hernehmen und daraus rückschlüsse auf die Kraftwerkskapazitäten schließen.

Dein Aktionismuss in allen ehren, aber ich vertrau da einfach blaueugig darauf, dass RWE und co. wissen was sie tun und von der Regierung die richtigen Maßnahmen fordern.
 
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