Ermessensspielraum eines Lehrers

Poati

Captain
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Guten Tag,
Ich gehe in Niedersachsen zur Schule und befinde mich gerade im 3. Semester der Qualifikationsphase für das Abitur 2012.
Heute gab es Semesternoten im Fach Deutsch. Ich habe Deutsch nicht als Prüfungsfach. Meine schriftliche Leistung liegt bei 6 Pkt. und mündlich im Bereich von 3-4. Die mündliche Note ist dabei mMn schon etwas angeschlagen, da er mich (ich ihn von daher auch nicht) nicht im geringsten Leiden kann. Zugegebener Maßen habe ich ihn dafür leider auch ab und zu Gründe gegeben, welche doch aber eigentlich auch nichts in meiner Note zu suchen haben.
Naja das eigentliche Problem ist aber, dass er in seiner Rechnung dann alles zu meinem Nachteil auslegt und insgesamt auf 4 Pkt. kommt.
Ich bin der Meinung, dass ein Lehrer einen gewissen Ermessensspielraum hat und diesen im Zweifelsfall positiv für den Schüler auslegen sollte. Jetziger Stand ist, dass er im Laufe der Woche noch mal drüber nachdenkt und guckt was er da noch machen kann. Während unseres Gespräches lässt er dabei noch rüberkommen, dass die 4 Pkt. bei den Leistungen ja auch eigentlich glasklar wären.

Weiß hier vielleicht jemand mehr dazu oder was ich da jetzt noch gegen tun könnte? Sprich, hat ein Lehrer in solchen Fällen noch gewisse Vorschriften oder Richtlinien die er einzuhalten hat?
 
keine Ahnung was du hier hören willst, deine Note ist Mangelhaft, glaube kaum das der "Ermessenspielraum"dich auf einen Notenschnitt von >/=7pkt hebt

Wenn deine Leistung nicht mehr hergeben, haste pech gehabt, natürlich gibt es Regeln an die sich dein Lehrer zu halten hat...
 
das wird dir noch öfter passieren...Dozenten, Chef, Mitarbeiter...und du wirst nie was daran ändern können zumindest nicht im Nachhinein
 
Bei mündlichen Noten ist das immer schwierig bis unmöglich. Kann ja auch kein objektiver prüfen, ob deine Leistung im Laufe des Semesters nun 2 oder 8 Punkte wert waren. Wie du schon schriebst, es gibt Richtlinien, an die sich Lehrer halten "sollten", aber sie müssen es nicht. In 90% der Fälle rechtfertigt der Aufwand einer Nachprüfung nicht den Nutzen, der daraus maximal entstehen könnte. Wenn es dir eh aus der Wertung fällt, warum regst du dich dann überhaupt auf?
** ganz davon ab - wie kann deutsch aus einer AbiturWertung fallen? **
 
Ganz ehrlich: Wenn man keine tollen Leistungen zeigt (6 Punkte im Schriftlichen sind kein Glanzstück, Mündlch ist es wohl noch eher schlechter als besser) und dann auch noch dem Lehrer den einen oder andern Grund gegeben hat sich ein eher negatives Bild von einem zu machen, dann wirst du damit leben müssen.

Aber wenns eh kein Prüfungsfach ist...
 
Dass ich mir eine Note von gar 7 Pkt. erhoffe, habe ich nicht geschrieben, denn das gibt keine Rechnung her. Es geht darum, dass er auch ohne große Kunststücke auf 5 Pkt. kommen kann, ohne dass er da irgendwas für mich positiv hinrückt. Nur er macht genau das Gegenteil. Ist ja auch nicht die erste Semesternote, die durch seltsame Berechnungen entsteht.
Ich weiß nicht was ich davon halten soll, wenn die Gewichtung der einzelnen Noten in jedem Semester gegen mich gedreht wird (1. Semester war ich mündlich besser als schriftlich und er hat mit 50/50 gerechnet, jetzt im 3. Semester war ich schriftlich besser und er hat schriftlich mit 30% eingehen lassen). Dass die Note eh kein Hit ist, ist mir auch bewusst. Auch wenn ich Deutsch nicht im Abitur habe, muss ich es durchgängig einbringen. 4 Pkt. sind ein Unterkurs und davon darf man nur 4 einbringen, was ihm natürlich auch bewusst ist.
Also das einzige was ich hier in Erfahrung bringen wollte, ob sich hier irgendwer mit dem Schulrecht in Niedersachsen auskennt.
 
Ein Lehrer Muss die Notenfindung Transparent gestallten.

Lass dir doch einfach vorrechnen wie er auf diese Note/Punkte Kommt.
dann sieht man ja ob der Lehrer gerecht benotet.

das er zu deinem Vorteil benoten muss/sollte, ist auch ein Irrglaube.
Bei einen schnitt von 3,4 kann ein Lehrer auch guten Gewissens eine 4 geben.
 
florian. schrieb:
Ein Lehrer Muss die Notenfindung Transparent gestallten.

Lass dir doch einfach vorrechnen wie er auf diese Note/Punkte Kommt.
dann sieht man ja ob der Lehrer gerecht benotet.

3Pkt mündl + 6Pkt schriftl = 9Pkt /2 = 4,5Pkt = 4Pkt insg
Da ist die transparente Rechnung.

Und Noten müssen nicht gerecht sein, sondern rechtlich sicher.
 
Ist zwar ne Weile her, aber ich hatte mich auch mal mit einem meiner Lehrer angelegt - und ordentlich verloren!
2 schriftliche Arbeiten im Jahr, erste 4 (Note, ja ist zwei Weilen her) die zweite Arbeit war die Klassenbeste mit einer 3 - mündliche Note 5 - keine Hausaufgaben gemacht.
Zeugnis 5 mit der Begründung, die schriftliche Note passe nicht in das Gesamtbild und werde daher nicht gewertet!
Bin zum Rektor, dann zum Schülersprecher und anschließend wurde das sogar in der Lehrerversammlung mit Schülersprecher diskutiert.
Ergebnis: es bleibt bei der 5 im Zeugnis!

Fazit: unterschätze nicht die Macht des Lehrers junger Padawan........

edit: auch Niedersachsen.....
 
Kenn den rechtlichen stand in DE nicht.
Kann dir nur eines sagen es gibt sicher weitere Instanzen als "Lehrerversammlung".
 
http://www.lehrerfreund.de/in/schule/1s/zeugnisnote-rechnerisches-mittel/

Das Verwaltungsgericht Braunschweig (Niedersachsen) hat den Antrag eines Schülers abgelehnt, der im Fach Französisch im Zeugnis eine 5 bekam, obwohl er rechnerisch (mündlich + schriftlich) auf 4,41 stand. Damit wird der Schüler nicht versetzt. Die Urteilsbegründung: Noten sind eher nach pädagogischen als nach arithmetischen Gesichtspunkten zu vergeben, wobei auch die Leistungsentwicklung der jüngsten Zeit einfließen kann.

Meine konkrete Meinung zu Deinem Fall:

Kämpfen lohnt sich hier nicht, da es durchaus noch im Rahmen ist - und ein Marsch durch die Instanzen in diesem Fall den Rest der Lehrer gegen Dich aufbringt (viel Spass im nächsten Semester...).
 
Zuletzt bearbeitet:
@TE
Hat der Lehrer die Bewertungsrichtlinien offen gelegt? Wie er Mündlich, Schriftlich etc. bewertet? Auch was und wie sich die Mündliche Note zusammen setzt? (Muss ja was haben nach dem er deine Leistung bewerten möchten)

Das nexte wäre, rede mit dem Lehrer, wenn er bleibt nächst höhere Instanz z.B. Vertrauenslehrer oder Rektor etc. was bei euch halt vorzufinden ist.
Sollte er gar nicht erst bekannt gemacht haben wie er bewertet etc. setz dich mit deinen Eltern zusammen und ziehe am besten einen Anwalt hinzu (der kann am besten einschätzen in wie weit was erfolgreich ist). Da lassen sich dann sicher auch noch weitere Fehler finden, womit du vor Gericht die Note anfechten kannst und wenn der Lehrer keine Grundlage für seine Mündliche-note hat und dazu auch nicht offen gelegt hat wie was bewertet wird, sieht es relativ gut für dich aus.

@Kryptolan
Wenn man eine Rechtsschutzversicherung hat die es übernimmt oder es einem das wehr ist kann es schon sein. Muss ja von Fall zu Fall beurteilt werden.
Dass er sich dann im nächsten halb Jahr nichts erlauben darf sollte klar sein.
Da er jetzt eh Abi macht heißt es in den nächsten Monaten Prüfung, somit wie bei uns nur noch eine Klassenarbeit, welche er dann gut machen muss und mündlich dem Lehrer keinen Vorwand geben darf ihn schlecht zu bewerten.
Zu den Restlichen Lehrer, kommt natürlich dann ganz auf die Machtposition dieses Lehrers an und ob nicht sogar noch weitere solche oder ähnliche Fälle existieren etc. kann man aus der Ferne halt nicht bewerten.

Ansonsten kann er dem Lehrer auch sonst ein Paar Steine in den Weg legen, wenn der Lehrer es macht geht auch anders rum ^^ Die richtige Beschwerde zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Stellen mit guten Begründungen kann schnell dazu führen, dass der Lehrer ne Aufsichtsperson bekommt (weiß jetzt nicht wie man das richtig nennt aber sollte klar sein auf was ich raus wollte)

Was stellt man in unserem Schulsystem fest, Lehrer haben oft viel zu viel Macht die sie wenn sie wollen gegen die Schüler nutzen. Hier fehlen Kontrollinstanzen etc.
(Soll nicht allgemein für Lehrer gelten, aber es gibt einige die einfach ihre Position ausnutzen)
 
Zuletzt bearbeitet:
Muss mich ebenfalls der Mehrheit anschliessen, am besten ist hinnehmen und drueber hinwegsehen und nicht deine Energie dafuer dafuer verschwenden, denn am Ende bist du zu mit groesster Sicherheit der Verlierer.

War schon immer so, das schlimmste mit was du dich anlegen kannst sind Deutschlehrer, denn die haben von allen Pruefungsfaecher natuerlich die allergroesste Bewertungsbandbreite.

Habe selbst letztes Jahr Abitur (allerdings in Bayern aber tut ja nichts zum Grundlegenden zur Sache) gemacht.
Aus unserer Klasse sind allein 6 Leute von 21 druchgefallen, was eine verdammt schlechte Quote fuer einen Abi-Jahrgang ist.
Und bei allen war Deutsch der Grund, seis mit ner glatten 6 oder eben 5 Deutsch und noch woanders. Alle hatten in den Jahren zuvor nie grosse Probleme in Deutsch und lagen im guten 3er Bereich.


Nunja um Klartext zu sprechen, der Lehrer war in der Tat ein riesen A****loch und leider zugleich auch unser Klassleiter. Da das Problem seit Anfang des Schuljahres bestand, hat unsere Klasse mit allen moeglichen Vertrauenslehrern etc. geredet, aber vergiss es, da beisst du auf Granit, die halten zusammen wenns drauf ankommt.


Also auch mein Tipp. Nimms hin, bald hasts geschafft und falls dus vor hast, freu dich aufs Studium.
Das Studium ist was Vorgaben, strenge, Regeln etc. das reinste Paradies im Vergleich zur Schule.
Allein DU bist dann fuer deine Noten verantworlich, der Prof kennt dich nichtmal vom Namen, teils nichtmal vom sehen. Selbstdisziplin ist hier alles.
 
@ Darkwonder

Das musst Du mir mal erklären, wie ein Lehrer eine "Aufsichtsperson" bekommen soll. Ich bin vom Fach und weiß davon rein gar nichts. :p

Selbst wenn das möglich ist -- es wird garantiert nicht gemacht, weil man bei einem Schüler mal eine Note nicht so setzt, wie es dem Schüler genehm ist. Die Kontrolle durch den Schulleiter erfolgt i.d.R. stichprobenartig, denn dieser kann es sich mit seinen Lehrern genauso wenig verscherzen, wie umgekehrt. Von "außerhalb" jemanden wegen so etwas kommen zu lassen, würde finanziellen und verwaltungstechnischen Mehraufwand bedeuten. Schwer zu vermitteln, da ohnehin schon viel zu viele Unterrichtsstunden ausfallen, weil den Ländern die finanziellen Mittel fehlen.

Es gibt natürlich Lehrer, die ihre Position ausnutzen. Persönlich kenne ich allerdings keinen, und ich habe mittlerweile über 300 kennen gelernt und mit diesen auch in Zeugniskonferenzen gesessen. Allerdings bin ich schon ziemlich oft Schülern begegnet, die der Meinung waren, trotz nicht vorhandener Leistungen einen Anspruch auf eine vier zu haben.

Da wir nur die eine Seite der Medaille kennen, wäre ich mit Ratschlägen wie, einen Anwalt (!) hinzuziehen, vorsichtig. Die Frage wäre, ob eine Rechtsschutzversicherung bei so einem (Verzeihung) Furzkram überhaupt tätig wird.

Im Übrigen sollte man beachten, dass schriftlich und mündlich nicht immer gleich gewertet werden. Der berühmte pädagogische Spielraum ist ja mittlerweile in den Raum gestellt worden. Im Gegensatz zu dem, was manche hier denken, dient er nicht dazu, Schüler "abzustrafen", wenn ein Schüler die schlechtere Note bekommt. Ziel soll hier sein, Schwächen aufzuzeigen, und, wenn dadurch eine Versetzung unmöglich wird, dem Schüler das Gewürge in einer höheren Klasse zu ersparen, wenn aus Sicht der Lehrerschaft (bei versetzungsrelevanten Noten wird das auf der Notenkonferenz diskutiert) eine Versetzung dem Schüler schaden würde.
 
Traxx555 schrieb:
Also auch mein Tipp. Nimms hin, bald hasts geschafft und falls dus vor hast, freu dich aufs Studium.
Das Studium ist was Vorgaben, strenge, Regeln etc. das reinste Paradies im Vergleich zur Schule.
Allein DU bist dann fuer deine Noten verantworlich, der Prof kennt dich nichtmal vom Namen, teils nichtmal vom sehen. Selbstdisziplin ist hier alles.

Viel Spaß im Hauptstudium sag ich da nur. ;)
 
Achja? Ich wüsste nicht, dass man da mündliche Noten bekommt, dir vorgeschrieben wird in welche Vorlesung du gehst etc.

Ebenso die Selbstdisziplin, oder welcher Prof ermutigt dich schon Tag für Tag deine Hausaufgabe zu erledigen, schön fleissig mit zu lernen, sonst gibt's einen Eintrag ins Klassenbüchlein.
Es gibt feste feste Termine die klar einzuhalten sind, ob du deine Hausarbeiten 2 Tage davor oder 2 Monate davor erledigst ist dem egal.

Aber wenn das bei dir anders ist, lass ich mich gerne eines besseren belehren.
 
@Traxx555

Kommt ggf. auf die Größe der Uni an, aber die Spezialvorlesungen werden später doch kleiner. Meine ersten Mathe-Vorlesungen waren noch im vollen Audimax, später hatte ich auch öfter mal was mit 4-5 Leuten...


... und klar, keiner schreibt Dir was vor. Aber irgendwann will man auch Seminarplätze, Studienarbeiten, Abschlussarbeiten, ggf. Hiwi-Jobs...und dann wird es doch persönlich.
 
Ja natuerlich da hast du Recht.
Aber worauf ich eher aus wollte ist, dass du erstmal voellig vorurteilsfrei reinkommst. Und es weniger zu unfairen Benotungen durch persoenliche Probleme kommt.

Oft ist es ja so an Schulen, dass der Lehrer vom neuen Schuljahr bereits ueber den Schueler Bescheid weiss, von anderen Lehrern oder hatte ihn sogar schon selbst.

Sodass sich die Vorurteile der 8 Klasse (Pupertaetzeit) mit in spaetere ziehen.


Und gerade im Studium ist man i.d.R. um einiges vernuenftiger/erwachsener und weiss warum man in der Vorlesung sitzt und zwar nicht um dauernd rumzualbern. Sondern das lernen will, was einem interessiert.
 
@ Trax555

Ich wage mal zu behaupten, dass Vorurteile in seltenen Fällen den Schülern dauerhaft zum Nachteil gereichen, meistens aber in den Fällen, in denen sie weiterhin Ärger machen und damit ihrem Ruf gerecht werden.

Lehrer sind auch nur Menschen, unsere Arbeit ist ein gutes Stück stressiger, als sich die meisten Leute vorstellen, und es hebt nicht die Laune, wenn manche Schüler meinen, ihren Lehrer wie einen Schuhabstreifer behandeln zu können, dann aber gleich die Eltern vorschicken, wenn man das Verhalten (das sich ja selten nicht auf die Beteiligung im Unterricht auswirkt!) eben entsprechend "honoriert".

Ja, Lehrer machen Fehler. Egal, wie sehr wir es versuchen, Noten haftet immer ein Hauch von Subjektivität an. Deswegen bemühe ich mich, immer dann zu Gunsten des Schülers zu entscheiden, wenn ich sehe, dass ein Schüler sich Mühe gibt. Wer dagegen konsequent stört, nie Hausaufgaben macht, auch auf Anfrage nix sagt etc., der braucht sich nicht zu wundern, wenn ich den Daumen senke, wenn er auf der Kippe steht. ;)
 
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