Euro-Office

Hier auf deutsch zusammengefasst:

ONLYOFFICE erhebt schwere Vorwürfe gegen Euro Office Projekt
ONLYOFFICE sieht im Euro Office Projekt daher einen klaren Bruch der Lizenz. Das Unternehmen fordert sofortige Korrekturen und die Wiederherstellung aller erforderlichen Hinweise. Erst danach wolle man auf weitere Aussagen der Projektbeteiligten eingehen.

Die Kritik richtet sich auch gegen die Behauptung eine Zusammenarbeit sei nicht möglich gewesen. ONLYOFFICE betont dass Kooperation nur auf einer rechtlich sauberen Grundlage funktionieren könne. Diese Grundlage sei für viele Partner seit Jahren selbstverständlich.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tanzmusikus
Ich kann mir schon irgendwie vorstellen, dass die Zusammenarbeit mit den Leuten von OnlyOffice nicht so einfach funktioniert. Sie haben einen internen Bugtracker, auf den in den öffentlichen Issues manchmal verwiesen wird, aber als Externer hat man da natürlich keinen Zugriff drauf. Außerdem muss man eine CLA unterschreiben, in der man alle Rechte am beigesteuerten Code abtritt. Vielleicht gibt es noch weitere Stolpersteine, aber diese beiden fallen mir auf Anhieb ein.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tanzmusikus
Bei LibreOffice scheint es auch düster auszusehen (DN von @Tanzmusikus), so dass das für Euro-Office offenbar auch nicht besser gewesen wäre:

https://forum.linuxguides.de/core/index.php?article/54-libreoffice-am-abgrund-wie-die-document-foundation-ihre-eigenen-gründer-vor-die/

Erst hatte ich an einen Aprilscherz gedacht, weil in meinen Newsfeeds nichts dazu kam, aber die Opera-KI konnte mehrere internationale Quellen finden, u. a.:

https://itsfoss.com/news/document-foundation-collabora-feud/
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tanzmusikus
Ja, LibreOffice wird vermutlich bald nur noch eine leere Hülle sein.
Bin gespannt, mit wem NextCloud dann doch "kollaboriert" (mit Collabora?).

Mit OnlyOffice hat sich das ja erstmal wieder erledigt, es sei denn, NC & IONOS halten sich an die Regeln.
Es bleibt weiter spannend in diesen "stürmischen" Zeiten ...

OpenDesk / OpenProjekt
https://www.openproject.org/de/blog/opendesk-1-0/

und

Collabora Online gäbe es da noch für große Firmen & öffentliche Institutionen.
https://www.collaboraonline.com/de/

Bin gespannt ...

-- mir persönlich reicht irgend ein Office --
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Caramon2
Also ich finde, hier muss eine politische Lösung her. Open Source ist toll und unbezahlte Arbeit von Idealisten ist auch toll, aber ab einer bestimmten Projektgröße braucht es einfach finanzielle Mittel, um die Arbeit zu bezahlen. Und wenn man den Nutzer nicht bezahlen lassen will und die Software werbefrei halten will, dann muss die Entwicklungsarbeit durch Steuern finanziert werden. Die EU will digitale Souveränität vorantreiben, aber wie sich nun zeigt, kostet das und man muss die Kosten übernehmen, wenn man von Konzernen unabhängig werden will. Man würde meinen, wenn man tausende MS Office Lizenzen kündigt, dann sollten entsprechende Mittel auch frei werden.

Ich hoffe, dass es nur eine Übergangsphase ist, bis die Finanzierung systemrelevanter Projekte durch staatliche Akteure übernommen wird, und dass in dieser Phase nicht zu viel zerbricht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Caramon2 und Tanzmusikus
Träumen kann man ja. Wahrscheinlich sind aber immer ab einer bestimmten Größe bzw. einem bestimmten Wert die Egos der Menschen hungrig und wollen das aus der Gemeinschaft entstandene Gut für sich zum finanziellen Vorteil nutzen. Also für mich als Einzelner oder für andere 08/15-Nutzer bleibt das Office-Hopping.
Also: Man nimmt einfach eines der vielen verfügbaren Office-Programme für das entsprechende OS - fertig. :daumen:

Firmen werden immer das Geld dahinter sehen & nutzen wollen.
Alles verändert sich & bleibt doch über lange Zeit beständig.
Bis sich das Geld selbst abschafft, wird noch viel Bewusstsein fließen (müssen).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Photon
Naja, es gibt ja durchaus große Open Source Projekte, wo die Finanzierung irgendwie geregelt worden ist, man nehme zum Beispiel Linux selbst (also die Kernel-Entwicklung). Ist sicher nicht ganz übertragbar, aber irgendwas kann man sich doch abgucken.

Bei Linux sind große Firmen eingestiegen, weil sie wohl einen Vorteil darin gesehen haben, Geld locker zu machen. Die KI schreibt:

"Führende Technologieunternehmen wie IBM, Intel, HP, Fujitsu und NEC gehörten zu den Gründungsmitgliedern und zahlenden Unterstützern. Diese Firmen erkannten, dass Linux für ihre Geschäftsprozesse (Server, Rechenzentren) entscheidend war, und hatten ein direktes Interesse daran, dessen Entwicklung zu finanzieren und zu lenken."

Interessanterweise sind zwar viele kommerzielle Interessen bei der Kernel-Entwicklung vertreten, aber das Projekt fühlt sich für den Nutzer nicht kommerziell an. Vielleicht weil man als Nutzer einfach keine Bedürfnisse hat, auf die das Projekt auf die eine oder andere Art reagieren könnte, also auch keine Konflikte mit der Community. Der Kernel funktioniert einfach und das reicht dem Nutzer ja auch.

Bei Office-Projekten sieht das natürlich anders aus. Einerseits scheinen Unternehmen nicht begriffen zu haben, dass es sinnvoll ist, eine freie Office Suite finanziell aufzubauen. Das wiederum könnte an der Vormacht von MS Office liegen (die Firmen sind mit der Nutzung von MS Office zufrieden und zahlen lieber Lizenzgebühren) oder auch an der Fragmentierung der "Opposition" (welches Projekt würde man als Unternehmen unterstützen?). Andererseits wendet sich die Nutzer-Community schnell von einem Projekt ab, das kommerzielle Verflechtungen hat, eben weil es in der Community bestimmte Vorstellungen von UI-Design, Funktionalität usw. gibt, die von ehrenamtlichen Entwicklern eher berücksichtigt werden als von einer Firma, die Geld mit dem Projekt machen möchte, dieses Geld aber nicht aus der Community bekommt.

Ich sehe hier die Finanzierung durch Steuergelder wirklich als einfachste Lösung. Aber die Erkenntnis, dass es sie braucht, muss sich in Politikerkreisen wohl erst noch durchsetzen...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tanzmusikus
Zurück
Oben