Externe Seagate wird nicht mehr erkannt USB/IDE

das punkt

Ensign
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Ich hab grad ne HDD eines Bekannten hier, der sich damit leider noch weniger auskennt als ich. Problem: Er muss an die Daten ran, sie wird aber nicht mehr oder nur halb erkannt.

Seagate Barracuda 7200.9
250GB
S/N: 5ND3ZM4N
ST3250824A
Rest auf den Bildern

Kurze Zusammenfassung:
Die Festplatte fungierte bisher als normale externe Festplatte zur Datensicherung.
Vor ca. einer Woche wurde die Festplatte nicht mehr erkannt, er hat sie also aus dem Gehäuse ausgebaut und per IDE direkt ans Mainboard angeschlossen. Selbes Ergebnis.
Dann hat er sich bei mir gemeldet, ich hab mir zuerst angeschaut, ob HDD im Bios erkannt wird: Fehlanzeige.
Gerätemanager und Everest sagen ebenfalls nur USB Device dazu - allerdings kommt ganz selten mal der Name der Festplatte und eben, dass der Datenträger nicht initialisiert werden kann.
Also wurd weiter gesucht, Controller mal näher angeschaut, abgeschraubt, um von unten zu gucken. Nix. Mir fiel nur einer der Kontaktpins in die Hände, welcher offensichtlich abgebrochen war - Er also los, den fehlenden Pin wieder dranlöten lassen. Wann und wo genau der abgebrochen ist, kann nicht rekonstruiert werden - er steckte jedenfalls durchgedrückt am Stecker der Festplatte - Ich das Ding wieder angeschlossen, selbes Ergebnis.

Und genau nun bin ich mit meinem Latein auch am Ende :(
Denn da es sich um eine externe handelt, findet man die Platte zwecks Controllerplattentausch auch nicht bei eBay.

Hier ein paar Bilder, ich hoffe, das hilft erstmal.




(der 10. Pin v.l. o. ist der wieder angelötete)



Auf dem Controller steht:
agere
100404196
SEAGATE "e3" (oder sowas) eingekreist
PTKNC("B" oder "8")2
0612T 4075407
100367050
(wirklich schlecht lesbar! phootographieren konnt ich es einfach nicht...)

Die Platte macht keine sonderbaren Klackgeräusche oder ähnliches. Sie brummt und anscheinend bewegt sich der Lesekopf alle 2 Sekunden schnell hin und wieder zurück (merkt man, wenn man die Festplatte in der Hand hält).

Momentan hab ich keine Ahnung mehr, was ich noch machen kann. Reinraumzerlegung mit allem PiPaPo kann er sich nicht leisten, scheidet also aus.
 
Wurde überprüft, ob der angelötete PIN auch wirklich Kontakt hat? Kabel aufstecken und von der Buchsenleiste bis an den PIN auf der Drive-Electronic per Ohmmeter auf Durchgang messen.
Ob Du bei dem Laufwerk noch mit einem Drive-Electronic Tausch an die Daten kommst vermag ich nicht zu sagen. Es sollte aber getestet werden, was die Disk für ein Anlaufgeräusch fabriziert, ein vermuteter Zugriff alle zwei Sekunden ohne PC-Verbindung wäre kein Indiz für eine 'normale' Funktion, ich würde sie jedenfalls erst einmal nur mit Power versorgen und das Anlaufverhalten beobachten.
 
Mueli schrieb:
Wurde überprüft, ob der angelötete PIN auch wirklich Kontakt hat?
Kabel aufstecken und von der Buchsenleiste bis an den PIN auf der Drive-Electronic per Ohmmeter auf Durchgang messen.
Nein, da ich nicht über sowas leider nicht verfüge. Wie teuer wäre ein günstiges Gerät im Laden ca.?
Entschuldige, wenn ich nicht ganz mitkomme. Du meinst sicher, einfach nur von hier (http://www.abload.de/img/hdd-tk15hqw5.png) nach dort (http://www.abload.de/img/hdd-tk16wqk2.png) durchmessen.

Mueli schrieb:
Es sollte aber getestet werden, was die Disk für ein Anlaufgeräusch fabriziert, ein vermuteter Zugriff alle zwei Sekunden ohne PC-Verbindung wäre kein Indiz für eine 'normale' Funktion, ich würde sie jedenfalls erst einmal nur mit Power versorgen und das Anlaufverhalten beobachten.

Leider hab ich kein Mikrofon da, das empfindlich genug ist, um die geräusche aufzunehmen. Gibts irgendwo eine Datenbank mit Soundsamples zum Vergleichen? Ich werds trotzdem mal versuchen, aufzunehmen, eventuell kannst du ja was draus erkennen.

Danke schonmal für die Hilfe! :)
 
Multimeter gibt es schon ab 5 Euro (Conrad, Reichelt, ...), gute Mikroprüfspitzen sind allerdings erheblich teurer. Hirschmann produziert recht gute. Zur Not tut's auch eine aufgedröselte Büroklammer.

Der auf dem Bild "fehlende" Pin ist normal, das ist die Verdrehsicherung. In der Nähe steht ein Pin etwas schief - das ist ein Bit, also zumindest kein verzichtbares Massekabel. Dann sollte die Platte aber mit exotischen Daten im BIOS erkannt werden.

Wenn die Platte aller 2 Sekunden ein "grrr" von sich gibt, deutet das auf schwache Sektoren im Bereich der Firmware hin. Diese Informationen sind bei Seagate bis zu 5-fach redundant gespeichert, trotzdem läßt die Magnetisierung irgendwann nach, und die Platte ist dann mit dem Laden ihres eigenen Betriebssystemes beschäftigt.
 
Zuletzt bearbeitet: (ergänzt)
_TK_ schrieb:
Zur Not tut's auch eine aufgedröselte Büroklammer.
wofür?

Zum Multimeter: Ich kann momentan leider nicht selber los, dicke Erkältung.
Daher wollt ich dem Bekannten gern nen ungefähren Preis nennen, bevor der zur nächsten Stadt fährt und da sämtliche Läden abklappert. Mediamarkt hat sowas sicher nicht und ähnlich große Fachgeschäfte gibbet hier leider nicht - nur die lokalen halt.
 
Ein Multifix kann man sich bestimmt auch beim Nachbarn ausborgen.
Mit feinen Prüfspitzen kann man prima messen, mit klobigen Spitzen kommt man z.B. nicht in den Stecker vom Flachbandkabel rein.
 
Hast Du die Platte nun intern eingebaut, evtl falsch gejumpert, sie steht zur Zeit auf "Slave" und wird evtl deshalb nicht erkannt weil ein anderes Gerät auch auf Slave gejumpert ist, das am selben IDE Kabel hängt, versuch es mal als Einzelgerät?
 
Das mit dem Jumper hab ich in der Tat übersehn, was allerdings nichts geändert hat - habs grad getestet.
Ich weiß nichtmal, ob sowas einen Einfluss hätte haben können, da das Ding wie gesagt an einer IDE/SATA-Bridge hängt, also sowas (link).

Ich hab einfach mal mit meinem Headsetmikro eine Aufnahme gemacht, vielleicht hilft das.
hdd-sound1.wma
Ich erkenn da überhaupt nix draus, denn die Festplatten, die mir bisher gestorben sind, haben ein wirklich gut heraushörbares KLACK-KLACK erzeugt. Bedenkt, dass bei der Aufnahme das Mic ca. 1 cm vor der hochkant stehenden Platte lag und ich alles an MicBoost eingeschaltet hab, was meine Software hergibt ^^.

Kleiner Fehler meinerseits: beim ersten Soundsample war die Bridge noch dran. Hier der Sound ohne, nur mit Strom:
hdd-sound2.wma

Klingt für mich völlig gleich, aber darum gehts ja nicht ^^.
 
Zuletzt bearbeitet: (2. Soundsample hinzugefügt)
klarer Fall: schwache Sektoren, bzw. die Platte kann aus einem anderen Grund (z.B. Köpfe / Vorverstärker / Controller defekt) die Firmwaredaten nicht mehr lesen. Sie versucht es ein paarmal, und gibt dann auf. Das grrr - grrr ist der verzweifelte Versuch der Spurnachführung, den Sektor doch noch so zu treffen, daß das Signal das Rauschen übersteigt.

Hier wird nicht mehr viel zu machen sein, bzw. nur noch für 1000 Euro aufwärts (i365, Gigatech, X-Datenrettung usw.)
 
Kann ich zu den Soundsamples nochmal ne zweite Meinung haben bitte? Nicht, dass ich dir nicht traue, _TK_, aber ich hab grad mal testweise ne 40gb-Platte aus meinem Testrechner nur mit Strom anlaufen lassen, die macht ähnliche Geräusche. Vielleicht kannst du mal die Sekundenzahl dabei schreiben, ab wann was passiert.
 
Das Auslagern von defekten Sektoren im lfd. Betrieb (via S.M.A.R.T.) klingt genauso grauslich, und dauert ein paar Sekunden.
Bei den neueren Seagate-Platten kann man kurz nach dem Einschalten, insb. in kalter Umgebung, gut die Selbstkalibrierung hören. Klingt ähnlich wie oben beschrieben (grrr), nur nicht so lange. Und vor allem schaltet danach der Spindelmotor nicht ab!
Wenn die 40er Platte auffällige Geräusche macht, ist sie möglicherweise so langsam auf dem Weg ins Nirvana. Bitte "chkdsk <lw:> /r ausführen - aber zuvor Daten sichern!

So eine Festplatte ist ja ein mikromechanisches Wunderwerk, das laufend rekalibriert werden muß. Bei einem Verbrennungsmotor hat man dafür Klopfsensoren, und Festplatten nutzen spezielle Sektoren außerhalb des Nutzdatenbereiches, um dort optimale Korrekturwerte für Kopfposition, Verstärkung usw. einzustellen.
 
Ich muss gestehen, so ein Geräusch noch nie bei einer def. Disk gehört zu haben, wobei ich ein paar hundert def. SCSI-Disk's bisher in den Fingern hatte, bei IDE etwas 20. Recalibration hört sich nach meinem Kenntnisstand anders an. Ich muss mir nachher mal ein paar Disk's zu Gemüte führen .....
 
@Mueli: Rekalibrierung klingt wirklich anders, es gibt aber eine entfernte Verwandschaft zum hier vorgetragenen "Kammerton g(rrr)".
Wenn mich mal die Muse küßt, und die Muße packt, werde ich mal eine Klangdatenbank erstellen. Aber da sind noch einige andere Projekte, die fortissimo rufen..
 
Das mit der Klangdatenbank ist eine zweischneidige Sache - weil man da nicht so einfach die Actuatorgeräusche interpretieren kann, und jede Aufnahme je nach eingesetzter Technik und Umgebungsgeräuschen anders klingt.
Ich würde da eher die graphische Klanganalyse bevorzugen, welche (aus dem Gesamtgeräusch herausgefiltert) eigentlich nahezu exakt die Actuator-Bewegungen wiederspiegelt, aus denen man dann die Art des Fehlers möglicherweise erkennen kann, wenn man auch eine Aufnahme eines funktionierenden Modells als Referenz hat.
In diesem etwas älteren Thread war z.B. damit ersichtlich, dass es sich um den Seagate-Firmware-Bug einer Platte handeln könnte, der bei einer herstellerseitig reparierten Austausch-Platte auf eine eigentlich nicht betroffene Seriennummer geflasht wurde...
 
Kann man das von mir aufgenommene durch irgendeine erkennungssoftware jagen, ähnlich ocr für text?
von akustik hab ich soviel ahnung wie ein schimpanse von mathematik - also ein bisschen, aber was man wie beachten muss, keine ahnung.
bei text - oder graphiken allgemein - ist das wesentlich simpler, könnte ich mir vorstellen.
 
Schade, daß ich den Seagate-Thread erst jetzt gelesen habe. Mir juckt es in den Fingern, da noch ein paar Kommentare nachzuschieben... Nur soviel: ROMs umlöten ist nicht schwer (Heißluft und Pinzette), die Platinen sehen oft so seltsam aus, bei gleicher PCB-Nummer (und Controller) sollte ein Umbau gelingen, und vom Firmwarebug sind (nahezu?) alle Firmwareversionen vor SD1A betroffen.

Man könnte die Klangdatei z.B. durch Fast-Fourier-Transformation in ihre Frequenzanteile zerlegen, aber das würde uns nicht weiterbringen. Die von Ernst@at gezeigten Grafiken sind da schon das Optimum.
Die Tatsache, daß die Platte erst verzweifelt ihre Firmware laden will, und diesen Versuch irgendwann aufgibt, reicht eigentlich für eine gute Diagnose (abschließend könnte man noch Elektronik und Actuator unter die Lupe nehmen, aber das führt wohl etwas zu weit, Stichwort Multimeter). In 95% aller Fälle mit solchen Geräuschen ist das Platteninnenleben dahin, da ist von außen nichts mehr zu machen.
 
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