Fahrenheit 9/11 vor US-Wahl im TV

Schaut euch mal diesen Artikel hier an...

http://www.liberalismus.at/moore.php

U.A.:
Film: Die USA werden von Saudiarabien aus geführt, da die Saudis dort so viel investiert haben ($860 Milliarden), dass sie zu wichtigen "Eigentümern" der USA wurden (ihnen "gehören" 7% der USA).

Wirklichkeit: Die gesamten Auslandsinvestitionen weltweit der Saudis betragen ca. $700 Milliarden, davon gehen ca. $420 Milliarden in die USA [26]. Nach dem U.S. Census Bureau hielten ausländische Investoren 2002 insgesamt $1,7 Billionen in Unternehmensanleihen. Der größte Anteil fällt auf U.K. und Japan. Saudiarabien gehört zu den kleineren Investoren, in der Statistik zusammengefasst in der Kategorie "Andere Länder", welche insgesamt (!) 7% ausmacht. [27]
Wenn die Saudis tatsächlich die US-Politik kontrollieren würden, sähe diese wohl anders aus. Dann wären weder die Taliban, welche den von Saudiarabien unterstützten wahabitischen Islam vertreten, noch Saddam Hussein, Sunnit in einem mehrheitlich schiitischen Land, gestürzt worden. Heute befindet sich Saudiarabien mehr denn je in der Zange der USA. Würde die US-Regierung in ähnlich vereinfachender Weise wie Moore alle Schuld auf die "Saudis" abschieben und saudiarabische Staatsbürger generell verdächtigen, würde Moore wohl zurecht von Rassismus sprechen.
 
Ich habe ihn mir jetzt aufgenommen :)

Finde ihn aber sehr informativ, und gut gemacht.
 
Naja, der Film ist stark polarisierend. Man merkt das der Film schon von anfang an in eine Richtung geht. Aber auch jetzt werden ja stimmen laut, dass bei den jetzigen Wahlen einige zivile Amerikaner, welches eher zu den Demokraten geneigt sind, kein Recht auf Mitwählen bekommen, wohingegen die Soldaten, generell Repuplikanisch, eigenes System für Brief- / Internetwahl bekommen haben.

Man muss das Ganze nüchtern ansehen. Aber bekommt ein Bild, warum die Amerikaner im Irak verhasst sind...
 
@PuppetMaster
hmm, interessanter Link, hätte ich jetzt nicht gedacht :rolleyes:
aber es gibt halt immer zwei seiten und das MM nicht nur ein lieber, netter Kerl ist war mir irgendwo schon klar
er macht ja haufenweise kohle mit den Büchern/Filmen
und das nicht 100% alles richtig ist was er schreibt und wie er es schreibt, war mir auch klar
selbst wenn nur 20-25% so ist wie er es geschrieben/gefilmt hat, ist's trotzdem immer noch schlimm genug
 
Wie MM selbst sagt, dreht sich alles um das große Geld. Was mich in diesem Film bewegt sind nicht die "Fakten", sondern eher die Bilder. Zwar sind diese Bilder sicherlich extra gewählt und die Menschen, die interviewt werden, sicherlich gesondert durchsucht, aber die Bilder im Irak sind imho erschreckend. Vor allen Dingen würde ich gerne neutrale Bilder vom Irak sehen, welches vorm Krieg gab.

Kinder die Spielen zu zeigen um eine gewisse Ruhe zu zeigen, ist der älteste Trick der Welt. Ich würde gerne den normalen Ablauf sehen.

Generell stehe ich solchen Filmen ja sehr kritisch gegen. Aber einige Aufnahmen sind schon erschreckend genug, um sich Gedanken darüber zu machen, ob alles richtig ist, was in den letzten vier Jahren so alles passiert ist.
 
der film ist natürlich nicht objektiv, merkt man schon an dem sarkastisch-ironischen unterton des sprechers. zum ende hin wird er meiner ansicht nach auch langweilig, einige sachen werden doch arg in die länge gezogen.

kann gonzo nur zustimmen, natürlich ist vieles übertrieben und sehr zugespitzt dargestellt, aber selbst wenn nur ein teil der behaupteten sachen stimmen, ist das immer noch sehr sehr bedenklich.

der link von puppetmaster ist auch informativ, wenngleich auch nicht objektiv.
 
Eigendlich wollte ich schon längst im bett liegen aber irgendwie hat mich die seite von PuppetMaster so gefässelt das ich davon garnicht mehr los komme!
Das ist mal eine ganz andere sicht der dinge, ich hab mir zwar jetzt nicht alles durch gelesen, aber einige sachen mal überflogen. Ich meine wenn man wirklich alles so glaubt wie es in den filmen dargestellt wird und sich keine eigenen gedanken macht oder sogar besser andere informationen holt (wie zum beispiel diese seite) finde ich das sowieso ein bisschen einseitig. Ich fände es schwach mir eine meinung über etwas anhand zweier filme zu machen. Obwohl andersrum ich auch nicht sagen kann das mich jetzt diese eine seite total vom gegenteil überzeugt (was sie ja auch nicht soll)! :)
Ich fand den film trotzdem sehr interessant und bowling for Columbine fand ich auch nicht schlecht. Dort laufen schon ein paar sachen ab die ich nicht nachvollziehen kann und worüber ich den kopf schüttel!
 
allerdings...
wenn man nur eine meinung auf sich runterrieseln läßt....ist man kein deut besser als die, die wie die schafe dem bush folgen. also sollten auch wir net wie die schafe dem moore folgen sondern auch mal selbst anpacken und uns selbständig informieren.
nichtsdestotrotz könnte ich mir nicht vorstellen gegen moore und pro bush zu sein :D
 
@PuppetMaster:

Moore mag einiges so hindrehen wie er es möchte, aber die Kritik von dieser Seite ist auch nicht besser.

Moore ist ganz klar vorzuwerfen, dass er für einen Dokumentarfilmer ein wenig zu sehr Szenen ineinanderschneidet, die eigentlich in keinem direkten Zusammenhang stehen, oder auch welche nachhstellt.

Z. B. die auf der Seite erwähnte Sache mit der Waffe und der Bank: da wird ihm vorgeworfen, die Szene gestellt zu haben. Aber ist es nicht eigentlich völlig egal für die Aussage dieser Szene, ob er die Waffe als Prämie direkt von der Bank ausgehändigt bekommt oder erst zwei Wochen später? Eine Waffe als Prämie. Von einer Bank. Ist doch krank genug.

Auch sind da einige falsche Aussagen bzw. Verdrehungen auf der Seite:

z. B.:

Film: Mitglieder der Bin Laden-Familie werden nach dem 11. September eilig aus den USA ausgeflogen, da die Bushs und die Bin Ladens durch Geschäftsbeziehungen eng verbunden sind.

So wurde das nicht gesagt. Es wurde gesagt, dass die Mitglieder der bin Laden Familie (eilig) ausgeflogen wurden.
Weiter wurden in dem Film die Geschäftsbeziehungen zwischen den Familien Bush und bin Laden dargestellt.
Und es wurde ein ehemaliger FBI-Agent gezeigt, der die Ladens gerne noch verhört hätte, bevor sie ausgeflogen sind.

Den Zusammenhang muss der Zuschauer für sich selber ziehen. Zugegeben, er wird ziemlich offensichtlich präsentiert.

Film: Bush führt Krieg "im Auftrag" von Unocal, einer Firma, die eine Pipeline durch Afghanistan bauen möchte. Karzai wurde installiert, da er früher Berater von Unocal war.

Wirklichkeit: Bush bevorzugte den Plan von Enron, eine Pipeline durch das Kaspische Meer zu bauen, die konkurrierende Alternative zu Unocals Plänen - was eben keine Pipeline durch Afghanistan bedeutet hätte. Die Unterstützung von Unocal mitsamt der zweifelhaften Einbindung der Taliban kam von Seiten der Clinton Regierung (!).

Nee, ehrlich? Wer war denn Präsident, als Unocal und die Taliban in Texas (George W. war Gouvernour, wurde eindeutig im Film erwähnt)? Clinton! Na, was für ne kritische Aussage.

Film: Der große Fehler der USA war, nicht alle Kraft auf Osama Bin Laden konzentriert zu haben.
Wirklichkeit: Hier widerspricht sich Moore wieder selbst. Davor argumentierte er, dass Osama Bin Laden als "innocent until proven guilty" (Zitat von 2002, [24]) betrachtet werden müsste und zweifelte an der Rechtfertigung des Angriffs auf Afghanistan. In Dude, Where's My Country? fragt er sogar ominös: "How could a guy sitting in a cave in Afghanistan, have … plotted so perfectly the hijacking of four planes and then guaranteed that three of them would end up precisely on their targets?" In Bowling for Columbine hingegen weist er extra darauf hin, "Osama bin Laden used his expert CIA training to murder 3,000 people". [21]

Moore stellt die Frage, warum so wenig Energie aufgewendet wird, den vermeintlichen Drahtzieher zu erwischen. Das sehe ich nicht als Widerspruch zu seiner Ansicht, Bin Laden sei unschuldig.
(Der letzte Satz macht natürlich stutzig, aber ich muss zu meiner Schande gestehen, BfC noch nicht gesehen zu haben, kann den also nicht kommentieren).

Film: Mangelnde Polizeikräfte in Oregon verunmöglichen einen ausreichenden Schutz der Bevölkerung.
Wirklichkeit: Ein beliebtes Argument der "Rechten": es gäbe immer zu wenige Polizisten und eine Erhöhung der Einsatzkräfte führe immer zu besserem Schutz. Typischer Moore-Widerspruch: Die Angst der Amerikaner wäre rein künstlich fabriziert, es gäbe keinen Grund für Panik. Aber eines Nachts gab es nur acht Polizisten in ganz Oregon, mit denen Funkkontakt bestand - laut Aussage eines überarbeiteten Polizisten. (Ironisch:) Dabei könnten doch jederzeit Schiffe voll mit Terroristen in Oregon anlegen! Und in der Nacht allen im Schlaf die Kehle durchschneiden! Bush schützt eure Kinder nicht! Wählt Kerry! Nur er wird die Polizei in Oregon aufstocken! Das gehört schließlich zur Verantwortung des Präsidenten ...

Ganz klare Fehlinterpretation. Moore wundert sich lediglich darüber, warum extra ein Heimatsicherheitsministerium gegründet und ein Gesetz, welches erhebliche Einschnitte in die Freiheit der Bürger mit sich bringt, verabschiedet wird, aber gleichzeitig in Oregon für ein großes Staatsgebiet nur so wenige Polizeibeamte im Dienst sind.
Er deckt also den Widerspruch auf, und produziert keinen neuen.

Film: Irak unter Saddam hat niemals einen einzigen Amerikaner angegriffen.

Ich kann mich nur an die Aussage erinnern, dass der Irak niemals Amerika angegriffen hat.

Film: Bushs Freund James Bath wurde Finanzmanager der Bin Laden Familie und investierte deren Geld in Bushs Ölunternehmen. Um dies zu verheimlichen, wurde Baths Name in Dokumenten zensiert, die Moore aber exklusiv ohne Zensur auftreiben konnte.
Wirklichkeit: James Bath hat nur eigenes Geld in Arbusto investiert, unabhängig von seiner Tätigkeit als Finanzberater. Sein Name ist in den Akten der Nationalgarde zensiert, da dies seit 2003 aus Datenschutzgründen Vorschrift ist. Allerdings wurden die Dokumente schon 2000 öffentlich zugänglich gemacht - vor dieser Vorschrift. Die "unzensierte" Version zu erhalten, hatte also - wider den Anschein - nichts mit investigativem Journalismus zu tun und die "Zensur" nichts mit Vertuschung. [26]

Datenschutz gilt nicht für den Präsidenten? Dessen Name war nicht geschwärzt...

Film: Die Titelseite der US-Regionalzeitung "Pantagraph" aus Illinois wird gezeigt mit der Schlagzeile "Latest Florida recount shows Gore won election".
Wirklichkeit: Die Seite ist gefälscht, die Meldung war keineswegs auf der Titelseite erschienen, die angebliche "Schlagzeile" ist eine Zeile aus einem Leserbrief (!) im hinteren Teil der Zeitung. Das Blatt verlangt eine öffentliche Entschuldigung und einen symbolischen Schadensersatz. [30]

Auch hier wieder: für einen Dokumentarfilmer sicher kein feiner Zug, aber für die Aussage unerheblich ob echt oder nicht.

Moore wird auch immer seine Einseitigkeit gegenüber Bush und den Republikanern vorgeworfen.
Im Film werden aber mehrfach die Demokraten hart angegangen, vor allem Tom Daschle.
In seinem Buch "Stupid White Men" lässt er außerdem mehrere Seiten lang an Bill Clinton (und auch wieder Tom Daschle) kein einziges gutes Haar.
Er schreibt eindeutig, dass die Demokraten nichts weiter als "schlechtere" Republikaner seien.

Ein großes Problem an solchen Filmen, Büchern, aber auch an den Kritiken, ist die manchmal wirklich einseitige Sicht sowie die immer wieder zu stellende Frage, ob die Quellen denn echt sind. Das ist schwierig, und man sollte sich wirklich immer aus verschiedenen Richtungen informieren.

Aber wenn ich das hier lese:
Wie in vielen anderen Fällen, reicht ein Blick auf die nähere Geschichte, um mit dem Zeigefinger vorgebrachte Entrüstungen gerade von österreichischer oder deutscher Seite über diese "barbarische Sicht" vom Waffenbesitzrecht als Grundrecht zu relativieren: Die Leserin darf dreimal raten, wann hier die letzte umfassende staatliche Kontrolle und weitgehende Einschränkung des privaten Waffenbesitzes stattfand. Am 8. November 1938 verkündete der Berliner Polizeipräsident die Umsetzung des Verbots privaten Waffenbesitzes unter Juden: 2,569 Handwaffen, 1,702 Feuerwaffen und 20,000 Stück Munition wurden konfisziert. Am 9. November 1938 kam der Befehl an alle Sicherheitskräfte, Juden vollständig zu entwaffnen und im Falle des Widerstandes zu erschießen. Am 10. November 1938 war schließlich alles klar für jenes geplante Pogrom, das als Reichskristall"nacht" (es ging über mehrere Tage) bekannt ist. Das Verbot privaten Waffenbesitzes und die staatliche Beschlagnahmung wurde systematisch in allen okkupierten Ländern umgesetzt. Dies fiel besonders leicht, denn aufgrund früherer Gesetze musste jede Waffe registriert werden, die Nazis gingen dann einfach die Registrierkarten durch. Welchen Grund die Nazis hatten, vor dem Holocaust eine penible Waffengesetzgebung einzuführen, wird deutlich am Beispiel des Aufstandes im Warschauer Ghetto 1943: Nur mit einigen wenigen Handfeuerwaffen ausgerüstet gelang es den Juden im Ghetto die Deportationen vorübergehend zu stoppen, die Nazis aus dem Ghetto zu vertreiben, dasselbe mehrere Tage zu halten und dann im Wald den Widerstand fortzusetzen. [19] Der Umstand schließlich, dass die Schweiz das einzige Land Europas war und ist, wo Milizangehörige (36% der Gesamtvevölkerung!) ein Gewehr zuhause haben, mag ein wesentlicher Grund für die Schonung der Schweiz durch die Nazis gewesen sein. [20]

Dann fällt mir echt nichts mehr ein. Ein ziemlich ungünstiger Vergleich, meint Ihr nicht?

Gruß
Morgoth
 
Das Moore seine Bücher und Filme mit Scheuklappen - gewollt oder ungewollt - schreibt/dreht ist denke ich nicht abzustreiten. Aber an jedem Gerücht ist auch ein Funken Wahrheit und selbst wenn Moore diverse Tatsachen aus dem Zusammenhang reißt haben sie doch einen gewissen Hintergrund. Und wenn Bush im amerikanischen Fernsehen verkündet der Irakkrieg sei gewonnen (kann man einen Krieg gewinnen?) und danach laufen Aufnahmen einer Mutter die ihren Sohn im Irak verloren hat, gibt das schon zu bedenken welchen (Un)Sinn dieser von George W. Bush verantwortete Krieg gehabt haben soll. Dann liest diese Mutter aus dem letzten Brief ihres Sohnes vor und dieser schreibt ihr darin, dass keiner dort den Sinn des ganzen
Unternehmens versteht. Allein diese Szenen und Aussagen, seien es auch nur zusammenhanglose Fragmente, sind wichtig zu erfahren.

Ich habe den Film gestern abend gesehen und ich war, muss ich zugeben, ziemlich geschockt, als ich die Bilder von schwer verletzten Soldaten, Toten auf beiden Seiten, Kinderleichen der Iraker und Familien am Abgrund weil ihnen alles genommen wurde, gesehen habe. Ich glaube dass nicht 20% der Amerikaner wußten/wissen was im Irak wirklich passiert. Allein deswegen könnte dieser Film ungemein wichtig für den Ausgang der Wahlen sein.
 
Original geschrieben von Gonzo71

Nach der ProSieben-Ausstrahlung ist der Film zunächst einmal für zwei Jahre für weitere TV-Ausstrahlungen im deutschen Fernsehen gesperrt.

Warum läuft er dann gerade auf Sat1 nochmal?
 
Weil er ab jetzt erst gesperrt ist. Ist also fast korrekt, was Gonzo schrieb.

Aber mal am Rande: geht das nur mir so oder fällt das auch anderen aus, dass George ebenso seine anhänger grüßt wie die Jungs Anno '33? Immer schön den rechten Arm gestreckt. Huh, da schauderts mir...

NBC und Fox verkünden übrigens, ähnlich wie letztes Mal, Bush als Gewinner der Wahl obwohl noch nichts offiziell ist. Es steht 249 zu 242 für Bush, noch 5 Staaten auszuwählen.

Hier ein Link zu aktuellen Ergebnissen: http://www.cnn.com/ELECTION/2004/

Gruß
Morgoth
 
Ich glaube irgentwie nicht das es bei der Wahl mit rechten Dingen zu geht. Habe einen Bericht gesehen das wieder etliche Stimmen (man durfte ja schon vorher Wählen) unwiederbringlich "verloren" gegangen sind.
 
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