Faustformel zur Wahl eines Verstärkers am Fernseher

D

DieRenteEnte

Gast
Meine kurze Suche hat nichts ergeben und bevor ich anfange intensiv mich damit zu befassen:

Beim Kauf von aktiven Lautsprechern sind bereits sehr günstige, dafür aber optimierte Verstärker verbaut. OK...
​Beim Kauf von passiven Lautsprechern setzen aber Viele auf Verstärker, die den Wert von aktiven Lautsprechern gerne mal das Doppelte oder Dreifache übersteigen.

​Gibt es eine Faustformel um berechnen zu können, welche Daten ein Verstärker aufweisen muss, um die selbe Lautstärke mit "identischer" Soundqualität wiederzugeben?


​Klar könnte man sich eine beliebte Marke für 150-200 Euro kaufen. So wie man Autoreifen kaufen könnte die für 300 km/h geeignet sind und das Auto aber niemals schneller als 110 km/h hoch dreht. (Ja Autobeispiel... :evillol:)
 
ich glaub es gibt so viele faustformeln wie fäuste auf der welt.
mir wurde mal gesagt das die stereo boxen bzw die front li und re lautsprecher gleichteuer sein sollen wie der AVR/AMP.
was auch eine gute faustformel ist, das die front boxen ~100w mehr vertragen als der amp/avr liefern kann.
frag 100 leute und du hast 100 unterschiedliche antworten.
 
"Faustformel" ist: vergiss Verstärkerklang. Blindtests entlarven da vieles als pure Einbildung.

Das mit den "optimierten" Verstärkern in Aktivboxen ist auch ein Märchen, es sind ganz normale Standardchips. Man kann nur z.B. eine Kurzschluss-Sicherung einsparen, weil die Kabel sowieso nicht von außen zugänglich sind, oder auf 4-Ohm-Kompatibilität verzichten, wenn das verbaute Chassis 8 Ohm hat.

Wenn es tatsächlich Probleme gibt, wie z.B. bei Lautsprechern mit normwidrigen Impedanzminima, dann sind die weder an den Daten noch am Preis zu erkennen.
 
Schade, aber danke für die Bestätigung.
​Dann werde ich wieder auf "gut Glück" Lautsprecher und Verstärker wählen und notfalls zurücksenden müssen. Zum Glück bin ich nicht Audiophil. :)
 
Mit der Dimensionierung von Verstärkern ist es ähnlich wie mit PC-Netzteilen, nur eben umgekehrt.

Nehmen wir mal an du betreibst eine Lautsprecherbox die 200 Watt abnehmen kann an einem Verstärker der maximal 100 Watt liefert. Bei einem guten Verstärker mit entsprechenden Schutzschaltungen wird auch wenn man ihn voll aufdreht nicht viel passieren. Der LS wird zwar nie wirklich "ausgefahren" werden, aber ansonsten passiert nicht viel. Bei einem billigen "Chinakracher" hingegen kommt der Verstärker wenn er voll ausgefahren wird in das sogenannte Clipping. Dabei werden energiereiche Obertöne produziert die den LS auf lange Sicht durch Überhitzung durchbrennen lassen.

Sehr gut erklärt wird diese Problematik auf dieser Seite:
https://blog.teufel.de/clipping-wenn-der-verstaerker-zu-schwach-ist/

Auf der sicheren Seite ist man, wenn der Verstärker etwas mehr Leistung abgeben kann als die Boxen im Höchstfall abrufen. Also z.B. einen guten 250 Watt Verstärker mit 200 Watt Boxen kombinieren. Den Verstärker einfach ein klein wenig zurückdrehen, dann sollte nichts passieren. Natürlich kannst du eine 100 Watt Box an einem 1000 Watt Verstärker auch kaputtkriegen wenn du ihn voll aufdrehst. Etwas Augenmaß schadet also nicht.
 
Einfachste Lösung dagegen: leiser drehen, wenn es unsauber klingt.

Bei üblichen Heimanwendungen ist so etwas wie mein Yamaha RX 797 (100€ Gebrauchtpreis) schon absoluter Overkill, obwohl ich Boxen mit relativ niedrigem Wirkungsgrad (Nubert Nuvero 60) daran betreibe.

Im Heimkino habe ich zwar tatsächlich eine PA-Endstufe mit 2 x 250 W (Hifi dieser Leistungsklasse ist völlig überteuert), aber auch nur deswegen, weil die Standboxen ohne Subwooferunterstützung den LFE-Erdbebenbass übernehmen. Solche Pegel erfordern allerdings sowieso einen Heimkinokeller mit massiven Steinwänden, in den meisten Wohnsituationen muss man keinen Gedanken an so etwas verschwenden.
 
@pitu:
​Nur Stereo an einem Fernseher, allerdings soll das Ding auch für Feiern dienen und damit zwei 500 Watt Lautsprecher unterstützten.
​Diese Lautsprecher kosteten aber nur 150 Euro und laut Anleitung, soll man einen Verstärker mit nur >30 Watt verwenden.
​Das erschien mir doch etwas unrealistisch klein, daher die Frage.

Die Lautsprecher habe dennoch noch nie auf 100% aufgedreht, da die mir viel zu laut werden.
 
wenn 2 150€ lautsprecher 500w sinus hätten, dann hätte wohl jemand schon den nobelpreis für wirtschaft errungen. die 30 watt verstärkerleistung kommen nicht von ungefähr. die boxen werden sicherlich keine 50 watt sinus haben wenn überhaupt so viel.
meine 800€ lautsprecher haben gradmal 220 watt sinus. aber das sind echte watt angaben.
 
Das sind einfach nur große Lautsprecher für Feiern mit ganz hohen Zahlen fürs Marketing. Da kommt es nicht so sehr auf die Qualität an.
Auf der Packung statt irgendwas von ~200 RMS und 500 Watt blabla.

Dass 220 Watt Sinus so teuer sind, hätte ich nicht gedacht.
Mein sehr altes 2.1 System für meinen PC hat 80 Watt Sinus Lautsprecher und einen 120 Watt Sinus Subwoofer. Ich kenne den damaligen Preis nicht mehr genau, aber dass die unter 150 Euro gekostet haben, kann ich mit Sicherheit sagen. Und dieses 2.1 System hat keinen dedizierten Verstärker.
 
Passive Lautsprecher haben keine Watt. Sie sind belastbar mit soundviel Watt, rechnet man das in Watt Ausgangsleistung um kommen dabei nur deprimierend niedrige Zahlen raus bei üblichen Hifikisten. Abgesehen davon hat Klang mit Watt wenig bis gar nichts zu tun.
 
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Highspeed Opi schrieb:
Mein sehr altes 2.1 System für meinen PC hat 80 Watt Sinus Lautsprecher und einen 120 Watt Sinus Subwoofer. Ich kenne den damaligen Preis nicht mehr genau, aber dass die unter 150 Euro gekostet haben, kann ich mit Sicherheit sagen.

Dann kannst Du die Angaben in der Pfeife rauchen. Alleine das Netzteil, das nötig ist um 2x 80W + 1x 120W = 280W als echte Sinusleistung abzugeben, hätte wohl schon mehr gekostet.
Die Wattzahlen, die manche Hersteller auf ihre Geräte kleben, sind i.d.R. gelogen.
 
Das diese Angaben wertlos sind, habe ich mir schon selbst denken können. Nur hört es sich jetzt noch schlimmer an als es ist... was ich auch glaube. In diesem Bereich kenne ich mich nicht aus, habe aber auch kein Interesse daran.

Ich kenne aber sehr gut wie es in anderen Bereichen ist. Beispielsweise bei Monitoren, Fernseher, etc. Auch da sind die Angaben alle absolut wertlos... nur ist es dort umgekehrt. Statt 1 ms haben die Bildschirme beispielsweise 80 ms, etc.

Danke für die vielen Antworten.
Wie schon geschrieben, werde ich einfach auf gut Glück bestellen und eure Tipps dabei beachten.
 
Zum Vergleich: "Zimmerlautstärke" liegt im 2-3stelligen Milliwattbereich.

Nebenbei werden Verstärker bei steigender Leistung immer unrentabler, weil der Zusammenhang logarithmisch ist: eine Verdopplung der Leistung bringt 3 dB mehr Lautstärke, 100->200 Watt also genausoviel wie 1->2 Watt.
 
Wenn deine Boxen für Feiern sind und 250W Sinus haben... Sind das wohl eher PA Kisten und nix mit Hifi.
Kannst du uns die Boxen nennen oder verlinken?
Für PA Boxen nimmst nen PA Verstärker.
Faustformel hier ist RMS * 1.2 minimum. 1.5 ist eher die Regel.
Außer : Die Boxen haben eine Programmleistung angegeben. Dann richtet man sich nach der.
Mit dem Klang hat das aber mal überhaupt nichts zu tun.

Bei 200W RMS an 4 Ohm solltest du also schon Mit 300W pro Kanal an 4 Ohm dran gehen.
PA Boxen mit einem AVR betreiben würde ich eher lassen. Wenn dann einen AVR vor den PA Amp schalten und das Signal da unverstärkt aber verarbeitet durch jagen. (geht das? Hab mit Hifi wenig am Hut)
Hifi hat komplett andere Wirkungsgrade...
Vom Klang mal komplett abgesehen, denn da spielen Hifi Boxen in einer komplett anderen Liga.
 
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Lautsprecherchassis betreibt man ja auch standardmäßig ohne Gehäuse...
 
@JackA$$:
Na ja, der kleine Lautsprechertest da oben zeigt aber auch ganz klar was mit den tiefen Frequenzen passiert wenn man einen derartig kleinen Verstärker auf so große Lautsprecherchassis losläßt. Sie saufen nämlich gnadenlos ab.

Daß man allerdings gar nicht mal so große Leistungen braucht sieht man spätestens wenn man sich mal den Kennschalldruck eines Lautsprechers ansieht. Bei einem 12 Zoll Chassis sind das typischerweise zwischen 95 und 100 db.

Für die Nichttechniker unter uns: Den Kennschalldruck ermittelt man in 1 Meter Entfernung wenn dem Lautsprecher 1 Watt Leistung zugeführt wird. Die berühmte Zimmerlautstärke liegt bei 60 db. Eine Erhöhung des Schalldrucks um 10 db wird als Verdoppelung der Lautstärke empfunden.

Man sollte allerdings beachten, daß der Schalldruck mit der Entfernung auch abnimmt. Bei einer Verdoppelung der Entfernung sinkt der gemessene Schalldruck um etwa 6 db. Von ursprünglich 100 db in 1 Meter Entfernung würden also nach 4 Metern noch 88 db ankommen. Damit wird auch klar warum man in der Veranstaltungstechnik mit so großen Lautsprechern (und Leistungen) arbeitet. Von 100 db Schalldruck bleiben nach 24 Metern, was noch kein riesiger Saal ist, gerade mal 73 db übrig. Das ist etwas mehr als doppelte Zimmerlautstärke.

Nachtrag:
Man sollte sich allerdings von der Größe eines Lautsprechers nicht blenden lassen. Natürlich steht die erzielbare (verzerrungsfreie) Lautstärke in einer gewissen Beziehung zur Größe des Chassis, aber auch mit kleinen Modellen können, wenn man damit keinen ganzen Saal beschallen will, beeindruckende Ergebnisse erzielt werden. Eine Beziehung besteht eher noch zwischen Membranfläche und darstellbarer Frequenz. Je tiefer die Frequenz desto größer sollte die Membran sein. Aus dem Grund sind Subwoofer auch so groß. Im Mittel- und besonders im Hochtonbereich hingegen darf es ruhig etwas kleiner sein.
 
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