Flug stornieren, aber wo?

World_Citizen

Ensign
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Hallo Zusammen,

leider muss ich einen USA Flug der für März 2016 geplant war wahrscheinlich stornieren.
Gebucht wurde über ein Onlinereisebüro (Flugladen.de), Ticket ist ausgestellt von AirFrance.

Jetzt habe ich im Internet immer gelesen man solle auf jeden Fall direkt bei der Airline stornieren und nicht beim Vermittler.
Die Airlines würden zwar immer den Vermittler vorschieben, man hätte aber als Kunde auch das Recht bei der Airline direkt zu stornieren.

Also habe ich mal bei AirFrance angerufen. Und genau das ist passiert. Die Dame von AF meinte eine Erstattung können nur über das Reisebüro erfolgen. Ist das korrekt?

Grüße Patrick
 
Tag :)

Flugladen erklärt selbst, Stornierungen entgegenzunehmen und dafür eine (fragwürdige) Gebühr zu erheben. Auch wenn die nur Vermittler sind, ist es nicht so, dass sie nicht auch für Stornierungen zur Verfügung stehen können. Sowohl beim Vertragsschluss als auch beim Storno mögen sie als Bote oder Stellvertreter auftreten.

Ich persönlich würde, wenn ich genau wüsste, was für Vertragserklärungen von beiden Seiten gefallen sind und sich daraus direkt die Fluggesellschaft ergibt, bei der Fluggesellschaft stornieren. Dazu würde ich gar nicht weiter "fragen", sondern die Sache schriftlich erledigen. Versuch es aber auch mal online, vllt geht das ja problemlos.

Schöne Grüße :)
 
Genau, da es nur eine Vermittlung ist, kannst Du auch direkt bei der Fluggesellschaft stornieren.
 
Du kannst auch im naechsten Ort in ein Offline-Reisebuero gehen, und fragen, ob die es fuer Dich stornieren. Air France ist ja die Chaos-Airline schlechthin... Mit denen wollte ich vor 10 Jahren mal in den Tschad fliegen. Selbst als 1 Monat vor Flug ein Rebellenangriff dort stattfand, und eine Reisewarnung des auswaertigen Amtes vorlag, wollte man mir den Flug nicht stornieren...! Da gilt die bekannte Ferengi-Erwerbsregel: Once you have their money, you never give it back.

Mir hatte dann ein Offline-Reisebuero aus der Lage geholfen. Vorbildliche Aktion zur Neukundengewinnung - bin immer noch zufriedener Kunde dort, und die Preise sind auch nicht teurer als online.
 
Das ist so nicht ganz korrekt, im Internet ist es eigentlich immer günstiger über die Metasuchmaschinen,
Dann noch die passende Kreditkarte und einen Gutschein aus dem Netz haben, plus eventuell Qipu Cashback und man spart doch unter Umständen einiges.

Ich empfinde Reisebüros in der heutigen Zeit als absolut überflüssig, ein Relikt aus der Präinternetzeit.

BTT: Ich würde direkt bei der Airline stornieren, versuche es mal direkt bei der Zentrale in Frankreich.
 
Auch im Reisebuero kann man eine Meta-Suchmaschine bedienen :-)

Viel Spass mit der AF Ze​ntrale in Frankreich. Bin gespannt, ob die in den letzten 10 Jahren Kompetenz in irgend einer Art entwickelt haben.
 
Ich würd auch im vorfeld mal gucken was für eine Buchungsklasse mein Ticket ist, grad im Bezug auf Umbuchungs / Stornogebühren etc.
Nicht das dann am Telefon ne böse Überraschung kommt (weil günstiges Ticket und 100% Storno Gebühr)
 
Von solch bösen Überraschungen aber nicht entmutigen lassen. Eine derartige Stornogebühr wird fast immer unwirksam sein. Einen solchen Werkvertrag kann man in aller Regel kündigen; der Werkunternehmer muss sich dann von seiner Vergütung so einiges anrechnen lassen - kann die Fluglinie anderweitig den Platz vergeben, ist schon kaum mehr ersichtlich, was sie noch verlangen können soll.
 
Oha, das finde ich jetzt mal interessant, grade weil ich immer viel unterwegs bin. Mich würde mal interessieren wie du das ganze dann durchsetzt? Grade im Bezug das es bei der Buchung ja viele verschiedene Buchungsklassen gibt, eben auch mit unterschiedlichen Regelungen (Umbuchung lass ich jetzt mal weg) aber im Bezug auf Stornierung, sagen wir der Einfachheit halber mal Flex (0%), Semi-Flex (50%) und Saver (100%)?
Weil wenn das so einfach wäre, dann gäbe es solche Angebote nicht und niemand müsste den deutlich höheren Preis für flexible Tickets ausgeben. (oder auch analog zu Hotelbuchungen bei Prepaid / Saver Angeboten die keine Umbuchung / Stornierung zulassen).
 
Der Unterschied zwischen Hotel und Flug ist schon mal, dass das eine ein (hauptsächlich) Miet- und das andere ein Werkvertrag ist. In Letzterem hat der Besteller immer die Möglichkeit zu kündigen. Wie gesagt variiert lediglich dasjenige, was der Werkunternehmer sich von seinem grundsätzlich verbleibenden Vergütungsanspruch anrechnen lässt. Dazu gehört wiederum auch, wenn eine Fluglinie anderweitig den Platz vergeben kann.

Wie ich das ganz dann durchsetze? Wie alles, wenn es außergerichtlich nicht geht, natürlich: gerichtlich.

Die verschiedenen Buchungsklassen wird es geben, weil a) viele sich vor der Durchsetzung ihrer Rechte scheuen oder sie schlicht nicht kennen, dh sich von der Existenz verschiedener Buchungsklassen in ähnlicher Weise leiten lassen wie du und b) man es vllt international hält und so versucht, längerfristig seine Auffassung zu etablieren und zumindest dort durchzusetzen, wo dies im Ergebnis aufgrund internationaler oder zumindest nicht deutscher/europäischer Sachverhalte möglich ist.
 
Nun dann würde mich doch mal interessieren ob das schon mal jemand durchgesetzt hat? Oder ob dies blos reine Theorie ist?

Edith sagt:

Anscheinend haben das wohl ein paar schon durchgesetzt das die 100% eine Benachteiligung des Kunden sind.

Interessant, wieder was gelernt. Danke
 
Zuletzt bearbeitet:
Auch wenn ich gern zugebe, dass man vor Gericht wie in hohen Lüften immer in Gottes Hand ist, so kann ich doch sagen, dass es sich zumindest nicht immer bloß um reine Theorie handelt, sondern dass in der Rechtsprechung über verschiedene Wege nicht selten dem Fluggast Recht geben - sei es, dass man der Fluggesellschaft zum Nachteil vorhält, dass sie nicht nachweist, inwiefern zB Erlöse durch anderweitige Ticketverkäufer erzielt wurden, oder sei es, dass man die verwendeten Klauseln für unwirksam erkennt. Je nach Umständen des Einzelfalls natürlich.

Gegenläufige Meinungen und Entscheidungen sind möglich, mir beim spontanen Überfliegen aber nicht aufgefallen; kann mir gerade auch keinen überzeugenden Grund denken. Prinzipiell wackelt es natürlich am Grundsatz, dass Verträge verbindlich sind - in die Richtung würde ich natürlich denken. Aber dem stellt sich eine recht klare Gesetzeslage nun mal entgegen und völlig unverständlich erscheint es mir auch nicht: die Fluggesellschaft wäre wohl zu Unrecht bereichert, wenn sie für einen Sitzplatz zweimal kassieren könnte.

Edith sagt: Gern und ebenfalls Danke :)
 
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