Fragen zum Anfahren

Faizy

Commander
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Hey,

ich bin noch in der Fahrschule und habe bereits 3 Stunden Praxis hinter mir. Ich komme aber noch nicht ganz mit dem Anfahren zurecht bzw. habe noch einige Frage offen. Anfangs habe ich das Auto oft abgebockt, letzte Fahrstunde(90 Minuten) lief es schon für meine Verhältnisse ziemlich gut(ca. 30% abgebockt, meistens aber nur, weil ich beim Bremsen vergessen habe die Kupplung zu drücken :D )

1. Wie fährt ihr eigentlich an?
Ich mache das in der Fahrschule so: Schleifpunkt suchen und sobald das Auto anfängt zu rollen leicht Gas geben. Freunde und Bekannte meinten sie geben erst leicht Gas und lassen dann die Kupplung kommen. Was ist denn eurer Meinung nach besser?

2. Manchmal muss ich beim bremsen(kurz bevor ich stillstehe) die Kupplung durchdrücken damit ich nicht abbocke. Mein Fahrlehrer meinte aber es ist nicht immer nötig die Kupplung durchzutreten. Bisher ist meine Auffassung in etwa so: Sobald ich unter 10 Km/h komme und ich fast stehe Kupplung durchtreten, da ich sonst das Auto abwürge. Richtig oder falsch?

3. Wie kann man so schnell anfahren wie die restlichen Verkehrsteilnehmer. Ich brauche noch ein wenig bis ich anfahre bzw. ich fahre noch relativ langsam an(zumindest langsamer als der restliche Verkehr, naja, habe auch erst 3 Praxisstunden) Ich frage mich wie einige dann so schnell anfahren können, wenn man die Kupplung so verdammt langsam kommen lassen muss?


Viele Fragen, ich weiß, aber ich würde mich über einige Antworten freuen. Mein Fahrlehrer erklärt mir zwar einiges im Auto und ich bin ach zufrieden mit ihm, aber ich bin total aufs Auto fahren konzentriert, so dass nicht alles hängen bleibt :D

Vielen Dank.
 
Freunde und Bekannte meinten sie geben erst leicht Gas und lassen dann die Kupplung kommen. Was ist denn eurer Meinung nach besser?
Das kommt mit der Kupplungsroutine von selbst....
Der Vorgang "Schleifpunkt suchen, gasgeben und Kupplung langsam kommen lassen" beschleunigt sich in den nächsten Wochen enorm.

@2.
Ein wenig Gefühl fürs Fahrzeug, ein Auge am Drehzahlmesser oder ein wenig nach Gehör fahren und du hast das herausen.
 
1. Kommt immer aufs Auto an... meine Kupplung ist z.B. relativ schwer zudrücken. Kurz vorm Schleifpunkt gebe ich Gas und los gehts.

2. Auch abhängig vom Auto... wenn der Wagen eine min. Drehzahl hat, die vom Motorsteuergerät vorgegeben wird, geht der Wagen auch nicht aus, sondern fährt langsam weiter.

3. Das ist einfach nur das Spiel aus Gas & Kupplung... das erfordert Erfahrung.
 
1. Beim Diesel geht das wie du es machen musst, kupplung->erst dann gas sehr gut, da er im unteren drehzahlbereich dort auch leichter zu kontrollieren ist. Beim Benziner braucht man noch ein bisschen mehr Kupplungsgefühl, so geht es aber auch. Ich selbst fuhr in der Fahrschule nur so langsam an, sobald ich aufs Gas bin bevor die Kupplung nicht am Schleifpunkt war und der Wagen rollte, hielt der Fahrlehrer an und hat mich angeschrien. Mit meinem jetzigen Wagen geh ich direkt aufs Gas und lass die Kupplung raus, gleichzeitig. Wenn man den Schleifpunkt kennt, geht das selbst bei sehr starker Steigung ohne dass der Wagen auch nur einen cm rollt.
2. Nach der Fahrschule kannst es so machen wie du willst, aber jetzt schau einfach auf deine Drehzahl, sobald diese bei 900-1000 ist und die Ampel auch auf rot steht, d.h. der Verkehr vor dir steht, drück die Kupplung und lass dich das Stück hinrollen. Wenn die Ampel auf grün schaltet und der Verkehr langsam vor dir in ca 10metern anfährt, dann tritt nicht die Kupplung und lass den Karren mit 900rpm, je nachdem, im schrittempo auffahren und du wirst ohne die Kupplung drücken zu müssen, oder ohne zu stoppen, in Bewegung bleiben.
3. Gas geben, Fuß von der Kupplung weg, kurzer Halt am Schleifpunkt damit es nicht ruckelt im Auto, doch dann ganz weg und der Wagen fährt auch schnell an. Einfach nicht so zögerlich mitm Gas ;D

Noch was anderes, in der Fahrschule gibt man auch kein Gas im Kreisel, sondern soll im 2ten Gang ohne Gas rumfahren und die äußerste Spur nehmen. Da dackelst du auch mit deinen 900rpm rum und jeder Verkehrsteilnehmer ist schneller als du, wie beim anfahren^^ d.h. es hängt alles mit der Fahrschule zusammen, die wollen dass du so langsam anfährst oder im Kreisel fährst :D
 
Ach...das wird schon mit der Zeit! Einfach Geduld haben und dran bleiben!

Was aber ganz gutes Training für das Gefühl im Bein ist: Anfahren ohne jegliches Gas geben - also nur durch Kupplung kommen lassen! :)
 
1) Daran gewöhnst du dich schnell, wenn du regelmäßiger und öfter fährst. Du lässt dann die Kupplung los und gibst dazu parallel Gas. Die Härte der Kupplung variiert bei jedem Auto, aber wenn du mal Fahrpraxis hast, gewöhnst du dich recht schnell um.
Diese Anfahrweise mit Schleifpunkt suchen, warten bis er rollt und dann Gas dazugeben macht kein Mensch in der "wahren Welt", da das der Kupplung schadet und weil man einfach nicht schnell vorankommt.

2) Wenn du bis zum Stillstand bremsen willst (zB an der Ampel) dann bremst du erst etwas und eben kurz vorm Stillstand, drückst du dazu noch die Kupplung durch. Spätestens wenn der Wagen anfängt zu ruckeln, musst du die Kupplung durchdrücken!
Aber auch hier wirst du durch die Erfahrung neue Methoden entdecken. Ich z.B. gehe in den Leerlauf, dann brauch ich nur die Bremse zu betätigen. Dadurch sparst du dann auch Sprit. Motorbremse ist mir zu umständlich.

3) siehe Punkt 1) - durch Erfahrung wirst du es meistern können, gleichzeitig die Kupplung kommen zu lassen und parallel Gas zu geben. Mit der Zeit kannst du das dann im Schlaf, mach dir da mal keine Sorgen. Anfahren ist nachher so routinemäßig, dass du nebenbei noch tausend andere Dinge machen kannst, metaphorisch gesehen natürlich.


PS: Anfahren ohne Gas kann man aber nur mit Dieseln gescheit üben. Wenn du das mit meinem Honda-Benziner machst (hohe Drehzahlen erforderlich), kommst du kaum voran, im Grunde gar nicht. Benziner waren in meiner Anfangszeit auch deutlich schwieriger zu fahren, als Diesel, aber mit der Zeit ist das völlig egal. Beim Diesel hast du einfach einen größeren Spielraum was die Drehzahl und das Abwürgen angeht, sprich es passiert seltener aufgrund des hohen Drehmoments und dem Fahren auf niedriger Drehzahl.
 
Zuletzt bearbeitet:
sobald du den Druckpunkt von der Kupplung spürst ordentlich Gas geben ;) mit ein wenig Übung wird das schon
 
Super, vielen Dank Leute. :)

Justin_Sane schrieb:
Was aber ganz gutes Training für das Gefühl im Bein ist: Anfahren ohne jegliches Gas geben - also nur durch Kupplung kommen lassen! :)

Das übe ich direkt immer wenn die Fahrstunde beginnt(aus dem Fahrschul-Parkplatz "rollen" nur mit der Kupplung, ohne Gas)

mayjestro schrieb:
sobald du den Druckpunkt von der Kupplung spürst ordentlich Gas geben ;) mit ein wenig Übung wird das schon

Dann macht das Auto laute Geräusche und mein Lehrer guckt mich dumm an...Umdrehungen liegen dann bei > 3.000 :D
 
Ja dann gib eben nicht so viel Gas.
Achte darauf, dass die Einkuppeldrehzahl bei unter 1500 U/min liegt. (je niedriger, desto seidenweicher:D)
 
Hallo,

1.

normalerweise fährt man in der Fahrschule einen Diesel, ich gehe davon aus, dass das auch bei Dir so ist. Je nachdem wie die Motorisierung aussieht und die Einstellung der Kupplug, empfiehlt es sich, dem Auto mit ein wenig Gas zu helfen beim Anfahren, wenn man 'den Dreh noch nicht raus hat'.

Prinzipiell fahre ich inzwischen ausschließlich jeden Diesel über die Kupplung ganz ohne Gas an. Das geht sogar bergauf problemlos, auch bei großen Steigungen. Aber zu Anfang kann man ruhig ein wenig Gas dazu geben bevor man überhaupt die Kupplung kommen lässt. Das schadet nicht, man verbraucht halt ein wenig mehr, und der Wagen tut sich definitiv leichter, man muss nicht mehr allzu vorsichtig mit der Kupplung sein.

2.

Man muss hier unterscheiden zwischen neueren Autos mit Schubabschaltung (kein Verbrauch bei Nutzung der Motorbremse) und Autos ohne Schubabschaltung.

Ich fahre eines ohne Schubabschaltung, wenn ich also sehe, dass vor mir eine Ampel rot ist, nehme ich schlicht und einfach den Gang raus. Lasse ihn rollen und arbeite nur noch mit der Bremse. Der Bremsverschleiß ist mir lieber als der Kupplungsverschleiß. Nach 120.000 Kilometern brauchte ich neue Bremsbeläge - das ist mir lieber als eine neue Kupplung zu brauchen.

Bei Fahrzeugen mit Schubabschaltung kann man die Motorbremse nutzen - also Gang für Gang runterschalten und immer einkuppeln, damit der Wagen abgebremst wird. Das hat den Vorteil, dass Autos mit Schubabschaltung im Leerlauf mehr verbrauchen als wenn sie mit dem Motor gebremst werden - dann verbrauchen sie nämlich tatsächlich gar nichts.

3.

Mach Dir klar, dass Du das Auto fährst und nicht der hinter Dir. Wenn es dem zu langsam geht, dann soll er halt die Bahn oder das Fahrrad nehmen. Ich fahre heute noch langsamer an - nach 2 Jahren Fahrpraxis und über 150.000 Kilometern. Warum soll ich auch wie ein blöde aufs Gas prügeln, wenn es alleine über Kupplung wesentlich einfacher und billiger ist nur um 0,124 Sekunden zu sparen?

Denk daran, dass Du zurzeit noch das Fahrschulen-Schild auf dem Auto hast und daher einen Bonus genießt, was den Umgang der anderen Verkehrsteilnehmer Dir gegenüber betrifft. Kümmere Dich um die Sicherheit Deines eigenen Autos und um die anderer Verkehrsteilnehmer. Du bist schließlich kein Rennfahrer der auf der Pole steht! Das ist umso wichtiger, diese Einstellung sich einzueignen, wenn Du dann nach der erfolgreichen Prüfung alleine im öffentlichen Verkehr üben darfst. Mehr bedeutet der Führerschein nämlich nicht.

Grüße & Viel Erfolg
Dr. Topo
 
Ich z.B. gehe in den Leerlauf, dann brauch ich nur die Bremse zu betätigen. Dadurch sparst du dann auch Sprit. Motorbremse ist mir zu umständlich.
Das ist nicht wahr... wenn du den Gang beim zufahren auf die Ampel raus nimmst, und im Leerlauf bist, geht die Drehzahl höher als wenn du den Gang drin lässt und das "Rollen" ansich den Motor in Gang hält.
Den Gang sollte man erst kurz vor dem Stoppunkt raus nehmen um die Kupplung zu schonen.
 
Autos ohne Schubabaschaltung findest du höchstens noch auf Oldtimer-Treffen!

Von daher....fährst du einen Oldtimer @DrTopo? :)

wenn du den Gang beim zufahren auf die Ampel raus nimmst, und im Leerlauf bist, geht die Drehzahl höher als wenn du den Gang drin lässt und das "Rollen" ansich den Motor in Gang hält.

???
 
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Okay.. ist nicht ganz einfach :D

Wenn man den Gang rausnimmt, läuft der Motor in der Leerlaufzahl des jeweiligen Ganges... meistens um die 800-1000 U/Min. Lässt man den Gang drin und rollt einfach ohne Gas auf die Ampel zu, geht die Drehzahl wesentlich weiter runter - der Wagen braucht weniger Sprit.
 
Jein... das:

Leerlaufzahl des jeweiligen Ganges
Ist Quatsch... :D Wie bin ich denn darauf gekommen :D

Im Motorsteuergerät ist eine Leerlaufdrehzahl programmiert damit der Wagen im Leerlauf nicht ausgeht, das habe ich damit gemeint.

Einfach ausgedrückt... der Motor dreht im Leerlauf höher als mit einem Gang eingelegt, ohne das Gas gegeben wird.
 
Ist doch relativ simpel:

Leerlaufdrehzahl rund 0,7l/h! Je nach dem, welche Verbraucher an sind, v.a. Klima!

Motorbremse/Schubabschaltung = oberhalb ~1500U/min 0,0l/100km

Unter 1500U/min wird bei eingelegtem Gang wieder ein gespritzt!

Daneben spritzen moderne Motoren auch nicht mehr ein, wenn man die Kupplung betätigt (vgl. Kupplungsschalter)!

Und selbst bei der "kompletten Schubabschasltung" beim Otto wird ab und zu ein gespritzt, damit der Kat nicht auskühlt!

Einfach ausgedrückt... der Motor dreht im Leerlauf höher als mit einem Gang eingelegt, ohne das Gas gegeben wird.

Dann fahr mal eine 20%ige Abfahrt runter mit eingelegtem 2.ten Gang...du findest den Drehzahlmesser wahrscheinlich kurz vor dem roten Bereich wieder!
 
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Motorbremse/Schubabschaltung = oberhalb ~1500U/min 0,0l/100km

Unter 1500U/min wird bei eingelegtem Gang wieder ein gespritzt!

Richtig... deswegen kann man ja auch kurz vor der Ampel den Gang rausnehmen - dann machts keinen Unterschied mehr. Aber solange man über 1500 u/min ist macht es keinen Sinn schon auszukuppeln.

Dann fahr mal eine 20%ige Abfahrt runter mit eingelegtem 2.ten Gang...du findest den Drehzahlmesser wahrscheinlich kurz vor dem roten Bereich wieder!
Das ist natürlich nicht sinnvoll, wann was anzuwenden ist - entscheided man ja aufgrund der Lage...

edit:

http://www.kfz-auskunft.de/tipps/spritsparen.html schrieb:
Fahren Sie vorausschauend. Wenn Sie von weitem eine rote Ampel sehen, frühzeitig vom Gas gehen. Nutzen Sie die Bremswirkung Ihres Motors und kuppeln Sie nicht aus, moderne PKWs sind mit einer Schubabschaltung ausgestattet diese unterbricht die Treibstoffzufuhr und Sie verbrauchen so tatsächlich 0,0 Liter Sprit. Beim Auskuppeln läuft der Motor im Leerlauf weiter und verbraucht so ungefähr 1 - 1,5 Liter pro Stunde.
 
Partizan schrieb:
PS: Anfahren ohne Gas kann man aber nur mit Dieseln gescheit üben. [...] Beim Diesel hast du einfach einen größeren Spielraum was die Drehzahl und das Abwürgen angeht, sprich es passiert seltener aufgrund des hohen Drehmoments und dem Fahren auf niedriger Drehzahl.

Das stimmt so heute auch nicht mehr ganz. Vor allem bei neueren "downsizing" Dieselmotoren mit Turbo kommt das Drehmoment erst ab einer gewissen Drehzahl, darunter passiert (fast) gar nichts. Die würgt man fast einfacher ab als Benziner.

Justin_Sane schrieb:
Daneben spritzen moderne Motoren auch nicht mehr ein, wenn man die Kupplung betätigt (vgl. Kupplungsschalter)!
Wie läuft der Motor dann überhaupt noch weiter?

Edit: Achso, es geht um die Zeit während dem Schalten. :D
 
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Keine Ahnung....das ist nicht mein Steckenpferd am Motor! :p

Aber er wird eine gewisse Zeit nachlaufen (Rotations-/Bewegungsenergie)....solange dauert ja ein Schaltvorgang auch nicht!
Was allerdings passiert, wenn man die Kupplung absichtlich lange gedrückt hält? Keine Ahnung....vllt. bleibt er komplett stehen, glaub ich aber eher nicht! Ich denke eher, dass kurz vorm Stillstand wieder automatisch ein gespritzt wird! Oder es findet eine partielle Einspritzung statt...z.B. nur 2 der 4 Zylinder werden befeuert! Gibt da sicherlich einige Möglichkeiten, aber wie gesagt...nicht meine Baustelle! :D

/ediT/

Jupp...auf den Schaltvorgang bezieht sich meine Aussage!
 
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Hallo,

Einen Diesel unter Leerlaufdrehzahl zu bremsen ist eine extreme Belastung für das Material. Auch wenn man das Ruckeln nicht sofort merkt, so ist es doch da. Spannrollen für Zahnriemen / Zahnkette / Motoraufhängung, und noch viele mehr werden es einem nicht danken.

Mein Alter soll 400.000 Kilometer überstehen, 290.000 hat er schon runter - da mache ich so einen Blödsinn nicht um 0,025 Cent auf 1000 Kilometer zu sparen. Statement eines Mechanikers: "Gegen den Motor bremsen tut man nicht!"

Wenn der Motor übrigens unter Leerlaufdrehzahl gebremst wird, wird trotz Schubabschaltung wieder eingespritzt um ihn nicht absterben zu lassen.

Grüße
Thorsten
 
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