FRITZ!Box 6690 Cable: massive DOCSIS-3.1-Fehler auf OFDM-Kanal, OFDMA-Upstream fällt aus – Leitung oder 6690?

die_felixag

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Hallo zusammen,

ich habe seit rund zwei Monaten wiederkehrende Probleme an meinem PŸUR-Kabelanschluss in Berlin. Betroffen sind Verbindungsabbrüche bzw. kurze Aussetzer, hohe Fehlerzahlen und zeitweise Probleme im Upload. Der Anschluss wird mit einer eigenen FRITZ!Box 6690 betrieben.

Bereits zwei Technikertermine wurden durchgeführt. Beide Male wurde als Ursache zunächst die damalige 6690 vermutet; eine eindeutige Leitungs- oder Segmentstörung wurde nicht festgestellt.

Daraufhin habe ich die 6690 bei AVM im Rahmen der Garantie tauschen lassen. Während der Austauschzeit lief eine von PŸUR bereitgestellte FRITZ!Box 6660 am selben Anschluss weitgehend stabil. Mit der von AVM gelieferten neuen 6690 tritt nun erneut praktisch dasselbe Fehlerbild auf.

Die aktuellen DOCSIS-Werte nach einem gegen 30 Minuten vorher erfolgten Neustart

Downstream DOCSIS 3.1:

Kanal 21 / OFDM
Frequenz: 108,975–256,975 MHz
Modulation: 4096QAM
Pegel: -2,5 dBmV
MER: 33 dB
Nicht korrigierbare Fehler: 83.393

Kanal 22 / OFDM
Frequenz: 806,975–996,975 MHz
Modulation: 4096QAM
Pegel: 3,0 dBmV
MER: 42 dB
Nicht korrigierbare Fehler: 452

Vor dem Reset lag der Zähler bei über 1,95 Millionen nicht korrigierbaren Fehlern nach ca. 6h.

Die DOCSIS-3.0-Downstream-Kanäle liegen dagegen bei etwa 3,8 bis 5,2 dBmV und 38,6 bis 39 dB MER. Dort gibt es zwar ebenfalls Fehler, aber deutlich weniger als auf OFDM-Kanal 21.

Im Upstream habe ich vier DOCSIS-3.0-Kanäle mit 64QAM und ungefähr 41,3–41,8 dBmV sowie einen DOCSIS-3.1-OFDMA-Kanal:

Upstream Kanal 10 / OFDMA
Frequenz: 53,5–84,5 MHz
Modulation: 1024QAM
Pegel: 43,8 dBmV


Dieser OFDMA-Kanal fällt wiederholt weg. Die Anzahl der Uploadkanäle wechselte täglich mehrfach von fünf auf vier und später wieder zurück. Dabei fehlt jeweils Kanal 10 als einziger DOCSIS 3.1. Upstreamkanal. Allein am Vormittag gab es mindestens zwei solche Wegschaltungen.

Meine Fragen:
  1. Spricht der große Unterschied zwischen den OFDM-Kanälen – insbesondere 33 dB MER und massive Fehler auf Kanal 21 gegenüber 42 dB und fast keinen Fehlern auf Kanal 22 – eher für eine frequenzselektive Störung im Netz bzw. in der Hausanlage?
  2. Kann eine 6690 ein vorhandenes DOCSIS-3.1-Problem deutlicher zeigen oder anders mit dem OFDM-/OFDMA-Profil umgehen, obwohl eine 6660 am selben Anschluss stabil lief?
  3. Was ist mit dem OFDM-Profil und den OFDMA-Rückweg?
  4. Gibt es sinnvolle Tests, die ich selbst noch machen kann?
Ich habe dazu eine Ereignisdatei, eine Verlaufsgrafik und die Signalwerte angehängt. Die Verlaufsgrafik zeigt die kontinuierlichen Fehlerbursts sowie Schwankungen bei Signalwerten und Kanalstatus
 

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Zuletzt bearbeitet: (Chart anhang vergessen)
Also normalerweise sollte der MER im Bereich um min. 38 dB liegen und idealerweise über 40.

Es sieht so aus als hättest du im Bereich zwischen 50 und bis hoch in den 200Mhz-Bereich massiven Ingress. Daher der Wegfall des OFDMA Kanals - was immer wieder für Aussetzer sorgen kann, sowie auch den Lower Band ODFM Kanals beeinträchtigt.

Ich bezweifel, dass es irgendwas mit der Fritzbox zu tun haben sollte.
In diesem Frequenzbereich liegen oftmals folgende Dienste: UKW, DAB+, Flugfunk, DVB-T2

Ich tippe auf massiven Ingress.
 
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Bist du alleine im Haus oder zur Miete?

Ansonsten mal mit den Nachbarn Rücksprache halten, so könnte man schauen ob was im Haus ist.

Hatte vor Jahren teilweise ähnliche Probleme bei UPC in der Schweiz. Eine neue Dose hat dann die Fehler behoben. Sonst testweise mal eine andere Testen oder die direkte Verbindung fals möglich.

Sowas hätte aber theoretisch ein Techniker Messen können.

Ggf. kann auch irgendwo DLAN Störungen verursachen. Die Kabelverbindungen im Haus werden ja über das Stromnetz sozusagen verstärkt und wenn da was Uraltes im Stromkreis hängt von DLAN kann das auch ähnliche Phänomene geben.

Es ist alles nur Theorie, aber will das als Idee einbringen.
 
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Wie sieht den das Frequenzspektrum aus was im Webinterface der Fritzbox angezeigt wird?
Da Du eh DOCSight benutzt, einfach mal auf der Hauptseite nach unten scrollen und alle Kanäle mal aufklappen. Wenn alle dunkel grün oder hellgrün sind, sind alle Pegelwerte in ordnung. Wenn etwas orange oder gar rot ist, gibt es Probleme!

Bei mir sieht es so aus:
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Hallo, vielen Dank für eure Hilfe bisher. Ingress scheint plausible, wäre ja nicht wirklich von mir zu korrgieren. Koaxkabel habe ich bereits ausgetauscht aber was du beschreibst spricht ja eher dafür das PYUR die Frequenz zu hoch geschraubt hat und es daher zu Problemen kommt.

Was mich noch irritiert: Während des AVM-Garantieaustauschs lief eine PŸUR-Leih-FRITZ!Box 6660 am selben Anschluss stabil; mit zwei verschiedenen 6690 tritt das Fehlerbild erneut auf. Könnte die 6690 bei OFDM/OFDMA ein anderes Profil bzw. andere Subcarrier nutzen oder bei vorhandenem Ingress weniger Reserve haben?

Im Anhang die Pegelwerte. Die sehen an sich gut aus, allerdings ist halt das Problem, dass der DOCSIS 3.1. Kanal regelmäßig wegfällt und ich dann auch Internetprobleme habe - abgesehen davon das ich meine gebuchte Leistung nie erreiche und Uploadraten von 0,9MBps kriege.
 

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Also, eine Theorie, die ich leider nicht bestätigen kann - es sei denn du hast vielleicht von der 6660 die du Leihweise hattest ebenfalls solche schönen Auswertungen von Docsight.

Ich vermute auf der Wegstrecke zum RemotePHY oder CMTS irgendwo einen Kabelschaden und eine Störquelle die im Frequenzbereich zwischen 50 und 250Mhz (wahrscheinlich eher im Bereich bis 125Mhz) Störungen verursacht.

Wenn du mit der 6660 den Lower Band OFDM Kanal im Downstream gar nicht hattest, würde dir bei einer aktuellen Störung eigentlich nur der OFDMA Kanal wegbrechen - nicht schön aber man merkt es manchmal nicht so sehr.
Wenn aber auf einem High Bandwidth Downstream Kanal so hohe Fehlerraten entstehen, dann siehst du massiven Packetloss und vor allem kann es zum Wegfall ganzer Datenströme führen.

Daher wäre möglich, dass der Lower Band OFDM (108-256Mhz) bei der 6660 gar nicht gegriffen hat und sie sich mit nur einem OFDM Kanal im Downstream bequemt hat.

Deine Multimedia-Dose sitzt fest in der Wand, Kabel ist gut eingeklemmt und vernünftig verlegt und die Dose fixiert?
Der F-Stecker ist nicht lose sondern Handwarm bis Anschlag eingeschraubt (oder nutzt du die reinen Stecker?)

Wenn das alles der Fall ist, dann ist ganz klar ein Rückwegstörer im Netz zugange der sogar in den Lower Band Downstream Kanal reinstrahlt und daher auch dort für das Wegbrechen der Leitung sorgt.

Ich habe zum Beispiel nur ein OFDM Kanal - Grundsätzlich - und der liegt bei mir bei 135-325Mhz.
Ingress habe ich im Bereich 700-730Mhz (LTE) aber das ist ganz wenig und macht der Performance nichts aus.

Also ein Hardware-Defekt sehe ich bei dir nicht - sieht mir ganz klassisch nach Ingress aus.

Problem bei sowas ist immer, dass man an einen fähigen Außendienstmitarbeiter geraten muss, der wirklich engagiert nach der Störung schauen möchte - ist nach meiner Erfahrung selten leider.

Hast du Nachbarn die du mal fragen könntest, ob die dieses Problem vielleicht auch haben? Meist ist es besser man schaut sich zusammen die Modemwerte an, weil ganz ehrlich - ganz viele bekommen meist nicht einmal mit, dass ihre Leitung solche Zicken macht.
 
Vielen Dank für deine Einschätzung, die ich sehr nachvollziehbar finde. Ich habe alles nochmal geprüft aber für mich ist das alles richtig verschraubt, nichts wackelt oder ist kaputt/wirkt kaputt.

Ich hab das Mietgerät (6660) noch hier und hab es jetzt einfach mal angeschlossen. Es ist natürlich nicht mehr aktiviert, dennoch hat er sich verbunden und mir folgende Daten herausgegeben (siehe Anhang). Sehr viel weniger Fehler aber ansonsten sehe ich eigentlich keinen Unterschied zu 6690. Einzige Auffälligkeit ist, dass das Power Level ein anderes ist.

Für mich ergibt sich da wirklich kein klares Bild.

Vielen herzlichen Dank für eure Hilfe!
 

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Also die 6660 hat ebenfalls den Lower Band OFDM Kanal - interessant.

Die Unterschiede bei den beiden Boxen sind eigentlich nicht so sehr gravierend. Der verbaute Chip - sollte beides MaxLinear Puma 7 sein - läuft bei der 6660 mit 2Ghz und bei der 6690 mit 2,5Ghz. Es KANN daher schon möglich sein, dass die 6660 eher auf der Krummen Leitung noch vor sich hin-humpeln kann während die 6690 da empfindlicher reagiert - ich persönlich habe die 6591 Cable.

Stimmt aber was du sagst, die Schieflage von ~6dBmV zwischen den OFDM Kanälen ist ein eindeutiges Indiz für einen schlecht eingestellten Verstärker. Der ist in Schräglage und sollte vernünftig eingepegelt/entzerrt werden.

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So ein relativ gleichmäßiges Bild ist gewünscht. Der Abfall im Bereich ~700Mhz ist normal und physikalisch bedingt.

Dein OFDM Kanal im unteren Frequenzbereich zeigt durch das niedrige Power-Level sowie dem unterirdischen MER von 33, dass das Signal im Rauschen untergeht. Hinzu kommt noch das dort mit einer Modulation von 4096QAM gearbeitet wird. Normalerweise peilt man da min. MER Werte von 38-39 an, idealerweise über 40.

Das zeigt wieder: obwohl du einen Techniker da hattest, hat er nicht den Verstärker eingepegelt und ich Wette auch, dass deine Nachbarn die am selben Verstärker hängen ALLE das gleiche Problem haben ;-).
Hatte der Kollege denn sein Messgerät dabei und auch eingesteckt und sich die Werte angeschaut?
 
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Lieber Efaniel,

vielen Dank für deine Einschätzung. Ich habe bisher noch keinen Nachbarn gefunden, der ebenfalls PYÜR hat. Wohne in einem Mehrfamilienhaus und muss da mal durchklingeln.

Ich hatte sogar zwei Techniker vor Ort, die beide jeweils meinten, dass die MER von 33 ein guter Wert ist und das Problem nicht daran, sondern halt an der Fritz!Box liege. Das hat ja erst dazu geführt, dass ich die Fritz!Box als Garantiefall ausgetauscht habe. Beide Techniker haben leider nichts zum Verstärker bzw. zum einpegeln gesagt -- er hat meine Nachfragen zu dem Thema brüsk vo sich gewiesen. Naja ich bin kein Techniker aber langsam habe ich den Eindruck mich da mehr eingelesen zu haben als die beiden.

Danke euch für die Rückmeldungen. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.
Ergänzung ()

Efaniel schrieb:
So ein relativ gleichmäßiges Bild ist gewünscht. Der Abfall im Bereich ~700Mhz ist normal und physikalisch bedingt.
Hier übrigens mein Bild, das etwas anders aussieht als deines
 

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Gerne doch.

Ich weiss das Vodafone/PYUR teilweise etwas lockerer ist, aber nach Spezifikation sollte bei 4096QAM eigentlich 39-40 dB MER sein.
Mit 33 bekommt man recht gut 256QAM hin, kratzt am 1024QAM aber so ist es kein Wunder das die Leitung abschmiert.
Der MER-Wert auf dem unteren OFDM-Kanal liegt bei 33 dB für 4096QAM. Das ist unterhalb der Spezifikation und führt zu 37% Fehlerquote.

Meiner Ansicht nach weist der Hausanschlussverstärker eine Schräglage/Invers-Schräglage von über 7 dB zwischen den Frequenzblöcken auf.

Drei Fritzboxen zeigen exakt dasselbe Fehlerbild, ein Routerdefekt kann man einfach ausschließen.
Wer auch immer den Hausverstärker eingepegelt hat, war nicht gewissenhaft.

Eine beobachtung die ich ebenfalls sehen kann, ist, dass man dem CMTS wohl ein starres Profil vorgeschrieben hat für den Kanal. Ansonsten würde das CMTS bei der hohen Fehlerrate auf 1024QAM abfallen - bleibt aber stuf auf 4096QAM bei dir.

DOCSIS 3.1 ist eigentlich sehr resilient, sofern seine Funktionen genutzt werden und die CMTS Profile vernünftig eingestellt wurden.

Lass dich nicht abwimmeln. Ich würde da Ticket nach Ticket öffnen bis mein Konto bei denen rot aufleuchtet.
 
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