"Gefährliche" Rechtstreue? Der selbsternannte 18-jährige "Anzeigenhauptmeister"

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Skaiy schrieb:
Es gibt Werte und Normen in der Gesellschaft, worauf man sich inoffiziell geeinigt hat.
Gesetze sind auch Resultat von Werten und Normen auf die sich geeinigt wurde zum Zeitpunkt ihrer Entstehung.
Warum ihm Antipathie entgegenschlägt kann ich nur mutmaßen, ein Grund mag sein, dass Autofahrende zu niedrige Strafen für Fehlverhalten fürchten müssen und die gesellschaftliche Toleranz viel zu hoch ist.
Machen ja alle so. Mal kurz parken, kann ja nicht so schlimm sein. Warnblinke ist ja auch eher optional.

Mal aus meiner Perspektive, wenn ich mit angepasster Geschwindigkeit Rad fahre und nur 10 Falschparker (auf dem Radweg oder in zweiter Spur) rumstehen sind das 10 gefährdende Situation im normalen Stadtverkehr. Ich muss anhalten (je nach Größe des KFZ kann ich nicht drüberschauen), Gegenverkehr beachten (der mir meistens nicht die Vorfahrt lässt oder so), aufgehende Autotüren im Blick haben (Stichwort dooring), irgendwer meint sich immer noch an mir vorbeidrängeln zu können (weshalb ich in der Mitte der Fahrspur fahre) und damit natürlich Idioten triggere die meinen mich im Nachhinein Kraft ihrer x Tonnen Blechhülle reglementieren zu können. Ganz geil sind diejenigen sie abdrängen und wutentbrannt aussteigen und sich prügeln wollen.

Wenn du Lust hast kannst du oder jede*r andere Mal den Selbstversuch im Stadtverkehr Berlin mit Fahrrad wagen. Wäre ein Erlebnisurlaub anderer Art. Streckenempfehlungen kann ich bei Bedarf geben für Unerschrockene. 🙂

Genauso zu Fuß, versuch hier mal durch ruhenden Verkehr durchzulaufen, Mindestabstand gibts quasi nicht bei parkenden Autos, zum Glück sitz ich nicht im Rollstuhl – bis zum nächsten abgesenkten Bordstein der nicht zugeparkt ist wäre vermutlich eine Rundfahrt um den den ganzen Block nötig.

7hyrael schrieb:
Aber ganz sicher nicht ein x-beliebiger Vogel der meiner Meinung nach offensichtlich mit autistischen Einschränkungen zu Kämpfen hat
Der Fehler liegt bei denjenigen die falsch parken, ob der Typ zu pingelig ist deiner Meinung nach spielt erstmal nur eine untergeordnete Rolle für mich.
Ich weiß jetzt nicht warum du ihm eine Einschränkung unterstellst und ihn diffamierst. Ist das dein normaler Umgang mit anderen Menschen die nicht in deine Vorstellung passen?
 
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7hyrael schrieb:
Der Typ Flutet die Justiz mit Bagatellen
Nein, wenn er das professionell anstellt (und DAS tut er) tippt die Mitarbeiterin nur Zahlungsaufforderung plus Bearbeitungsgebühr. Das soll mir mal einer Erklären, dass das keine Kohle bringt (!)
7hyrael schrieb:
Der Bürgermeister seiner eigenen Heimatstadt kritisiert schon seine Tätigkeit als NICHT hilfreich.
Was soll er denn auch anderes sagen, wenn er je wieder gewählt werden will 😉

7hyrael schrieb:
Darf ich auf einem Gehweg Parken? Nein. Darf ich mein Auto zum Entladen auf einem 5-10m breiten Gehweg abstellen während des Entladevorgangs? Würde behaupte kein Polizist würde dich dafür auch nur ansprechen, denn es ist der Situation geschuldet völlig klar, dass hier niemand behindert wird.
Polizei hält sich da weitgehend raus (bestenfalls bei Gefährdung) - das Ordnungsamt (für ruhenden Verkehr zuständig) sagt dir schon was dazu.
Bei der Fahrprüfung bist du raus, wenn du über Bürgersteig fährst...

Ich verstehe deinen Diskussionsansatz nicht. Mir scheint, als willst du handeln oder Absolution doch ab und an mal falsch zu parken. Ich sehe das anders. Das ist noch nicht so lange her, dass mein Junior mit Fahrrad solchen Leuten auf Weg zur Schule dann auf Fahrbahn ausweichen muss.
Und dann muss ich sagen, wäre die Knolle noch das kleinste Übel.
 
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Skaiy schrieb:
Es ist zwar unfassbar unwahrscheinlich, dass jemand zeitgleich in genau die Garage möchte, die man blockiert, aber wie gesagt wird die Situation nicht mit einer Anzeige, sondern mit zwischenmenschlicher Interaktion geklärt.
Genau das. Die Polizei und Rechtliche Schritte sollten nie die erste Wahl sein, sondern eine Lösung durch Kommunikation und "aufeinander zugehen". Ist das versucht worden und führt zu nix, oder war nicht möglich da die Person nicht auffindbar ist (ergo nicht am Halten sondern Parken ist). Dann kann man bei starker Behinderung natürlich die Behörden einschalten.

Aber als unbeteiligter "aus Prinzip" die Justiz mit solchem Zeug zu belasten, die eh schon völlig überlastet ist, hilft am ende wirklich niemandem. Und die von ihm angegebenen Beträge die er "Erwirtschaftet hat für die Allgemeinheit" zahlt diese doppelt und dreifach für die Administrativen Aufwände die er völlig unnötig in Gang setzt.
 
7hyrael schrieb:
Andere Schlussfolgerungen worin seine intrinsische Motivation für sein Verhalten liegen, sehe ich derzeit aber nicht.
Ich hätte da noch eine.
Das ungute Gefühl "warum halte ich mich eigentlich immer an die Regeln, wo es doch kaum Konsequenzen hat, wenn man das nicht tut?".

Je mehr ungeahndete Regelverstöße man subjektiv wahrnimmt, desto schlimmer wird der Zweifel an der "Richtigkeit" der eigenen Regelkonformität.

Regelverstöße anzuzeigen ist eine mögliche Reaktion auf diese psychische Dissonanz ... eine andere wäre es, selbst nicht mehr regelkonform zu handeln und eben mit den (oft ausbleibenden) Konsequenzen zu leben.
An den Reaktionen auf den "Anzeigenhauptmeister" kann man sehen, dass letztere Variante in unserer Gesellschaft wohl eher akzeptiert wird.
 
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sedot schrieb:
Gesetze sind auch Resultat von Werten und Normen auf die sich geeinigt wurde zum Zeitpunkt ihrer Entstehung.
Genau, aber die Gesetze sind menschengemacht. Von Menschen, die in der Regel ein Toleranzgefühl haben. Natürlich kann das Toleranzgefühl so nicht in Gesetzen wiedergegeben werden à la "Im Halteverbot darf nicht gehalten oder geparkt werden, außer es sind nur ± 10 cm."

Aber beispielsweise nimmt die Polizei die Gesetze und setzt sie mit Toleranz durch. Und das auch zum Glück.

sedot schrieb:
Warum ihm Antipathie entgegenschlägt kann ich nur mutmaßen,
Wirklich? Weil der Autofahrer kein Zollstock genommen hat, die 7 Meter vom Halteverbot ausgemessen hat und nun mit einem Teil vom Heck da drin steht?

Beim Rest bin ich absolut bei dir, aber auch du wirst doch denke ich Situationen haben, indem du Falschparker tolerierst.

Was ist mit meinem Beispiel? Würdest du es als Radfahrer tolerieren? Würde mich Mal interessieren.

Würdest du den Opa darauf hinweisen, dass hier ja ein Halteverbot ist und er hier nicht halten darf oder gar anzeigen?

Skaiy schrieb:
Der Opa, der seine kranke in der Mobilität eingeschränkte Frau vor der Hausarztpraxis herauslässt, obwohl dort ein Halteverbot ist, würde fast jeder in der Gesellschaft tolerieren.

Das kommt bei mir regelmäßig vor.

Wichtig ist: Man muss es nicht gut finden, aber man kann es trotzdem tolerieren. Und genau darum geht es.
 
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Joker (AC) schrieb:
Nein, wenn er das professionell anstellt (und DAS tut er) tippt die Mitarbeiterin nur Zahlungsaufforderung plus Bearbeitungsgebühr. Das soll mir mal einer Erklären, dass das keine Kohle bringt (!)
In erster Instanz vielleicht. Wie viele glaubst du werden bei einem Punkt und über 100€ Kosten erstmal Einspruch erheben? Und die Fotos werden auch nicht geschossen ohne sie anzuschauen, es muss noch immer jemand bewerten, ob das ganze wirklich eine Ordnungswidrigkeit ist. Und wir alle wissen wie "effizient" in Ämtern gearbeitet wird...

@sedot Sorry aber deine Schilderungen klingen für mich nach dem Üblichen Stadtkind-Radfahrer, das nie einen Führerschein gemacht hat.

Ja ich nutze schon gar kein Fahrrad in Städten in Deutschland, weil die Strassenplanung und Anpassungen die für den Radverkehr gemacht wurden und weiterhin gemacht werden für mich ein klares Zeichen von Totalversagen darstellen. Niemandem ist mit den aktuellen Lösungen ernsthaft geholfen, man behindert sich eigentlich meist gegenseitig nur noch mehr und anstatt bspw. Fussgänger und Radfahrer zusammenzuführen und auf Rücksichtnahme und harte Strafen für rücksichtslose Fahrweise (die ich viel öfter von Radfahrern gegenüber sämtlichen anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere Fussgänger, wahrnehme) einführt, wird ein gro auf die Autofahrer umgewälzt, wo das Kräfteverhältnis einfach noch viel schlechter gestellt ist für den schwächeren Verkehrsteilnehmer wenn es zum Unfall kommt - was selbst wenn alle sich noch so sehr an alle Regeln halten und noch so Rücksichtsvoll verhalten wollen trotzdem immer wieder vorkommen wird.
 
Es wurde doch hinreichend belegt, dass seine Zahlen, was der Staat durch ihn einnimmt, gelogen sind, da er die dumme Rechnung macht Meldung = wird genauso geahndet.

Nur ein ganz kleiner Prozentsatz wurden verfolgt. Ich glaube in seiner Heimatstadt irgendetwas mit 300 €.

Die Kosten, die er versucht, sind deutlich höher.
 
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DerOlf schrieb:
Das ungute Gefühl "warum halte ich mich eigentlich immer an die Regeln, wo es doch kaum Konsequenzen hat, wenn man das nicht tut?".
Die dahinterliegende Motivation spiegelt sich aber auch wieder in Spektrum 2-3 wieder. Anerkennung durch Andere für seinen Einsatz (was man durch seine stolze Schilderung seiner Erfolge schon auch vermuten kann in seiner Selbstwahrnehmung). Hass durch die betroffenen.

Das ganze wäre ziemlich einfach: Würde er anwesende darauf Hinweisen, dass sie sich falsch verhalten und auf eine angemessene Reaktion (Ändern des Verhaltens, umparkieren etc.) warten, also zunächst Konfliktlösend agieren, hätte ich viel mehr Verständnis für seine Aktionen und würde auch attestieren dass seine Motivation im 2. Sektor viel stärker angesetzt ist. Zumal der zu erwartende Lerneffekt bei den Falschparkern vermutlich grösser ist. Positive Verstärkung wirkt nachhaltiger. Und die wäre gegeben mit der Info durch ihn: "Hey, vielen Dank dass Sie auf meine Hinweis reagiert haben, so war ich nicht gezwungen eine Anzeige zu erstellen und sie haben somit XYZ € gespart und auch das Ordnungsamt geht ihnen nicht an den Kragen."

Die Reaktion sämtlicher Beteiligter und auch in den Medien wäre damit eine völlig andere. Denn es ist kein Schwingen eines legitimierten, rachsüchtigen Knüppels, sondern ein Zusammenarbeiten mit den Menschen.
Ergänzung ()

DerOlf schrieb:
An den Reaktionen auf den "Anzeigenhauptmeister" kann man sehen, dass letztere Variante in unserer Gesellschaft wohl eher akzeptiert wird.
Nein, daran kann man erkennen, dass die Menschen pedantisches, unkooperatives Verhalten nicht gut heissen.
Dass ein Ordnungsamtsmitarbeiter sich die Zeit nicht für sowas nimmt, sondern direkt das Knöllchen austeilt, allerdings basierend auf einer ihm ausgesprochenen Qualifikation, trifft auch nicht auf viel Liebe, aber viel mehr Verständnis als wenn irgend ein Laie das tut.
 
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DerOlf schrieb:
Aber: Ich hab nichtmal einen Führerschein, also darf ich mich an dieser Debatte eigentlich garnicht beteiligen, weil ich ja die Nöte und Zwänge, denen sich ein Autofahrer ausgesetzt sieht, nicht nachvollziehen kann.
Ich hab auch keinen Führerschein, nie einen gemacht. Nichstdestotrotz fahre ich neben dem Rad auch einen Mofaroller (vor dem 1.4.65 geboren) und komme dadurch auch ständig mit der regelverachtenden Fahr- und Parkweise so manches Autofahrers in Berührung. Da wird auch schon mal unvorhersehbar auf die Bemse gelatscht, der Blinker geht an und es wird direkt abgebogen. Das Prinzip "erst blinken dann bremsen" scheinen die allerwenigsten verinnerlicht zu haben.

Ich muss mich auch nur mal bei uns im Viertel umsehen, da ist praktisch jede Ecke der Privatparkplatz der immer gleichen Klientel. Die haben sogar bei einer Fussgängerfurt die Absperrstange entfernt, damit sie die Furt zu ihrem Privatparkplatz umfunktionieren konnten.

Bloss vom Ordnungsamt ist hier weit und breit keine Spur zu sehen. Von daher begrüsse ich es schon, wenn es Leute gibt, die es zu ihrem Hobby gemacht haben OWis zu melden. Hab ja oben schon angemerkt, wer sich weitestgehend an die Regeln hält, der hat da auch nix zu befürchten. Und wer sich so darüber echauffieren muss, dass er sogar beleidigend oder handgreiflich wird, der hat ganz offenbar den meisten Dreck am Stecken.
 
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DerOlf schrieb:
Je mehr ungeahndete Regelverstöße man subjektiv wahrnimmt, desto schlimmer wird der Zweifel an der "Richtigkeit" der eigenen Regelkonformität.
Ein Problem dass sich einfach lösen lässt, indem man beim Zweifel einfach kurz die StVo nachschlägt. Jeder hat ein Smartphone und darf das tun.
Ergänzung ()

areiland schrieb:
Hab ja oben schon angemerkt, wer sich weitestgehend an die Regeln hält, der hat da auch nix zu befürchten. Und wer sich so darüber echauffieren muss, dass er sogar beleidigend oder handgreiflich wird, der hat ganz offenbar den meisten Dreck am Stecken.
Es geht nicht drum dass es nicht rechtens ist, es geht darum dass ihm Toleranz oder Kooperation ihm scheiss egal ist. Sagt er selbst in der Reportage. "Dass soll das Ordnungsamt dann entscheiden". Ihm geht es ausschließlich um einen hohen "Anzeigentacho". Das ist einfach toxisches Verhalten, nichts anderes. Er könnte Mitmenschen drauf hinweisen (was natürlich in Abwesenheit schwer fällt). Oder hier und da ein Auge zudrücken. Ich bin mir sicher, bei dem Beispiel mit dem Halteverbot wo er den Zollstock raus holt, hätten es auch 5cm sein können, der hätte die Anzeige trotzdem verfasst. Und spätestens da wird jeder normal denkende dann mit dem Kopf schütteln und nicht wohlwollend reagieren.

Nichts desto Trotz muss man ihn nicht verprügeln oder angehen. Da bin ich bei dir. Eine Stadt sollte aber auch eine Handhabe haben, sich gegen jemanden wie ihn zu wehren, wenn es tatsächlich nur Nebelkerzen sind die er ständig zündet und damit die Last sinnlos erhöht.
 
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Wenn ich mir anschaue wie hier bei uns geparkt wird, dann komme ich nicht umhin hier ein gewisses Verständnis für den jungen Mann zu haben.
Feuerwehrzufahrt, mitten in der Kurve, private Stellplätze, auf dem Gehweg, dass nicht mal mehr der Fußgänger durchkommt usw. sind an der Tagesordnung.
Kommunen sind unterbesetzt, Polizei ist nicht zuständig, also wieso nicht der junge Mann...

Aber klar, Schuld ist der der aufschreibt, nicht etwa der, der vorsätzlich andere gefährdet.
 
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7hyrael schrieb:
In erster Instanz vielleicht. Wie viele glaubst du werden bei einem Punkt und über 100€ Kosten erstmal Einspruch erheben? Und die Fotos werden auch nicht geschossen ohne sie anzuschauen, es muss noch immer jemand bewerten, ob das ganze wirklich eine Ordnungswidrigkeit ist. Und wir alle wissen wie "effizient" in Ämtern gearbeitet wird...
Es liegt einzig alleine an der "Qualität" des Beweises (=Foto)
Absolutes Halteverbot: 1 Foto mit Kennzeichen
Parkverbot: Zwei Fotos mit Kennzeichen und >3 Minuten dazwischen.
Egal welchen VIP RA du hast, du bekommst nach unbearbeiteter Zahlungsaufforderung dann deine Anzeige.
Mit Bearbeitungsgebühr und allem drum und dran (+ eigene RA)
Die Regel ist Klappe halten und bezahlen. Gibt es ja nichts zu diskutieren.

Bei Geschwindigkeit/Abstandsdelikt kannst du zum RA und hoffen dass die Anlage nicht korrekt aufgestellt war. Bei Falschparkern ist das einzige was nicht korrekt aufgestellt war das Auto...
 
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Skaiy schrieb:
Nur ein ganz kleiner Prozentsatz wurden verfolgt.
Und warum wurde es nicht verfolgt ? Hätte "angeblich" vor Gericht kein Bestand. Warum sagt man nicht einfach was das Problem war ?

Unser Ordnungsamt hat z.B. klar beschrieben wie Fotos von Falschparker gemacht werden müssen damit sie verwertbar sind.

Zitat:
"Zur weiteren Bearbeitung werden mindestens zwei aussagekräftige Fotos benötigt, die den Parkverstoß sowie das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp erkennen lassen (das Fahrzeug sollte z.B. von vorne und von hinten fotografiert werden)."
 
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FrankenDoM schrieb:
Da wäre ich stark dafür dass man das Fahrzeug direkt dauerhaft einzieht. Ende Gelände. Ich bin kein Fan von Delikten und Anarchie im Strassenverkehr und das ist nach vermutlich niemandes ermessen ein tolerierbares verhalten eine Feuerwehrzufahrt zuzuparken. Nie.
 
7hyrael schrieb:
Das ganze wäre ziemlich einfach:
Amen.

Ja, bei den klaren Fällen sollen Autofahrer direkt bestraft werden. Und ich fand es auch sehr schade, dass die strenge Bußgeldverordnung von der FDP wieder eingesackt worden ist, aber ich finde das Zwischenmenschliche und das Toleranzgefüge in unserer Gesellschaft unabdingbar für ein gutes Auskommen miteinander.

Natürlich kann man seinen Nachbarn für jeden Shit anzeigen.

Oder den DHL-Fahrer, weil er in zweiter Reihe hält, obwohl er nur seinen Job macht und er sonst nirgendwo halten kann. Wenn man aber sein Paket nicht heute bekommt, sondern morgen, geht das Meckern weiter.

Oder den Opa, der im Halteverbot seine kranke Frau aussteigen lässt.

Alles gesetzeskonform. Mit dieser Mentalität geht aber einiges vom Menschen verloren, unter anderem beispielsweise die Empathie.

Für mich sollen die richtigen Fälle viel härter bestraft werden. Wer so dreist ist und sich auf ein Behindertenparkplatz stellt, der soll den Zorn Gottes treffen. Oder den Zorn des Gesetzes. 😂

Der Scheiß kostet nur 55 €. Was soll das? Hoch auf 300 € und dann sehen wir Mal, ob die Person es noch einmal machen würde. 😬
Ergänzung ()

Kassenwart schrieb:
Zitat:
"Zur weiteren Bearbeitung werden mindestens zwei aussagekräftige Fotos benötigt, die den Parkverstoß sowie das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp erkennen lassen (das Fahrzeug sollte z.B. von vorne und von hinten fotografiert werden)."
So penibel wie der Anzeigenhauptmeister ist und sich mit der StVo auszukennen vermag, gehe ich pauschal davon aus, dass er die Meldungen korrekt macht.

Alles andere wäre ja noch peinlicher. Das traue ich selbst ihm nicht zu.
 
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Skaiy schrieb:
Es gibt Werte und Normen in der Gesellschaft, dazu zählt das Dulden von redundanten Falschparkern.
Meiner Meinung nach überstrapazieren diese ungeschriebenen Normen teils deutlich den Raum des aus meiner Sicht akzeptablen.
Stichwort Motornormativität

Etwas ist nicht gut, weil es ist.
Und allgemein finde ich die Falschparkerei auch nicht irgendwo in der Pampa ok. Parkverbote werden ja auch nicht zum Spaß erlassen, und auch wenn die Wahrscheinlichkeit geringer ist, werden dort dadurch genauso Gehwege kaputt und benutzt oder muss dort ggf. auch mal ein Einsatzfahrzeug rangieren.

Insofern finde ich es gut, dass er sich engagiert und einen Gegenpol bietet.

Skaiy schrieb:
Ich würde nicht allzu viel darauf geben.
In anderen Gemeinden ist die Verfolgungsrate im Allgemeinen deutlich höher, wiederum andere bieten sogar selbst Formulare für derartige Vorfälle an (und verfolgen sie).
In anderen werden sogar Verfahren eingestellt, bei welchen eine Gefährdung von Leben + Nötigung (von Radfahrern im Straßenverkehr) stattfindet mit beliebig abstrusen Begründungen - trotz Dashcamaufnahme.
 
KitKat::new() schrieb:
Insofern finde ich es gut, dass er sich engagiert und einen Gegenpol bietet.
Manche Strapazieren es definitiv aus. Diese sollten definitiv bestraft werden. Und auch härter als das was der aktuelle Bußgeldkatalog hergibt. Auf der anderen Seite strapaziert er es auch aus. Beides finde ich nicht gut.

Es geht aber um Folgendes: Würdest du es gut finden, wenn der Opa angezeigt wird? Der Anzeigenhauptmeister würde es tun.

Tolerierst du es?

Skaiy schrieb:
Der Opa, der seine kranke in der Mobilität eingeschränkte Frau vor der Hausarztpraxis herauslässt, obwohl dort ein Halteverbot ist, würde fast jeder in der Gesellschaft tolerieren.

Es geht nicht darum, ob man Falschparken gut oder schlecht findet, sondern darum, dass man als Mensch, und nicht als Maschine, mehr als nach Gesetzen, die im Übrigen nicht vom Himmel gefallen sind, sondern auch menschengemacht, handelt.
 
Skaiy schrieb:
Beim Rest bin ich absolut bei dir, aber auch du wirst doch denke ich Situationen haben, indem du Falschparker tolerierst.
Natürlich toleriere ich Falschparker, einfach schon ganz pragmatisch weil ich keine andere Option habe wenn ich unterwegs bin. Das heißt jetzt aber nicht, das ich deren Verhalten toll finde.

Skaiy schrieb:
Würdest du den Opa darauf hinweisen, dass hier ja ein Halteverbot ist und er hier nicht halten darf oder gar anzeigen?
Kommt drauf an. Ich habe schon Menschen freundlich auf ihr Verhalten angesprochen wenn ich Lust dazu hatte. Bewirkt hab ich damit meistens nix.

7hyrael schrieb:
Sorry aber deine Schilderungen klingen für mich nach dem Üblichen Stadtkind-Radfahrer, das nie einen Führerschein gemacht hat.
Stell dir vor, ich habe mich als Dorfkind das in der Stadt lebt bewusst gegen einen Führerschein entschieden, weil ich diesen nie brauchte. Ich hab auch nicht vor mir hier eine Karre hinzustellen die ich auch nicht brauche und für die es ohnehin keine Parkplätze gibt. Wenn ich was größeres transportieren muss buche ich ein Taxi oder lasse liefern. Alles was ich „in der Stadt“ zu erledigen habe ist zeitsparender zu Fuss oder per Rad erreichbar.
Die wenigen Situationen in denen ich mir dachte „Mensch, jetzt ein Auto wär gut“ machen den Kohl nicht fett und eine andere Lösung habe ich bisher immer gefunden.

Aber apropos Land, würde ich dort leben, ja, vermutlich hätte ich (bzw. wir) ein Auto und/oder eines dieser schicken Elektro-Lastenräder.

7hyrael schrieb:
Ja ich nutze schon gar kein Fahrrad in Städten in Deutschland, weil die Strassenplanung und Anpassungen die für den Radverkehr gemacht wurden und weiterhin gemacht werden für mich ein klares Zeichen von Totalversagen darstellen.
Ist etwas offtopic, aber ja, die Perspektive der Verkehrsplaner und Verantwortlichen ist oft die des Autofahrers, entsprechend sieht es dann eben aus. Wobei sich hier in den letzten Jahren schon einiges getan hatte mit Fahrrad-Infrastruktur, die nun leider dank CDU Bürgermeister zum Teil wieder rückgebaut wird.
 
Skaiy schrieb:
Für mich sollen die richtigen Fälle viel härter bestraft werden. Wer so dreist ist und sich auf ein Behindertenparkplatz stellt, der soll den Zorn Gottes treffen. Oder den Zorn des Gesetzes. 😂
OT: Was mich wirklich abf.ckt
Leute die am Supermarkt halb auf Mutter/Kind und Behinderten Parkplatz stehen und Pfand kramen.
Vor allem wenn du jemals mit Kindern oder Gehbehinderten unterwegs warst 🤬
 
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sedot schrieb:
@EmViO @Skaiy
Als Fußgänger und Radfahrer werde ich regelmäßig vom motorisiertem Verkehr genervt, bedrängt, gefährdet oder sonstwie eingeschränkt. Autofahrende sind erstaunlich oft der Meinung nichts falsches zu tun.
warte ich frame auch mal pauschal...

Fahrradfahrer denken oft genauso und meinen Sie sind der Nabel des öffentlichen Verkehrs.

@Topic

Der Typ ist ein Denunziant den keiner braucht. Falschparker anzuzeigen, welche wirklich behindern verurteilt niemand. Aber solche anzuzeigen, welche etwas zu weit in ner Ladezone stehen (und das sogar in mit Pflastersteinen gekennzeichneten Flächen) oder Autofahrer wo der TÜV vlt. wenige Tage abgelaufen sind, das braucht nun wirklich kein Mensch.

Und dann mit stolz zu sagen "ja ich habe der Stadt damit 15€ erwirtschaftet, man kann sich jetzt 2 Glühbirnen kaufen" lebt wirklich hart an der Realität vorbei. Die 15€ sind schon durch die Verwaltungskosten mehr als aufgefressen bis der Brief mit der Zahlungsaufforderung beim "Verbrecher" ankommt ;)
 
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