Gibt es ein empfohlenes Dateisystem für externe Festplatten

suricata

Newbie
Registriert
Nov. 2005
Beiträge
7
Hallo zusammen,

meine externe Festplatte (NTFS, an Firewire-Anschluss) hat bereits 2x Datenverlust erlitten, das erste mal durch einen Systemabsturz (WinXP Professional), das zweite mal unerklärlicherweise, als Nero abstürzte beim Versuch Daten der externen Platte auf DVD zu brutzeln.
Beides Mal der Fehler: die MFT war futsch. Die Daten ließen sich wiederherstellen.

Jetzt beschäftigt mich die Frage, wie ich soetwas demnächst vermeiden kann. Ist NTFS vielleicht das falsche Dateisystem-Format für externe Platten? Gibt es etwas sicheres? Liegt es an der Anschlussweise, also passiert so etwas weniger häufig, wenn die Platte über USB angeschlossen ist und nicht über Firewire?

Vielen Dank schon mal, Jana
 
hi,
also datenverluste kann es mit fast jedem dateisystem geben.
ueblicherweise werden externe speichermedien in abhaengigkeit ihrer groesse mit Fat16 oder Fat32 formatiert ausgeliefert, und zwar ausschliesslich. sie sind damit in jedem falle kompatibel zu nicht nt basierenden (MS) Betriebssystemen.
Um dir die entscheidung leichter zu machen, findest du nachfolgend eine aufstellung der merkmale von FAT32 und NTFS (Vorteile/Nachteile).

FAT32 hat die folgenden Merkmale:

* Es werden bis zu 228 = 268.435.456 Cluster verwendet.
* Da VFAT unterstützt wird, sind lange Dateinamen (bis 255 Zeichen) möglich.
* Die Partitionsgröße ist auf 8 TiB begrenzt.
* Die Cluster sind je nach Partitionsgröße zwischen 512 Byte und maximal 32 KiB groß.
* Dateien dürfen bis zu 4 GiB − 1 Byte (= 4.294.967.295 Bytes) groß werden (dies ist vermutlich heute die
bedeutendste Einschränkung).
* Es können 228 Dateien abgelegt werden.
* Das Haupt-(Root-)Verzeichnis muss sich nicht an einer bestimmten Position auf dem Datenträger befinden
und hat vor allem keine festgelegte Größe; bei den anderen FAT-Varianten wird die maximale Anzahl der
Einträge im Hauptverzeichnis bei der Formatierung festgelegt und kann nachträglich nicht geändert werden.
* Alte DOS-/Windows-Versionen (bis einschließlich Windows 95 A und Windows NT bis Version 4.0, MS-DOS bis
6.22, DR-DOS bis 7.03) können nicht darauf zugreifen. Für Windows NT 4.0 gibt es aber einen
kostenpflichtigen Treiber von einem Dritthersteller; die kostenlose Variante ermöglicht nur einen Lesezugriff.
* Unter Windows 2000 und Nachfolgern darf der Benutzer mit der eingebauten Funktion „Formatieren“
maximal 32 GiB große FAT32-Dateisysteme neu erstellen (von Microsoft aufgezwungene Beschränkung).
Auch das Kommandozeilen-Programm format.com (im System32-Verzeichnis, Aufruf z. B.
format x: /fs:fat32) hat diese Beschränkung. Der Zugriff auf größere FAT32-Dateisysteme, die mit
alternativen Werkzeugen (wie z. B. mit dem Befehl mkdosfs unter Knoppix bzw. Linux, oder einem neuen
DOS) erstellt wurden, ist aber immer möglich. Auch das Festplatten-Dienstprogramm von Mac OS X 10.4
kann auf Festplatten, die größer als 32 GB sind, eine oder mehrere übergroße FAT32-Partitionen erzeugen.

NTFS Vorteile:

* effiziente Speichernutzung bei Partitionen über 400 MiB
* Metadaten-Journaling: automatische Fehlerkorrektur des Dateisystems (aber nicht der Daten).
* lange Dateinamen: Dateinamen können im Gegensatz zu FAT16 bis zu 256 Zeichen lang sein und aus fast
beliebigen Unicode-Zeichen bestehen
* eine maximale Länge des kompletten Pfadnamens von ca. 32.000 Zeichen
* Indexierung - die Dateien aller Verzeichnisse liegen alphabetisch geordnet vor, sodass bei Zugriff einer
Datei in einem Verzeichnis mit sehr vielen Dateien (z.B. das SYSTEM32-Verzeichnis) diese wesentlich
schneller gefunden werden kann, da eine Binäre Suche durchgeführt werden kann.
* hohe Datensicherheit durch Vergabe von Zugriffsrechten auf Betriebssystem-Ebene
* Mechanismen zur fehlertoleranten Datenspeicherung, z.B. „Festplattenspiegelung“
* Maximale Dateigröße von theoretisch 16 Exbibyte
* Verwendung von Datenträgern mit dynamischer Größe (ohne feste Partitionstabelle)
* schnelle und effiziente Speicherung von kleinen Dateien (ab Windows NT 3.51 werden standardmäßig 4 KiB
große Cluster verwendet)
* Speicherung von alternativen Datenströmen
* transparente Komprimierung von Dateien (nur bei unverschlüsselten Dateien und Clustergrößen bis 4KiB
verfügbar)

NTFS Nachteile:

* Proprietäres Dateisystem, d.h. die genaue Funktionsweise ist ein Betriebsgeheimnis von Microsoft
* Nur bedingte Kompatibilität zu DOS & Linux sowie komplette Inkompatibilität zu Windows 9x
* Aufgrund des Sicherheitskonzeptes von NTFS (Sichern/Protokollieren) ist NTFS beim Schreiben auf
Partitionen unter 120 GB etwas langsamer als die FAT32-Dateisysteme. Wie stark sich das ganze auswirkt,
ist abhängig vom IDE-Controller und der Festplattenarchitektur.
* NTFS erlaubt Alternative Datenströme (ADS), in denen versteckt Dateien abgelegt werden können, was eine
mögliche Gefahrenquelle darstellt.
* NTFS versucht standardmäßig, Dateien am Stück zu speichern, trotzdem kann es mit vielen kleinen Dateien
zu einer Fragmentierung der MFT kommen. Microsoft liefert ein Defragmentierungsprogramm mit, das aber
keine komplette Defragmentierung schafft. Produkte von Drittherstellern können auch stark fragmentierte
NTFS-Partitionen sicher defragmentieren (siehe Defragmentierungsprogramm für NTFS, c't 21/05).
* Die kleineren Clustergrößen machen das Dateisystem langsamer. Allerdings kann dies behoben werden,
indem man über die Befehlszeile formatiert und größere Clustergrößen (bis zu 64 KiB) verwendet. Allerdings
funktioniert die implementierte Komprimierung von Dateien nur bei Clustergrößen bis 4 KiB und die interne
Fragmentierung steigt deutlich, was zu Speicherplatzverschwendung führt.
* Die MFT ist eine lineare Struktur, was Zugriffe verhältnismäßig ineffizient macht.
* Der freie Speicherplatz wird in Bitmaps verwaltet, was zu erhöhtem Zeitaufwand beim Suchen freier Blöcke
führen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben