Glasfaserverbindung zwischen zwei Häusern

Gilga

Ensign
Registriert
Sep. 2013
Beiträge
204
Hallo,

ich plane ein Haus, welches seinen Glasfaseranschluss erst zum Jahresende erhalten soll und bis dahin nur mit langsamen Mobilfunk oder Satelliteninternet erreichbar wäre, zwischenzeitlich mit DSL-Internet aus dem Nachbarhaus zu versorgen. Es wird ein gesonderter DSL Anschluss (100mbit) verwendet. Mir gehts nun um die praktikabelste Verbindungsmethode. Die Gebäude stehen ca 20m auseinander, der Kabelweg wird ca 40m betragen. Der Kabelweg sollte recht sicher gegen Umwelteinflüsse realisierbar sein.

Ich dachte daran am DSL Anschluss entweder nur ein Modem oder doch gleich einen Router mit integriertem Modem zu verwenden. Der würde da nur für einige Monate seinen Dienst tun.
Dessen RJ45 Ausgang, sollte dann über einen Medienkonverter (mit integriertem POE oder mit zusätzlichem Injektor) und einem Glasfaser-Transceiver auf ein Glasfaserkabel wechseln.
Die potentialfreie Verbindung zwischen den Häusern wäre somit gegeben, obwohl ich nicht weiss ob mir bei vorkonfektionierten Außenkabeln der Metallschirm Sorgen machen sollte.
Im zweiten Gebäude wird dann entweder das ganze rückwärts abgebildet, oder ich besorg mir dort gleich einen Switch, welcher SFP+ Module verdauen kann.

Meine Fragen wären nun:
  • ist das insgesamt ein plausibler Ansatz?
  • welche Geräte und welchen Standard sollte ich dafür wählen? (wahrscheinlich reicht Multimode für die Distanz locker aus, LC Duplex?, OM3?, Wellenlänge?, gibts Herstellerempfehlungen?)
  • Hat jemand ganz andere Vorschläge, bzw. Hinweise worauf ich achten sollte?

Ich habe mal eine Geizhalsliste angehängt mit Produkten, welche ich momentan in Betracht ziehen würde, sowie ein Kabel wie z.B:
https://www.amazon.de/dp/B0CKMS5T1L...1MG00SO40&ref_=list_c_wl_lv_ov_lig_dp_it&th=1
 
Gilga schrieb:
Die potentialfreie Verbindung zwischen den Häusern wäre somit gegeben, obwohl ich nicht weiss ob mir bei vorkonfektionierten Außenkabeln der Metallschirm Sorgen machen sollte.
Geschirmte Glasfaserkabel gibt es, sind aber seit einigen Jahren nicht mehr üblich und eher schwer bis gar nicht zu bekommen, besonders vorkonfektioniert.
Gilga schrieb:
Meine Fragen wären nun:
  • ist das insgesamt ein plausibler Ansatz?
Ja.
Gilga schrieb:
  • welche Geräte und welchen Standard sollte ich dafür wählen? (wahrscheinlich reicht Multimode für die Distanz locker aus, LC Duplex?, OM3?, Wellenlänge?, gibts Herstellerempfehlungen?)
Weil Singlemode/OS2 da bei den Fasern etwas günstiger ist, dafür bei der Aktivtechnik etwas teuer, könnte es preislich fast egal sein. Ich persönlich würde Singlemode wegen der vielfältigen Anwendung und Zukunftsreserve nehmen.
Gilga schrieb:
Ich habe mal eine Geizhalsliste angehängt mit Produkten, welche ich momentan in Betracht ziehen würde,
Ein PoE-gespeister Medienkonverter ist schon ganz geil. Kannte ich bisher nicht bzw. nur aus einzelnen Geräten.
 
Nur zur info starlink hat gerade ein angebot für 10 euro im monat '(3 Monate) mit hardware zur miete und ist danach monatlich kündbar

Wäre wohl einfacher
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: testwurst200 und JohnStorm
Wenn du die Häuser später eh verbinden willst,ist dein Plan mit Glasfaser und Medienkonvertern eigentlich schon super.
Würde ich genau so machen.
Bei der Strecke kann man auf Multimode gehen, da sind die Geräte günstiger und mit 40m kommen da trotzdem noch locker 25G drüber.
Ich würde ein Leerrohr legen und direkt mehr Fasern einziehen, falls mal was ist .
 
Gilga schrieb:
ist das insgesamt ein plausibler Ansatz?
Du kannst auch einfach die 2 Adern Klingeldraht rüber werfen, dann haste gar keine Verbindung zwischen den Häusen. Mehr braucht es ja nicht für DSL.
 
Hallo,

erstmal Danke für die vielen Posts, ich komme leider erst jetzt zum antworten.

rezzler schrieb:
Weil Singlemode/OS2 da bei den Fasern etwas günstiger ist, dafür bei der Aktivtechnik etwas teuer, könnte es preislich fast egal sein. Ich persönlich würde Singlemode wegen der vielfältigen Anwendung und Zukunftsreserve nehmen.
Konfektionierte Singlemode Kabel finde ich nur einzeln. Können die dann bidirektional verwendet werden, oder benötigt man dann zwei davon? Da bei günstigen Singlemode-Transceivern die Bandbreite auch net so toll aussieht, tendiere ich hier wohl doch zu Multimode. Duplex-LC für singlemode finde ich auch er nur für längere Leistungslängen. Sollte das dann nicht gefährlich sein bzgl. dem Licht (in das man eh nicht reinschauen soll), bzw. zu übersteuern führen?

DJKno schrieb:
Wenn du die Häuser später eh verbinden willst,ist dein Plan mit Glasfaser und Medienkonvertern eigentlich schon super.
Später will ich die Verbindung wieder trennen. Es ist nur eine Übergangslösung, bis sich die Telekomiker dazu entschliessen, ihre Glasfasern in Betrieb zu nehmen. Kupferdraht wollen sie in der Zwischenzeit aber gar nicht mehr neu verlegen.

Syntax_41 schrieb:
Nur zur info starlink hat gerade ein angebot für 10 euro im monat '(3 Monate) mit hardware zur miete und ist danach monatlich kündbar
Starlink hatte ich mir vor einigen Monaten angeschaut. Bin aber aus dem Grund der wetterabhängigkeit, sowie der angeblich manchmal nicht so tollen Uploadraten davon abgekommen. Zudem könnt ich dann meine Rufnummer nicht mitnehmen :)

VDC schrieb:
Du kannst auch einfach die 2 Adern Klingeldraht rüber werfen, dann haste gar keine Verbindung zwischen den Häusen. Mehr braucht es ja nicht für DSL.
Das wäre in der Tat das einfachste. Ich weiss nur nicht, ob diese zwei Drähte auch ein Problem mit dem unterschiedlichen Potential der beiden Häuser entwickeln würden. Ich kann ja mal den anschliessenden Techniker befragen. Mein bisheriger Wissensstand ist: geht nicht.

rezzler schrieb:
Geschirmte Glasfaserkabel gibt es, sind aber seit einigen Jahren nicht mehr üblich und eher schwer bis gar nicht zu bekommen, besonders vorkonfektioniert.
Ev hatte ich das falsch benannt. Außenkabel haben eben diesen Metallmantel...
RedPanda05 schrieb:
Welchen Zweck hatten dann lWL Kabel mit Schirm?
...welcher wohl für die bessere Belastbarkeit sorgt. Ich denke wenn ich in die Bilder anschaue, sollte der Metallmantel keine Verbindung zu anderen leitenden Teilen im Medienkonverter haben, von dem her sollts passen. Aber genau das wäre eben eine der Fragen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: RedPanda05
Und wenn du ein einfaches Netzwerkabel nimmst?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: dewa
RedPanda05 schrieb:
Welchen Zweck hatten dann lWL Kabel mit Schirm?
Frag ich mich auch. Aber die Telekom-Erdkabel (also nicht Minikabel) haben Metallschirm, der auch penibel geerdet wurde. Bei manchem Stadtwerk hab ich das auch schon gesehen.
Gilga schrieb:
Konfektionierte Singlemode Kabel finde ich nur einzeln. Können die dann bidirektional verwendet werden, oder benötigt man dann zwei davon?
Kann man bidirektional verwenden, braucht dann aber andere SFP.
Gilga schrieb:
Da bei günstigen Singlemode-Transceivern die Bandbreite auch net so toll aussieht,
Hu?
Gilga schrieb:
tendiere ich hier wohl doch zu Multimode. Duplex-LC für singlemode finde ich auch er nur für längere Leistungslängen.
Gibts auch kürzer.
Gilga schrieb:
Sollte das dann nicht gefährlich sein bzgl. dem Licht (in das man eh nicht reinschauen soll), bzw. zu übersteuern führen?
Bei 50m gibts da noch keine Probleme, außer du nutzt die Module für 80km oder so…
Gilga schrieb:
...welcher wohl für die bessere Belastbarkeit sorgt.
Ja, dafür kenn ich das bei Kabeln entlang der Bahn auch.
Syntax_41 schrieb:
Und wenn du ein einfaches Netzwerkabel nimmst?
Als Verbindung zwischen 2 Häusern mit unterschiedlichen Stromanschlüssen? Ich bitte dich.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: RedPanda05
rezzler schrieb:
Als Verbindung zwischen 2 Häusern mit unterschiedlichen Stromanschlüssen? Ich bitte dich.

vom router in haus 1 bis zu einen router in haus 2 wo ist das problem? cat 7 bis 100 meter
 
@Syntax_41 Beim einstecken des Netzwerkkabels grillt man sich ggf. mindestens einen der beiden Router.
(btw: Technisch sollte ein Router und ein Switch reichen.)
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: RedPanda05
Gilga schrieb:
ob diese zwei Drähte auch ein Problem mit dem unterschiedlichen Potential der beiden Häuser entwickeln würden.
Sind die Kabel der DSL-Leitung überhaupt mit einem der Häuser verbunden? :)
 
VDC schrieb:
Sind die Kabel der DSL-Leitung überhaupt mit einem der Häuser verbunden? :)
Das wäre genau die Frage an den Techniker. Das muss ja eh irgendwie funktionieren, weil der Verteilerkasten in der Straße und ein Haus ja auch unterschiedliche Potentiale haben werden.

RedPanda05 schrieb:
ich verbaue die Tage eines mit einem Doppelmantel, eventuell auch eine Lösung für dich, wenn da Bedenken existieren.
Supertipp, das schau ich mir genauer an.


Dann muss ich nur am Abend mal nach singlemode Transceivern suchen, welche bidirectional arbeiten. Hat da ev schon jemand einen Vorschlag?
 
Syntax_41 schrieb:
Nur zur info starlink hat gerade ein angebot für 10 euro im monat '(3 Monate) mit hardware zur miete und ist danach monatlich kündbar
Warum immer dieses US Tech? So wird das nie was.
Ergänzung ()

RedPanda05 schrieb:
Welchen Zweck hatten dann lWL Kabel mit Schirm?
ImhO kein Schirm sodern Nagerschutz.
 
elo22 schrieb:
Warum immer dieses US Tech? So wird das nie was.

Halt dich fest ich fahre sogar Tesla...
Glasfaser ist übrigens auch primär eine US Erfindung, generell das Internet...
 
RedPanda05 schrieb:
Welchen Zweck hatten dann lWL Kabel mit Schirm?
rezzler schrieb:
Frag ich mich auch. Aber die Telekom-Erdkabel (also nicht Minikabel) haben Metallschirm, der auch penibel geerdet wurde. Bei manchem Stadtwerk hab ich das auch schon gesehen.
Ein enormer Vorteil ist, dass diese Kabel mittels eines Kabelsuchgeräts geortet werden können. Wenn man jetzt privat zwei Häuser direkt nebeneinander hat, wo man in beiden Häusern sehen kann, wo das Kabel ins Erdreich läuft, dann mag das ziemlich egal sein. Aber für eine Trasse eines Netzbetreibers hat das schon große Vorteile, wenn man das Kabel suchen kann. Das ist nämlich einer der größten Nachteile der modernen Minikabel.

Historisch gesehen hatte der Schirm aber wahrscheinlich einen anderen Grund. In den ersten Glasfaserkabeln waren noch Kupferadern vorhanden, die zum Sprechen (mittels Sprechgerät, da Vor-Handy-Zeit) und zur Überwachung bzw. Fehlerortung verwendet wurden. Bis Fasern in einer abgesoffenen Muffe brechen, dauert lange und so konnte man bereits elektrisch vorher feststellen, dass eine Muffe abgesoffen ist, wenn die Sprechadern einen Erdschluss hatten. Den Erdschluss konnte man dann mittels Kabelmesskoffer orten und die entsprechende Muffe reparieren.

Später mit der größeren Verbreitung von Handys und besseren Glasfaser-Messgeräten sind diese Adern dann verschwunden, der Aluschirm ist aber geblieben um zu den vorher verlegten Kabeln kompatibel zu bleiben. Aus Personenschutzgründen muss dieser nämlich bis heute in der ganzen Strecke durchverbunden und geerdet bleiben, da sich sonst Spannung auf dem Aluschirm sammeln kann.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: rezzler und FTTC
Zurück
Oben