Grafiktablet-Neuling sucht Hilfestellung - Gerät für Tochter gesucht

DJMadMax

Fleet Admiral Pro
✍️Leserartikel-Schreiber
Registriert
Mai 2007
Beiträge
19.654
Heyho liebe Forengemeinde,

meine Tochter, 9 Jahre, malt und zeichnet recht hübsch und hat daran auch schon immer viel Spaß. Jetzt fragte sie uns als Eltern, ob sie sich ein Zeichentablet zu Weihnachten oder zum Geburtstag (was beides noch lange hin wäre) wünschen darf.

Grundsätzlich stehe ich der Idee offen gegenüber, allerdings kommt hier ein Aspekt zu tragen, der sonst so gar nicht zu mir und meiner Liebe zur Unterhaltungselektronik passt, denn: ich habe nicht den geringsten Schimmer von den Teilen!

Haben die Dinger ein eigenes Betriebssystem? Brauchen die ne App / ein Programm am Handy / PC? Android? iOS? Windows? MacOS?

Zur Info: keine Apple-Geräte im Haus (das bleibt auch so). Sollten Apps (Android) nötig sein, dann wäre das für mich eigentlich auch schon ein K.O.-Kriterium. Ich hätte da gerne was eher autarkes, bei dem ich nicht vom Gutwillen eines Cloudserverbetreibers etc. abhängig bin.

Gerne jedoch kann das Tablet kompatibel mit gängiger Windows-Hardware sein.

Wie funktioniert das dann generell? Ist das Zeichentablet so etwas wie ein Tablet, das "MS Paint" vorinstalliert hat? Oder koppel ich das Gerät mit dem PC und meine Stifteingabe am Tablet "spiegelt" sich dann auf "MS Paint" am PC? Oder gar beides?

Zu Hülf!

Vielen Dank für eure hoffentlich deutlich qualifizierteren Antworten, als es meine unqualifizierten Fragen verdient hätten :)

PS: Vergessen - sie besitzt ein sehr fähiges Xiaomi Mi Pad 6 mit 8/256 GB RAM/ROM.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: K3ks
Hat sie schon ein Handy, Tablet oder regelmäßigen Zugang zu einem PC?

Meine Nichte hat das hier
https://www.xp-pen.de/product/911.html

Welches Modell genau weiss ich nicht, aber sie kann das problemlos an ihren Handy oder Papa's PC anschliessen und dann zeichnen. Kompatibel mit iOS, Android, Windows, Linux... allerdings funktioniert es nicht ohne weiterem Gerät. Komplett eigenständig wirst Du wohl kaum an Android vorbeikommen, ein Surface Pro liegt sicherlich ausserhalb des finanziellen Spielraums^^
 
Was genau suchst du bzw. ihr denn?

Ein klassisches Zeichentablet das als Eingabegerät (zusätzlich zu einer Maus) funktioniert?
https://geizhals.de/wacom-intuos-m-v116179.html

Eines mit integriertem Bildschirm?
https://geizhals.de/wacom-one-14-dtc141w0-a3677159.html

Ein Andoidtablet auf dem man Zeichen kann?
https://geizhals.de/samsung-galaxy-tab-s10-fe-sm-x520-wi-fi-sm-x526-5g-v195441.html

Günstige 'klassische' Zeichentablets gibt's wie Sand am Meer. Die kann man an die bereits vorbandene Hardware anstecken und dort dann loszeichnen. Meiner Erfahrung nach haben die Geräte von Wacom sehr guten Softwaresupport.

Oft ist auch Zeichensoftware direkt beim Tablet dabei, falls nicht, ist Krita ziemlich gut für den Anfang.
 
Oh, das hätte ich vielleicht erwähnen sollen:
Sie hat ein pfeilschnelles Xiaomi Mi Pad 6

Gibt es denn da einfach nen ordentlichen Stift und ne empfehlenswerte Software?

Ihr schweben Comiczeichnungen vor - natürlich weiterhin auf dem Niveau einer (kreativ durchaus begabten) 9-Jährigen.
 
https://www.amazon.de/Eingabestift-...ft-wiederaufladbar-schwarz/dp/B0CWRC1S1G?th=1

...aber das hättest Du sicherlich auch selber finden können ;)

Krita gibt es auch für Android, und ist eine relativ mächtige Zeichenanwendung, deutlich umfangreicher als das popelige MS Paint.

...Problem wird aber wohl eher sein, dass sie sich möglicherweise bei ihrer Handhaltung komplett umgewöhnen muss, also dass der Handballen nicht auf dem Tablet liegt. Also ein "digitaler Papierersatz" ist das alles nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: iSight2TheBlind
Metalveteran schrieb:
...Problem wird aber wohl eher sein, dass sie sich möglicherweise bei ihrer Handhaltung komplett umgewöhnen muss, also dass der Handballen nicht auf dem Tablet liegt. Also ein "digitaler Papierersatz" ist das alles nicht.
Warum? Sowohl bei Pen- als auch Display Tablets legt man den Handballen wie beim klassischen Zeichnen auf dem Tablet ab. Für die Displays mit Touchfunktion gibt es extra Handballenüberzieher, um ungewollte Eingaben zu verhindern.
Die Umgewöhnung bei einem normalen Tablet ist, dass man nicht auf die Hand schaut, sondern auf den Bildschirm, während die Hand "blind" malt. Das benötigt Zeit und Übung, trainiert aber Hand-Augen-Koordination. Der Vorteil dabei ist, dass man weiterhin mit geradem Rücken vor dem Monitor sitzt. Die große Gefahr bei einem Displaytablet ist nämlich der Rundrücken und allg. die stundenlange ungesunde Haltung mit Blick nach unten.
Zudem werden die Displays gut warm und das ist gerade im Sommer recht unangenehm, ständig die Hand auf einer warmen Platte liegen zu haben.
Bei einem Kind würde ich aus gesundheitlichen Gründen sehr von einem Display abraten - auch wenn's schick und fancy ist und 80% aller Youtubekünstler damit arbeiten. Oder zumindest eins nehmen, das auch die normale Tableteingabe unterstützt (Wacom One, Huion Kamvas 13).
Einstiegstablets gibt's zahlreich unter 100€. XP-Pen, Huion, Wacom sind die bekanntesten Hersteller. Für Displays startest du bei 200€ aufwärts.

DJMadMax schrieb:
Wie funktioniert das dann generell? Ist das Zeichentablet so etwas wie ein Tablet, das "MS Paint" vorinstalliert hat? Oder koppel ich das Gerät mit dem PC und meine Stifteingabe am Tablet "spiegelt" sich dann auf "MS Paint" am PC? Oder gar beides?
Es gibt Displays mit eigenem Betriebssystem, die selbstständig laufen. Displays, die als Zweitmonitor fungieren und die Eingabe direkt über den Bildschirm läuft und Pentablets, welche die Anzeigefläche deines Monitors als Eingabemaske nutzen und der Stift den Cursor auf dem eigentlichen Monitor steuert.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: DJMadMax und iSight2TheBlind
Für Zeichnungen im Comic/Mangastyle ist KRITA die erste Wahl:
https://krita.org/

Ich selbst habe ein WACOM-Tablet dass wie eine Maus mit dem PC verbunden ist.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DJMadMax
Metalveteran schrieb:
...aber das hättest Du sicherlich auch selber finden können ;)
Wie schon gesagt: ich habe da NULL Erfahrung. Ich weiß daher auch nicht, ob ein originaler Stift eines Tablet-Herstellers die beste Wahl ist, oder obs da nicht Stift XYZ gibt mit weiteren Funktionen (welche auch immer so ein Stift hat).

Metalveteran schrieb:
Krita gibt es auch für Android, und ist eine relativ mächtige Zeichenanwendung, deutlich umfangreicher als das popelige MS Paint.
Das hab ich mir mal angeschaut und sieht echt interessant aus. Das mit MS Paint hab ich ja absichtlich in Anführungszeichen geschrieben, gemäß "enter valid program name here" :)

RedPanda05 schrieb:
ich bin etwas verwirrt. Unter einem Zeichentablet verstehe ich sowas:
Ich stelle mir das ohne Bildschirm nur schwer vor, wie das mit dem punktgenauen Zeichnen funktionieren soll.

Oder ist das so, dass man zwar den Cursor über den Bildschirm bewegt, eine Eingabe aber erst dann erfolgt, wenn man nen Knopf am Stift drückt oder ähnliches?

2013Semper schrieb:
Die Umgewöhnung bei einem normalen Tablet ist, dass man nicht auf die Hand schaut, sondern auf den Bildschirm, während die Hand "blind" malt.
Der Vorteil gegenüber der ungesunden Körperhaltung erschließt sich mir aber durchaus.

Wisst ihr denn, ob man das Xiaomi Mi Pad 6 am PC als solch ein Tablet nutzen könnte? Dann kann man sich natürlich die Anschaffung eines Zeichentablets (ohne Bildschirm) sparen.

Einen guten Stift (wie geschrieben, wenn das überhaupt Sinn ergibt) brauche ich aber weiterhin noch.

Meine Tochter ist Linkshänderin, falls das von Bedeutung ist - am PC bedient sie Maus und Tastatur aber auf herkömmliche Weise.
 
DJMadMax schrieb:
Oder ist das so, dass man zwar den Cursor über den Bildschirm bewegt, eine Eingabe aber erst dann erfolgt, wenn man nen Knopf am Stift drückt oder ähnliches?
Das Pad mappt den Zielbildschirm quasi 1:1 und der Stift reagiert wie eine Maus. Man kann auch hovern um zu sehen, wo man gerade den Pinsel ansetzt und erst wenn man den Stift aufdrückt, wird die Zeicheneibgabe ausgelöst.
Nach kurzer Zeit ist das ziemlich intuitiv und von meiner Sicht aus auch sehr flexibel.

Es gibt auch welche die fast so günstig sind wie der einzelne Stift, der als Zubehör verkauft wird.
https://geizhals.de/wacom-intuos-s-comfort-schwarz-ctl-4100k-a1781002.html
Mit Bluetooth, falls man etwas flexibler sein will:
https://geizhals.de/wacom-intuos-s-comfort-schwarz-ctl-4100wlk-a1780993.html

Die meisten Pads sind für Links-, wie auch Rechtshänder geeignet. Man muss halt in der Software ev. die Knöpfe ummappen oder wenn's ein Pad ist, wo die Knöpfe seitlich sind, die richtige Ausrichtung einstellen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DJMadMax
DJMadMax schrieb:
Oder ist das so, dass man zwar den Cursor über den Bildschirm bewegt, eine Eingabe aber erst dann erfolgt, wenn man nen Knopf am Stift drückt oder ähnliches?
Wenn der Stift die Oberfläche des Tablets/Screens berührt, dann wird erst ein Linksklick ausgelöst. Den Stift ca. 2-5mm über dem Tablet/Screen bewegen, steuert den Cursor ohne Klickeingabe.

DJMadMax schrieb:
Wisst ihr denn, ob man das Xiaomi Mi Pad 6 am PC als solch ein Tablet nutzen könnte? Dann kann man sich natürlich die Anschaffung eines Zeichentablets (ohne Bildschirm) sparen.
Laut Xaomi wurde beim Mi Pad 6 ein Smart Pen mitgeliefert. Da der laut Website 4096 Druckstufen besitzt, eignet er sich prinzipiell zum Zeichnen. 4k Druckstufen sind auch für einen Anfänger vollkommen ausreichend. Die fehlende Neigungswinkelerkennung (in echt wäre das die Schraffierung mit einem Bleistift) fällt bei einem Anfänger auch nicht weiter in's Gewicht.
Krita gibt's für Android, von daher steht einem Test nichts im Weg. Der einzige wirkliche Nachteil ist die Oberfläche des Xaomi Pads. Das Glas ist nicht angerauht/geätzt. Einen Plastestift direkt über Glas bewegen ist nicht sonderlich haptisch und wird auf Dauer weniger ausreichen, sollte man dabei bleiben wollen.
Zeichentablets/Screens haben immer eine angerauhte Oberfläche, um der Struktur von Papier nahe zu kommen. Deswegen nutzt man auch die Plasteminen mit der Zeit ab - genau wie Stifte, die man nachspitzen muss.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DJMadMax
2013Semper schrieb:
Laut Xaomi wurde beim Mi Pad 6 ein Smart Pen mitgeliefert. Da der laut Website 4096 Druckstufen besitzt, eignet er sich prinzipiell zum Zeichnen.
1781256832834.png

Da ist kein solcher Stift enthalten - ich kann aber gerne noch einmal in die Originalverpackung schauen.

https://www.mi.com/de/product/xiaomi-pad-6/specs/

Um dieses Gerät (in maximaler Ausstattung, also 8/256 GB) geht es.

2013Semper schrieb:
Krita gibt's für Android, von daher steht einem Test nichts im Weg.
Das sieht schon richtig professionell aus, aber ich denke, die Kleine würde sich da schnell reinfuchsen und ggf. mit Papas Unterstützung eventuelle Hürden nehmen können.

ProCreate sieht natürlich um Welten einsteigerfreundlicher aus, aber leider gibt's das wohl nur in der iPadOS-Welt.

2013Semper schrieb:
Der einzige wirkliche Nachteil ist die Oberfläche des Xaomi Pads. Das Glas ist nicht angerauht/geätzt. Einen Plastestift direkt über Glas bewegen ist nicht sonderlich haptisch und wird auf Dauer weniger ausreichen, sollte man dabei bleiben wollen.
iSight2TheBlind schrieb:
Displayfolien, die die papierartige raue Oberfläche mitbringen
Über Paperlike habe ich gestern auch schon mit einem Kollegen gesprochen, das wäre sicherlich eine Investition wert und teuer sind diese Folien ja keineswegs.

Vielen Dank bis hierher an alle, ich halte euch gerne auf dem Laufenden und würde nun erstmal den originalen Stift zum Tablet bestellen - den Smart Pen 2nd Generation (99€ im Xiaomi-Store).
 
Zuletzt bearbeitet:
Wow, was für ein "Rabbit Hole" ...

Also, den Xiaomi Smart Pen 2nd Gen bekommt man aktuell nicht für Geld und gute Worte - bzw. doch: für 140 Euro via Amazon über einen seltsamen Händler. Xiaomi selbst hat ihn aktuell nicht in Stock und auch auf Aliexpress bekommt man das "angebliche Original" nur für 75 Euro aufwärts.

Das ist dann der Punkt, wo ich sage: für so nen simplen Stift, mit dem man dann fest an das Tablet gebunden ist, sehe ich das nicht ein.

Also habe ich die KI bemüht:
https://www.amazon.de/dp/B09LYQ2TD3

Das XP-Pen Deco LW hätte wohl mehrere Vorteile zum selben (oder gar günstigeren) Preis gegenüber dem einzelnen Xiaomi-Stift.

1. Es ist nicht nur ans Xiaomi-Tablet gebunden und funktioniert auch mit einem normalen PC
2. Es kann kabellos via Bluetooth, Funk-Dongle oder kabelgebunden verwendet werden
3. Der Stift ist nochmals besser als der von Xiaomi
4. Es gibt noch weitere Quick-Buttons am Tablet (8 insgesamt), die frei belegt werden können
5. Es ist zu 100% kompatibel sowohl mit Sketchbook (Android) als auch Krita (Android, PC) sowie diversen weiteren Programmen
6. 100% Palm Rest kompatibel, also kein spezieller Palm Glove, der getragen werden muss

Nachteil ist ganz klar die losgelöste Eingabe vom Display, aber ich sehe das auch lediglich als Gewöhnungssache an.

Wenn ich das richtig verstehe, "hovert" der Pinsel bzw. die Eingabe"maus" ja sowieso nur frei über den Bildschirm, solange man am Stift selbst keine Taste drückt bzw. nicht fest aufdrückt.

Von daher würde ich das "Experiment" jetzt einfach mal wagen. Die Noten im Zeugnis sagen ganz klar: "Papa, komm schon - ich hab mich toll angestrengt, jetzt lass mal was springen!" :D

Erneut: ich berichte liebend gern, wie die ersten Erfahrungen verlaufen - bin schon sehr gespannt. PS: Was das Kind jetzt schon mit Sketchbook "freihand" da hinfriemelt, übersteigt meine Fähigkeiten bereits bei weitem. Ein Herz mit Schattierung - da bin ich raus :D
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Tenferenzu
Das XPPen LW ist die große Ausgabe. Gibt auch noch ein MW, falls es kleiner und etwas günstiger sein soll. Für Kinder ist das kleinere Pad vielleicht sogar besser, da die Wege über den Bildschirm kürzer sind.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DJMadMax
Das würde ich gar nicht mal so sagen. Die Standardempfehlung beim Zeichnen ist immer, dass man so groß wie möglich zeichnen sollte. Rauszoomen und verkleinern geht immer, reinzoomen nur mit Qualitätsverlust.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: DJMadMax
Wir haben bewusst das LW bestellt - ich wollte wenigstens annähernd an A4 herankommen :)

Ich fahr jetzt nach hause und pack's aus, bin selbst schon neugierig.
 
20260618_175029.jpg


Ihr Erstlingswerk, hier mal am Tablet von Opa mit "Sketchbook" (die App mit dem Stift, nicht die gleichnamige mit dem Pinsel... sehr verwirrend).

Sie hat nicht eine Sekunde gebraucht, sich an das XPPen-Tablet zu gewöhnen und sofort losgelöst, obwohl sie die App gestern das erste Mal gesehen hat (da noch an ihrem Tablet, aber nur mit Finger).

Dass sie den Stift "vor sich" auf dem Tablet führt, mit dem Blick aber eher schräg-gerade auf den Bildschirm schaut, beschert ihr überhaupt keine Probleme und dass man die Hand (insbesondere sie als Linkshänderin) auf dem Tablet ablegen kann, ist ein Segen.

Erneut: ich habe noch nichts eingestellt, das Ding ist einfach nur ausgepackt, direkt per BT verbunden und: Feuer frei.

Muss mich jetzt erstmal mit den Details vertrautmachen.

Aner hier schonmal ein großes Dankeschön an all die Ratschläge!
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: iSight2TheBlind
Zurück
Oben