Hat jemand Erfahrung mit DATALIGHT Fibre?

h00bi

Fleet Admiral
Registriert
Aug. 2006
Beiträge
24.184
Hallo zusammen,

habe mich neulich mit einem Bekannten (Elektriker) über Datalight Fibre von Fränkische unterhalten.
Er hat es erst kürzlich kennen gelernt aber sagt super und alles easy. Ich sehe wenig Vorteile, außer dass die Kabel super dünn sind gegenüber Cat7, dafür sind die Dosen aber sackteuer und brauchen Strom.

Arbeitet jemand von euch damit und kann ein paar weitere Infos geben?
 
Das Produkt soll eine Alternative zur normalen 8x Kupfer LAN Verkabelung sein.
Mich würde interessieren wo genau in der Praxis (!) die Vorteile liegen und warum die Leute die es nutzen Datalight den Vorzug geben.
 
Das würde mich auch mal interessieren.... die POF (polymer optical fibre) Ansätze sind nicht neu, haben sich bis heute aber nicht wirklich durchgesetzt. Die Vorteile die in den Werbetexten der Hersteller genannt werden klingen alle etwas "verzweifelt nach Vorteilen gesucht". z.B. wird mit weniger Strahlenbelastung als bei WLAN geworben (das allein ist schon nicht unumstritten), das Produkt ist ja aber gar keine Konkurrenz zu WLAN weil es immer noch kabelgebunden ist.
Das einzige was ich spontan gelten lassen würde sind die schlankeren Kabel, das kann unter Umständen von Vorteil sein. Ansonsten ist der Kram langsamer als normales Gigabit über Cat Kabel, benötigt Spezialhardware um es wieder in normales Ethernet umzusetzen und spezielle Switche. Gigabit wird höchstens bis 50m erreicht, danach fällt die Geschwindigkeit ab (ok das reicht im Haus meist trotzdem aus).
Und ob man die Hardware in zehn Jahren wenn man es mal aufrüsten will noch bekommt würde ich auch eher mal in Frage stellen...
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: up.whatever
So auf den ersten Blick liegt der einzige Vorteil in den dünnen Kabeln und dieser Vorteil wird sehr teuer erkauft. So lange genug Platz für Cat.7 Verlegekabel ist, würde ich immer zu diesen greifen: Günstige Kabel, günstige Dosen und Patchpanel, bewährte Technik und mit bereits verfügbarer Hardware 10Gbit tauglich.
 
Also das Teil hätte, abgesehen von der Geschwindigkeit und maximaler Länge, die gleichen Vorteile wie ne Glasfaserverbindung.

heißt galvanische Trennung der Netze / Systeme, Störungunempfindlich gegenüber EM Felder usw.

dafür sind die Dosen aber sackteuer und brauchen Strom

sind halt die Optisch/Elektischen Umsetzer
 
Würde da definitiv kein Fiber verlegen. Einmal zu stark geknickt und du darfst die gesamte faser tauschen. Die Vorteile überwiegen einfach nicht.
 
Lese das auch zum ersten mal, finde es aber recht interessant für neue Häuser/Wohnungen.
Hier ein Vergleich und Vorteile: https://www.datalight-system.com/de/installateur/

Aus meiner Sicht sind die größten Vorteile: Netzwerk und Strom in einem Kabel, Jede Steckdose ist Netzwerkfähig, Jede Dose kann Access Point sein. Und bei LWL ist bekanntlich immer Luft nach oben.

So richtig will ich die Preise aber gar nicht Wissen ... und die Abhängigkeit vom Hersteller
 
Meinen die das wirklich ernst, oder ist das Satire: https://www.datalight-system.com/wp-content/uploads/2016/11/FRAENKISCHE_AWB_Kammerer_FINAL.pdf
Der Vorteil liegt auf der Hand: Statt wie bei der klassischen Netzwerkverkabelung pro Port ein Kabel zu verlegen, versorgt eine einzige Ader immer gleich zwei Port-Dosen
Mehrere Ports an einem Anschluss, indem man aktive Technik in der Dose verbaut; ganz großes Kino. Und dann ein paar Zeilen weiter:
Für ein privates Wohnhaus reicht die Ausführung mit 100 Mbit/s Bandbreite vollkommen aus
Wenn 100 Mbit/s ausreichen, hätte man sogar per Kupfer direkt zwei Dosen an ein Kabel klemmen können, ganz ohne aktive Komponenten.

Und dann folgt noch die vollkommen unbelegte Behauptung:
Alles in allem sparen Bauherren mit DATALIGHT® so viele Kosten ein, dass das Produkt an sich ruhig etwas teurer sein darf als vergleichbare Netzwerkkomponenten.


Die anderen PDFs sind ähnlich überzeugend, dort wird unter anderem der niedrige Stromverbrauch gegenüber WLAN(!) oder Powerline(!!) betont. :freak:


Edit:
Sephe schrieb:
Würde da definitiv kein Fiber verlegen. Einmal zu stark geknickt und du darfst die gesamte faser tauschen.
Erstens ist das nicht einmal Glasfaser, sondern Polymerfaser ("Plastik") und zweitens scheinen die vor allem Leerrohre mit integrierten Fasern zu bewerben, in denen sich die Fasern vermutlich überhaupt nicht mehr austauschen lassen.
 
MoinMoin,

Testa2014 schrieb:
Lese das auch zum ersten mal, finde es aber recht interessant für neue Häuser/Wohnungen.
Hier ein Vergleich und Vorteile: https://www.datalight-system.com/de/installateur/

Die Vorteile sind sehr kreativ gestrickt: Was interessiert mich in einem fertigen Haus das Gewicht der verlegten Kabel? Bzw. was völlig unter den Tisch fällt ist die Verfügbarkeit von PoE - oder ich habe es übersehen?

Aus meiner Sicht sind die größten Vorteile: Netzwerk und Strom in einem Kabel, Jede Steckdose ist Netzwerkfähig, Jede Dose kann Access Point sein. Und bei LWL ist bekanntlich immer Luft nach oben.

Die Dose ist nur dann netzwerkfähig, wenn Du auch das passende Leerrohr mit Faser verlegt hast. D.h. entweder erhöhter Planungsaufwand oder alle Dosen werden entsprechend angefahren.

Da es auch kein "richtiges" LWL ist, wie man es sonst kennt, stellt sich die Frage nach "immer Luft nach oben". Immerhin werben sie nur mit 100 MBit/s (hey, GbE hatte gerade erst seinen 20. Geburtstag) oder 1 GbE (über 50 m). Wenn man sich jetzt überlegt, dass OM2 10 GbE über ca. 80 m zulässt, dann würde ich nicht auf mehr spekulieren.

So richtig will ich die Preise aber gar nicht Wissen ... und die Abhängigkeit vom Hersteller

Willkommen in der Nische! Das 100 Mbit/s Kit habe ich für etwas über 600 EUR gesehen (einzelne Doppeldose: ca. 100.- EUR): Schnäppchen ist anders.

Sofern sich keine Kupferkabel irgendwo legen lassen, würde ich bei den Preisen schon fast LWL setzen: 1 GbE ist da ein preiswerter Standard und kleine Switches mit SFP-Port kosten auch nicht mehr die Welt.


Grüße,
Christian
 
Der große Vorteil gegenüber GF ist, dass man nicht spleißen muss, nur abschneiden und einstecken.
Die Firma, bei der der Bekannte arbeitet, hat nämlich gar keine Spleißmaschine und vorher auch noch nie mit GF gearbeitet.

Ansonsten finde ich eben dass es grad bei Neubauten, wo man problemlos Cat.7 planen und legen kann, keinen Vorteil bringt. Er ballert das aber gerade in 112 neue Wohnungen. Bei den Preisen die da laut Website aufgerufen werden müsste dem Bauherr ja schlecht werden.
 
Das ist ähnlich wie mit den Multimediadosen, die anboten werden: Es findet sich immer ein Dummer.
 
Aus Sicht des Elektrikers kann ich das sogar gut verstehen: Er hat damit weniger Arbeit als mit separat verlegtem Cat.7 und die Mehrkosten für das Material können direkt an den unwissenden Kunden weitergereicht werden.
 
h00bi schrieb:
Er ballert das aber gerade in 112 neue Wohnungen.

Er hat noch nichts von Opal gehört. Kunststoff altert und proprietäre Technik stirbt aus. In spätestens 10 Jahren wird er sich freuen das er wenigstens die Leerrohre behalten kann.

10GE würde ich auch als nicht machbar ansehen (gibt die Faser nicht her, selbst 1 Gbit war lange Zeit nur ein Traum), aber ich sehe auch nicht dass das auf absehbare Zeit ein Problem der Massen sein wird.
 
Servus,
ich arbeite regelmäßig mit Datalight. Klar das System ist teurer und es gibt ein paar Sachen die mich genauso stören.
Vorteile:
Die Faser ist relativ günstig und muss in keinem Rohr verlegt werden.

Gerade bei Nachrüstung kann die Faser hinter einer Sockelleiste versteckt werden.

Beim Neubau lege ich die Faser an jede mindestens Doppelsteckdose um die Möglichkeit zu haben eine Dose mit einer Steckdose zu tauschen.

Selbst einen Knoten macht der Faser nichts aus.

Keine Brandlast.

Galvanische Trennung.

Kein Spezialwerkzeug erforderlich.

Die Faser überträgt Theoretisch noch höhere Geschwindigkeiten.

Es muss kein Trennungsabstand eingehalten werden.

Nachteil:

Teuer da aktive Bauteile.

Langsamer als Glasfaser.

Das Rohr ist für mich eine Fehlentwicklung (bringt nur bei direkter Verbindung etwas).
 
Ich bleibe trotzdem bei meiner Rede: Der einzige Vorteil ist die dünne Faser die sich einfach verlegen lässt.
Ansonsten wird dich jeder Bauherr dem du das Zeug in die Wände legst spätestens in ein paar Jahren verfluchen das er tote Technik in der Wand hat.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: up.whatever und Sebbi
Meiner Meinung nach, hat es als Nachrüstlösungen im Bestand seine Daseinsberechtigung, aber im Neubau hat das Zeug nichts verloren.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: Sebbi
Hm.. Also ich sehe ehrlich gesagt gar keinen Vorteil. Handelsübliches TP-Kabel bietet ja zudem noch den Vorteil, dass man die 8 Adern auch für beliebige sonstige Dienste nutzen kann. Ich habe bzw. hatte zB eine ISDN-Dose am Patchfeld gepatched, aber auch eine TAE-Dose für's Fax. Dafür bräuchte man ja bei Datalight einen Haufen aktiver Komponenten - wenn es denn überhaupt entsprechende Module gibt.
 
M.K.1988 schrieb:
Die Faser überträgt Theoretisch noch höhere Geschwindigkeiten.
Welche denn? Wo findest du diese Information?
Wenn man sich die Einschränkung anschaut, die bereits bei einem Gigabit vorherrschen, glaube ich nicht dass es da noch große Reserven gibt.
 
Zurück
Oben