Hindert der Beamtenstatus der Politiker bei diversen Entscheidungen und Verantwortung?

schwimmcoder schrieb:
Und nur auf Beamte einzukloppen ist auch falsch...
Darum geht's doch gar nicht! Niemand kloppt auf die Beamten ein, sondern es ist einfach nicht einzusehen, dass die abhängig Beschäftigten einen großen Teil ihres Einkommens in Zwangssicherungssysteme abdrücken müssen, gegenüber anderen Berufsgruppen trotzdem weitaus schlechter gestellt sind und privat noch weitere Teile ihres Einkommens in fragwürdige Produkte zahlen sollen, deren Ergebnis hinterher dann nochmal massiv mit Abgaben und Steuern geschmälert wird. Was dann wieder bedeutet, dass das erzielte Alterseinkommen wieder deutlich geringer ist, als das der lebenslang beitragsfrei alimentierten Staatsdiener.

Uns steht jedes Recht zu, diese systematische Ungleichbehandlung zu kritisieren und zu fragen, ob es nicht gewollt ist, dass man als abhängig Beschäftigter möglichst lebenslang von Wohl und Wehe dieses Staates abhängig gemacht wird, um uns unmündig zu halten.

Würden es unsere Politiker mit ihren vollmundiger Versprechen ernst meinen, dann hätten sie längst dafür gesorgt, dass unser Rentensystem uns eine auskömmliche Altersversorgung auf hohem Niveau garantiert. Stattdessen zahlen wir auf sehr hohem Niveau ein und werden im Alter wie Bettler behandelt, denen man gerade mal Renten auf Sozialhilfeniveau zugesteht und diese dann auch noch so hinstellt, als wäre das eine freiwillige Leistung an Bedürftige, die dafür nie was geleistet haben.
 
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areiland schrieb:
Darum geht's doch gar nicht!
Na ja, im Grunde schon ...
areiland schrieb:
lebenslang beitragsfrei alimentierten Staatsdiener
Solche falschen Fakten liest man öfter in Artikeln der BLÖD und Konsorten.
Und dann noch solche Falschaussagen in Form von Pauschalisierungen:
"Beamte bezahlen keine Steuern", "Beamte bekommen alle Spitzengehälter ab 3.000 Euro aufwärts" usw.

Ich will mich hier erst gar nicht auf emüdende Endlosdiskussionen, welches System besser oder schlechter ist, einlassen.
Man muss es halt differenziert sehen und diskutieren. Nicht jeder Beamter ist ein Spitzenverdiener und nicht jeder in der freien Wirtschaft bekommt einen Lohn im oberen Bereich. Dementsprechend wirkt sich das eben auf das Renten,-/Pensionsniveau aus.

Zusammenfassend wäre es selbstverständlich wünschenswert, wenn jeder Bürger, der sein lebenlang gearbeitet hat, egal in welchem Bereich der Arbeitswelt, im Ruhestand ein entsprechend den Lebensumständen angepasstes und gerechtes Einkommen erhalten würde, mit dem man relativ sorgenfrei den wohlverdienten Ruhestand genießen kann.
 
LotusXXL schrieb:
Und dann noch solche Falschaussagen in Form von Pauschalisierungen:
"Beamte bezahlen keine Steuern", "Beamte bekommen alle Spitzengehälter ab 3.000 Euro aufwärts" usw.
Leute die so einen Blödsinn verzapfen können gerne mal hier mit unserer Postbotin* tauschen.
Muss bei jedem Wetter raus, die Zustellbezirke werden immer größer, ist nur noch genervt und trotzdem selten krank und nicht in Frühpension.

(*) Bevor jetzt jemand kommt mit, es gäbe ja keine verbeamteten Postboten mehr, doch es gibt sie noch, etwa 17.000. Sind halt alle nicht mehr die Jüngsten.
 
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LotusXXL schrieb:
"Beamte bezahlen keine Steuern",
Und an welcher Stelle hatte ich das jetzt genau behauptet? Es ging aus meinen Kommentaren immer ganz klar hervor, dass ich mich auf die soziale Absicherung beziehe und nur die alleine meine.

Wenn Du Dich so betroffen zeigst, bist Du vermutlich auch verbeamtet und kannst keine Kritik an dieser systematischen Ungleichbehandlung der Beitragszahler gegenüber der Beamtenschaft ertragen.

Nur mal so: Dieser Staat erwirtschaftet rund eine Billion Euro an Steuern. Zusätzlich presst er den abhängig Beschäftigten inzwischen rund 1,6 Billionen an Sozialabgaben ab - Tendenz weiter stark steigend. Das ist rund das dreifache des Bundeshaushaltes, das die abhängig Beschäftigten zusätzlich zu ihrer Steuerlast aufbringen dürfen. Aus dieser unglaublich hohen Summe werden Menschen alimentiert, die niemals was zu diesem System beitragen werden und aus deren Alimentierung sich der Beamtenstadel schön verabschiedet, indem er einmal mehr die abhängig Beschäftigten schröpft.
 
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areiland schrieb:
Und an welcher Stelle hatte ich das jetzt genau behauptet?
Hast du nicht.
Das war auf die Artikel in den Klatschmedien bezogen.

areiland schrieb:
systematischen Ungleichbehandlung
Es gibt keine systematische Ungleichbehandlung. Man muss nur objektiv und fair bleiben und differenzieren.
Vielleicht liegen die Gründe, warum viele Menschen nicht mit ihren Einkommen auskommen, primär an den viel zu hohen Kosten für den Lebensunterhalt. Wir werden doch alle mit den völlig überzogenen Preisen für Wohnen, Lebensmittel und Energie über den Tisch gezogen.

Man ändert aber nichts zum Positiven, indem man das Pferd von der falsche Seite aufzäumt und die vermeintlich Bessergestellten auf das Niveau der vermeintlich Schlechtergestellten absenkt.

areiland schrieb:
Aus dieser unglaublich hohen Summe werden Menschen alimentiert, die niemals was zu diesem System beitragen werden
Alle Beamten zahlen Lohnsteuer, Kichensteuer, sowie eine Pensionspauschale.
Alle Beamten müssen sich privat krankenversichern und müssen die Beiträge von ihrem NETTOgehalt entrichten. In der freien Wirtschaft werden die Beiträge vom BRUTTOlohn einbehalten.
Beamte erhalten weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld. In der freien Wirtschaft werden dieses Zuwendungen in der Regel gezahlt, sogar bis hin zu einem 13. oder 14. Monatsgehalt (Banken).

Warum sollten Beamte in die allgemeine Rentenkasse einzahlen, aus der sie keinerlei Ansprüche zu erwarten haben?
Warum sollten Beamte in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, obwohl Beamte in der Regel niemals arbeitslos werden?

Es handelt sich schlicht und ergreifend um zwei unterschiedliche Systeme, in die Abgaben eingezahlt werden.
Von Alimentierung kann also nicht die Rede sein.
Gleich kritikwürdig ist die in beiden Systemen vorherrschende Besteuerung der Ruhestandseinkommen.
Da wird quasi doppelt besteuert und das ist ganz sicher in höchstem Maße ungerecht.

areiland schrieb:
Wenn Du Dich so betroffen zeigst, bist Du vermutlich auch verbeamtet und kannst keine Kritik an dieser systematischen Ungleichbehandlung der Beitragszahler gegenüber der Beamtenschaft ertragen.
Ich zeige mich so betroffen, weil die Art und Weise der Debatte für mich nicht in Ordnung ist. Das ist wieder mal so eine Neiddebatte und geht am Kern der eigentlichen Problematik vorbei.

Ich habe in meinem langen Berufsleben beide Systeme kennengelernt und weiß, was Sache ist und ob eine Diskussion darüber seriös geführt wird, oder nicht.
 
Bezugnehmend auf den ersten Post zum Rentensystem, da gäbe es eine ganz einfache Lösung die sofort funktionieren würde.

1. ALLE zahlen ins Rentensystem ein und zwar prozentual von allem Einkommen.
2. Die Beitragsbemessungsgrenzen werden abgeschafft. Aktuell sorgen die nämlich nur dafür dass Leute die viel verdienen prozentual weniger einzahlen als Normal- oder Geringverdiener.
3. ALLE bekommen später Rente. Rentenalternativen wie z.b. Beamtenpension werden gestrichen und durch Rente ersetzt.
4. Die Rente ist nach unten und oben hin gedeckelt. Nach unten damit im Alter alle genug haben um in Würde zu leben und nach oben weil diese Rentenempfänger die Leute sind die ein Leben lang viel verdient haben und dementsprechend hohe Rücklagen und oder Privatvorsorge haben. Aktuell denke ich da an Beträge von 1500 Mindestrente und 3000 Euro Höchstrente.

Die Finanzierung wäre auch überhaupt kein Problem wenn alle einzahlen. Im Jahr 2024 wurden ca. 286 Milliarden Euro an Rente gezahlt. Aktuell zahlt ein Arbeitnehmer 1/3 seines Gesamtgehalts als Sozialversicherungsbeiträge. (20% Arbeitgeber und 20% Arbeitnehmer, das resultiert in 33% des Gesamtgehalts.)
Für alle die die 33% nicht verstehen, hier ein Beispiel mit Zahlen:
Einkommen 5000,- Euro
Arbeitgeberanteil 1000,- Euro
Arbeitnehmeranteil 1000,-
Von insgesamt 6000,- Euro gehen 2000,- an den Staat, also 1/3, d.h. 33%

Gleichzeitig ist das Geldvermögen der privaten Haushalte pro Quartal um ca. 200 Milliarden Euro gestiegen. Dieser Zuwachs an Geldvermögen ist = Einkommen. Erzielt wird dieses Einkommen aber nicht von den Gering oder Normalverdienern sondern den Gut, Besser und Bestverdienern und genau die zahlen nichts in die Sozialsysteme ein weil sie Selbstständig sind. Wenn wir jetzt diese 800 Milliarden pro Jahr mit 33% Sozialversicherungsabgaben belasten wären sofort pro Jahr 266 Milliarden Euro mehr für unsere Sozialversicherung da.

Das ganze zu Finanzieren wäre überhaupt kein Problem wenn alle Einzahlen würden, auch die reichen Schmarotzer, die zwar gerne alle Vorteile hier mitnehmen, sich aber höchst ungern solidarisch am Gemeinwesen beteiligen.
 
D0m1n4t0r schrieb:
da gäbe es eine ganz einfache Lösung die sofort funktionieren würde.
Warum ist das denn bisher niemandem eingefallen?:freak:
Du solltest in die Politik gehen.

D0m1n4t0r schrieb:
auch die reichen Schmarotzer,
Ja klar!
Wieder eine dieser pauschalen und unreflektierten Phrasen.
 
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areiland schrieb:
Darum geht's doch gar nicht!
Naja..
areiland schrieb:
es ist einfach nicht einzusehen, dass die abhängig Beschäftigten einen großen Teil ihres Einkommens in Zwangssicherungssysteme abdrücken müssen, gegenüber anderen Berufsgruppen trotzdem weitaus schlechter gestellt sind und privat noch weitere Teile ihres Einkommens in fragwürdige Produkte zahlen sollen, deren Ergebnis hinterher dann nochmal massiv mit Abgaben und Steuern geschmälert wird. Was dann wieder bedeutet, dass das erzielte Alterseinkommen wieder deutlich geringer ist, als das der lebenslang beitragsfrei alimentierten Staatsdiener.
Scheinbar ja doch.
Die Zwangssicherungssysteme braucht ein Beamter ja nicht, weil Rente zahlt der Staat von dem im Vergleich zur freien Wirtschaft niedrieren Brutto. Krankenkasse muss sich jeder selbst versichern, was vom Netto noch abgeht, Pflegeversicherung kannst du selbst vorsorgen und Arbeitslosenversicherung bei Beamten wäre wohl nen Treppenwitz.
Dazu kommt, dass du als Beamter auch manche Nachteile in Kauf nimmst, als Beamter bist du Leibeigener des Staates, mal eben den Arbeitsplarz wechseln, schwierig, ggf. Arbeitsplatzwechsel gegen deinen Willen, Streikverbot, etc.
Das ist einfach eine Neiddebatte, Punkt.
areiland schrieb:
Uns steht jedes Recht zu, diese systematische Ungleichbehandlung zu kritisieren und zu fragen, ob es nicht gewollt ist, dass man als abhängig Beschäftigter möglichst lebenslang von Wohl und Wehe dieses Staates abhängig gemacht wird, um uns unmündig zu halten.
Natürlich ist unser Recht und richtig so. Aber da die Beamten GARNICHTS mit dem Rentenkassensystem zu tun haben, lass die da raus. Beamte zahlen nix ein und bekommen nichts raus.
Das System der umlagefianzierten Rente hat (zumindest in Deutschland) eh fertig.

areiland schrieb:
Würden es unsere Politiker mit ihren vollmundiger Versprechen ernst meinen, dann hätten sie längst dafür gesorgt, dass unser Rentensystem uns eine auskömmliche Altersversorgung auf hohem Niveau garantiert.
Das hat die Politik der letzten 50 Jahre halt verschalfen. Rente wurde geliefert, wie gewählt.


D0m1n4t0r schrieb:
1. ALLE zahlen ins Rentensystem ein und zwar prozentual von allem Einkommen.
2. Die Beitragsbemessungsgrenzen werden abgeschafft. Aktuell sorgen die nämlich nur dafür dass Leute die viel verdienen prozentual weniger einzahlen als Normal- oder Geringverdiener.
3. ALLE bekommen später Rente. Rentenalternativen wie z.b. Beamtenpension werden gestrichen und durch Rente ersetzt.
4. Die Rente ist nach unten und oben hin gedeckelt. Nach unten damit im Alter alle genug haben um in Würde zu leben und nach oben weil diese Rentenempfänger die Leute sind die ein Leben lang viel verdient haben und dementsprechend hohe Rücklagen und oder Privatvorsorge haben. Aktuell denke ich da an Beträge von 1500 Mindestrente und 3000 Euro Höchstrente.
Wäre verfassungswidrig.
Beitragsbemessungsgrenzen existieren, weil zu einer Einzahlung aus ein Gegenwert stehen muss. Wenn du alle einzahlen lässt, ohne Beitragsbemessungsgrenze, muss auch ein entsprechender Gegenwert dahinter stehen, womit sich das System dann im Kreis dreht.
Aus dem gleichen Grund gibt es eine Beitragsbemessungsgrenzen für die Krankenversicherung, weil die leitung der gesetzlichen Krankenkasse nicht besser werden würde, wenn man 30.000€ im Monat einzahlt.
Was verfassungsrechtlich möglich sein könnte(!), hat aber noch keiner mal komplett durchexerciert, ist das progessiv zu gestalten, heißt, um mehrere Rentenpunkt pro Jahr zu bekommen, muss die Einzahlungen exponentiell ansteigen. Erster Rentenpunkt = Durchschnittsgehalt, Zweiter rentenpunkt, 1,25 Durchschnittsgehälter, Driter Rentenpunkt, 1,5 Durchschnittsgehälter und so weiter..
Abschaffung der Rentenalternativen könnte nur für neue Rentner gelten, Rente deckeln geht nur mit einer Beitragsbemessungsgrenze, siehe oben.
 
Natürlich kann man die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen wenn man will. Das sind alles politische Fragen für die man eine Mehrheit finden muss. Im Zweifel hilft dabei ne Zweidrittelmehrheit für ne Verfassungsänderung und gut ist. Man muss das WOLLEN, dann geht das auch. Politiker gehören Blöderweise zu den Leuten die meistens von den Beitragsbemessungsgrenzen finanziell profitieren. Die haben selber kein Interesse die abzuschaffen, DAS ist das Problem.

Und die Begründung ist auch sehr einfach: Hohes Einkommen ist ab einem bestimmten Punkt nicht mehr durch eigene Arbeit möglich, sondern nur dann wenn man von der Arbeitsleistung anderer profitiert. Die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen bedeutet dass das Einkommens das nicht aus eigener Arbeitsleistung resultiert auch entsprechend mit Abgaben belegt wird. Da ist überhaupt nichts Verfassungswidrig dran.

Ausserdem bekommt man einen Gegenwert in Form der gesetzlichen Rente. Eine solidarische Versicherung bedeutet nämlich eben nicht, dass man mehr rausbekommt als man eingezahlt hat, sondern dass die finanziell starken die finanziell schwachen solidarisch unterstützen.

Steht so übrigens auch in unserer Verfasssung drin, in dem "Eigentum verpflichtet" Paragraphen. Da steht sinngemäß drin, dass wer viel besitzt verpflichtet ist diesen Besitz zum Wohl der Allgemeinheit einzusetzen. Dazu gehört auch Vermögen und hohes Einkommen und eine Abgabe/Besteuerung dieses Einkommen zum Wohle der Allgemeinheit ist daher überhaupt kein Problem.

Die wirklich Reichen haben der Bevölkerung eingeredet man könne da nix machen, weil sie selber davon profitieren, aber das ist eine Lüge. Das ginge sehr wohl, aber dann würden die wirklich reichen weniger schnell noch reicher und das wollen die nicht. Deshalb wird überall verbreitet sowas ginge nicht. Es geht, wenn man will.
Man muss dafür dann halt was wählen was keine Politik macht die nur den reichen nutzt.

Im übrigen haben andere Länder auch auch hinbekommen, z.b. Österreich und die Schweiz und die ganzen nordeuropäischen Länder. Deren Rentensysteme funktionieren alle besser als unseres und dort sind die Renten sogar höher als bei uns. Und die haben dieselben Rechtsstaatlichen Prinzipien wie wir und bei denen ist das nicht "Verfassungswidrig". Die haben Mindestrenten von denen man leben kann, höhere Durchschnittsrenten als wir und ne Maximalrente die berücksichtigt dass jemand der immer gut verdient hat im Alter nicht unnötig Geld hinterhergeschmissen bekommen sollte. Schon komisch dass das in anderen Ländern geht, nur bei uns nicht.

Lasst euch nicht von den Reichen Schmarotzern verarschen.
 
D0m1n4t0r schrieb:
Natürlich kann man die Beitragsbemessungsgrenzen abschaffen wenn man will. Das sind alles politische Fragen für die man eine Mehrheit finden muss. Im Zweifel hilft dabei ne Zweidrittelmehrheit für ne Verfassungsänderung und gut ist.
Mehrheiten alleine begründen kein verfassungsgemäßes Gesetz.
D0m1n4t0r schrieb:
Und die Begründung ist auch sehr einfach: Hohes Einkommen ist ab einem bestimmten Punkt nicht mehr durch eigene Arbeit möglich, sondern nur dann wenn man von der Arbeitsleistung anderer profitiert. Die Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenzen bedeutet dass das Einkommens das nicht aus eigener Arbeitsleistung resultiert auch entsprechend mit Abgaben belegt wird. Da ist überhaupt nichts Verfassungswidrig dran.
D0m1n4t0r schrieb:
Ausserdem bekommt man einen Gegenwert in Form der gesetzlichen Rente. Eine solidarische Versicherung bedeutet nämlich eben nicht, dass man mehr rausbekommt als man eingezahlt hat, sondern dass die finanziell starken die finanziell schwachen solidarisch unterstützen.
Der Gegenwert muss aber im Verhältnis stehen. Hier mal eine Ausarbeitung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages: https://www.bundestag.de/resource/b...221a9d1e6e45c68330e6/WD-3-035-21-pdf-data.pdf

Kurz: Anhebung der Grenzen sollte rechtlich passen, eine Aufhebung verstößt vermutlich gegen Art. 3 Abs. 1 GG "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich."
Hintergrund, wer sehr viel einzahlt, bekommt die gleiche Leistung, wie jemand, der nur knapp über der dann abgeschafften Beitragsbemessungsgrenze eingezahlt hat.

Selbiges Prinzip ist bei der Körperschaftssteuer. Du kannst Verluste steuerlich geltend machen und somit dein steuerliches Brutto mindern. Geht, weil du vor dem Gesetz gleich ist und nur Gewinne versteuern ist nicht gleich. Also entweder beides oder garnichts.


D0m1n4t0r schrieb:
Steht so übrigens auch in unserer Verfasssung drin, in dem "Eigentum verpflichtet" Paragraphen. Da steht sinngemäß drin, dass wer viel besitzt verpflichtet ist diesen Besitz zum Wohl der Allgemeinheit einzusetzen.
Bis zu dem Punkt, wo du gegen die Einstelligen Paragrapfhen des GG verstößt.
 
Stimmt halt nur wenn man sich auf absolute Zahlen in Euro bezieht und seine Argumentation daran ausrichtet und den Gleichheitsbegriff so definiert dass damit nichts relatives gemeint ist.

"Alle zahlen 20% des Einkommens als Sozialversicherungsabgaben" würde alle prozentual gleich behandeln, somit wäre das Gleichbehandlungsprinzip erfüllt.

Im übrigen, wenn jemand z.b. 100.000 Euro im Monat verdient und dann 20.000 Euro Sozialversicherungsabgaben zahlen muss, hat der immer noch ungefähr 30 mal soviel Einkommen wie ein Normalverdiener. Arm wird so eine Person dadurch nicht.

Die aktuellen Höchstbeiträge sind dank Beitragsbemessungsgrenzen:

Rentenversicherung: 18,6% von 8.050 Euro = 1.497,30 Euro monatlich (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen)
Arbeitslosenversicherung: 2,6% von 8.050 Euro = 209,30 Euro monatlich (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen)
Krankenversicherung: 14,6% von 5.512,50 Euro = 804,83 Euro monatlich (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen)
Pflegeversicherung: 3,4% von 5.512,50 Euro = 187,43 Euro monatlich (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammen)

Insgesamt maximal: 2689,- Euro
Davon jeweils ca. 50% Arbeitgeberanteil und Arbeitnehmeranteil, also ca. 1350,- Euro

Wenn jemand aktuell 100.000 Euro im Monat verdient zahlt der aktuell maximal 1350,- Euro davon also ca. 1,35% als Sozialversicherungsabgaben, falls überhaupt welche gezahlt werden. Selbstständige, Beamten, Anwälte, Ärzte usw. zahlen gar nix.
Das soll gerecht sein?
Jemand der 5000 Euro im Monat verdient zahlt 1000 Euro (also 20% vom Einkommen), jemand der das zwanzigfache verdient, zahlt 300 Euro mehr. Das soll gerecht sein?
Wir müssen aufhören uns von denen so verarschen zu lassen.
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Im übrigen haben andere Länder auch auch hinbekommen, z.b. Österreich und die Schweiz und die ganzen nordeuropäischen Länder. Deren Rentensysteme funktionieren alle besser als unseres und dort sind die Renten sogar höher als bei uns.
Ja, super!
Insbesondere wenn du 14 Jahre einbezahlt hast und keinen Cent Rente kriegst.
Mal abgesehen vom ca. 4 % höheren Beitragssatz und Vollversteuerung.

Von daher, nur zu, damit macht man sich als Politiker hierzulande sicher ziemlich beliebt!
 
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Der Beitragssatz zur österreichischen Rentenversicherung (Pensionsversicherung) beträgt 22,8 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Einkünfte. Davon tragen Arbeitgeber 12,55 Prozent und Arbeitnehmer 10,25 Prozent
In Deutschland trägt der Arbeitnehmer 9,3 %

Durchschnittsrente Deutschland: 1120 Euro
Durchschnittsrente Österreich: 1646 Euro

In Österreich zahlt der Arbeitnehmer also 1% mehr ein als in Deutschland und bekommt im Durchschnitt dafür dann aber 46% mehr Rente. Klingt für mich nach nem guten Geschäft.

Also hör mal auf hier Blödsinn zu erzählen @Mo
 
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D0m1n4t0r schrieb:
Also hör mal auf hier Blödsinn zu erzählen @Mo
Kümmere dich doch einfach um die Fakten bevor du anderen gegenüber "unhöflich" wirst. Womit du nur die erwähnten relevanten Punkte verschleierst.
So, wie es in Österreich gemacht wird, ist es hier nun mal politisch nicht durchsetzbar aus nahe liegenden Gründen. Oder glaubst du ernsthaft irgendein Politiker der sich so was ähnliches wie sozial nennt, stimmt einer Anwartschaft von 15 Jahren zu.
Und in der deutschen Durchschnittsrente sind eben auch die kurzen Beitragszahler vertreten, mit einer Anwartschaft ab 5 Jahren. Es ist klar, dass das dann auch im Schnitt geringer sein muss. Aber die kriegen wenigstens was, während sie bei den Nachbarn in die Röhre gucken mit ihren schönen Beiträgen.
Am Ende reduziert es sich im Wesentlichen auf den größeren Pool an Beitragspflichtigen.
Und wann die demografische Entwicklung dem System der Ösis den Garaus macht ist die nächste Frage, denn der demografische Vorteil dass sie sich frühzeitig viele junge Ausländer als Beitragszahler ins Land geholt haben wird auch irgendwann verpuffen bzw. den bestehenden politischen Verhältnissen geopfert.

Mir fehlt es immer am Verständnis wenn andere Systeme als für uns vorbildlich dargestellt werden, ohne es genauer zu hinterfragen. Es gibt eben Vor -und Nachteile!
 
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Zumindest liegt das Medianjahreseinkommen in Österreich etwa 3000 € brutto über dem in Deutschland. Das sollte man nicht vergessen, auch wenns nur Kleinkram ist. In Österreich wird die Rente zudem anders besteuert als bei uns. Zudem entfallen die "Kleinstrenten", wenn nicht lange genug eingezahlt wurde. Früherer Renteneintritt ist nicht möglich und die Bevölkerung ist etwas jünger und damit das Verhältnis zwischen Beitragszahlern- und Empfängern besser.

Vergleiche mit absoluten Zahlen ohne den Kontext sind daher meist mit Vorsicht zu genießen. Genausogut könnte jedes osteuropäische Land unser System als beispielhaft nennen, weil wir 1200 € haben und in Tschechien nur die Hälfte zusammenkommt.

Edit: @ Mo war schneller mit der Erklärung.
 
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Hallo

D0m1n4t0r schrieb:
Die Beitragsbemessungsgrenzen werden abgeschafft. Aktuell sorgen die nämlich nur dafür dass Leute die viel verdienen prozentual weniger einzahlen als Normal- oder Geringverdiener.
Au Ja bitte sehr gerne, dann aber konsequent und gerecht in beide Richtungen und nicht nur eine ungerechte Einbahnstraße.
Wenn die Einzahlung nicht mehr gedeckelt wird dann wird auch die Auszahlung nicht mehr gedeckelt, sonst ist es ungerecht.
Dann geht mit 100%iger Wahrscheinlichkeit die nächste Neiddebatte los: Der bekommt aber viel Arbeitslosengeld und Rente.
Ich würde mich darüber freuen wenn die BBG für die Rente in beide Richtungen gekippt wird, dann bekomme ich mehr Rente.

D0m1n4t0r schrieb:
Die Rente ist nach unten und oben hin gedeckelt.
Du beschwerst dich hier über Ungerechtigkeit, machst dann aber noch deutlich ungerechtere Vorschläge.
Die Gutverdiener sollen mehr einzahlen und weniger raus bekommen, wie kommt man auf so eine Idee ?

Das was du gerecht findest ist absolut ungerecht, du möchtest den Mittelstand (der schon genug abgibt) noch mehr schröpfen und nach unten ziehen.
Wo bleiben sinnvolle Forderungen wie z.B.:
Endlich mal die großen Big Player (Amazon/Facebook/Google/Apple/etc.) angemessen hoch besteuern.
Endlich mal bei unseren staatlichen Haushaltsausgaben genauer hinsehen, da ist sehr viel Sparpotential.
Endlich mal die sanktionieren die arbeiten könnten aber nur nicht wollen (Nicht: Kranke/Alte/Behinderte).
Endlich mal China nicht mehr als dritte Welt Land sehen und mit XXX Millionen Beträgen subventionieren.
und und und...

Grüße Tomi
 
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Ich stimme @Tomislav2007 seltener zu, aber irgendwie tut man so als ob man, wenn man die Beitragsbemessungsgrenzen knackt, sich locker drei mal im Jahr die Malediven und nen neuen Benz in bar leisten kann.

Solidarität heißt nicht automatisch, dass man wahrlich unlogische Forderungen stellt, nur weil die Pflegefachkraft (wird dank der moralischen Komponente immer gern herangezogen ...) weniger verdient als andere.

Es wird hier aber irgendwie sehr von der eigentlichen Frage hinzu Entgelt-Gerechtigkeit abgedriftet ...
 
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Hallo

douggy schrieb:
nur weil die Pflegefachkraft (wird dank der moralischen Komponente immer gern herangezogen ...) weniger verdient als andere.
Das stimmt auch nicht wirklich.
Eine Pflegefachkraft bekommt bei uns im Krankenhaus (TVöD) direkt nach der Ausbildung über 2900€ Brutto + Zuschläge (Nacht/Schicht/Wochenende/Feiertag).
Eine Pflegefachkraft kommt nach TVöD im ersten Jahr mit allen Zuschlägen auf ca. 3250€ - 3500€ Brutto, das wird mit zunehmender Betriebszugehörigkeit mehr.
Für dieses Gehalt würden Fachkräfte z.B. in der Gastronomie und im Einzelhandel fast schon töten und die haben auch oft Nacht/Schicht/Wochenende/Feiertag.
Und nicht vergessen: Corona war eine extreme Situation, im normalen Betrieb ist die Belastung nicht so hoch/schlimm, in anderen Berufen wird auch gearbeitet.

douggy schrieb:
Es wird hier aber irgendwie sehr von der eigentlichen Frage hinzu Entgelt-Gerechtigkeit abgedriftet ...
Mir wird auch zu einseitig rein körperliche Arbeit herangezogen wenn es um Leistung geht, die Zeiten rein körperlicher Arbeit sind fast vorbei.
Es müßte doch langsam zum letzten durchgedrungen sein das schon seit Jahrzehnten die rein körperliche Arbeit kaum noch einen Wert darstellt.
Das kann man doof finden aber das ist so, wer da nicht mit der entsprechenden (Aus) Bildung gegen steuert kommt unter die (finanziellen) Räder.
Das ist die Industrie 4.0 (Automatisierung/Vernetzung/KI/etc.), da werden noch viel mehr einfache Berufe aussterben, wer sich nicht umstellt verliert.
Ich glaube auch das es bald den Beamten an den Kragen geht, in der Verwaltung und im Zahlungsverkehr kann man noch sehr viel automatisieren.

Grüße Tomi
 
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Wenn ihr das richtig verstanden hättet hättet ihr schnell kapiert dass ich nicht vom Mittelstand rede sondern davon dass die wirklich Reichen sich beteiligen sollen. Bei nem Gehalt einer vierköpfigen Familie von 3.880 bis 7.280 reden wir von Mittelschicht. Die Leute wären davon überhaupt nicht betroffen da die sowieso die vollen 20% Arbeitnehmerbeitrag zahlen weil sie nicht genug Einkommen haben!
Es geht um die Leute DARÜBER dass die sich auch am Sozialsystem beteiligen. Und das sind die die eben nicht selber so fleissig sind dass ihr Einkommen gerechtfertigt wäre, sondern dass sind die, die so reich sind weil sie von der Arbeitsleistung anderer Leute profitieren.
Die ganzen Leute die sich hier empören, ihr wärt davon in 99% der Fälle gar nicht betroffen!

Beitragsbemessungsgrenze für Rentenbeiträge liegt aktuell bei 8050 Euro. Alle die weniger als 8050 Euro im Monat verdienen müssten bei so einer Änderung prozentual nicht mehr als jetzt einzahlen. Und die die darüber sind, die dann plötzlich auch 20% statt 10% oder 5% zahlen müssten, deren Einkommen ist so hoch dass es denen überhaupt nicht weh tun würde.
Das wäre dann auch wirklich Sozial und Solidarisch
 
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