News Intels Quartal analysiert: Magdeburg gestrichen, 14A auf Messers Schneide, SMT zurück

ETI1120 schrieb:
Es gab genügend teure CPUs von Intel. Was meinst Du wieso Intel das HEDT Marksegment kreiert hat?
Muss zu einer Zeit gewesen sein, wo ich noch mit Konsolen beschäftigt war 🤷‍♂️
 
ETI1120 schrieb:
Intel hat sich bei der Weiterentwicklung von X86 komplett auf den PC Markt und später auch noch Server Markt konzentriert. Den Embedded Markt hat Intel nicht mehr berücksichtigt. Dort wo die PC Prozessoren gepasst haben ist Intel im Markt geblieben, dort wo die immer fetteren X86 Prozessoren nicht mehr gepasst haben, hat sich Arm breit gemacht.

Intel hat auch Embedded-Prozessoren; der 8051 war lange sehr beliebt. Und z.B. i960 wurde letztlich als high-end-Embedded-Prozessor verkauft. Und eben StrongARM. Und sie haben da noch immer eine Reihe von Prozessoren in die Richtung, verkauft als Atom x oder Xeon D. Aber ja, beim Telefongeschaeft waren sie zu spaet dran und haben zuwenig geboten: ARM hat sich da schon etabliert, bevor mit den Smartphones die CPU zu einem nennenswerten Umsatztraeger wurde. Dann kamen Smartphones, Intel wollte da mit dem Atom rein, hat aber anfangs mit in-order auf das falsche Pferd gesetzt (und das Neuaufsetzen kam dann natuerlich erst 5 Jahre spaeter heraus und damit offenbar zu spaet).

Man sollte nicht vergessen dass Intel einige Jahre an Arm Kernen herumgebastelt hat. Intel hat diese dann aufgeben und an Marvel verkauft.

Intel hatte StrongARM samt Entwicklern von DEC uebernommen, aber hatte einen Abfindungsplan (der wohl dafuer gedacht war, um Leute lange zu halten, der aber auch fuer die lange bei DEC gewesenen hohe Abfindungen zahlte), der viele von den Entwicklern veranlasst hat, die Abfindung mitzunehmen und woanders weiterzumachen oder in den Ruhestand zu gehen. Am Ende stand Intel mit dem StrongARM-Geschaeft, aber ohne die zugehoerigen Entwickler da, und hat das deswegen dann nicht weiterverfolgt.
 
Zuletzt bearbeitet:
mae schrieb:
Wenn ich ein bisschen die guenstigsten Prozessoren fuer nicht allzu veraltete Sockel vergleiche, die es bei einer zweistelligen Zahl von Haendlern gibt (also ohne Auslaufmodelle):

34€ AMD Athlon 3000G 2c/4t, boxed; 36€ Intel Celeron G5905, 2c/2t, tray; 42€ AMD Ryzen 4100 4c/8t, boxed; 46€ Intel Core i3-12100F, 4C/8T, tray; 47€ AMD Ryzen 4500 6c/12t, boxed; 73€ Intel Core i5-10400F (G1), 6C/12T, tray
Bis auf den i3-12100F sind das alles CPUs für Sockel welche nur DDR4 können, welches die großen DRAM Produzenten gerade einstellen. Ein Intel N97 oder N305 gibt es hingegen in Form von miniPCs mit DDR5. Allerdings im Vergleich zu AM4 mit veralteter I/O (PCIe 3.0). Einen Ryzen 5 8500G gibt es für 140€, wenn man keine iGPU braucht die F Variante für 90€, und ist wie die von @chithanh genannten Intel CPUs auf einem aktuellen Sockel. Mit PCIe 5.0*, DDR5 und USB4

*Wenn man das nutzen möchte muss man aber zum 7600 für 160€ greifen.
Ergänzung ()

mae schrieb:
Der billigste Core Ultra 200 liegt derzeit bei EUR 166 (wobei ich da eher zur Boxed-Variante um EUR 172 greifen wuerde), das ist nicht besonders guenstig.
Wäre aber der den ich kaufen würde das Intel ITX Mainboard mit 2x USB4 gibt es für circa 300€, das AMD für circa 400€.

Am Ende sollte man halt Gesamtsysteme vergleichen nicht einzelne Komponenten.
 
Zuletzt bearbeitet:
AlphaKaninchen schrieb:
Am Ende sollte man halt Gesamtsysteme vergleichen nicht einzelne Komponenten.

Ja. Und klar, wenn man zusaetzliche Anforderungen hat (DDR5, wobei mich Dein Argument dafuer nicht ueberzeugt; PCIe 4 oder 5, ITX, iGPU, etc.), dann kommt man vielleicht zu anderen Prozessoren und anderen Preisen, aber das haengt dann eben sehr von den jeweiligen Anforderungen ab. Wenn's jedenfalls nur um "guenstige CPU" geht, hat AMD derzeit die Nase vorn.

Bei Boards schaut's derzeit so aus:

Code:
EUR Sockel
42  1200
46  AM4
56  1700

Alles DDR4, daher ist der Speicher gleich teuer, egal welche Prozessor/Board-Kombi man nimmt. Dabi ist man beim Celeron G5905 mit EUR 78 fuer CPU+Board am guenstigsten dran.

Im Vergleich dazu Boards mit CPU (auch wieder eingeschraenkt auf Boards mit 2-stelliger Anzahl an Haendlern):

Code:
EUR Board mit CPU und iGPU
44  Biostar A68N-2100K (Puma, DDR3, wirklich alt und langsam)
85  Biostar J4125NHU (Goldmont+, auch nicht mehr frisch)
86  ASUS Prime N100I-D D4-CSM (mehr Cores als der Celeron, vielleicht auch schneller pro Core)

Abgesehen vom A68N auch mit DDR4. Und eben auch mit Kuehler und iGPU, was bei einigen der von mir genannten Prozessoren nicht vorhanden ist. Der Athlon 3000G hat beides, und kaeme mit Board auf EUR 80.

Jedenfalls gibt's bei beiden Herstellern billige Optionen in der einen oder anderen Form.
 
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@mae Es gab mal eine Version des Schlusssatz die Sinngemäß sagen sollte, bevor man Systeme konfiguriert und blind nach dem billigsten, leistungsfähigsten oder was auch immer sucht muss man festlegen was man möchte. Und dann Systeme vergleichen die das erfüllen, habe aber keine Formulierung dafür gefunden die mir gefallen hat...
mae schrieb:
Biostar A68N-2100K
Hatte ich zwar mal kann dir aber nicht sagen ob es noch Sinnvoll nutzbar ist, ist schon ein sehr langsamer Prozessor. Aber der Preis war halt für ein System bei dem man nicht wusste ob man es je nutzt unwiderstehlich :mussweg:
mae schrieb:
Jedenfalls gibt's bei beiden Herstellern billige Optionen in der einen oder anderen Form.
Wäre aber halt schön wenn es diese auf aktuellen Sockeln gäbe, ich stecke auf meinem 1700 z. B. Bei einen i3-14100 fest. Das Update gegen die Selbstzerstörung der i5/i7/i9 lässt sich nicht installieren, und der Nachfolger braucht einen neuen Sockel.

Wenn DDR4 dann definitiv AM4, da gibt es wenigstens Gute aktuell noch Produzierte CPUs AIF die man Upgraden könnte ohne das Board zu wechseln.

Ich finde allerdings schon das man es kritisieren sollte wenn Intel und AMD auf ihren aktuellen Sockeln keine Einstiegsmodelle / Budgetmodelle haben. Aber scheinbar ist Waferfläche in N5 und besser dafür zu kostbar. Damit wären wir dann auch wieder beim Thema, Intel muss 14A hin bekommen oder wir sind TSMC ausgeliefert.
 
Zuletzt bearbeitet:
@whynot? Stimmt, die Bibelzitate fehlen.

Es ist kein Parodie Account, es ist ein ernsthafter Account unter falscher Flagge.
 
mae schrieb:
Intel hat auch Embedded-Prozessoren; der 8051 war lange sehr beliebt. Und z.B. i960 wurde letztlich als high-end-Embedded-Prozessor verkauft. Und eben StrongARM. Und sie haben da noch immer eine Reihe von Prozessoren in die Richtung, verkauft als Atom x oder Xeon D. Aber ja, beim Telefongeschaeft waren sie zu spaet dran und haben zuwenig geboten: ARM hat sich da schon etabliert, bevor mit den Smartphones die CPU zu einem nennenswerten Umsatztraeger wurde. Dann kamen Smartphones, Intel wollte da mit dem Atom rein, hat aber anfangs mit in-order auf das falsche Pferd gesetzt (und das Neuaufsetzen kam dann natuerlich erst 5 Jahre spaeter heraus und damit offenbar zu spaet).



Intel hatte StrongARM samt Entwicklern von DEC uebernommen, aber hatte einen Abfindungsplan (der wohl dafuer gedacht war, um Leute lange zu halten, der aber auch fuer die lange bei DEC gewesenen hohe Abfindungen zahlte), der viele von den Entwicklern veranlasst hat, die Abfindung mitzunehmen und woanders weiterzumachen oder in den Ruhestand zu gehen. Am Ende stand Intel mit dem StrongARM-Geschaeft, aber ohne die zugehoerigen Entwickler da, und hat das deswegen dann nicht weiterverfolgt.
Und Paul Otellini als Kaufmann hat beim iPhone nur gerechnet, ob man mit den prognostizierten Stückzahlen der Serie Gewinn macht. Auf die rettende Idee "all-in" kommt kein Kaufmann.

Wobei ich sicher bin: Intel hätte auch das verkackt. Nach der Finanzkrise ging es nur darum, Unternehmen zwecks Rendite auszupressen.

Das ist ja überhaupt der einzige Grund, warum sie nicht in EuV durften und fünfzig Jahre Prozessvorsprung verloren haben. Wie gleich mehrere CEOs hintereinander so doof oder so schwach sein konnten, ist mir ein Rätsel. Das Versagen ging von Andy Groves Abgang bis zu Pat Gelsingers Rückkehr, der aber zu lange weggewesen war.
 
Zuletzt bearbeitet:
AlphaKaninchen schrieb:
Ich finde allerdings schon das man es kritisieren sollte wenn Intel und AMD auf ihren aktuellen Sockeln keine Einstiegsmodelle / Budgetmodelle haben. Aber scheinbar ist Waferfläche in N5 und besser dafür zu kostbar.

Naja, fuer AM5 gibt's den 8400F um EUR 90. Dass Intel fuer Socket 1851 nichts unter EUR 165 anbietet, liegt vielleicht auch an den Wafer- und Packaging-Kosten aber wohl auch daran, dass sie eben das billigere Segment mit aelteren Sockeln bedienen (aehnlich bei AMD). Ich denke, das waere auch dann der Fall, wenn Intel alle Chiplets von Arrow Lake selbt produzieren koennte.
 
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Spock37 schrieb:
Und Paul Otellini als Kaufmann hat beim iPhone nur gerechnet, ob man mit den prognostizierten Stückzahlen der Serie Gewinn macht. Auf die rettende Idee "all-in" kommt kein Kaufmann.

Du machst es Dir zu einfach. Das erste Mal als ich in einem Forum darüber gelesen habe, hieß es, dass die Anfrage von Apple zu einem unverschämt niedrigen Preis gekommen sei. So unter dem Motto das böse Apple wollte Intel ausnützen.

Die Kosten haben die Leute der Halbleiterfertigung berechnet, nicht Paul Otelini. Im übrigen stand die Halbleiterfertigung nie im Verdacht billig zu sein.

Paul Otelini stellt es in einem seiner letzten Interviews als CEO wie folgt dar:
„Letztendlich haben wir es nicht gewonnen oder weitergegeben, je nachdem, wie man es betrachten möchte. Und die Welt wäre ganz anders ausgesehen, wenn wir es getan hätten“, erzählte mir Otellini in einem zweistündigen Gespräch während seines letzten Monats bei Intel. „Man muss bedenken, dass dies vor der Einführung des iPhones war und niemand wusste, was das iPhone bewirken würde... Letztendlich gab es einen Chip, an dem sie interessiert waren und für den sie einen bestimmten Preis zahlen wollten, aber keinen Cent mehr, und dieser Preis lag unter unseren prognostizierten Kosten. Ich konnte das nicht nachvollziehen. Es war nicht eines dieser Dinge, die man durch Menge ausgleichen kann. Und im Nachhinein betrachtet waren die prognostizierten Kosten falsch und die Menge 100 Mal so hoch wie alle gedacht hatten.“

Es war der einzige Moment, in dem ich während der mehrstündigen Gespräche, die ich mit Otellini führte, Bedauern in seiner Stimme hörte. „Die Lektion, die ich daraus gelernt habe, war, dass wir hier zwar gerne mit Daten arbeiten, ich aber in meiner Karriere so oft Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen habe und ich meinem Bauchgefühl hätte folgen sollen“, sagte er. „Mein Bauchgefühl sagte mir, ich solle Ja sagen.“

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

https://www.theatlantic.com/technol...pany-that-built-the-future-survive-it/275825/

Dieses Interview ist der einige Beleg den ich kenne, dass es die Anfrage von Apple tatsächlich gab. Ich beurteile Menschen danach wie sie mit ihren Fehlern umgehen.
 
Spock37 schrieb:
Das ist ja überhaupt der einzige Grund, warum sie nicht in EuV durften und fünfzig Jahre Prozessvorsprung verloren haben.
Der 10 nm Node war als DUV Prozess ausgelegt, weil es 2016 noch gar nicht möglich gewesen wäre EUV zu verwenden. TSMC hat 2019 als erster mit N7+ EUV verwendet. N7 im Jahr 2018 ist ohne EUV.

Intel hat bis 2021 gebraucht den 10 nm Prozess in HVM zu bringen. AFAIU hat Intel den Prozess beibehalten und nur versucht den Prozess stabil zu bekommen.

Es gab kein Plan B ohne Cobalt und aufweichen der kritischen Maße, sondern es wurde stur am Plan A festgehalten. Für Plan A war kein EUV vorgesehen. Es gab auch kein Plan C mit EUV. Ab 2021 lief der Prozess dann ohne EUV und mit Cobalt passabel.

Ein ganz wichtiger Faktor ist IMO, dass einige wichtige Leute bei der Halbleiterfertigung in Ruhestand gingen, andere wurde entlassen.

Der nachfolgende Node Intel 4/Intel3 hatte kein Cobalt mehr, sondern ist auf die Technik gewechselt, die auch TSMC einsetzt. Und er hatte EUV.

AFAIK hat Bob Swan daran gearbeitet Intel von der Halbleiterfertigung zu trennen. Deshalb hat Bob Swan den Vertag für 3 nm mit TSMC geschlossen. Wenn man vorhat auszusteigen kauft man keine teure Ausrüstung.
 
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heroesgaming schrieb:
Die Arbeitskosten schnellen aktuell in rasantem Tempo nach oben und tiefgreifende Reformen wird der Faktor Arbeit es sein, der jedes Wachstum erdrosseln wird.
Das Problem - und jetzt muss ich darauf auch mal ein gehen - ist hier, dass verschiedene Faktoren durcheinander geworfen werden und daraus mal wieder ein Einheitsbrei gemacht wird.

Warum eine Firma wie Intel - genauso MS oder Google - teilweise gerne ihre Standorte in Deutschland aufziehen, hat verschiedene Gründe und zwei der Gründe sind zum Teil die Bürokratie und ebenso die Sozialleistungen. Nur ist das Thema an der Stelle weitaus komplizierter und geht über das, was der Verband des deutschen Mittelstandes, das Institut für Wirtschaft als auch der Arbeitgeberverband teilweise gerne proklamieren.

Gerade Firmen wie Intel, MS, Google und Co bekommen in Deutschland Fachkräfte zu einem recht schmalen Kurs und sparen sich sogar einiges an Geldern, die sie in den USA als Lohnnebenkosten haben, weil es hier bereits abgedeckt wird.

Kranken- sowie Rentenversicherung sind Benefits, die Firmen in den USA selbst finanzieren und je teils kostenlos für ihre Mitarbeiter anbieten. Ich habe hier noch Arbeitsverträge von meinem Vater liegen von anderen amerikanischen Firmen und deren Leistungen aus den 90er und 00er-Jahren.

Natürlich ist das auch nur eine Facette des "Diamenten" und natürlich gibt es Probleme, die man angehen muss, was die Bürokratie, Sozialsystemen und Co angeht. Keine Frage. Es ist nur am Ende eben weitaus komplizierter.

evilhunter schrieb:
Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als z.B. AMD nicht SAP zertifiziert war und Intel da einfach ein Monopol drauf hatte, ja definitiv haben die sich auf sowas zu lange ausgeruht.
Wobei man da sehr klar sagen muss, dass nicht die Xeon-Prozessoren pauschal SAP Zertifiziert waren, sondern am Ende Dell und Co ihre Systeme zur Zertifizierung einreiche mussten.

Die Firmen haben Anfangs ihre AMD-Systeme garnicht zur Zertifizierung eingereicht, sonderne erst sehr viel später. Und auch jetzt ist die Zahl der zertifizierten Systeme überschaubar, aber gestiegen.

SAP zertifitiert nämlich die ganze Plattform, nicht nur einzelne Kompoenten.
Naru schrieb:
Zwar verfügen die Arrow Lake-Prozesoren noch über das Instruction-Level Parallelism
Na ja, Out-of-Order ist heute ja Standard.
aldaric schrieb:
Natürlich hatte Intel in der Vergangenheit das gleiche schon gemacht bei den Quadcores, trotzdem hat man sich in diesem Punkt versucht darüber lächerlich zu machen, um die Konkurrenzprodukte ins lächerliche zu ziehen.
Dieses Spiel - und so fair muss man sein - hatte AMD mit den ersten Pentium D als auch Core 2 Quad auch drauf, als Intel zwei CPUs per FSB verband und sie von nativen Dual-Core und später nativen Quad Core Design gesprochen haben. Intel hat das als Retourkutsche verwendet.
Brrr schrieb:
Und der Zustand ist unveränderlich?
Intel muss hier nur an vielen Stellen arbeiten und die Tools aufbereiten.
ETI1120 schrieb:
EUV war 2016 noch nicht reif für die HVM. Also konnte Intel offensichtlich kein EUV für 10 nm verwenden.
Ich weiß und danke für die "genauere" Ausführung, das ist an der Stelle aber eigentlich nicht von Belang. Es geht an der Stelle eher darum, dass Intels Schieflage auf viele verschiedene Entscheidungen und Probleme zurück zu führen ist.

Bei EUV hat Intel damals gepennt und ist relativ spät eingestiegen. 14 nm lief damals schon nicht so glatt wie es sein sollte. Bei dem 10 nm Prozess - der ja später in Intel 7 umbenannt wurde - wollte man, wie du angibst - zu viel, was den Prozess verzögerte. Bei Intel 4/5 war man etwas "konservativer". Intel 3 ist, naja.

Dazu kommen die ganzen Entscheidungen auch seit AMD mit Zen 1 quasi mitmischt. Bei Zen 1 hat man sich teils zurecht über die CPU lustig gemacht, gleichzeitig hat sich mit Zen 2 etwas zusammen gebraut für sie. Seit dem AMD mit ihrem IOD + CCD auf dem Markt ist, hatte Intel keine wirklichen zeitnahen Lösungen mehr gehabt.

Ihr erstes Mesh-Interconnect kann zwar viele Kerne "gut" mit einander verbinden, die Latenzen zwischen den Kernen ist im besten Fall etwas schlechter als innerhalb eines CCD bei AMD, im Mittel besser als zwischen zwei CCD und im schlechtesten Fall sogar schlechter.

Das mann sowas wie AMD kann, wollte man dann auch im HPC-Markt mit Xe HPC zeigen und hat ein Monster mit wie vielen Chipletts aufgelegt? Keine Ahnung, aber irgendwie wollte man da Beeindrucken, hat nur nicht geklappt. Mit EMIB haben sie auch einen gute Lösung, nur ihre Saphire Rappids sind von den Latenzen auch nicht viel besser als die Epycs. Dem Angriff der Zen4C-Kerne wollte man mit E-Core-Monstern begegenen, die auch so ihre Probleme haben.

Primär wusste Intel AMD 2020 - 2024 quasi nur über einen Weg effektiv anzugreifen: Mehr POWWWEEER. Rocket Lake, Alder Lake und Raptor Lake wussten im Consumer-Bereich primär über das Power-Target anzugreifen. Bei Rocket Lake ging das dank 14nm gewaltig schief. Alder Lake und Raptor Lake waren weitgehend hier besser gestellt, die guten Ansätze wurden bei den K-CPUs jedoch über den Haufen geworfen.

Jetzt mit Arrow Lake kann man da etwas Punkten, gleichzeitig schafft man es an AMD jedoch nicht vorbei und kämpft mit den eigenen Vorgängern. Dazu kommt, dass man sich ganz andere Baustellen geschaffen hat.

Dank Corona konnte Intel dann in Geld schwelgen und hat Rekorde verzeichnet, die nur nicht nachaltig waren. Viele - auch hier im Forum - haben damals über AMD gelacht, und das Intel ja als echte Halbleiterfirma jetzt zeigt, dass es viel besser ist eine eigene Fertigung zu haben und man nun riesig wachsen kann, während AMD limitiert ist.

AMD verfolgt seit 2017 einen bestimmten Kurs und setzt weitgehend auf nachhaltigs Wachstum und agiert wesentlich vorsichtiger als Intel und das hat sich jetzt auch bezahlt gemacht. AMDs Wachstum seit 2020 und Corona ist nachhaltig, Intels Wachstum war es nicht.

Es gibt in dem Zusammenhang also nicht eine Entscheidung oder mehre Entscheidungen, bei den Intel "falsch" abgebogen ist, sondern es sind viele Entscheidungen gewesen, die heute dazu führen.
 
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ETI1120 schrieb:
Das erste Mal als ich in einem Forum darüber gelesen habe, hieß es, dass die Anfrage von Apple zu einem unverschämt niedrigen Preis gekommen sei.

Das waere fuer Apple nicht ungewoehnlich. Zum Beispiel steht im Oral History Panel on the Development and Promotion of the Motorola 68000

We were literally selling 68000s at the time for $125 a piece,
in volume; much more than that if you only bought a few of them. Jobs came in and he told us—talked a
little bit about Lisa and he said, "But the real future is in this product that I'm personally doing,” and that
was what became Macintosh. He said, ”If you want this business,” and it was going to replace the Apple
2, not the Apple 3, and he said, "You got to commit that you'll sell it for $15.” I'm sitting here, “$130, $125
here and he wants it for 15?” The only way we could get that—I said, "Well, what are you willing to
commit to?" He said, "Well, we'll use a million a year." I said, " Steve, here's the deal. If you buy a million
chips you will not pay more than 15 million dollars, today."

Und das bei einem Einfuehrungspreis von $2495 fuer den MacIntosh mit 128KB RAM.

Motorola konnte bei dem Volumen und dem Preis mit dem 68000 aber tatsaechlich Gewinn machen. Beim fehlgeschlagenen iPhone-Geschaeft zwischen Apple und Intel hat Apple aber wohl das Blatt ueberreizt, wenn Ottelini sagt: "that price was below our forecasted cost. [...] It wasn't one of these things you can make up on volume." Ok, im naechsten Satz sagt er: "And in hindsight, the forecasted cost was wrong", aber konnte Apple das wissen? Die sind wohl danach gegangen, was ihnen andere (z.B. Samsung, die den SoC fuer das erste iPhone dann gebaut haben) geboten haben.

Ich frage mich, an welchem Intel-Chip Apple interessiert war. Vielleicht ein SoC mit Bonnell (Kern des ersten Atom)? Oder doch ein XScale (StrongARM) SoC (die waren schon fuer Mobiltelefonie gemacht, und Intel hat dieses Geschaeft erst 2006 an Marvel verkauft).
 
Zuletzt bearbeitet:
mae schrieb:
Intel ist nicht der erste Halbleiterfertiger, der Probleme mit neuen Prozessen hat; davor hat es z.B. Globalfoundries und ungefaehr zeitgleich Samsung erwischt. Derzeit ist nur mehr TSMC an vorderster Front.
Aber Intel ist der Einzige, der seit über einem Jahrzehnt ein riesiges Brimborium daraus macht und die Yield-Raten grundsätzlich verschweigt, die Öffentlichkeit über den Zustand der Fertigung systematisch im Unklaren läßt und seit geschlagenen 10 Jahren permanenten Wertpapierbetrug darüber begeht …

Samsung kommuniziert ja auch, daß sie ±30% Yields bei SF3 haben. Von TSMC hat man damals auch gewußt, daß ihre fehlerhaften 20nm kaum mehr als 20± erreichten. Gekillt, gelernt, neu angefangen.
Wo ist jetzt das Problem? Das Problem ist, daß Intel erstens grundsätzlich niemals die ganze Wahrheit erzählt (sondern grundsätzlich immer irgendwas Hässliches unterschlägt) und sich ständig in Lügengeschichten verstrickt.

Offensichtlich dauert es ja aber jetzt nicht mehr allzu lang, und es bricht ihnen schlußendlich das Genick …
 
bensen schrieb:
Bitte richtig zitieren und dann auch im richtigen Zusammenhang.
Sie haben nicht gesagt Chipsets sind mist, sondern was und wie AMD die angebunden hat.
Doch haben sie, unmittelbar und direkt. Wie immer das ewig verlogene Intel-typische werfen von Dreck.
@aldaric hat da vollkommen Recht, verbiege bitte nicht die Historie hier …
Weil bei sowas können die Leute schnell ungehalten werden, wenn die Tatsachen verdreht werden!

Die Kernaussage Intels war sinngemäß: „Chiplets sind Mist, Monolithen sind ungeschlagen! Glaub uns, wir wissen wovon wir reden und uns kann man immer vertrauen – Wir würden NIEMALS unsere Kunden belügen!“.

Siehe Slide Seite 7 von dem ganzen Konvolut an Intel-Nonsense;
Intel Slam-dunk Monolithic vs Chiplet.jpg


TechP🔴werUp: Intel Says AMD EPYC Processors "Glued-together" in Official Slide Deck

Und um ehrlich zu sein – Ähem; Wäre ich damals Chef von AMD gewesen oder hätte zumindest auch nur im entferntesten Lisa Su als AMD-Chef zugearbeitet, hätte ich nicht eher Ruhe gegeben, als daß AMD Intel zumindest mit Klagen wegen unlauterem Wettbewerb zugeschissen hätte – Das ist nicht anderes als Rufschädigung und entsprechende Klagen wären mehr als gerechtfertigt gewesen!

Weil was dieser Scheißladen in all den Jahren für übelste Verleumdungskampagnen gefahren hat und unentwegt mit Dreck warf (und das auch bis heute noch tut), geht wirklich auf keine Kuhhaut mehr …

Es ist eine Schande für die Gesellschaft, daß ein Unternehmen seit Jahrzehnten unverhohlen selbst noch medial seine Konkurrenten auf niederträchtigste Weise permanent schaden kann, ohne jemals für irgendeine seiner zielgerichteten medialen Zerstörungsorgien von Wettbewerbern zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Stattdessen wird der Verein sogar noch für seine zutiefst korrupte Marktverzerrung und Zerstörung von freiem Wettbewerb für hunderte Millionen Menschen in ganz Europa auch noch fürstlich entlohnt …
Intel wurde ja wie bekannt letztens von der EU noch als Dankeschön $500m USD geschenkt.

Zurück zum Thema: Es war jedenfalls schon extremst verlogen und scheinheilig, wie sehr Intel sein Mesh als Allheilmittel angepriesen hat, obwohl selbst schon damals klar war, daß ihre Mesh-Topologie nicht der Weisheit letzter Schluß war und für eine Vielzahl anderer Probleme wie hohe Latenzen gesorgt hat …
ComputerBase: Skylake-SP: Der Ringbus ist tot, es lebe das Mesh
ComputerBase: Intel Xeon SP: Mit Skylake-SP auf der Purley-Plattform gegen AMD Naples - Mesh-Interconnect mit Latenzen abhängig vom Weg

Viel schlimmer aber eigentlich ist, daß Intel damals AMD's InfinityFabric als Rotz hingestellt hat, obwohl selbst damals schon glasklar war, daß die Ryzen-Kerne datentechnisch geradezu verhungern. Selbst bei privaten Endkunden-Modellen des ja verglichenen Ryzen 1700X/1800X-Die, war ja schon bekannt, daß die Anhebung des Taktes für InfinityFabric massive Leistungssteigerungen brachte.
ComputerBase: Renoir-APUs für AM4-Desktops: Niedrige Latenz durch hohen Fabric- und Speichertakt

Auch die Aussage auf dem Slide der inkonsistenten Leistung ist hahnebüchener Schwachsinn. Ja, Latenzen/NUMA-Nodes waren ein Thema, aber es gab keine abrupten Leistungseinbrüche, wie es Intel darzustellen suchte.

bensen schrieb:
Und damit hatten sie auch nicht unrecht, wenn auch einfältig präsentiert. Zen 1 Epyc war schlecht und nicht konkurrenzfähig. Erst Zen 2 und 3 haben auf- und dann eingeholt.
Ein Produkt ist nicht per Definitionem "schlecht", nur weil es nur 80–90% der Produkteigenschaften oder Leistungsentfaltung bietet, daß aber zu einem Bruchteil des Preises – Für 90% der Leute ist das ausreichend.

Übrigens ist diese Methodologie (80–90% Leistung/Eigenschaften bei einem Bruchteil des Preises) das zentrale Kern-Element, worum es bei der immer wieder am Markt im Alltag bestätigten Theorie der strörenden Innovation von Prof. Dr. Clayton M. Christensen geht (Theory of disruptive innovation).

Der werte, bedauerlicherweise schon verstorbene Christensen ist übrigens auch der Autor des weltbekannten Buches »The Innovator's Dilemma: When New Technologies Cause Great Firms to Fail« (enWiki), wobei diese, seine Theorie der zentrale Gegensatdn seines Buches, welcher besagt, das etablierte Unternehmen von revolutionären Innovationen selbst immer weider Opfer eben solcher innovativen Neuerungen werden und entweder über kurz oder lang (Intel, Kodak) oder gar über Nacht implodieren (Nokia).

Und ja, das ist genau das Buch, was Steve Jobs, Andy Grove und Konsorten verschlungen haben (und danach handelten), um eben den Markt immer wieder unzukrempeln. Apple funktioniert bis heute danach.

Vielleicht solltest Du dich also mal mit eben dem Thema der Markt-Störung etwas eingehender beschäftigen, weil AMD's Ryzen war damals 2017 eben genau das: Fundamentale Störung und Zerrüttung der bisherigen Markt-Konstanten (von Quad-Cores für ein Jahrzehnt), wovon sich Intel bis heute nicht erholen konnte.

Und wie die Theorie besagt, braucht es bloß 70–80% der Eigenschaften eines führenden Produktes des Marktführers, angeboten zu einem Bruchteil des Preises, um einen plötzlichen Markt-Schock hervorzurufen (Ryzen!), wovon sich die führenden Unternehmen am Markt zu 90% nie wieder erholen.

Ryzen war damals genau das; 80–90% der IPC von Intel's Top-SKUs, angeboten zu einem Bruchteil des Preises von $329,– (und damit praktisch zum Preis eines Top-End Intel-Quadcores), um den Markt (und Intel!) zu schockieren.

Ich weiß auch nicht, ob es sich lohnt, heutzutage noch eine längere Diskussion darüber zu führen, ob Ryzen oder Epyc schlechte Produkte waren – Um die Frage zu bejahen, genügt ein Blick auf AMD's Marktanteile.
Der eklatante Mangel derselben beim ehemaligen Marktführer (+90%) Intel, scheint das zu bestätigen.

Harvard Business Review – THE BIG IDEA: What Is Disruptive Innovation? (PDF, 240 KB)
Wikipedia (en) – The Innovator's Dilemma: When New Technologies Cause Great Firms to Fail
 
TechFA schrieb:
Doch haben sie, unmittelbar und direkt. Wie immer das ewig verlogene Intel-typische werfen von Dreck.
@aldaric hat da vollkommen Recht, verbiege bitte nicht die Historie hier …
Höre auf mir hier vorzuwerfen Tatsachen zu verdrehen. Du zeigst die Folien doch selber. Die zeigen das, was ich gesagt habe.
Wie ich sagte geht es um was (Desktop Dies) und wie (hohe Latenzen, drei verschiedene Cluster-Ebenen) "geklebt" wurde und nicht einfach nur grundsätzlich Chiplets sind Mist.

Und die Aussage ist korrekt. Die Form, wie Intel das dargestellt hat unsachlich und kindisch.
TechFA schrieb:
Siehe Slide Seite 7 von dem ganzen Konvolut an Intel-Nonsense;
Was ist daran non-sense? Das unsachliche glued together mal außen vor?
Naples hatte CCD zu CCD höhere Latenzen wie Intel Sockel zu Sockel.
1753807262244.jpeg



1753807554180.png


TechFA schrieb:
Das ist nicht anderes als Rufschädigung und entsprechende Klagen wären mehr als gerechtfertigt gewesen!
AMDs Anwälte wissen halt, dass das reiner Unsinn ist.
TechFA schrieb:
Ein Produkt ist nicht per Definitionem "schlecht", nur weil es nur 80–90% der Produkteigenschaften oder Leistungsentfaltung bietet, daß aber zu einem Bruchteil des Preises – Für 90% der Leute ist das ausreichend.
Wer sind denn 90%? Das ist ne Server CPU. Und für viele Szenarien gab es eben keine 80-90%.
Was glaubst du, warum das kaum einer gekauft hat? Im Enterprisebereich ist auch der Preis sekundär (nicht egal). Es muss in erste Linie die Anforderung zu 100% erfüllt werden und nicht zu 80%.
TechFA schrieb:
Vielleicht solltest Du dich also mal mit eben dem Thema der Markt-Störung etwas eingehender beschäftigen, weil AMD's Ryzen war damals 2017 eben genau das: Fundamentale Störung und Zerrüttung der bisherigen Markt-Konstanten (von Quad-Cores für ein Jahrzehnt), wovon sich Intel bis heute nicht erholen konnte.
Nein, muss ich nicht, weil das erstens Quatsch ist (Ryzen 1 allein war gar kein Problem, sondern die nachfolgenden Produktreihen) und zweitens gar nicht das Thema ist. Das Thema war einzig und allein Naples. Aber du schaffst es 1000 Zeilen rumzuschwafeln weil du zu dem eigentlichen Thema so gut wie nichts zu sagen hast.
TechFA schrieb:
Ich weiß auch nicht, ob es sich lohnt, heutzutage noch eine längere Diskussion darüber zu führen, ob Ryzen oder Epyc schlechte Produkte waren – Um die Frage zu bejahen, genügt ein Blick auf AMD's Marktanteile.
Mache ich nicht, du machst das. Ich habe nur eine Aussage zu Naples getätigt.
Und AMD hatte 2018 2% im Enterprisebereich. Richtig erfolgreich....
 
Zuletzt bearbeitet:
ETI1120 schrieb:
EUV war 2016 noch nicht reif für die HVM. Also konnte Intel offensichtlich kein EUV für 10 nm verwenden.
Das Problem mit 10nm bei Intel, lag nicht an der Nicht-Verfügbarkeit von EUVL.
Es wird dadurch nicht wahrer, wenn man es ständig wieder kolportiert!
ETI1120 schrieb:
Im übrigen hat auch TSMC 7 nm ohne EUV umgesetzt. TSMC hat erst 2019 bei N7+ EUV eingeführt.
Eben drum – Es widersprichst sich! Merkst Du das nicht selbst?

Weil Intel 10nm und TSMC 7nm wurden immer als gleichwertig angesehen. Wie aber war es TSMC möglich, einen vergleichbaren Prozeß auf die Beine zustellen, ohne überhaupt EUVL zu nutzen?
ETI1120 schrieb:
Intel 7 ist der unbenannte 10 nm Prozess.
Richtig, welcher bis heute keinen 10nm entspricht. Sondern eher einem 12nm+ …
ETI1120 schrieb:
Rory Read ist IMO gegangen als klar war, dass er nicht mehr weiterhelfen kann. AMD brauchte damals eine Führung, die den Investoren glaubhaft vermitteln konnte dass AMD mit Zen eine Chance hat. Das konnten nur zwei Halbleiterprofis wie Lisa Su und Mark Papermaster. Ganz wichtig ist hier zuallererst noch Mark Papermaster.
Rory Read hat seinerzeit viele Konsolen nach AMD geholt (vor der PS4/Xbox One).

Aber ja, gerade Lisa Su und Mark Papermaster mit Mike Clark waren unglaublich wichtig.
Weil Lisa Su hat sich um das operative Geschäft gekümmert, hat aber trotzdem derart fundierte Expertise, daß sie Papermaster ersetzen konnte.

Und beide waren IBM-Urgesteine, wobei Lisa Su Technische Assistenz und rechte Hand von IBM-Titan CEO Lou Gerstner war und die Unternehmensführung übernehmen konnte, aber gleichzeitig 100% darauf vertrauen konnte, daß wenn Papermaster sagt, die und das ist möglich, das noch nicht, tausendprozentig sicher sein zu können, daß alle gegebenen Tatsachen auf dem Tisch liegen, um eine perfekt funktionierende Symbiose zu schaffen und ein harmonisches Tandem bei maximaler Effektivität zu erreichen.
ETI1120 schrieb:
Es ist eine Stärke von Lisa Su sich ein funktionierendes Team zu bauen. Und wenn etwas nicht passt, es geräuschlos umzubauen wie der Wechsel von Rick Bergmann zu Jack Huynh. Rick Bergmann ist im Gegensatz zu Victor Peng nicht im Ruhestand.
Praktisch perfekte, filigran-agile Unternehmensführung mit 99%iger Abstimmung auf die technische Belange und Notwendigkeiten der hauseigenen Ingeniere, um (Neu-)Entwicklungen in wirklich atemberaubendem Tempo auf den Martk zu prügeln, währenddessen aber immer einen lässigen und lockeren Eindruck zu schinden!

So etwas in der Richtung, wird es auch so schnell nie wieder geben, da kann man sich sicher sein.

ETI1120 schrieb:
Intel steht momentan finanziell noch weit besser da als es AMD am Tiefpunkt.
Finde ich überhaupt nicht, nein – Eher das genaue Gegenteil ist der Fall!
Intel hat sogar jede Menge und das ungleich größere Potential, für immer von der Bildfläche zu verschwinden.

AMD hatte seinerzeit einen sehr viel kleineren Personalstamm, welcher selbst heute gerade einmal das dreifache als zu ihren wirtschaftlich schlechtesten Zeiten beträgt (10K→ 28K). Intel hatte damals 2010/2011 bereits schon die 100K überschritten – Weniger ist weniger, mehr ist mehr.

Soll heißen, es ist ungleich einfacher, auf einem Minimalbudget 10.000 durchzufüttern und auch konstruktive Arbeit für die Mitarbeiter zu finden (Und wenn es auch nur kreative Ideensammlung für später umzusetzende Projekte ist, für die Ideenfindung-Schublade, welche bis heute bei Intel offensichtlich ohne Inhalt ist …), als schnell genug reagieren zu können, um 100.000 Mitarbeiter zu bändigen.

10K kann man schnell übersichtlich in kleinere Gruppen á 500–1000 Mann aufteilen, sowas kann man bei 100K aber mal ganz gepflegt vergessen. Weil 100.000 Leute, sind ein Kontingent mehrerer Armeen!

Wenn aber mit 100.000 das zehnfache an Leuten nichts zu tun haben, bricht nicht nur schnell absolutes Chaos aus, sondern es entstehen auch ganz natürlich soziale Zersetzungserscheinungen. Zudem wird es durch geltungssüchtige Obermacker, (welche die Gelegenheit der Stunde nutzen, um die Macht an sich zu reißen) schnell zu Spaltungen kommen – Division durch Spaltung. Wir nennen sowas Anarchie

Darüber hinaus und im krassen Gegensatz zu AMD, war Intel noch niemals Zeit seiner Existenz jemals aus wirtschaftlichen geschweige denn finanziellen Gründen dazu genötigt gewesen, effizient zu wirtschaften.

Noch mußte Intel jemals erzwungenermaßen auf's Geld achten. Das kann Intel schlicht nicht und hat es auch niemals gelernt, weil es ist immer mehr als genug Geld dagewesen, um niemals auch nur irgendwelche Gedanken ans sprichwörtliche Haushalten zu verschwenden – Die Folgen davon sieht man seit Jahrzehnten.

Intel kann schlicht und einfach kein effizient, erst recht nicht bei Geld-Angelegenheiten!
Und es muß stark bezweifelt werden, ob es Intel's unsäglich destruktives Management wird schaffen können, schnell genug reagieren zu können, um gegen zu steuern, ehe zu bankrott gehen.

Weil Trick 17 bei wirtschaftlichen Engpässen, war bei Intel immer bloß: Leute rausschmeißen!
Dadurch werden sich aber im Kern nicht die Wertschöpfungsprozesse eines selbst schon an und für sich extremst ineffizienten Unternehmens verbessern, weil die werden unweigerlich wie eh und je weiterhin extremst uneffizient von Statten gehen, nur dann mit weniger Leuten.

ETI1120 schrieb:
Die Fabs sind allerdings ein brachiales Risiko.
Das waren sie immer. Nur hat Intel jetzt bloß immer weniger Geld für sie über …
ETI1120 schrieb:
Es gab nur 2 CEOs ohne technischen Abschluss. Paul Ottelini 2005 bis 2013 und Bob Swan 2019 bis 2021.
Paul Otellini war bereits seit über drei Jahrzehnten im Unternehmen und wurde von Anfang an von Andy Grove unter seine Fittiche genommen, um zum nächsten Chef zu werden – Er kannte das Unternehmen in und auswendig, da gibt es keine Ausreden: Paul Otellini war ein mustergültiger Intel-lifer.

Die technische und vor allem inner-betriebliche Expertise war in jedem Fall vorhanden bei Paul Otellini!
Er hatte nur das unsägliche Problem, daß er sich niemals wirklich durchsetzen konnte und praktisch 0 innerbetriebliche Authorität besaß … Und damit nahm das Unheilt seinen Lauf.

Das lag übrigens nicht an Otellini selbst (den der Intel-Vorstand immerzu von Tag 1 wie ein Kind behandelt hatten), sondern an der absolut schwachsinnigen Tatsache, daß die beiden Spacken Grove (Chairmann of the Board/Vorstandsvorsitzender) und sein Nachfolger Barret Otellini (CEO) bereits im November 2004 des Vorjahres öffentlich zum Nachfolger-CEO von (dem noch nicht einmal abgetretenen) Barret ernannten, wobei Otellini dann erst Monate später im Mai des Folgejahres offiziell das Amt bekleiden durfte – Ein Witzfigur-Imitat “Made in Santa Clara”!
SiliconRepublic.com – Intel confirms new CEO to replace Barrett

Bis dahin (und auch noch Ewigkeiten danach!) haben also vor allem Grove selbst und auch Barret über den Kopf von Otellini hinweg-regiert, was ihm selbst schnell den Spot einbrachte, ein Schaufenster-CEO zu sein.

Erschwerend hinzu kam, daß das Grove/Barret-Duo erst einmal ordentlich Klarschiff machte (und den Unrat von Barret entsorgte), was man Otellini ohnehin nicht zutraute und deswegen an- und um ihm vorbei-deligierte, und über ihn hinweg-wirtschaftete, bis er dann irgendwann einmal Ewigkeiten nach Amtsantritt überhaupt erst Entscheidungen treffen durfte.
TheRegister.com – Intel fires 10,500 to make up for past mistakes - The 'Barrett Hangover'

Man beachte das Datum! Das war September 2006 (und diese Entlassungen gingen noch von Grove/Barret aus), obwohl Otellini schon seit Mai 2005 (!) offiziell CEO war.

Zu diesem Zeitpunkt war aber Andy Grove gar nicht mehr im Vorstand geschweige denn bei Intel selbst (Chairmann of the Board/Vorstandsvorsitzender → externer Berater), sondern nur noch außerbetrieblicher Berater und offiziell nicht einmal mehr bei Intel … Während Craig Barret den Platz von Grove einnahm (CEO → Chairmann of the Board/Vorstandsvorsitzender). Was für einen Eindruck macht das für die Belegschaft?

So ist es denn auch gekommen, daß Otellini mit Null Authorität, eingeschüchtert und entmannt als CEO ein absolutes Fähnchen im Wind war und gesprungen ist, wann immer Irgendjemand es verlangte – Er war der betriebseigene Intel-Trottel und genauso wurde er auch von praktisch Jedem behandelt.

Von oben vom Vorstand bevormundet und herumgeschuppst als willfähriger Lückenbüßer-CEO, von unten von allen Anderen ignoriert, ahnte Wallstreet, Otellini ist bloß CEO-Attrappe. Und daß Otellini nur ein unbedeutender Fisch und dummer Nemo im betriebseigenen Aquarium war, wußte selbst draußen jeder Banker.

Hier ist mal ein schöner Artikel, der beleuchtet, wie die Zustände damals schon waren … Es ging drunter und drüber und Jeder machte was er wollte, weil Niemand wirklich das sagen hatte.
TheRegister.com – Bring me the head of Paul Otellini - Analyst points Intel chief to the exit

Einige wichtige Passagen will ich Euch nicht vorenthalten. Die Parallelen zu heute sind erschreckend!
Merrill Lynch analyst Joe Osha, while actually optimistic about Intel in the near-term, feels that current CEO Paul Otellini might not be the right man to resurrect Intel's fortunes in the years to come. Product delays, a lack of innovation, and problems taking competitive threats seriously could continue to harm Intel's growth strategy, says Osha. All told, the analyst thinks Intel needs some fresh blood rather than a lifer like Otellini to revive the company.
[…]
"Even now, our checks suggest a disconcerting lack of urgency at Intel given the problems that the company faces."

Osha didn't stop there. "We think that Intel is in need of an overhaul similar to what Lou Gerstner undertook at IBM following that company's crisis, and we're not yet convinced that Paul Otellini, a career Intel man, is the guy to do it," he wrote.

Things aren't likely to get much easier on Otellini this week when he's forced to explain Intel's first quarter performance. Wall Street expects Intel to report its worst quarter in years.

Intel's most recent spate of product delays and cancellations started in 2004, as the transition from CEO Craig Barrett to Otellini was underway. But whether looking at Barrett or Otellini, it seems difficult to hang all of Intel's problems on the office of the CEO.
… und die Meldung ist von 2006, ist also jetzt praktisch zwei Jahrzehnte her!

A prominent Wall Street analyst has hit out at Intel management for failing to address the competitive threat posed by AMD and not preparing the company to expand into new markets.

Merrill Lynch analyst Joe Osha, while actually optimistic about Intel in the near-term, feels that current CEO Paul Otellini might not be the right man to resurrect Intel's fortunes in the years to come. Product delays, a lack of innovation, and problems taking competitive threats seriously could continue to harm Intel's growth strategy, says Osha. All told, the analyst thinks Intel needs some fresh blood rather than a lifer like Otellini to revive the company.

"Over the longer term, it's fair to ask whether Intel will ever return to the dominance it once enjoyed," Osha wrote in a research note. "We think the answer is probably no."

"Intel has failed, during the last decade, to make any meaningful competitive headway outside of the computing end market despite a series of acquisitions and product development efforts. The company's failure to acknowledge and react to clear cues from the marketplace opened up a competitive opportunity for AMD in servers that it will take years, if ever, to reverse.

"Even now, our checks suggest a disconcerting lack of urgency at Intel given the problems that the company faces."

Osha didn't stop there.

"We think that Intel is in need of an overhaul similar to what Lou Gerstner undertook at IBM following that company's crisis, and we're not yet convinced that Paul Otellini, a career Intel man, is the guy to do it," he wrote.

Things aren't likely to get much easier on Otellini this week when he's forced to explain Intel's first quarter performance. Wall Street expects Intel to report its worst quarter in years.

Intel's most recent spate of product delays and cancellations started in 2004, as the transition from CEO Craig Barrett to Otellini was underway. But whether looking at Barrett or Otellini, it seems difficult to hang all of Intel's problems on the office of the CEO.

Instead, Intel has suffered from a larger disconnect between engineers and the executive management. Intel knew exactly what AMD had planned, since AMD was more than happy to discuss 64-bits, Hypertransport, dual-core and performance per watt with anyone who would listen. By the same token, Intel's engineering group must have known that simply tweaking GHz higher would not be an adequate response to AMD's strategy.

You have to believe that both Intel's server and desktop processor executive groups didn't listen to the engineers, and believed that GHz would carry the company a bit farther, which slowed an aggressive response to AMD. Or, it could be the case that Intel is simply too large these days to address a major market shift at speed.

We doubt that an outsider would have handled things differently from Otellini during this past era. But that's not really what Osha is getting at.

Otellini will have to run an Intel that no longer has the x86 server processor market to itself and that faces more competition than ever on the desktop. It's hard to imagine a scenario where Intel could whittle AMD down to 10 per cent market share again.

With that in mind, Intel will need to find growth elsewhere in order to impress investors. And Osha is right to question whether Otellini has the creativity or charisma needed to inspire Intel's troops.

Analysts calling for the heads of CEOs always make us nervous, especially in this case where Otellini has only been in charge of Intel for a short time. Intel has been through its share of ups and downs and often emerges as a smashing success in the end. No other Silicon Valley company has been such a model of consistency.

We doubt that Intel needs a massive overhaul just because of the processor gaffes. It does, however, need something and perhaps someone to get excited about - Apple's miniscule market share can only do so much for morale.

Otellini should get a fair shot at showing whether or not he can pull Intel out of its slump, and it's hard for us to see why a dancing elephant like Lou Gerstner would be necessary just yet.

If, however, Otellini hasn't reinvigorated Intel by 2008 or so, then it may well be time to look outside of the company for a fresh take. ®
Die Schwäche, vielmehr Mangel an Authorität von Otellini, hat insbesondere Pat Gelsinger seinerzeit absolut schamlos ausgenutzt, um das innerbetriebliche Machtvakuum natürlich mit sich selbst zu füllen und ist praktisch Amok gelaufen (er war ja als CEO übergangen worden und Otellini wurde es), um zumindest untenrum seine unbestrittene Authorität durchzusetzen und jegliche innerbetriebliche Konkurrenz auszuräuchern.

Gelsinger's geradezu manische Fixierung auf x86 ist denke ich bekannt …
Der Schwachsinn mit den Atoms im mobilen Sektor gegen ARM kam noch vor dem Verkauf von StrongARM™ respektive XScale – XScale war ja logischerweise nicht x86-basiert, also lieber alte Pentium M-Kerne gegen ARM in den Markt gedrückt und Milliarden verbrannt.

Selbe Geschichte bei HPC-Beschleunigern, die nicht x86-basiert waren …
So hat Gelsinger Polaris' gekillt und das Pendant zu Nvidia's PhysX/CUDA Universum kaltgestellt, um sein Lieblingsprojekt Larrabee zu pushen. Folge davon waren beim ebenso fundamental bescheuterten Larrabee-Rehash Xeon Phi, daß man Aurora 2018 platzen lassen mußte, nur um Intel bis heute praktisch bei allem was HPC und General-Purpose Computing (AI) betrifft, zu enthaupten. Danke Gelsinger, Du Schwachkopf!


Bob Swan war dagegen ein Outsider und er hat sich umgehend ein technischen Assistenten geholt, um sich in technischen Dingen beraten zu lassen (um zu verstehen, welche Unternehmensprozesse was brauchen), um dann die Wirtschaftlichkeit selbst beurteilend aus zu sortieren …

Intel hat ihn trotzdem umgehend als schlechtesten CEO aller Zeiten gebrandmekrt, sobal Gelsinegr da war.
ETI1120 schrieb:
Craig R. Barret war als CEO nicht gerade überzeugend. Er war Materialwissenschaftler. Allerdings hat er zuvor bei der Halbleiterfertigung einen sehr guten Job gemacht. Er hat die Halbleiterfertigung so aufgestellt, dass sie den wesentlich Beitrag zum Erfolg von Intel geleistet hat. Ich denke bei Craig R. Barret hat das Peter-Prinzip zugeschlagen.
Naja, bei Barret hat insofern das Peter-Prinzip zugeschlagen, als daß er der Einzige war, dem Grove 'vertraute'.

Er ist von Grove von der Uni als absoluter Material-Experte als Berater geholt worden, um die selbst damals schon bestehenden gravierenden Fertigungsprobleme von Intel in den Griff zu bekommen – Yield sind Intel immer schon aus dem Ruder gelaufen.

Aus dem „eben kurz aushelfen“ ist dann halt immer geworden …
Craig war jedenfalls kein typischer Intel-Lifer wie Otellini oder Gelsinger! Nicht im geringsten.

Es hat sich halt so ergeben, daß er lange blieb, weil er ohnehin direkt immer nur um Grove herumtanzte.
Bis Grove ihn irgendwann als seinen eigenen Nachfolger bestimmte – Barret war der erste externe Intel-CEO.
Grove hat für Barret alle anderen betriebsinternen Apsiranten eiskalt übergangen, selbst Otellini und Gelsinger.

Jedenfalls war Grove ebenso wie bei Otellini der Ziehvater/Mentor von Craig Barret.
Barret selbst hatte seinen Bachelor of Science, dann einen Master of Science und schließlich seinen Doktortitel in Materialwissenschaften, und war schließlich Assistenz-Professor an der Stanford University.
Er kam bereits im fortgeschritten Alter (soweit ich weiß kurz um 40?) von Stanford temporär als Berater zu Intel, und ist dann geblieben, um deren Fertigung umzustrukturieren.

Graig Barret hat überhaupt erst das später als „Copy exactly!“ bekannte bezeichnete Intel-interne Fertigungsparadigma implementierert und danach auf persönliche Bitte Groves betriebsweit etabliert – Die Basis des Erfolges der 2000er Jahre in der Fertigung!

Craig war ein Techniker und auf Material-Ebene begabt, hatte aber ansonsten von Unternehmensführung geschweige denn Chips oder Chip-Design eigentlich Ahnung – Akademischer Physiker.
Für Grove ein williges Arbeitstier. Kompetent genug in dem, was er tat, aber zu begrenzt in seinem technisch-bedingten Scheuklappen-Denken, um die tatsächlichen inneren Abläufe zu erkennen, die ihn ausnutzten.

Für Grove war Barret der perfekte Schwachkopf: Kompetent genug um die technische Probleme zu lösen.
Auch intelligent genug um zu erkennen, daß er selber keine Ahnung von Unternehmensführung geschweige denn Chips im Allgemeinen oder Chip-Design im speziellen hatte (und sich deswegen in Unternehmensfragen von Grove "beraten" lassen musste) …

Aber Craig hat mutmaßlich überhaupt nicht kapiert, das er bloß (wie später auch Otellini selbst) Aushänge-CEO war, während Grove selbst weiterhin Intel persönlich durch Barret hindurch führte.
Selbst später als Vorstandsvorsitzender und damit als höchste Autorität im Unternehmen, war Grove noch immer dabei die Fäden zu ziehen, obwohl er offiziell nicht einmal mehr bei Intel war …

Und das war schon 2006, dabei war Grove seit 1998 (also fast ein Jahrzehnt) gar kein CEO mehr!

ETI1120 schrieb:
Und Intel hat bis heute kein PDK für Intel 7 und 14 nm. Und damit kann Intel diese Kapazität nicht für Fremdkunden nutzen.
Es ist unglaublich, dass Intel in all den Jahren seit 2007–2009, (als Intel seine ersten Schritte in das bis dato unbekannte Terrain einer Foundry (also eines Auftragsfertigers) wagte, es nicht geschafft hat, so etwas wie ein Process-Development Kit auf die Beine zu stellen.

Wie kann das sein? In zwei Jahrzehnten nicht hinbekommen?!

Für mich sieht es von außen betrachtet wirklich so aus, als ob ...

Als ob Intel seitdem es versucht, ein Foundry-Geschäft zu betreiben, einfach von Kunden verlangt hat, dass potenzielle Foundry-Kunden ihre Design-Entwürfe buchstäblich im Rohdaten-Format bei Intel abgeben müßten (damit sie diese ohne Skrupel kopieren können?). Wobei Intel tatsächlich immer absolut davon überzeugt gewesen sen muß, daß das mit den Kunden trotzdem funktionieren würde. … während sie die ganze Sache wohl bisher todernst als "das ist halt für uns einfach die Intel-Art, Dinge zu tun" betrachtet haben müssen und immer so vorgehen würden.

… ohne auch nur im Entferntesten ein Problem darin zu sehen, daß sowas möglicherweise für jeden Anderen da draußen einen grundlegenden Verstoß gegen sämtliche Patent-Konventionen und Neutralitätsgebote darstellen würde (und Intel nur eine passende Gelegenheit zum Diebstahl geistigen Eigentums von Kunden-Designs auf einem Silbertablett serviert).

Wie konnte Intel all die Jahre überhaupt die Notwendigkeit eines tatsächlichen PDKs für eigene potenziellen Foundry-Kunden als (für Intel offensicht) irrelevant betrachten, aber im selben Atemzug sich darüber wundern, daß keiner kommt?! Das ist doch schlicht Schizophrenie!
Intel kann doch nicht wirklich so dermaßen realitätsfern sein, oder? Ich mein, es ist eine Sache, seine Prozesse auf die eigenen Produkte zu optimieren. Aber überhaupt kein PDK für potenzielle externe Kunden bereit zu haben, ist doch schlicht gestört …

Zeigt auch bloß, wie realitätsfern die ganzen Gören in Santa Clara immer schon waren ...
ETI1120 schrieb:
Wenn es offensichtlich in Richtung Insolenz gehen sollte, wird niemand eingreifen. Man lässt Intel Chapter 7 oder Chapter 11 einreichen und dann treten die Massnahmen in Kraft.

Falls es tatsächlich zur Insolvenz kommen sollte, ständen die Aktionäre ganz hinten und bekämen nur heiße Luft.
Ist auch meine Vermutung. Die amerikanische Adminsitration wird einen Teufel tun, da einzugreifen.

Selbst die Demokraten waren schlau genug, von Intel die Finger zu lassen und Gelinsger auf Abstand zu halten, weil sie wußten, daß auch nur die Erwähnung von dem Wort Subvention in Verbindung mit Intel ihnen wird massiv Wähler kosten. Ein Bail-out wie 2008 wird es jedenfalls extremst sicher niemals geben.

Eher lassen die den Schuppen selbst pleite gehen, um ein Industrie-Konsortium von den Fabs zu gründen und dann darf jeder große Fabless (Apple, Facebook, Google, Amazon, Nvdidia, Broadcom & Co) ein paar Milliarden springen lassen, und ein Sitz im Kontrollrat des zukünftigen US-TSMC USMC zu bekommen.

Die Regierung wird da absolut gar nichts springen lassen, sondern die Fabless einfach mit massiven Steuererlässen und Zoll-Ausnahmen ködern, wenn die alle ein USMC selbst mit Geld vollpumpen und Jim Keller, Tan Hook, C.C. Wei und sonstige hochkarätige Experten in den Vorstand bügeln, um das amerikanische TSMC zu kickstarten – Die Fabless werden das schon aus Eigeninteresse selber regeln.

… und dann wird sich die erhabene Imperiale Orange garantiert damit brüsten, im Alleingang ein US-TSMC gemacht zu haben und dafür plädieren das Ganze als MAGAconductor zu betitlen (oder "United Staates Chips" oder so ein Mist).

Und mit tatsächlichen Experten, wenn die ganzen korrupten Intel-Ratten das sinkende Schiff verlassen haben und in ihren Löchern außer Landes verschwunden sind, weil sie Ansgt haben müssen, bei dem Mist der dann hochkochen und offenbart wird, eingelocht zu werden, wird es wahrscheinlich auch nicht lange dauern, bis die Auto-Industrie plötzlich Chips von Intel's ehemaligen 14nm kriegt. Oh wunder, es klappt ja doch?!

ETI1120 schrieb:
Wer finanziert den Spaß? Es dürfte außerdem gar nicht so einfach gehen, da Intel schon jeweils 50 % der modernsten Werke an Finanzinvestoren abgetreten hat. Ohne die 2,238 Milliarden die Brookfield in Arizono zugeschossen hat, sähe der Cashflow in Q2 2025 nicht so schön aus.
Die Frage was mit BAM, Apollo und Silverlake passeirt, wenn Intel endlich den Bach runtergeht, frage ich mich auch. Für mich ist klar, daß sie allesamt brutals von Intel abgezogen wurden!

Weil weder wird Brokefield jemals irgendwas an Gewinn von den 15 Milliarden in Ohio sehen, noch Apollo von den 11 Milliarden in Irland oder Silverlake ihre ~8.5 Milliarden USD von Altera.

Wird alles futsch sein und die korrputen von Intel dann über alle Berge … Wird alles als gigantischer Verlust abgeschrieben werden müssen. Ebenso die 11 Milliarden an Bonds auf 42 Jahre!

ETI1120 schrieb:
Intel muss im 10-Q die Aktionäre über mögliche Risiken informieren.
Tun sie aber nicht und das schon seit Urzeiten. Interessieren tut das trotzdem kein Schwein. Die SEC macht nix.
ETI1120 schrieb:
Aber sie reicht viel länger zurück. Daran hat auch Pat Gelsinger in seiner Rolle als CTO kräftig mitgewirkt. Beispiel: Larrabee war sein "Kind". Es hat Intel 10 Jahre gekostet.
Er hat auch Itanium gepusht wie ein gestörter, selbst Jahre nachdem AMD schon mit AMD64 kam.

Gelsinger's Einstellung vom Polaris-Projekt (Intel Teraflops Research Chip), dem Architektur-agnostischen HPC-Beschleuniger (1.0 TFLOPS bei 0.95V auf 3.16 GHz mit nur 62 W!), just in dem Moment als Intel das PhysX-Equivalent Havoc (Physik-Berechungs-Engine) kaufte und zu PhysX/CUDA ausbauen wollte, verfolgt Intel bis heute.

Es gibt im Grunde Niemanden, der Intel so viel Schaden zugefügt hat wie Gelsinger selbst.
  • Gelsinger seinerzeit das interne Intel Architecture Lab aufgelöst (Vorläufer der Intel Architecture Group), welche wiederum selbst 2013 von Krzanich liquidiert wurde), um damit jegliche Konkurrenz für sich als unangefochtenen CTO zu beseitigen.
  • Gelsinger hat Itanium wie kein anderer vorangetrieben und Intel damals fast ruiniert.
  • Gelsinger hat ebenfalls DEC's extremst effiziente ARM-basierte StrongARM™ Kerne erst in XScale umbeannt ("Alles außer x86 ist böse!!") und dann frühzeitig in 2002 zielgerichtet sabotiert, indem er den ARM-Kernen Intel's MMX vom Pentium einpflanzte, um systematisch die ARM-bedingte universelle Plattform-Kompatibilität zu unterwandern und zu zerstören – Ab da wollte Niemand mehr Intel's StrongARM/XScale-Kerne haben (was ja zu 100% von Gelsinger von Anfang an beabsichtigt war!)
    • … nur um dann Otellini beim Apple-Deal einzuheizen, Cupertino auf ein x86-Design zu drängen, was ja Steve Jobs unter keinen Umständen wollte und somit der Deal platzte…
    • … nur um dann sich auf dem Hacken umzudrehen und dem Intel-Board die Hölle heiß zu machen, doch endlich XScale zu verticken ("Will ja eh keiner haben in den ganzen leztzten Jahren, sollten wir entsorgen!"), was dann noch 2006 (ehe Apple's iPhone überhaupt 2007 auf den Markt kam) komplett inklusive sämtlichen ehemaligen StrongARM-Personals von DEC an Marvell vertickt wurde und damit Intel für die dann einsetzende ARM-Offensive im mobilen Markt auf Atom zu verkrüppeln.
  • Gelsinger hat dann mit Polaris ihr perfektes PhysX/CUDA-Äquivalent zerstört (nur weil es nichtx86 war!).
    • … nur um sein idiotisches Larrabee (mit dem aufgewärmten Xeon Phi) voranzutreiben;
    • … was dazu führte, dass Intel von 2015–2018 mit dem ursprünglichen Aurora (A18) scheiterte, ohne über HPC-Rechenleistung zu verfügen …
    • Und erneut von 2021–2024 mit AuroraNext (A21) scheiterte, ohne über Compute-Beschleuniger zu verfügen … um nun seit einem Jahrzehnt absolut mit Null in Sachen HPCGP/AI dazustehen, da Gelsinger Intel bei allem im HPC/GPC-Bereich praktisch für mehr als ein Jahrzehnt für sein beknacktes geköpft hat.
    • Die gesamten Kosten an zig Millairden für Sapphire Rapids+Ponte Vecchio, welche exklusiv für Aurora entwickelt wurden, sind eine direkte Folge davon, daß Gelsinger Polaris gekillt hat, um sein behindertes x86-basiertes Larrabee zu pushen.
  • Er hat die gesamte Royal Core-Architektur (für Beast Lake) gekillt und damit Intel für die nächsten Jahre architektonisch ausgeweidet, weil Intel selbst noch heute noch immer keinen Ersatz für die vollkommen veraltete und brutal fehlerhafte Core-Architektur von 2006 hat!
    • … und damit auch das bereits in Entwicklung befindliche Nachfolgeprojekt von Royal namens Cobra Core.
  • Er ist persönlich dafür verantwortlich, dass ein 40-prozentiger Rabatt bei TSMC für einen Outsourcing-Vertrag im Wert von $15 Milliarden USD zunichte gemacht wurde.
Ich könnte noch weitermachen, aber man sieht ja schon, wohin die Reise geht …

Es sieht echt so aus, als wenn der Typ auf einem persönlichen Rachefeldzug ist, weil er damals kein CEO geworden ist. Und heuzutage Intel abstrafte, weil man damals nach seinem Rauswurf Larrabee einstellte.
ETI1120 schrieb:
Aber sie reicht viel länger zurück. Daran hat auch Pat Gelsinger in seiner Rolle als CTO kräftig mitgewirkt.
Und das nicht erst seit gestern! Hier ist ein Artikel von 2005 von Register … Da fiel mir was ins Auge;

TheRegister.com – Intel taps intelligent toilet expert as new CTO - Some other less flushy promotions too

Perhaps more interestingly, Justin Rattner, an Intel senior fellow, has been tapped as the new CTO.

Current SVP Pat Gelsinger was Intel's first CTO. Intel's most recent spate of roadmap tweaks and processor delays started at the end of his CTO tenure. Gelsinger, however, seems to have escaped charges of bad decision making.
Es läßt verdammt tief blicken, daß selbst schon vor geschlagenen zwanzig Jahren in 2005 die Presse wußte (und das auch unverhohlen und ohne große Umschweife zum Ausdruck brachte), daß Gelsinger seinerzeit bereits viel zu viel auf den Kerbholz hatte und er es immer irgendwie schaffte, dem angezettelten Bockmist selbst seinerzeit schon irgendwie zu entkommen …
 
TechFA schrieb:
Eben drum – Es widersprichst sich! Merkst Du das nicht selbst?
Einfach lesen auf was ich geantwortet habe und was ich geantwortet habe.

Vielleicht verstehst Du es dann.
TechFA schrieb:
Richtig, welcher bis heute keinen 10nm entspricht. Sondern eher einem 12nm+ …
Das ist Unsinn.

TechFA schrieb:
Rory Read hat seinerzeit viele Konsolen nach AMD geholt (vor der PS4/Xbox One).
Nein es war eher Lisa Su. Sie kannte die Sony Leute von der PS3.

TechFA schrieb:
Finde ich überhaupt nicht, nein – Eher das genaue Gegenteil ist der Fall!
Sorry, Du hast keine Ahnung wovon Du da schreibst.

AMD war blank und musste bei Privatinvestoren auf Betteltour gehen. Ohne diese zusätzlichen Gelder wäre der Ofen aus gewesen. außerdem musste AMD Schulden in Aktien umwandeln weil die Zinslast sonst AMD erdrückt hätte.

Intel hat noch eine ausgewogene Bilanz und es gibt noch einiges was Intel verkaufen kann.

TechFA schrieb:
AMD hatte seinerzeit einen sehr viel kleineren Personalstamm,
  1. Das hat aber mit der finanziellen Situation rein gar nichts zu tun. Das wirkt sich eventuell auf die zukünftige finanzielle Situation aus, aber spielt aktuell keine Rolle.
  2. AMD hat damals auch 1/10 des aktuellen Umsatzes von Intel gemacht
  3. Werden die Personalkosten bei Intel deutlich zurückgefahren
 
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