green-e schrieb:
Siehst du, wir Menschen haben das so definiert. Und wenn nun andere - sagen wir mal Lebewesen dazu, eine ganz andere Vorstellung vom Universum, dessen Inhalt und darüber hinaus haben, weil sie auf einer völlig uns unbekannten Grundlage beruhen und sich entwickelt haben, sieht das schon ganz anders aus.
Nö. Dem Universum ist es reichlich egal, wie seine Bewohner es wahr nehmen. Ich definiere mich NICHT darüber, wie andere Menschen mich sehen. Ich definiere mich darüber, wie ich mich selbst sehe.... und das, obwohl ich ein Teil einer sozialen Struktur mit stark begrenzter Ausdehnung (gerade mal 7Mrd Individuen) bin. Was ändere ich am Universum, das mehr Sonnen als unsere Welt Menschen bietet?
Und nur weil ein Brite oder Amerikaner seine Körpergröße in Fuß und Inch statt in Meter und Zentimeter angibt gelten für ihn noch lange keine anderen physikalischen Grundlagen. Er fällt nicht schneller aus einem Flugzeug, er kann nicht schweben, er atmet keinen reinen Wasserstoff,...
Nimm den Menschen von Beginn an die Augen und die Ohren und schon hätte er sich über 1000-de von Jahren anders entwickelt und hätte eine völlig andere Vorstellung vom Universum. Und nun gehe mal nicht vom Menschen auf dem Planeten Erde aus, sondern von etwas, was wir mit unserem Verstand nicht begreifen können ...
Was wäre denn anders? Das Universum schon einmal nicht... unsere Wahrnehmung wäre natürlich anders.
Wir würden z.B. nicht von "sichtbarem Licht" sprechen. Selbst eine intelligente Schlange würde "sichtbares Licht" anders definieren, immerhin "sehen" Schlangen Infrarot. Auch hätte für uns die Schallgeschwindigkeit keine Bedeutung.... unter anderem, weil sie eh keine große Bedeutung hat. Schon etwas dichtere Atmosphäre würde die Schallgeschwindigkeit "in Luft" ändern.
Trotz allem würden wir, wenn wir uns bis zur Erkenntnis der Elektrotechnik, der Quantenmechanik und so weiter entwickeln (ohne, weil wir eh blind und taub sind, gefressen zu werden) irgendwann auf den Schwengel kommen, dass es eine maximale Geschwindigkeit gibt (die wir Lichtgeschwindigkeit nennen) und was so alles aus dieser Geschwindigkeit folgert.
Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch hat so keine Bedeutung und seine Erkenntnisse sind nur für ihn relevant.
Na für wen sollen sie denn sonst relevant sein? Deiner Hauskatze ist es egal, ob du gerade die Superstring-Theorie bewiesen hast... Hauptsache du kannst mit deiner Arbeit dafür sorgen, dass sie es warm und bequem hat, der Fressnapf voll ist und das Katzenklo sauber.
green-e schrieb:
Das gestehe ich dir auch voll und ganz zu. Ich habe aber eine andere Sichtweise oder kann mir auch etwas anderes vorstellen und das sollte ebenso akzeptiert werden.
Ok, dann lass uns an deiner Vorstellung Teil haben. Wovon träumst du nachts? Du sahst blaue Zyklopen und bist mit dem Einhorn gerannt?
Nein

. Ein einfaches Beispiel: Stell dir vor, wir Menschen wären Fische in einem Aquarium. Was wüssten wir über unser Universum? Unten sind die Steine, oben geht das Wasser in Luft über und wenn ich das Wasser verlasse, bin ich tot.
OK, unsere Fischmenschen sind aber intelligent, sich ihrer selbst bewusst und zur Erkenntnisgewinnung fähig?
Wo liegt dann der Unterschied? Für den frühen Menschen war unten Erde, über ihm Luft. Ab und zu war da Wasser, wenn das Wasser zu tief war ist er ertrunken... Für spätere Menschen war über der Luft dann das Nichts, in welchem er erstickt, erfriert und zerplatzt.... dann baute der Mensch das Raumschiff und den Raumanzug.
Nur weil wir nicht natürlich im interstellaren Medium existieren können, können wir trotzdem Rückschlüsse auf ferne Galaxien ziehen.
Deine Fischmenschen würden irgendwann merken, dass sie sich aus ihren Ressourcen Schutzanzüge bauen können, mit denen sie an Luft überleben. Sie würden Drohnen ausschicken, die das umgebende Zimmer erkunden, würden evtl. feststellen dass es weitere Zimmer gibt etc. etc. etc...
Der Erkenntnisgewinn wäre nur langsamer als bei uns, weil wir "günstig" platziert sind.
Was ist mit "Lebewesen" die nur 2 Dimensionen verstehen? Deren Universum sieht völlig anders aus. Da kann einfach nichts fallen. Wie sieht es aus, wenn das Universum mehr Dimensionen besitzt als wir begreifen können. Alles eine Frage der Sichtweise.
Nö, keine Frage der Sichtweise. Die uns vertrauen physikalischen Regeln gelten in einem Universum mit 3 Raumdimensionen. (ich vermeide gezielt das Wort Gesetze, damit du endlich dahinter steigst, dass diese Regeln nichts Menschliches haben)
In einem Universum mit nur 2 oder aber auch >3 Raumdimensionen gelten andere Gesetze, die wir aber zum Teil tatsächlich erfassen können.
Um noch mal auf den Fisch im Aquarium zu kommen, der weiß nichts von einer Supernova mit einem Gammastrahlenausstoß am Rande des Universums.
Er kann es aber lernen, wenn du ihm nur zugestehst, dass er mehr wird als ein Fisch im Aquarium, z.B. indem er weitere Aquarien besiedeln kann oder sich evolutionär zu einem Landbewohner weiter entwickelt.
Hades85 schrieb:
Wieso ist die frage suspekt, du siehst doch anscheinend anhand der antworten die hier fallen, ich sehe das genau so wie daaron. Aber anscheinend gibt es nicht wenige stimmen die das komplett anderes betrachten daher meine frage ob die physik nur ein konstrukt der menschen ist.
Und die Antwort lautet: Das Wort "Physik" ist ein Werk der Menschen. Ein Alien würde es anders nennen. Eigentlich nannten nur ein paar alte Griechen es so und wir habens übernommen, weil uns nix besseres einfällt.
Das ändert aber GAR NICHTS an den zugrunde liegenden Naturgesetzen. Nenn sie wie du willst, die Gesetze ändern sich nicht. Erkenne von ihnen was du willst, du wirst sie nicht ändern. Es gibt für Naturgesetze keinen Winkeladvokaten, der sie mal eben aushebt.
Die Frage ist also in soweit hinfällig, weil sie hirnlose Haarspalterei ist. Du kannst Scheiße auch Schokolade nennen, schmecken wird sie trotzdem nicht.