Ist die Physik nur ein Konstrukt des Menschen?

green-e schrieb:
@Daaron: Du hast mich nicht richtig verstanden. Für uns Menschen mögen die Erkenntnisse schon richtig sein und einen Sinn ergeben, mehr aber auch nicht.
Der Mensch spielt hier gar keine Rolle. Auch ein Affe ist vom Baum gefallen, wenn er sich nicht fest gehalten hat... ein Hoch auf die Schwerkraft. Wenn in der Sonne nicht seit ein paar Mrd. Jahren Kernfusionsprozesse ablaufen würden (die wir ziemlich gut berechnen können), GÄBE ES KEINE MENSCHEN!

Und was machst du mit außerirdischen Lebensformen? Deren Existenz ist zwar nicht bewiesen, aufgrund der schieren Fülle an Exoplaneten aber hochgradig wahrscheinlich. Fallen die besoffen nicht vom Barhocker, nur weil die nie einen Newton hatten?

green-e schrieb:
Die Gesetze sein ein Teil des Menschen in seinem Konstrukt. Vor dem Menschen - kein Gesetz und kein Konstrukt des Menschen.
Das ist Metaphysischer Nonsens. Das ist wie "Baum fällt im Wald".
Ich kann dir sagen: Es GIBT ein Geräusch, wenn der Baum im Wald fällt. Warum? Der Baum verdrängt Luft und, beim Aufschlag, auch Erdreich, Äste, Laub, kleine Viecher... Somit löst er Erschütterungen aus, die dann als Schall übertragen werden. Ob der Schall nun ein menschliches Ohr erreicht oder nicht spielt keine Rolle.

Der Mensch hat die Physik nicht erschaffen, genauso wenig wie er die Chemie erschaffen hat oder die Mathematik. Er erkennt lediglich die Zusammenhänge, die in unserem Universum seit dessen Entstehung gelten, und so lange gelten werden, wie das Universum in dieser Form existiert.
 
@Hades85: Ich kann mir das nicht wirklich erklären. Aber der Urknall ist eine mögliche Theorie, die auf unseren bisherigen Erkenntnissen basiert. Aber wie gesagt, wenn der Meter kein Meter ist und die Stunde keine Stunde, was stimmt dann noch im Universum? Die Gesetze sind Teil eines Konstrukts, damit wir uns als Menschen darin orientieren können.

@Daaron: Du hast mich schon wieder nicht verstanden. Macht aber nichts, es ist schön, das du mit deiner Ansicht der Dinge zufrieden bist :).
 
Zuletzt bearbeitet:
green-e schrieb:
@Hades85: Ich kann mir das nicht wirklich erklären. Aber der Urknall ist eine mögliche Theorie, die auf unseren bisherigen Erkenntnissen basiert. Aber wie gesagt, wenn der Meter kein Meter ist und die Stunde keine Stunde, was stimmt dann noch im Universum? Die Gesetze sind Teil eines Konstrukts, damit wir uns als Menschen darin orientieren können.
Der Meter ist ein Meter, weil wir eine gewisse Distanz eben als 1 Meter definiert haben. Frag mal die Briten und Amis, was die von SI-Einheiten halten.... Das wir uns selbst die Einheiten definiert haben, um alles quantifizierbar zu machen, ändert gar nichts an den Vorgängen an sich.
Du kannst es Wasserstoff nennen oder Hupsdidu, es spielt keine Rolle. Ein Atom dieses Elements besteht trotzdem aus einem Proton und einem Elektron.

Du misst dem Menschen eine viel zu große Bedeutung bei. Ein homozentrisches Weltbild ist der erste Weg in den Fanatismus.
 
Ich finde die Frage schon suspekt. Das ist wie die Frage, ob ein Baum im Wald ein Geräusch macht wenn er umfällt, wenn niemand da ist das zu hören....

Es ist wie Daaron schreibt, wir könnten auch alles umbenennen oder dafür lustige Zeichen einführen, wir können Distanzen, Zeiteinheiten und dergleichen Quanteln ohne Ende, welche Zahl (wieder so ein festgelegtes Wort) wir dafür benutzen wird von uns ebenso festgelegt.

Nichts desto trotz, selbst wenn wir kein Wort für Gravitation, Erdrotation, Wind hätten, der Baum würde trotzdem umfallen, die frühen Menschen würden es nur vielleicht so hinnehmen, oder sagen: Das war Gott. ;)

Der Mensch ist eben auch beschränkt durch die Sprache. Wie soll man z.B. erklären, was vor dem Urknall war? Oder wo? Ohne Raum und Zeit gab es erst einmal nichts, und das explodierte dann (vereinfacht ausgedrückt, mein Lieblingsautor schrieb das mal). Die Frage des "vorher" und "wo" lässt sich also für den "Zeitpunkt" vor dem Urknall nicht beantworten, denn es gab ja noch gar keine Zeit und keinen Raum, der existiert hätte. Es gab, theoretisch, nach Kenntnisstand, Quantenfluktuationen und Kontraktionen und daraufhin entstand Raum und Zeit. Dennoch könnte man natürlich darüber fachsimpeln, was "davor" und "wo" alles war. Letztlich gibt es 2 Möglichkeiten.
Nummer 1: Es gab immer schon Alles. (das heißt es gab niemals "nichts" im Sinne von absoluter Leere, was für unser Universum ja auch zutrifft, denn selbst im völlig leeren Vakuum gibt es die o.g. Quantenfluktuationen) Das ist für den Menschen schwer vorstellbar.
Nummer 2: Es gab und gibt nichts, weil sich alle Materie hier im Universum zusammengerechnet mit Energie auf = 0 ausrechnen lässt. Was bedeutet, dass wir alle nicht sind. Da wir aber sind, bezweifel ich das und bleibe lieber bei der "das Universum ist Alles, Immer".

Logik ist da fehl im Platze. Wir müssten eigentlich sagen, um bei eurem Beispiel zu bleiben:
Wir haben ein Buch gefunden. Alles in dem Buch ist weiss. Wir selbst füllen dieses Buch kreuz und quer von Seite 1, Seite 7, Seite 129. Immer wieder finden wir neue Bruchstücke die zu einem Kapitel, aber auch zu anderen Kapiteln passen könnte. Wir sortieren sie irgendwo ein, obwohl sie vielleicht woanders besser passen. Und nach und nach füllt sich das Buch.

Der Inhalt des Buches existiert jedoch auch ohne die Existenz des Buches. Nur gäbe es uns (die Menschen) nicht, dann gäbe es natürlich nicht diese Schrift, diese Begriffe und diese Überlegung, es gäbe evtl. andere Formen, wie es beschrieben würde. Dann eben nicht von uns, sondern jemand anders. Das ändert aber nichts daran, dass es nur Zusammenfassungen von Existierendem gibt.
 
Daaron schrieb:
Der Meter ist ein Meter, weil wir eine gewisse Distanz eben als 1 Meter definiert haben.

Siehst du, wir Menschen haben das so definiert. Und wenn nun andere - sagen wir mal Lebewesen dazu, eine ganz andere Vorstellung vom Universum, dessen Inhalt und darüber hinaus haben, weil sie auf einer völlig uns unbekannten Grundlage beruhen und sich entwickelt haben, sieht das schon ganz anders aus. Nimm den Menschen von Beginn an die Augen und die Ohren und schon hätte er sich über 1000-de von Jahren anders entwickelt und hätte eine völlig andere Vorstellung vom Universum. Und nun gehe mal nicht vom Menschen auf dem Planeten Erde aus, sondern von etwas, was wir mit unserem Verstand nicht begreifen können ...

Daaron schrieb:
Du misst dem Menschen eine viel zu große Bedeutung bei. Ein homozentrisches Weltbild ist der erste Weg in den Fanatismus.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch hat so keine Bedeutung und seine Erkenntnisse sind nur für ihn relevant.

@Onkelhitman: Schön geschrieben, aber dennoch wieder alles aus Sichtweise eines Menschen. Kann ja auch nicht anders sein, weil wir eben Menschen sind. Aber unsere Sichtweise dem Universum und darüber hinaus aufzuzwingen und für die einzig wahre zu manifestieren, das halte ich für überheblich. Auch nichts besonderes, es liegt in der Natur des Menschen überheblich zu sein und sich als die Krone der Schöpfung zu betrachten.
 
@green-e
Was hat das mit Sichtweise zu tun?

Nehmen wir an, es gäbe auf der Erde keine Menschen. Ein Baum wächst, dafür ist die Sonne zuständig mit ihrem Licht, ihrer Wärme und daher natürlich auch ihrer Strahlung. Dass ein Baum wächst bedeutet auch, dass er Zugang zu Wasser hat. Und zu seinen Bestandteilen also auch zu Nährstoffen. Dazu braucht der Baum uns nicht.

Dennoch wird der Baum von der Erdanziehungskraft daran gehindert fliegen zu können. Nichts desto trotz also, ist die Erdanziehungskraft, auch wenn nur von uns so genannt, auch ohne uns Menschen von Belang und daher auch für die umgebenden Lebewesen/Nicht-Lebewesen wie Steine relevant.

Es gäbe vielleicht das Wort "Erdanziehungskraft" nicht für den Stein, da er kein eigenes Bewusstsein hat. Dennoch würde diese Kraft dafür sorgen, dass er nicht fliegen kann. Nur weil wir denken, das Universum hätte Masse, das Universum besäße Gravitation, und ohne uns gäbe es das nicht ist wohl eher überheblich. Den ganzen Krempel gäbe es auch ohne uns, nur hätte es eben keinen Namen von uns, würde aber dennoch genauso wirken wie bisher.

Auch schreibe ich nichts von der Krone der Schöpfung. Wir sind denkende Wesen, die versuchen alles zu beschreiben und erklären und verstehen. Dabei stoßen wir immer wieder an die Grenzen dessen, was für uns Affenhirnen möglich ist. Ab und an leistet jemand hervorragende Arbeit und wir stützen uns auf diese, bis wieder neue Annahmen kommen, und bewiesen werden (oder eben nicht).

Aber eben auch ohne uns würde es das Ganze geben. Deswegen das Beispiel mit dem Baum im Wald.

Daher: Nicht die Physik ist ein Konstrukt des Menschen, sondern die Wörter und die Verknüpfung der Wörter mit anderen Wörtern ist ein Konstrukt. Die "Naturkräfte" existieren auch ohne uns, das bedeutet eben, es ist egal ob wir darüber nachdenken oder nicht. Der Baum macht eben doch ein Geräusch, auch wenn niemand dieses registrieren würde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Onkelhitman schrieb:
Nur weil wir denken, das Universum hätte Masse, das Universum besäße Gravitation, und ohne uns gäbe es das nicht ist wohl eher überheblich. Den ganzen Krempel gäbe es auch ohne uns, nur hätte es eben keinen Namen von uns, würde aber dennoch genauso wirken wie bisher.

Ich habe nie behauptet, das es nicht existent ist, lediglich existiert es so, wie wir Menschen es sehen. Ist schon schwer zu verstehen, wenn man sich auf "Tatsachen" beruht und nicht einen µ davon abweichen kann/möchte.
 
Ein Physiker wird dir immer sagen: Ich bin zu 99,99% sicher, weil 100% sicher kann man sich nie sein. Aber die Tatsachen von heute werden zu Tatsachen von morgen, ein wenig verändert und komplexer vielleicht, weil eben mehr verstanden wird.

Hier im Thema gehts aber, ob die Physik als solches nur ein Konstrukt ist. Und das sehe ich nicht so. Eher als Erklärungsversuch etwas schier unglaublich großes, gewaltiges, unbegreifliches mit kleinen Lügen verständlich zu machen.
 
green-e schrieb:
.. lediglich existiert es so, wie wir Menschen es sehen.....

Nein, es exisitiert so, wie es existiert, egal wie wir Menschen es sehen.

Umgekehrt ist es korrekt, wir sehen es, weil es so ist.
Physik ist lediglich unsere Sprache der Beschreibung, es ändert aber die Existenz des Beschriebenen nicht durch unsere Beschreibung.
 
Onkelhitman schrieb:
Hier im Thema gehts aber, ob die Physik als solches nur ein Konstrukt ist. Und das sehe ich nicht so. Eher als Erklärungsversuch etwas schier unglaublich großes, gewaltiges, unbegreifliches mit kleinen Lügen verständlich zu machen.

Das gestehe ich dir auch voll und ganz zu. Ich habe aber eine andere Sichtweise oder kann mir auch etwas anderes vorstellen und das sollte ebenso akzeptiert werden.

Fu Manchu schrieb:
Nein, es exisitiert so, wie es existiert, egal wie wir Menschen es sehen.

Nein:). Ein einfaches Beispiel: Stell dir vor, wir Menschen wären Fische in einem Aquarium. Was wüssten wir über unser Universum? Unten sind die Steine, oben geht das Wasser in Luft über und wenn ich das Wasser verlasse, bin ich tot. Von Außerhalb des Aquariums betrachtet sieht das schon wieder anders aus. Das Aquarium steht in einem Raum, der wiederum mehrere Zugänge hat. Dieser Raum befindet sich in der 2. Etage und zwischen erster und zweiter Etage ist eine Decke u.s.w. ...
Was ist mit "Lebewesen" die nur 2 Dimensionen verstehen? Deren Universum sieht völlig anders aus. Da kann einfach nichts fallen. Wie sieht es aus, wenn das Universum mehr Dimensionen besitzt als wir begreifen können. Alles eine Frage der Sichtweise.

Um noch mal auf den Fisch im Aquarium zu kommen, der weiß nichts von einer Supernova mit einem Gammastrahlenausstoß am Rande des Universums. Und der kennt und versteht auch nicht die Zusammenhänge. Und genau so ist unser Wissen und unser Verständnis vom Universum beschränkt und nur eine Version dessen.
 
also nur weil wir den Dingen namen geben und Größen definieren ist die Physik für uns eine andere als die von Aliens (z.B.)?

Was für ausgemachter Schwachsinn ist denn dieser Dreck bitteschön?


Gilt für Amerikaner eine andere Physik weil sie alles in Fuß und Inch bemessen als wir mit dem Meter?


Das Meter und alle anderen Grundeinheiten ist btw über unveränderliche und universel einsetzbare Konstanten definiert, die für jeden in unserem Universum gelten:

Ein Meter ist die Strecke, die das Licht im Vakuum in einer Zeit von 1 / 299.792.458 Sekunde zurücklegt wobei die Sekunde als das 9.192.631.770fache der Periodendauer der dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustands von Atomen des Nuklids 133Cs entsprechenden Strahlung festgelegt wurde.


Also nein, die Physik ist überall die gleiche und nein, nur durch andere Einheiten ändert sich nicht die Physik und nein, Freie Energie Generatoren, Chemtrails und was noch für Esoterikgeschwurbel funktionieren nicht.


Und nein, Physik ist kein Gedankenkonstrukt O.o


(Srsly, wie zum Geier kommst du auf die Idee? O.O)



Btw für uns gelten auch die physikalischen Gesetze des Fisches, sobald wir in dessen Aquarium steigen.
 
Damien White schrieb:
Was für ausgemachter Schwachsinn ist denn dieser Dreck bitteschön?

Intelligente Ausdrucksweise ... :freak:
 
Als Mann vom Fach möchte ich folgendes einwerfen ;)

1.) Gesetze existieren (jedenfalls in unserem Universum) und sind auch unabhängig von Menschen. Beweis: Könnte man aus dem Jetzt-Zustand weder Aussagen über die Vergangenheit, noch Zukunft machen, so würde man das Zufall nennen. Unser Universum besitzt aber Ordnung, also müssen gewisse Regeln vorhanden sein (wie auch immer diese lauten). Auch sieht das Universum in alle Richtungen homogen aus, die Regeln sind also vermutlich universell (in unserem Universum). Inwiefern die Natur"konstanten" über die 13.7 Milliarden Jahre tatsächlich konstant waren, lässt sich streiten. In der Anfangsphase des Urknalls gab es z.B. eine hyperinflationäre Phase, die mit Überlichtgeschwindigkeit stattfand und in der übrigens die Naturgesetze im gesamten Universum synchronisiert wurden. Ob c hier nun einen anderen Wert hatte oder man es mithilfe eines anderen Konstrukts erklären kann, ist nicht beantwortet.

2.) Diese Regeln, wie wir sie formulieren, sind Konstrukte unseres Geistes, allerdings müssen wir diesen schon verdammt verbiegen. Es ist nicht mehr so, dass Physiker ihre Sinne benutzen, um neue Gesetze zu finden. Vielmehr sind die Experimente für sich genommen (siehe CERN und den LHC, dessen Detekoren so groß sind wie ein mehrstöckiges Gebäude) und die daraus resultierenden Theorien derart abstrakt, dass man sie schon als Beispiel nehmen könnte, um Platon und Kant zu widerlegen. Es mag durchaus richtig sein, dass wir nun den Schatten der Wahrheit erkennen. Aber Menschen können es schaffen, aus diesem Schatten die richtige Schlüsse zu ziehen und die Wahrheit zu erkennen (vergleiche unsere Makrowelt vs. Quantenphysik/Festkörperphysik). Es ist durchaus möglich, dass andere intelligente Lebensformen auf eine alternative Beschreibung dieser Gesetze komme (auch in der Physik existieren solche Alternativen z.B. die Pfadintegrale als alternative Beschreibung der Quantenphysik). Dennoch sind die Aussagen identisch/vergleichbar. In der jetzigen Mathematik haben wir z.B. auch einen Satz von Axiomen, den man gegen einen alternativen Satz austauschen kann, dennoch würde die Mathematik und ihre Aussagen die selben bleiben.

3.) Bezüglich der Aussage, dass Theorien nur eine Annäherung an die Wirklichkeit sind, kann man folgendes sagen: Ja, das stimmte über viele Jahrhunderte. Aber wir haben schon einige Theorien, die absolut exakt sein sollen. Als Juwel ist hier die QED zu nennen (die übrigens die Welttheorie wäre, wenn es nur Elektronen und Photonen gäbe). Es ist die bisher am präzisesten untersuchte Theorie überhaupt und sie hält jedem Experiment statt. Die Konstanten, die in ihr vorkommen, sind mit so vielen Nachkommastellen bestimmt worden, dass einige Physiker sich dazu hinreißen lassen, zu behaupten: das ist keine Nährung mehr der Physik, sondern das Universum funktioniert tatsächlich so, wie von der Theorie vorhergesagt.

4.) Die Philosophie ist tot. Lasst mich diese etwas plakative und reisserische Aussage genauer erklären: ich finde, dass die Philosophie eigentlich die interessantesten Fragen überhaupt stellt. Wann ist das Universum entstanden? Welche Form hat das Universum? Gibt es einen Gott oder existiert das Universum spontan aus sich selbst heraus und erschafft dabei solche wahnsinnig komplexen Dinge (allen voran Lebewesen)? Das sind alles tiefphilosophische Fragen und sie bilden gewissermaßen das Fundament unserer Welt. Ich bin auch wahnsinnig an der Beantwortung dieser Fragen existiert, aber ich habe Philsophie nicht studiert, weil Philosophen diese Fragen einfach nicht (korrekt) beantworten können. Physiker können es.

Und da so gut wie alle Menschen an etwas glauben, möchte ich mich da mal nicht herausnehmen. Viele Menschen glauben an einen Gott. Ich glaube daran, dass unser Verstand keine Grenzen hat (jedenfalls bei einigen Individuen unserer Spezies). Es gibt kein Limit :)
 
green-e schrieb:
Ein einfaches Beispiel: Stell dir vor, wir Menschen wären Fische in einem Aquarium. Was wüssten wir über unser Universum? ...

Das heißt nicht, dass das Universum anders wäre wenn wir es wüssten. Es bleibt das Selbe.
 
green-e schrieb:
Um noch mal auf den Fisch im Aquarium zu kommen, der weiß nichts von einer Supernova mit einem Gammastrahlenausstoß am Rande des Universums. Und der kennt und versteht auch nicht die Zusammenhänge. Und genau so ist unser Wissen und unser Verständnis vom Universum beschränkt und nur eine Version dessen.

Der Fisch, so es sich denn um intelligentes, bewusstes Leben handelt, könnte aber allgemeingültige Beobachtungen machen.
Die Erkenntnisse des Fisches über z.B. Fluiddynamik und Gravitation wären genauso richtig, also würde sie ein "vollständiger Kenner" des Universums machen. Nur dass der eben Ausnahmen zu diesen Regeln kennt und damit den Gültigkeitsbereich einschränken kann.
Genau das tun wir Menschen. Unsere entdeckten Gesetzmäßigkeiten sind korrekt in ihrem definierten Gültigkeitsbereichen. Das waren sie auch schon vor ihrer Entdeckung, und das sind sie auch für andere Kreaturen, die wir u.U. noch nicht kennen. Das spielt alles keine Rolle.

green-e schrieb:
Wie sieht es aus, wenn das Universum mehr Dimensionen besitzt als wir begreifen können. Alles eine Frage der Sichtweise.

Das ist völlig irrelevant. Die Gesetze gelten in ihrem definierten Gültigkeitsbereich genauso für "mehrdimensionale Wesen", so wie die Erkenntnisse der 2-Dimensioner über Geometrie auch bei uns gelten - in ihrem Gültigkeitsbereich.
 
Zuletzt bearbeitet: (Rechtschreibung . . .)
Onkelhitman schrieb:
Ich finde die Frage schon suspekt. Das ist wie die Frage, ob ein Baum im Wald ein Geräusch macht wenn er umfällt, wenn niemand da ist das zu hören....

Wieso ist die frage suspekt, du siehst doch anscheinend anhand der antworten die hier fallen, ich sehe das genau so wie daaron. Aber anscheinend gibt es nicht wenige stimmen die das komplett anderes betrachten daher meine frage ob die physik nur ein konstrukt der menschen ist.
 
Hades85 schrieb:
Wieso ist die frage suspekt, du siehst doch anscheinend anhand der antworten die hier fallen, ich sehe das genau so wie daaron. Aber anscheinend gibt es nicht wenige stimmen die das komplett anderes betrachten daher meine frage ob die physik nur ein konstrukt der menschen ist.

Nein, ist sie nicht....
 
green-e schrieb:
Siehst du, wir Menschen haben das so definiert. Und wenn nun andere - sagen wir mal Lebewesen dazu, eine ganz andere Vorstellung vom Universum, dessen Inhalt und darüber hinaus haben, weil sie auf einer völlig uns unbekannten Grundlage beruhen und sich entwickelt haben, sieht das schon ganz anders aus.
Nö. Dem Universum ist es reichlich egal, wie seine Bewohner es wahr nehmen. Ich definiere mich NICHT darüber, wie andere Menschen mich sehen. Ich definiere mich darüber, wie ich mich selbst sehe.... und das, obwohl ich ein Teil einer sozialen Struktur mit stark begrenzter Ausdehnung (gerade mal 7Mrd Individuen) bin. Was ändere ich am Universum, das mehr Sonnen als unsere Welt Menschen bietet?
Und nur weil ein Brite oder Amerikaner seine Körpergröße in Fuß und Inch statt in Meter und Zentimeter angibt gelten für ihn noch lange keine anderen physikalischen Grundlagen. Er fällt nicht schneller aus einem Flugzeug, er kann nicht schweben, er atmet keinen reinen Wasserstoff,...

Nimm den Menschen von Beginn an die Augen und die Ohren und schon hätte er sich über 1000-de von Jahren anders entwickelt und hätte eine völlig andere Vorstellung vom Universum. Und nun gehe mal nicht vom Menschen auf dem Planeten Erde aus, sondern von etwas, was wir mit unserem Verstand nicht begreifen können ...
Was wäre denn anders? Das Universum schon einmal nicht... unsere Wahrnehmung wäre natürlich anders.
Wir würden z.B. nicht von "sichtbarem Licht" sprechen. Selbst eine intelligente Schlange würde "sichtbares Licht" anders definieren, immerhin "sehen" Schlangen Infrarot. Auch hätte für uns die Schallgeschwindigkeit keine Bedeutung.... unter anderem, weil sie eh keine große Bedeutung hat. Schon etwas dichtere Atmosphäre würde die Schallgeschwindigkeit "in Luft" ändern.

Trotz allem würden wir, wenn wir uns bis zur Erkenntnis der Elektrotechnik, der Quantenmechanik und so weiter entwickeln (ohne, weil wir eh blind und taub sind, gefressen zu werden) irgendwann auf den Schwengel kommen, dass es eine maximale Geschwindigkeit gibt (die wir Lichtgeschwindigkeit nennen) und was so alles aus dieser Geschwindigkeit folgert.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Mensch hat so keine Bedeutung und seine Erkenntnisse sind nur für ihn relevant.
Na für wen sollen sie denn sonst relevant sein? Deiner Hauskatze ist es egal, ob du gerade die Superstring-Theorie bewiesen hast... Hauptsache du kannst mit deiner Arbeit dafür sorgen, dass sie es warm und bequem hat, der Fressnapf voll ist und das Katzenklo sauber.

green-e schrieb:
Das gestehe ich dir auch voll und ganz zu. Ich habe aber eine andere Sichtweise oder kann mir auch etwas anderes vorstellen und das sollte ebenso akzeptiert werden.
Ok, dann lass uns an deiner Vorstellung Teil haben. Wovon träumst du nachts? Du sahst blaue Zyklopen und bist mit dem Einhorn gerannt?

Nein:). Ein einfaches Beispiel: Stell dir vor, wir Menschen wären Fische in einem Aquarium. Was wüssten wir über unser Universum? Unten sind die Steine, oben geht das Wasser in Luft über und wenn ich das Wasser verlasse, bin ich tot.
OK, unsere Fischmenschen sind aber intelligent, sich ihrer selbst bewusst und zur Erkenntnisgewinnung fähig?
Wo liegt dann der Unterschied? Für den frühen Menschen war unten Erde, über ihm Luft. Ab und zu war da Wasser, wenn das Wasser zu tief war ist er ertrunken... Für spätere Menschen war über der Luft dann das Nichts, in welchem er erstickt, erfriert und zerplatzt.... dann baute der Mensch das Raumschiff und den Raumanzug.
Nur weil wir nicht natürlich im interstellaren Medium existieren können, können wir trotzdem Rückschlüsse auf ferne Galaxien ziehen.

Deine Fischmenschen würden irgendwann merken, dass sie sich aus ihren Ressourcen Schutzanzüge bauen können, mit denen sie an Luft überleben. Sie würden Drohnen ausschicken, die das umgebende Zimmer erkunden, würden evtl. feststellen dass es weitere Zimmer gibt etc. etc. etc...
Der Erkenntnisgewinn wäre nur langsamer als bei uns, weil wir "günstig" platziert sind.

Was ist mit "Lebewesen" die nur 2 Dimensionen verstehen? Deren Universum sieht völlig anders aus. Da kann einfach nichts fallen. Wie sieht es aus, wenn das Universum mehr Dimensionen besitzt als wir begreifen können. Alles eine Frage der Sichtweise.
Nö, keine Frage der Sichtweise. Die uns vertrauen physikalischen Regeln gelten in einem Universum mit 3 Raumdimensionen. (ich vermeide gezielt das Wort Gesetze, damit du endlich dahinter steigst, dass diese Regeln nichts Menschliches haben)
In einem Universum mit nur 2 oder aber auch >3 Raumdimensionen gelten andere Gesetze, die wir aber zum Teil tatsächlich erfassen können.

Um noch mal auf den Fisch im Aquarium zu kommen, der weiß nichts von einer Supernova mit einem Gammastrahlenausstoß am Rande des Universums.
Er kann es aber lernen, wenn du ihm nur zugestehst, dass er mehr wird als ein Fisch im Aquarium, z.B. indem er weitere Aquarien besiedeln kann oder sich evolutionär zu einem Landbewohner weiter entwickelt.

Hades85 schrieb:
Wieso ist die frage suspekt, du siehst doch anscheinend anhand der antworten die hier fallen, ich sehe das genau so wie daaron. Aber anscheinend gibt es nicht wenige stimmen die das komplett anderes betrachten daher meine frage ob die physik nur ein konstrukt der menschen ist.
Und die Antwort lautet: Das Wort "Physik" ist ein Werk der Menschen. Ein Alien würde es anders nennen. Eigentlich nannten nur ein paar alte Griechen es so und wir habens übernommen, weil uns nix besseres einfällt.
Das ändert aber GAR NICHTS an den zugrunde liegenden Naturgesetzen. Nenn sie wie du willst, die Gesetze ändern sich nicht. Erkenne von ihnen was du willst, du wirst sie nicht ändern. Es gibt für Naturgesetze keinen Winkeladvokaten, der sie mal eben aushebt.

Die Frage ist also in soweit hinfällig, weil sie hirnlose Haarspalterei ist. Du kannst Scheiße auch Schokolade nennen, schmecken wird sie trotzdem nicht.
 
Und die Antwort lautet: Das Wort "Physik" ist ein Werk der Menschen. Ein Alien würde es anders nennen. Eigentlich nannten nur ein paar alte Griechen es so und wir habens übernommen, weil uns nix besseres einfällt.
Das ändert aber GAR NICHTS an den zugrunde liegenden Naturgesetzen. Nenn sie wie du willst, die Gesetze ändern sich nicht. Erkenne von ihnen was du willst, du wirst sie nicht ändern. Es gibt für Naturgesetze keinen Winkeladvokaten, der sie mal eben aushebt.

Die Frage ist also in soweit hinfällig, weil sie hirnlose Haarspalterei ist. Du kannst Scheiße auch Schokolade nennen, schmecken wird sie trotzdem nicht.

Ich bin völlig deiner Meinung, nur versuche ich meiner anderen Diskussionsgruppe es zu erklären, nur die wollen es nicht verstehen und argumentieren fast ebenso wie green-e. Daher wollte ich diese Frage hier posten um mir mal andere Meinungen zu diesem Thema einzuholen und in der Hoffnung andere können es vielleicht bildlicher darstellen als ich. :-)
 
Fanatiker kannst du nicht überzeugen, egal wie logisch und fundiert die Argumentation ist. Du kannst nur versuchen, Unentschlossene davon abzuhalten, ebenso bekloppt zu werden.
 
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