Ist die Physik nur ein Konstrukt des Menschen?

@ Damien White
Die Naturgesetze interessiert es wenig, dass der Mensch sich nicht mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen kann.

@Daaron
Mein Zeiteinwand bezog sich auf die Behauptung von e-Laurin
..es basiert auf der Zeit als natürliche Gegebenheit
, was ich in seinem Sinne nicht so sehe.

Die 4 Grundkräfte der Physik sind meiner Meinung nach zeitunabhängig! Zeit ist eine Sache des Betrachterstandpunktes (siehe berühmtes Zugbeispiel). Da ich für die Natur keinen einheitlichen Bezugspunkt Zeit (z. Bsp. den Urknall) ausmachen kann, gibt es auch keine einheitliche natürliche Zeit, egal ob kausal oder nicht.

Der Natur ist es egal, wann und wo diese 4 Grundkräfte in Wechselwirkung treten und das auch noch mit nicht genau vorhersagbaren Ergebnissen, nur mit Wahrscheinlichkeitswerten. Die Natur bestimmt nur, dass sie in Wechselwirkung treten.
Zeit ist keine notwendige Voraussetzung für diese Wechselwirkungen, sondern die vom Menschen betrachtete Abfolge von Ursachen und Wirkungen sind "die Zeit".


Ich hatte jetzt noch mehr zum Thema geschrieben, aber leider nicht abgespeichert und fort war es beim falschen klicken :(.

Mein Beispiel zur rückwärts gerichteten Zeit auf der Vorseite war unglücklich untermauert. Ich meinte nicht die Schleifenquantengravitation um den Urknall herum, sondern etwas anderes, was ich aktuell leider wieder nicht gut beschreiben kann.
 
ThomasK_7 schrieb:
Die 4 Grundkräfte der Physik sind meiner Meinung nach zeitunabhängig!
Die Gravitation mag superluminar, wenn nicht sogar instant, wirken... EM-Felder hingegen benötigen einen Teilchenfluss, der bestenfalls mit Lichtgeschwindkeit statt findet. Entweder benötigst du eine Änderung des Ladungsflusses oder aber eine Bewegung der Ladung.

Zeit ist keine notwendige Voraussetzung für diese Wechselwirkungen, sondern die vom Menschen betrachtete Abfolge von Ursachen und Wirkungen sind "die Zeit".
Wie gesagt, Zeit ist die Zunahme der Entropie eines geschlossenen Systems. Sobald die Grundkräfte in Wechselwirkung treten steigt die Entropie des Systems garantiert.
Gravitation bewegt Objekte zu ihrem gemeinsamen Schwerpunkt. EM-Felder bewegen Objekte, erhitzen Objekte, lösen Objekte komplett auf,...

Oder anders: Damit etwas wechselWIRKEN kann, benötigt es eine URSACHE (die Grundkräfte). Ursache und Wirkung sind kausale Zusammenhänge, die über dei Zeitachse verbunden sind.

Oder nochmal anders: Ohne zeitlichen Ablauf kann nichts wirken. Überleg dir mal, was das Wort Dynamik in "Elektrodynamik" impliziert.

Ich hatte jetzt noch mehr zum Thema geschrieben, aber leider nicht abgespeichert und fort war es beim falschen klicken :(.
Da gibts ne App dafür... Im Chrome reicht meist ein "zurück". Ansonsten gibts da tatsächlich Addons für.
 
Ich verstehe Deine Zeitargumentation, teile sie aber nicht.

Wegen der Omnipräsens ist, wie bereits von mir ausgeführt, für die Natur/die 4 Grundkräfte im gesamten Wirkungsbereich=Universum überall "hier und jetzt", da es keinen oder alternativ unendlich viele Betrachtungszeitpunkte gibt. Die Wechselwirkungen finden stets nur "hier und jetzt" statt, es gibt kein davor und kein danach, wozu auch?
Ob in der Zukunft ein beliebiges Ereignis am Ort der Wechselwirkung stattfindet oder in der Vergangenheit stattgefunden hat, beeinflusst die vorhandene Jetztsituation/-wechselwirkung in keinster Weise!

Die 4 Grundkräfte der Physik haben meiner Meinung nach keinen determinierten Bauplan für das Universum. Die Wechselwirkung heute ist die gleiche wie vor z. Bsp. 1 Mrd. Jahren. Sie ändern sich nicht, benötigen keine Informationen aus der Vergangenheit und keine Pläne für die Zukunft. Ob am Ereignisort z. Bsp. in 1 Lichtjahr eine Supernova stattfindet, ändert nichts an den grundsätzlichen Wechselwirkungen im heute. Ob am Ereignisort z. Bsp. in der unmittelbar nächsten Zeiteinheit (Größenordnung wie auch immer) beispielsweise noch eine Energiezufuhr erfolgt, ändert ebenfalls nichts an der jetzigen Wechselwirkung.

So komme ich inhaltlich an den Fragenpunkt der quantitativen Zeiteinheit, die nach Deiner Argumentation ja benötigt wird, um eine Wechselwirkung überhaupt zuzulassen. Wie groß ist die bitte schön?


Die 4 Grundkräfte haben auch kein Gedächtnis in die Vergangenheit. Ob die Kraft jetzt 1 Sekunde, 1 Jahr oder 1 Lichtjahr im Raum unterwegs war, ist beim Eintreffen am Ereignisort unwichtig, es ändert sich nichts an der Wechselwirkung. Es ist auch egal, aus welcher Quelle die Kraft kommt. 1 Photon bleibt ein Photon, ein 1 Graviton bleibt 1 Graviton, egal wie entstanden.

Weil das woher und das wohin für die Wechselwirkung egal ist, wird keine Zeit im Sinne eines Zeitstrahls benötigt.
Falls doch eine Zeit für die Wechselwirkung benötigt werden sollte, reicht eine einfache Wechselwirkungs-Zeiteinheit für Alles vollkommen aus.
Warum sollten die 4 Grundkräfte wissen müssen, dass es den Urknall gegeben hat?
Haben Sie ein eingebautes Verfallsdatum? Ändern Sie Ihre Eigenschaften z. Bsp. nach weiteren 1 Mrd. Jahren?

Der Mensch ist ein Wesen mit Bewusstsein. Er benötigt für sein zielgerichtetes Handeln Informationen aus der Vergangenheit, um seine Zukunft gestalten/beeinflussen zu können. Das alles fehlt den 4 Grundkräften der Physik. Diese können nicht die Vergangenheit analysieren, um die Zukunft zu gestalten, wozu benötigen sie also die Zeit > 1 quantitative Zeiteinheit?
 
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