Klüngels-22
Lieutenant
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Hallo @Opteron185 ,Opteron185 schrieb:Hallo zusammen,
ich schau nun schon die gnaze Zeit nach net neuen Graka. Dabei ist mir nun aufgefallen das die Grakas der 30er Sereie von NVidia teilweise teurer verkauft werden als eine 4080. Hier beispielsweise eine 3080ti fängt bei 1228€ an und geht bis 2600€.
ich steige mal ganz neu in Deinen Thread mit meiner Vermutung ein.
Bezüglich der "großen" RTX 3000-er hatten sich einige Händler schlichtweg verzockt in ihrer Lagerhaltung, der Kaufpreisentwicklung, und der entsprechenden Nachfrage nach Boliden ab RTX 3080 aufwärts. Nehmen wir einfach mal den Preispunkt von ~ 1300 Euro für eine RTX 3090Ti, zu dem solche Karten von manch seriösem Händler durchaus neu in OVP angeboten werden im Abverkauf.
Die Situation mit der Pandemie und der damit verbundenen Rohstoff-Verknappung muss ich (Dir) hier ja nicht noch mal gesondert durchkauen in den Engpässen verfügbarer Grafikchips, GDDR5 und insbesondere GDDR6 - RAM, sowie die Vorrangverträge bei Speicherchips für Smartphones und die neuen Konsolen von Microsoft und Sony.
Nehmen wir in der preislichen Entwicklung seit damaligem Release einfach mal die RTX 3060-12 GB unter die Lupe. NVidia nannte für diese Karte mal eine UVP um etwa 330 Euro zum Release, wofür eine solche Karte aber faktisch nie wirklich im Endkundenmarkt zu bekommen war. Mit ganz viel Glück konnte man solch eine Karte mal kurzzeitig um etwa 370 bis 380 Euro bekommen, was sich aktuell alkerdings auch schon wieder in Bereichen ab etwa 450 Euro bewegt.
Ausgehend von 2020 können wir im Euro-Raum bis heute gemittelt zum internationalen Welthandel durchaus schon mal mindestens von einem Kaufkraftverlust um etwa 20 bis 25% des Euro ausgehen. Zudem müssen deutsche ( gewerbliche ) Händler dann auch noch seit 2020 deutlich gestiegene Lohnkosten, Transport- / und Energiekosten ( wegen der CO2 - Bepreisung ) mit einkalkulieren in ihren Materialeinkauf.
So eine RTX 3060-12 GB ist wohl durchaus eine in großen Stückzahlen auch heute noch ganz gut und zügig am Markt umsetzbare Karte in An- / und Verkauf, womit man dank Masse und Umsatz noch ganz gut und verlustfrei mit relativ kleinen Margen kalkulieren kann im An- / und Wiederverkauf.
Nun überlege aber mal, welche Marktanteile bei PC-Endanwendern eine RTX 3060-12GB vs. RTX 3080Ti bis 3090(Ti) in verkauften Stückzahlen von 2020 bis Ende 2022 zum Vergleich gehabt haben dürfte?
Die sogenannten "Big-Chips" sind und waren bei NVidia für den Endkundenmarkt schon in der Produktion ein recht hohes Risiko in der funktionalen Ausbeute, und für Zwischenhändler im Endkundensegment sind, und waren sie es noch viel mehr.
Nehmen wir z.B. mal "Otto", wo es aktuell noch RTX 3090Ti - Restbestände derzeit zu etwa 1300 Euro im Abverkauf gibt. "Otto" ist wohl durchaus ein recht großer deutscher Online-Händler, aber nehmen wir da mal an, der hätte 2020 z.B. 1000 × RTX 3090Ti zu je 1200 Euro eingekauft, und davon jetzt immer noch 500 Stück auf Lager.
An den 500 bislang noch unverkauften Exemplaren hat er damit bei 25% Kaufkraftverlust des Euro somit schon 150.000 Euro Wertverlust gegenüber seiner Vorleistung in der Beschaffung erfahren. Abzüglich nun 100 Euro Preisaufschlag bei 1300 VK vs. 1200 EK bleiben alleine im Warenwert dann immer noch 100.000 Euro Realverlust alleine am Material.
Sogenannte "1000-Euro" - Karten sind aber insbesondere bei Nvidia auch absolut kein Novum. Erinnern wir uns einfach mal zurück an die erste ( Kepler-basierte ) "GeForce Titan" für 999 Euro "UVP" zum Release. Die hielt sich ja nicht lange am Niveau, aber die Titan II ( Maxwell ) ließ auch nicht wirklich lange auf sich warten. Warum konnte NVidia das? AMD war im High-Performance-Bereich schlicht und einfach nicht mal ansatzweise Konkurrenz. AMD Fury X ( Fiji ) konnte sich im Bestfall mit etwas mehr als einer GTX 980 OC bei der Performance im Gaming messen; von der Leistungseffizienz wollen wir da garnicht erst reden.
Rechnen wir nun aber auch mal die Kaufkraftentwicklung des Euro von 2016 auf 2022 um, so bekommt eine GTX 980Ti im damals ( 2016 ) marktüblichen Preisbereich ab etwa 700 Euro übertragen zu heute plötzlich auch ganz andere "virtuelle" Preisschilder.
Die GTX 960-4GB kämpfte im Preisbereich um etwa 250 Euro mit der Radeon R9-280X bis 380(X), GTX 970 vs. R9- 290 / 390 bewegten sich um die etwa 350 Euro, und um die 500 Euro trugen es noch AMD Fury vs. GTX 980 gegeneinander aus. Darüber hatte AMD seinerzeit quasi nichts mehr an Paroli zu bieten.
Nvidias GTX 1060-6GB bot die selbe Performance wie die GTX 980; aber dann halt für einen Preispunkt um etwa 300 bis 350 Euro dank AMDs neuem Vorstoß mit Polaris in Form der RX 470 / 480 mit bis zu 8 GB VRam. "Vega" in Form der RX 5000-Series war damals technisch zu grenzwertig überzüchtet gegen GTX 1070 & 1080... 1080Ti blieb auch da noch konkurrenzlos.
Im "Brot&Butter"-Segment führte Nvidia um die etwa 300 bis 350 Euro die GTX 1660-Reihe gegen RX 570, 580 und 590 ins Feld als letztmalige "Mainstream-GeForce" ohne Raytracing. ( AMD hatte das bei Gaming-Karten noch nicht, und Vega VII als "AMD 1000 Euro-Karte" scheiterte bei Gamern eindeutig am Preis vs. Performance )
Grundlegend ab von dieser allgemeinen Historie ist es bei Nvidia aber auch nie eine "unbekannte Variable" gewesen, jenseits der (X)x60 - Linie zunehmend mit gesteigerten Premium-Zuschlägen am Markt durchgekommen zu sein. (X)x70 mag zwar auch historisch immer noch nahe an AMD gelegen habei in der Roh-Performance, aber spätestens ab (X)x80 ging und geht der Premium-Zuschlag bis heute noch überproportional bei NVidia.
Cuda, RT, DLSS und Treiber- / Functionality & Community-Support hat NVidia bis heute gegenüber AMD teils aber in der GeForce-Serie bis heute noch marktrekevant gerettet in ähnlicher Kundenbindungsstrategie wie Apple.
Aber machen wir uns jenseits des soliden "Mainstream" heutiger Zeit nichts vor. Entwicklung, Funktionalität und Komplexität moderner Grafikchips nebst VRAM-Beatückung fordern nun mal auch ihren Tribut bereits in der Fertigung trotz verbesserter Lithographien in der hochkomplexen Halbleiterherstellung und deren möglichen Produktionsausschüssen.
PS.: Ich habe durchaus mitgelesen im Thread, dass hier und dort auch mal eine damals stolze Radeon HD 5850 angeführt wurde. So etwas ist heutzutage nur noch "Entry-Level" selbst bei iGPU - Lösungen. Intel brachte / bringt mit seiner Iris XE G7 @ 96 CU @ DDR5 RAM im Dualchannel-Modus sogar hier und dort schon eine GTX 1650-4GD5 teils in Bedrängnis. ( zumindest im optimalen Systemaufbau bei optimalem Treibersupport )
Diesen Kampf gegen zu unvernünftig ausgestattete "Windmühlen" führt AMD übrigens schon seit seiner A8 / A10 - Series SoC an Desktop und Notebooks mit Radeon R7-Series bei seinen stärksten iGPUs. ( dieses abschließend nur ganz am Rande )
LG & guten Rutsch ins neue an dieser Stelle vom "Klüngels".