MightyMulder schrieb:
Was wäre denn z. B. von sowas LENOVO PC Thinkcentre M75Q-1 11A5 Micro zu halten?
Hat nur eine NIC und die ist auch noch Realtek. Wie gesagt, am besten Intel NICs, egal ob direkt auf dem Board oder als PCIe Karte, ggf. nach so einer Lenovo Kiste suchen, die entweder direkt Intel NICs hat oder eine PCIe Steckkarte erlaubt.
Intel i350 2 oder 4 Port Karten kriegt man gebraucht sehr günstig, hab davon mehrere im Einsatz.
Das MJ11 Board das ich verlinkt habe hat direkt 2 Intel NICs drauf, + IPMI Management, d.h. du kannst bei dem Board alles inkl. UEFi/Bios und OS Installation per "Webbrowser steuern/durchführen", Nachteil du musst alles andere kaufen(RAM, SSD, Gehäuse, Netzteil).
Realtek NICs können, müssen aber nicht bei OPNSense funktionieren, musst halt schauen was der Treiber da unterstützt. Intel Karten laufen generell out of the box.
MightyMulder schrieb:
Dann braucht es eine Appliance mit mehreren Ports, richtig?
Nein, du brauchst nur 2 Ports, ein für WAN ein für LAN, alle vLANs laufen über das selbe physische Medium/Port(LAN), sofern du die OPNSense als Router on a Stick betreibst.
Du kannst natürlich zwischen deinem Switch und der OPNSense eine LAGG mit z.b. LACP einrichten( mehrere Ports zusammengeschlossen), ist aber im HomeLab nicht wirklich nötig.
Die vLANs werden dann auf der Sense auf der physischen Schnittstelle angelegt, der Uplink am Switch ist ein Trunk Port mit dem ungetaggten native vLAN und deinen getaggten vLANs.
Alle Endgeräte sind an Access Ports am Switch, die jeweils nur einem vLAN zugeordnet sind, angeschlossen(Ausnahme ist hier z.B. ein Voice vLAn für IP Telefone). Die Endgräte kriegen gar nicht mit das hier überhaupt ein vLAN anliegt.
Beispiel:
native vLAN 666
MGMNT: vLAN10 (Switch/Sense)
Guest: vLAN 20
dein Netz: vLAN 30
AP1: vLAN 40
Und so weiter, das läuft alles über den selben Port/Uplink.
Das inter-vLAN Routing/Tagging wird dann komplett auf der OPNSense durchgeführt, hier legt man auch mittels Firewall Regeln fest, wer mit wem und wohin kommunizieren darf.
Das bedeutet auch, sobald du ein Update der OPNSense durchführst und es erfolgt ein reboot oder deine OPNSense fällt aus, dann ist dein Netz erstmal tot, bis die Kiste wieder läuft.
Und du musst für alles Firewall Regeln erstellen, also auch DNS, HTTP/S. Jeden Dienst-Port/Protokoll den du Nutzen willst, musst du explizit erlauben, auch wenn die OPNSense per default eine allow any LAN to WAN Regel hat, kann man nutzen, dann kann man sich aber auch das Firewalling sparen.
Ein anderer Ansatz ist halt ein Multilayer oder auch Layer 3 Switch. Hier werden die vLANs direkt als SVIs auf dem Switch angelegt und der Switch übernimmt das tagging/inter-vLAN Routing.
Wer mit wem und wohin kommunizieren darf, wird dann über ACLs auf dem Switch geregelt. Sowas würde auch direkt an deinem Consumer Router funktionieren, da der Switch nur eine default Route zu deinem Speedport/Fritzbox whatever bekommt und alle anderen Geräte am Switch hängen. Solange der Switch läuft funktioniert auch das interne Netz.
Allerdings brauchst dann immer noch irgendwo ein DHCP Server für deine vLANs.
Eine OPNSense würde z.B. nur noch ein Transit Netz zum Switch haben, je nachdem was der Switch kann, entweder ein Trunk Port mit nur einem Transit vLAN oder der Switch bietet die Möglichkeit den Uplink Port in einen Routed Port umzuwandeln.
Der Switch bekommt dann eine default Route zur OPNSense, die Sense bekommt den Switch als weiteres Gateway, da sie die vLAN/Netze auf dem Switch nicht kennt. Firewalling beschränkt sich dann hier nur noch wer darf nach außen und wohin kommunizieren.
Egal was für was du dich entscheidest, alles bedeutet erstmal Kosten, Aufwand zur Einrichtung und administrativen Aufwand.