News KI als Jobkiller: Ausgerechnet betroffene Berufe legen zu

PhiE

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Ausgerechnet in Berufen, deren Tätigkeiten sich besonders gut durch KI beschleunigen lassen, ist die Beschäftigung in Deutschland seit 2022 gestiegen. Eine neue Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zeigt aber auch, dass junge Arbeitnehmer von dieser Entwicklung nicht profitieren.

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Guter Freund arbeitet im IT Sektor und meinte mal recht treffend:

"Firmen stellen aktuell Programmierer ein, um die KI zu entlasten." :schluck:
 
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Das Ding ist, dass wir in den Kinderschuhen stecken. Sowohl was die KI ansich angeht, genau wie die Integration. Das ist jetzt ne erste Erhebung aber für mich kein Trendmerkmal, in welche Richtung die Reise hingeht.
 
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Die KI ist grundsätzlich genial aber dennoch mit sehr viel Vorsicht zu genießen!
 
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Ich übe einen rechtsberatenden Beruf aus (Notar) und stelle immer wieder fest, dass die Mandanten immer mehr durch KI vorinformiert zu mir kommen, aber dann immer wieder feststellen, dass das, was die KI ausgespuckt hat, gar nicht auf ihre konkrete Situation passt. Außerdem wollen die allermeisten einen menschlichen und persönlichen Rat haben, jemanden, der sich in ihre Situation hineinversetzen und reindenken kann ("Was würden Sie denn an unserer Stelle machen?") Das wird KI vermutlich nicht ersetzen können. Anders mag das in Bereichen der Rechtsberatung aussehen, die sehr gleich und wiederkehrend sind (Fluggastrechte, usw). Im Büro nutze ich mittlerweile auch viele KI Systeme von spezialisierten Anbietern in der Hoffnung, meine Mitarbeiter zu entlasten. Bisher ist das Gegenteil der Fall. Die Systeme wollen bedient, betreut und gefüttert werden. Es geht vielleicht etwas schneller, aber einfacher und weniger Arbeit ist es dadurch nicht geworden.
 
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Ich bin Rechtsanwalt und ich merke mit KI, dass wir die jungen Juristen und Praktikanten in großen Teilen für das ursprüngliche Aufgabengebiet nicht mehr benötigen. Die KI macht den Job schneller, präziser und fehlerfreier. Das hätte ich vor zwei Jahren noch nicht behauptet, aber heute ist das so. In der Zeit in der ich einen jungen Praktikanten instruiere und den Fall erkläre, habe ich bei Claude ein entsprechendes Projekt erstellt, alle annonymisierten Unterlagen hochgeladen und den passenden Prompt geschrieben. Die Verifikation des Arbeitsproduktes braucht hingegen einen erfahrenen Anwalt, was ich somit auch nicht auslagern kann sondern dann selber machen muss. Ich sehe für die junge Generation zunehmend Probleme. Früher haben die Mandanten die Ausbildung der jungen Leute quersubventioniert, indem man diese die Recherche- und Fleissarbeit hat erledigen lassen. Das lässt sich heute kaum noch rechtfertigen.
 
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Weiß ja nicht ob Daten vor 2025 da aussagekräftig sind. Ein ChatGPT 4o hat damals natürlich noch niemanden ersetzt.
 
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1 Prozent Zuwachs deutet auf was genau hin?

Die Anzahl der Studierenden im IT Bereich ist im gleichen Zeitraum deutlich mehr gestiegen.
 
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Ruff_Ryders88 schrieb:
Die Verifikation des Arbeitsproduktes braucht hingegen einen erfahrenen Anwalt, was ich somit auch nicht auslagern kann sondern dann selber machen muss. Ich sehe für die junge Generation zunehmend Probleme. Früher haben die Mandanten die Ausbildung der jungen Leute quersubventioniert, indem man diese die Recherche- und Fleissarbeit hat erledigen lassen. Das lässt sich heute kaum noch rechtfertigen.
Vielleicht sollte sich die Ausbildung von Juristen genau deswegen lohnen.
Wer wird dein Nachfolger?
Eine juristische Person mit entsprechender Ausbildung oder ein Automat?
 
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Ruff_Ryders88 schrieb:
Ich bin Rechtsanwalt und ich merke mit KI, dass wir die jungen Juristen und Praktikanten in großen Teilen für das ursprüngliche Aufgabengebiet nicht mehr benötigen.

Als Senior Dev kann ich sowohl den Artikel als auch diese Meinung hier nur bestätigen. Wir werden definitiv produktiver und Junior Entwickler werden plötzlich zur Last, denn eine Hilfe. Ich gebe simple Aufgaben eher der KI als einem unerfahrenem Dev, dessen Code ich nacharbeiten muss. KI ist hier mittlerweile erschreckend fehlerfrei. Und für die komplexen Probleme ist sie eine ungemeine Hilfe - wir schaffen einfach mehr im Unternehmen. Dadurch gibt es statt Stellenabbau eher mehr Einstellungen von erfahrenen Entwicklern, die KI architektonisch für riesige Codebasen auch gut steuern können.

Und hier liegt das Problem und Paradoxon imho - wer und wie bildet man dann noch aus? Die meisten erfahrenen Entwickeler werden bestätigen: Man sammelt sein Wissen aus Projekten mit pain points, man lernt aus jahrelangen Fehlern. Die jungen Devs werden faul, wollen alles mit KI abliefern und lernen kaum noch was dabei. Wir werden hier wohl daher eingreifen und KI in der Ausbildung unserer sehr jungen Entwickler stark reglementieren.
 
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Die zunehmende KI in Firmen hat nur ein Ziel, Beschäftigte abzubauen. Auch wenn es jetzt noch nicht der Fall ist, da noch vieles integriert/optimiert werden muss, wofür eben eher mehr Mitarbeiter notwendig sind. In Zukunft wird das aber unweigerlich zum Abbau von Beschäftigten führen.
 
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xxMuahdibxx schrieb:
1 Prozent Zuwachs deutet auf was genau hin?

Die Anzahl der Studierenden im IT Bereich ist im gleichen Zeitraum deutlich mehr gestiegen.

Die 1% sagt nur aus, dass in den Bereichen in denen man es hätte erwarten können, kein drastischer Rückrang der Beschäftigtenzahlen zu sehen ist - das steht aber auch genau so im Artikel.

Die Zahl der IT-Studenten hat sich in der Tat stärker entwickelt, aber das ist nur eine Brache. Die 1% beziehen sich nicht nur auf IT-Berufe. Das in Beziehung setzen zu wollen führt also zu nicthts.
 
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Bunhy schrieb:
Und hier liegt das Problem und Paradoxon imho - wer und wie bildet man dann noch aus?
Das sehe ich auch als Problem und Fehler.
Das mit dem Ausbilden kann man sich nur sparen wenn man vollkommen davon überzeugt ist, dass in Zukunft die KI das gesamte Berufsfeld vollständig übernehmen wird.

Wer auch nur irgendwie glaubt, dass seine eigene Position in Zukunft von einem Menschen übernommen werden sollte, sollte ausbilden.
 
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Daenzer schrieb:
Ich übe einen rechtsberatenden Beruf aus (Notar) und stelle immer wieder fest, dass die Mandanten immer mehr durch KI vorinformiert zu mir kommen, aber dann immer wieder feststellen, dass das, was die KI ausgespuckt hat, gar nicht auf ihre konkrete Situation passt. Außerdem wollen die allermeisten einen menschlichen und persönlichen Rat haben, jemanden, der sich in ihre Situation hineinversetzen und reindenken kann ("Was würden Sie denn an unserer Stelle machen?") Das wird KI vermutlich nicht ersetzen können. Anders mag das in Bereichen der Rechtsberatung aussehen, die sehr gleich und wiederkehrend sind (Fluggastrechte, usw). Im Büro nutze ich mittlerweile auch viele KI Systeme von spezialisierten Anbietern in der Hoffnung, meine Mitarbeiter zu entlasten. Bisher ist das Gegenteil der Fall. Die Systeme wollen bedient, betreut und gefüttert werden. Es geht vielleicht etwas schneller, aber einfacher und weniger Arbeit ist es dadurch nicht geworden.
Bei sowas wird die KI das ganze wohl auch nicht so schnell ersetzen. Gibt ja viele Bereiche in dem wir "Normalen" nicht nachkommen. Gerade wenn es um Trennungen geht wo viele Faktoren berücksichtigt werden müssen.
Eine KI kann jedoch etwas Infos liefern wo man eventuell was nachschlagen kann.

Aber bei "einfacheren" Dingen wie Arbeitsrecht oder Mietrecht konnte mir die KI doch auch schon gut helfen.
Gerade bei Arbeitsverträgen die nach dem Allgemeinen Gesetzt gehen und alles sowiso Dokumentert ist, kann KI aufjedenfall schon gut Helfen.

Wichtig finde ich aber dann doch, dass man sich mit seiner Rechtschutzversicherung oder einem anderen Amt noch zusätzlich Absichert.
 
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Bin ich froh Handwerker zu sein.
 
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Elsativa schrieb:
Vielleicht sollte sich die Ausbildung von Juristen genau deswegen lohnen.
Wer wird dein Nachfolger?
Eine juristische Person mit entsprechender Ausbildung oder ein Automat?
Das ist eine sehr gute Frage. Ich denke aber, dass sich dieser Ausbildungsfokus jedoch mehr in Richtung Universtitäten verlagern wird oder verlagern muss. Oder wenn man ganz schwarz denkt...Wird es diese jungen Juristen oder mich in 10-20 Jahren überhaupt noch brauchen? Mit 37 gehöre ich Mitnichten zum alten Eisen. Über meinen Nachfolger mache ich mir also noch gar keine Gedanken. Ich würde bewusst nur noch Juristen einstellen, die vor der KI-Ära ihre Anwaltsprüfung gemacht haben.
 
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Ich selbst arbeite in der IT-Branche. Das die KI hier irgendwas ersetzt hätte sehe ich bisher nicht. Genutzt wird sie aber natürlich auch bei uns. Vor allem zum Debugging, da gibt es nichts besseres. Ich habe weder die Zeit noch den WIllen mir eine schnell mal hunderte Zeilen lange Log anzugucken. Da guckt man idR wie ein Schwein ins Uhrwerk. Die KI kann es besser und in jedem Fall schneller. Das sind auch so Tätigkeiten bei denen ich sagen würde: Es bringt auch nichts in die Materie tiefer einzusteigen und Wissen aufzubauen - die KI kann es am Ende dann ja trotzdem immer noch viel schneller.
 
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Ruff_Ryders88 schrieb:
Früher haben die Mandanten die Ausbildung der jungen Leute quersubventioniert, indem man diese die Recherche- und Fleissarbeit hat erledigen lassen. Das lässt sich heute kaum noch rechtfertigen.
Wurde die Recherche und Fleißarbeit separat in Rechnung gestellt (und dadurch jetzt günstiger)?
Oder ist die Rechnung die gleiche und man spart sich nur den Azubi?
 
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KI wird Jobkiller erster Güte werden mittelfristig, so richtig scheint das noch keiner auf dem Schirm zu haben...
 
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Bei einem großen Projekt von uns hat KI dazu beigetragen, dass wir sowohl 2 Programmierer gestrichen als auch die Stunden unseres Freelancer Designers reduziert haben.
Das wäre vermutlich auch ohne KI passiert, aber dadurch, dass wir gerade Arbeiten am Frontend extrem gut durch die KI ersetzen können (Claudes Design System sei Dank) und die KI in Teilbereichen sehr gut mit dem vorhandenen Code arbeiten kann, fiel dieser Schritt einfacher und schneller.
Dabei ging es aber nicht um Gewinnmaximierung, sondern ums grundsätzliche Fortsetzen des Projekts.
Daenzer schrieb:
Es geht vielleicht etwas schneller, aber einfacher und weniger Arbeit ist es dadurch nicht geworden.
Denkst du nicht, dass das aber einfach damit zu tun hat, dass man sich erstmal an die Arbeit mit KI gewöhnen und Systeme dafür etablieren muss?
Anfangs habe ich auch mehr Zeit mit KIs verbracht, bis sich gewisse Abläufe etabliert und ich mit Skills, Anweisungen und Co. dann für mich passende Systeme etablieren konnte. Sie sind noch immer nicht perfekt und werden stetig angepasst, aber sie nehmen mir jetzt in einigen Bereichen viel Zeit und Arbeit ab, ohne viel Aufmerksamkeit zu verlangen.
 
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