News KI als Jobkiller: Ausgerechnet betroffene Berufe legen zu

@supermanlovers kann ich nicht bestätigen. Bei den Mandanten, die wir auf digital umgestellt haben (oder das selbst wollten), klappt das erstaunlich gut. Die Ausgangsrechnungen sind sowieso fehlerfrei, aber auch die gescannten und analysierten Eingangsrechnungen wurden über die letzten 5 Jahre sehr viel besser. Korrekturbuchungen braucht es da in der Regel nicht mehr viele.
 
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Ich bin mal böse:

1. "Die Alten" punkten mit Erfahrung und "Netzwerk" (was positiv und negativ gedeutet werden kann), die Jungen kommen nicht mehr rein und/oder sind die ersten, die fliegen. Sind ja auch am Arbeitsmarkt statistisch leichter vermittelbar ;-)
2. Ausbildung bzw. Anfänger einstellen spart man weg
3. Die Technik wird oft unhinterfragt wahllos eingesetzt. Scherben werden danach zusammengekehrt.

Hatten wir das nicht schon mehrfach?

Hocken nicht in vielen größeren Firmen irgendwelche "altverdienten", die unantastbar sind und eigentlich abseits ihrer sicherlich wertvollen Erfahrung fast mehr Arbeit produzieren als erledigen (nichts gegen ältere Kollegen, ich arbeite sehr sehr gerne mit älteren Kollegen zusammen, aber es gibt diese "Postenblockierer")? Jene, die gegen jede konstruktive Kritik oder Hilfestellung immun sind?

Gibt es nicht genug Firmen, die eine Alterspyramide haben, die irgendwie in der Mitte nen ganz engen Gürtel hat, wo irgendwann mal jahrelang man gemeint hat ja nicht ausbilden zu müssen, keinen mehr einstellen zu müssen, weil irgendeine Technik..... und dann kam das große Gejammer.

Und gerade alles aus der IT läuft ja immer so, dass man es erstmal auf alles draufwirft und es ist ja so supertoll und dann "ups". Und mit jeder Runde wird das schlimmer. KI hat bestimmt großes Potential, aber auch großes Potential Mist zu bauen. Aber statt junge Leute einzustellen, die sich genau darauf dann im Betrieb spezialisieren, die KI zu kontrollieren und zu trainieren, zu verstehen, und das ganze auch den anderen Kollegen zu erklären, da die Schnittstelle zu bilden, das passiert nicht. Da müsste man halt erstmal Geld in die Hand nehmen, in Vorkasse gehen. Geht ja gar nicht. Dabei ist Ausbildung eben immer erstmal Vorkasse. Man erntet später. Aber sie lernen halt nicht.
Und dann werden wieder irgendwelche "Spezialisten" geholt, für viel Geld, um es zurechtzubiegen. Dabei hätte man es mit einem viiiiiel besseren Ergebnis in der Firma aufbauen können. Aber nööööö. Hätte ja Geld gekostet.
 
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Coenzym schrieb:
KI wird Jobkiller erster Güte werden mittelfristig, so richtig scheint das noch keiner auf dem Schirm zu haben...
Hoffentlich.
Ich träume schon vom 6-8h Arbeitstag Tag.
 
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@Slowz
Führt dann aber dazu, dass ausgerechnet die größten Nieten was zu sagen haben. Mein Bruder kann ein Lied davon singen.
 
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@Dr. MaRV
Von solchen Superspezien gibt es hier wo ich arbeite zu genüge.
 
Bunhy schrieb:
Und hier liegt das Problem und Paradoxon imho - wer und wie bildet man dann noch aus? Die meisten erfahrenen Entwickeler werden bestätigen: Man sammelt sein Wissen aus Projekten mit pain points, man lernt aus jahrelangen Fehlern. Die jungen Devs werden faul, wollen alles mit KI abliefern und lernen kaum noch was dabei. Wir werden hier wohl daher eingreifen und KI in der Ausbildung unserer sehr jungen Entwickler stark reglementieren.
Man könnte den Juniors anfangs den Agent Modus verbieten und nur den Ask-Modus oder Plan-Modus benutzen. Implementieren sollen sie die Codeschnipsel dann selber. So lernen Sie zumindest mit Compiler Fehlern umzugehen.

Ich habe dieses Jahr in einer neuen Firma angefangen und hätte alles mit Agenten lösen können. Ich bin ziemlich fit in python und javascript aber nicht z.B. c++. Ich habe ein Projekt in den letztzen 6 Monaten in c++ von Grund auf neu implementiert, dabei aber nur den Ask Modus genutzt. Jetzt bin ich aber so fit geworden, dass ich problemlos c++ Code schreiben kann, der in den meisten Fällen sofort kompiliert und funktioniert.
Ja, es dauert länger als ein erfahrener Entwickler aber mit KI kann man auch tatsächlich schneller lernen, weil man sich nicht Stunden durch irgendwelche Stack Overflow einträge wuseln muss.
Ask-Modus zwingt einen am Ende die direkte Implementierung doch selbst zu übernehmen. Nur Copy-Paste funktioniert meist nicht.
 
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Dr. MaRV schrieb:
@Slowz
Führt dann aber dazu, dass ausgerechnet die größten Nieten was zu sagen haben. Mein Bruder kann ein Lied davon singen.
Weiß nicht, ob man das verallgemeinern kann. Ich denke, dass gerade die Leute, die technisch richtig was können, einen Abschluss formal nicht brauchen. Aber wie gesagt, alles nur Spekulation.
 
romeon schrieb:
analysierten Eingangsrechnungen wurden über die letzten 5 Jahre sehr viel besser.
Jo, weil im Hintergrund beständig jemand sitzt und die Fehler der KI ausbessert anstatt das ihr das selber macht. Die KI selber lernt aber nicht eigenständig. Jedenfalls nicht dauerhaft ohne korrigierende Eingriffe. Diese müssen bezahlt werden. Entsprechend wird KI immer auch ein Kostenfaktor sein, nur an einer anderen Kostenstelle als die Mitarbeiter. Was am Ende billiger ist? Wenn ich mir ansehe, was KI heute bereits kostet, das aber nicht mal die Investitionen abdeckt, die nötig waren um dahin zu kommen. Ich mein Antrophic/Claude hat 40 Milliarden Minus im Jahr. OpenAI hat allein 2024/2025 30 Milliarden operativen VErlust gehabt. Da sind die negativen Ergebnisse der JAhre zuvor noch nicht drin, die (vermutlich) aus gutem Grund nicht öffentlkich sind. Und die Kosten scheinen nicht wirklich zu sinken, eher zu steigen, da die Kosten für Hardware für ausreichend gute KI nochmals höher liegt.

Die Kosten, die KI einsetzende Unternehmen haben müssten, damit die Ersteller von KI Modellen operativ profitabel wirtschaften würden, müssten bedeutend größer sein. Und bereits die heutigen Kosten für KI zeigen sich oft genug als zu hoch für das zu erreichende Ergebnis. Ich sehe da eine Diskrepanz zwischen dem, was uns die CEOs der KI Firmen versprechen und den tatsächlichen Ergebnissen aus der Praxis....
 
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Ich arbeite ja in der Forschung und muss feststellen, dass das ein sehr zweischneidiges Schwert ist. Da fassen Leute gerne mit KI schnell etwas zusammen, lassen sich vorher auch viel aus dem I-net zusammen suchen, weil sie meinen damit gehts schneller. Wenn aber ein wirklicher Fachmann dann das anschaut, stellt er nach ein paar Sätzen meist fest, dass da der größte Mumpitz steht. Sicherlich kann das in 5-10 Jahren anders aussehen, ich bin bei sowas aber sehr vorsichtig, denn neues kann eien KI auch nicht ausm Hut zaubern. Theorie ist nicht gleich Praxis!
Bei all der Vorteile die sowas in Zukunft bringen kann, muss man sich auch fragen, was die negativen Folgen davon sind und was diese für ein Einfluss, auch gesellschaftlich, auf unser Leben haben. Denn unterm Strich habe ich manchmal den Eindruck, wir wollen uns am Ende nur noch von einer KI sagen lassen, was wir zu tun und wie wir unser Leben zu leben haben und davon gibts dann auch keine Abweichung mehr. Gruselige Vorstellung
 
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Bunhy schrieb:
Und hier liegt das Problem und Paradoxon imho - wer und wie bildet man dann noch aus? Die meisten erfahrenen Entwickeler werden bestätigen: Man sammelt sein Wissen aus Projekten mit pain points, man lernt aus jahrelangen Fehlern. Die jungen Devs werden faul, wollen alles mit KI abliefern und lernen kaum noch was dabei. Wir werden hier wohl daher eingreifen und KI in der Ausbildung unserer sehr jungen Entwickler stark reglementieren.
Das kann ich so unterschreiben aus der Admin-Perspektive. Es bleibt wirklich die ganz große Frage, wie das mit der nachfolgenden Generation aussehen wird. Solange man weiß, was man mit der KI in welcher Form erledigen möchte und das Ergebnis am Ende auch beurteilen kann, steigt die Produktivität enorm. Es könnte natürlich auch so ausgehen, dass es auch die erfahrenen Leute vor der KI schon früher nicht mehr braucht, als man sich heute vielleicht vorstellen mag.
 
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Richy1981 schrieb:
Denn unterm Strich habe ich manchmal den Eindruck, wir wollen uns am Ende nur noch von einer KI sagen lassen, was wir zu tun und wie wir unser Leben zu leben haben und davon gibts dann auch keine Abweichung mehr. Gruselige Vorstellung
Der Eindruck täuscht mit Sicherheit nicht. KI als der neue, starke Führer. Viele viele Menschen sehnen sowas auch heute herbei. Siehe Amerika als Prominentestes Beispiel.

Außerdem hat man dann ja immer etwas, worauf man abschieben kann. "Aber die KI hat doch gesagt..."
 
Ich mache mir nichts vor. Meinen Job wird es möglicherweise noch 5, vielleicht 10 Jahre geben.
Bis dahin wird es sehr gut für mich aussehen, denn mit der Erfahrung aus dem bisherigen Berufsleben kann ich KI Ergebnisse gut bewerten. Mich macht KI aktuell unglaublich produktiv. Ich schaffe in der gleichen Zeit viel mehr als früher.
Für die Zukunft sehe ich für mich allerdings ziemlich schwarz. Mal sehen was das Arbeitsamt dann an Umschulung bereithält 😔

Jungen Leuten empfehle ich dringend entweder was mit Menschen wie Pflege oder was mit den Händen wie Handwerker oder was für den Staat wie Polizei oder Feuerwehr zu lernen.
BWL zu studieren hat keine Zukunft...
 
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@Erkekjetter

Klar hast du damit Recht. Bei allen ähnlichen Dingen braucht(e) es anfangs Zeit, Mühe und Geld, um etwas voranzubringen. Auch hier wird das funktionieren und einen immensen Nutzen bringen, der Preis ist dafür aber hoch. Das wissen wir alle.
 
Wie immer: Es gibt hier Menschen, die sehen, dass Menschen weniger Arbeit haben. Es gibt Menschen, die das nicht so sehen.

Auch wie immer: Vernachlässigung der tatsächlichen Kosten. Klar, ich kann mit einem 200€-Abo bei Cloude extrem viel rausholen, einige sagen das 25-Fache. Irgendwann wird es keine Abos mehr geben bzw. nur Noch für die schwachen Modelle. Und dann? Dann stehen viele wieder vor der Entscheidung: 6000€ (Achtung, Fantasiezahl, die Kosten werden vermutlich höher sein) an Token ausgeben oder eine Stelle schaffen.

Nach China wollen viele aus politischen / ethischen Gründen nicht. Obwohl die ihre Rechenzentren mit Solarstrom betreiben können, ihre Modelle durch Hacks anpassen (was übrigens nichts schlechtes ist) und dadurch konkurrenzfähig sind (was übrigens auch meint, dass sie besser sein können). Also keine echte Alternative für viele.

Bleibt also nur, Modelle selbst zu betreiben. Nur ob das am Ende zielführend ist, steht auf einem anderen Blatt.

Und ja, viele nutzen auch keine KI sondern einen Teil davon, nämlich LLM. Aber geschenkt.
 
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Bunhy schrieb:
Wir werden hier wohl daher eingreifen und KI in der Ausbildung unserer sehr jungen Entwickler stark reglementieren.
Ungefähr so wie nem 1. Klässler (und auch später noch) keinen Taschenrechner zu erlauben und auch Lösungs-/Rechenwege aufschreiben zu lassen?
Wir durften damals bis Klasse 9 o. 10 keinen verwenden, und es hat nicht geschadet, eher das Gegenteil. Nachdem man den Taschenrechner nutzen durfte, wurde alles schneller fertig, das Kopfrechnen wurde aber schlechter. Wenigstens hatten wir bis dahin gelernt wie der Lösungsweg aussieht, sonst hilft dir dein Rechner auch nix. :D
 
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blacklotus83 schrieb:
Wird auch kommen, hast einfach noch 5-10 Jahre mehr Vorlaufzeit
Robotik ist der nächste heiße Scheiß, dann trifft es die Handwerker auch
 
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romeon schrieb:
Auch hier wird das funktionieren und einen immensen Nutzen bringen
Sehe ich anders. Also zumindest, wenn man als Maßstab heranziehet, was die CEOs von Open AI, Antrophic etc. kolportieren.

Warum? Weil die Kosten wenn überhaupt nur zu decken sein werden auf Jahrzehnte, wenn es nur wenige Anbieter am Markt gibt, oder ein Monopol. Das wiederum bedeutet, dass die Firmen in massive Abhängigkeiten kommen, wenn sie auf KI setzen. Eine KI muss ja tief integriert sein um zu funktionieren, bedeutet, dass ein Wechsel nicht mal eben gemacht ist. Man bindet sich also an einen Anbieter. An Anbieter, die derzeit massiv im Minus operieren. Wohin das führt, muss man das wirklcih wieder erklären, wo es im erheblich kleineren Umfang mit dem OS und dem Warenwirtschaftssystem bereits durchgespielt wurde? Klar, viele im Management werden wieder nur die kurzfristige Kostenersparniss sehen.

Na ja, wenn das alles so kommt, werden einige Firmen über die Wupper gehen aufgrund der massiven Bindung an einen Anbieter, der bereits heute absehbar definitiv die Kosten für sein Produkt erhöhen muss.
 
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