Kompatke kamera mit "Freistellungsfunktion"

Belichtungskorrektur können wirklich die meisten Kameras, was viele allerdings nicht können ist Blitze auslösen, da viele Kompaktkameras weder Blitzschuh noch X-Sync-Anschluss haben. DSLR-Kameras können immer beides und Bridgekameras fast immer auch.

Wenn man bei der Beleuchtung auf ein vernünftiges Level will, wird man über kurz oder lang nicht an einer kleinen Blitzanlage (zwei Kompaktblitze mit so viel Leistung wie du bezahlen kannst, 200Ws aufwärts, zwei 120x80 Softboxen dazu) und Kartonhintergründen bzw. den erwähnten äußerst nützlichen Durchlichttischen vorbeikommen.

Von Beleuchtung mit Slave- bzw. Systemblitzen halte ich btw garnix da sie kein Einstellicht und nebenbei auch zuwenig Leistung bieten. Lieber an der Kamera und an den Hintergründen sparen als an der Lichtanlage.
 
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Wie soll man Beleuchtungsempfehlungen aussprechen, wenn man nicht mal wüsste, ob die zu verwendende Kamera überhaupt Kontakt damit aufnehmen kann?

Theoretisch kannst du auch 2-3 500W Strahler aus dem Baumarkt dafür heranziehen, wenn die Kamera die Farbtemperatur in den Griff bekäme (die Dinger geben nun mal kein Weiß aus sondern gehen in Richtung Gelb).

Aber auch einen Link zu kabellosen Blitzen habe ich oben bereits gepostet - bitte Antworten auch mal lesen.

Du kannst nicht davon ausgehen, dass man mit minimalistischem Equipment bzw. ohne hohen Zeitaufwand für die Bildbearbeitung und generellem KnowHow einfach mal so eben ordentliche Bilder - wie oftmals hier bei den Produktfotos zu sehen - hinbekommt.

Wenn man lediglich 200€ für ne Cam in sowas steckt, dann sehen die Ergebnisse auch deutlich danach aus im Vergleich zu DSLR Equipment mit Möglichkeiten der Einflussnahme auf alle Parameter von der Belichtung bis hin zur Steuerung der Schärfeebene als auch der Lichtführung.
 
Für 250€ bekommt man schon ne alte DSLR (Canon 10D, 20D, Nikon D100, oder neuere Einsteigermodelle wie 400D und D60) mit Objektiv gebraucht, das ist gar nicht das Problem. Das meiste Geld fließt, wenn man es richtig machen will, in die Lichtanlage, denn mit der Lichtführung hat die Kamera gar nichts zu tun.

Baustrahler kann man auch benutzen, aber dafür gibts leider keine Softboxen ;)
Die Farbtemperatur kann man in den besseren Kameras korrigieren, zumindest wenn man die Strahler bei voller Leistung betreibt. Gedimmt ist das Licht oft so warm dass der Spielraum der Kamera im Bereich von 2500K manchmal nicht mehr ausreicht. "Weißes" Licht ist ja nicht definiert, auch das Licht von Baustrahlern hat einen Weißpunkt - der ist nur eben ein anderer als der von Tageslicht oder Blitzlicht.
 
Es hat auch niemand gesagt, dass Lichtführung direkt mit der Kamera zu tun hat.

Nur eine Kamera, die keine Kontakte/Anschlüsse aufweist, lässt keine "Lichtführung" zu.

Eine Kamera, die eine Blitzsteuerung (als Canon-Users wirst du wissen, was ich meine) per Kabel oder schnurlos zulässt, ist ebenfalls eine andere Hausnummer usw.
 
Also ich habe mich jetzt mal im Rahmen meiner zeitlichen Möglichkeiten etwas in die Beleuchtungsgeschichte eingelesen. Würde es nicht reichen, wenn ich auf eine Dauerbeleuchtung mittels Spots zurückgreife? So wie ich jetzt auf die Schnelle gelesen habe, ist ein zusätzlicher Blitz ja hauptsächlich von Vorteil, wenn ich sich bewegende Motive knipsen will.

Die Spots könnte ich je nach gewünschter Ausleuchtung verschieben. Eventuell wäre noch ein Diffusor nützlich? Soweit ich jetzt weiß, sorgt dieser für eine gleichmäßigere Ausleuchtung der Szene und verhindert harte Schattenkanten. Richtig soweit?

@ GlenRothes

Keine Angst, ich überlese keine Links. ;) Im Gegenteil, ich bin dankbar für jeden. Ich dachte nur, es gäbe so eine Art Einsteiger-Set für Tabletopfotografie. Ich hab jetz auch schon einige Sets gefunden, die meiner Vorstellung recht nahe kommen, z.B. das hier oder das hier.

Ich bräuchte so etwas nur in "groß". So das ich von der Größe her problemlos einen PC-Tower oder auch Monitor ablichten kann. Vielleicht habt ihr ein paar gute Shops an der Hand, die in der Richtung eine größere Auswahl haben. Es würde auch ein (bezahlbares!) Beleuchtungsset reichen. Den Hintergrund kann ich mir auch selber basteln.
 
GlenRothes schrieb:
Eine Kamera, die eine Blitzsteuerung (als Canon-Users wirst du wissen, was ich meine) per Kabel oder schnurlos zulässt, ist ebenfalls eine andere Hausnummer usw.
Meinst du TTL-Steuerung? Das braucht man im Studio eher nicht. Nen Anschluss für ein Syncronkabel braucht man allerdings, das ist richtig.

Spots sind eigentlich eher spezielle Lichtquellen, bei der Produktfotografie hat man es meistens - aber nicht immer - mit Softboxen und Striplights zumindest als Hauptlichtquellen zu tun. Bei Blitzanlagen kannst du beides je nach Bedarf mittels Bajonettanschluss auf die Blitzköpfe montieren.

Links für Blitzanlagen:
http://www.wexcameras.de/product/default.aspx?sku=1012337&source=webgains&siteid=42077
www.calumet.de
www.foto-walser.de

Wenn es um größere Sachen wie PC-Cases geht, sollte man eher mit ner Kartonhohlkehle arbeiten als mit nem Leuchttisch. Ne Kartonrolle in 1,35x11m kostet bei Calumet 42€, dazu kommt eine Halterung nach Geschmack. Zusammen mit zwei mittelgroßen Lichtquellen ohne großen Anspruch hinsichtlich deren Position sieht das dann so aus:
 

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Richtig große Tische werden i.d.R. auch sehr viel mehr kosten, so dass man wirklich mal ein klein wenig experimentieren sollte, ob man seine Aufgabenstellung durch einfache Mittel evt. realisieren könnte.

Wichtig wäre:

- du solltest im Hintergrund möglichst eine "Hohlkehle" haben, um einen weichen, glatten Hintergrundverlauf zu erzeugen.

- evt. kannst du im einfachen Fall ein größeres weißes Tuch/Stoff/Bettlaken etc spannen und damit testen.

- evt. das Objekt mit Abstand zum Hintergrund/Stoff versehen (zu Testzwecken das Rechnergehäuse, welches fotografiert werden sollte, auf ein Minipodest stellen, damit es sich vom Hinter- / Untergrund abhebt), damit bei Fokussierung auf das Objekt der Hintergund durch erhöhten Abstand unschärfer wird und damit dein Ziel des "Freistellens noch besser erreicht werden könnte.

Wenn du dein Objekt dann mit 2-3 Lichtquellen von links/rechts/oben oder vorne ausleuchtest, könnte möglicherweise schon ein ganz brauchbares Ergebnis dabei herauskommen.
 
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@ Arne

Supi! Danke für die Links. :daumen:

Ich konnte mich jetzt kurzfristig für dieses Set hier begeistern:

http://www.foto-walser.biz/shop/Art...Studioset_walimex_Studioset_Daylight_250S.htm

Davon zwei Stück sollten für meine amateurhaften Ambitionen doch durchaus ausreichend sein? Bezahlbar ist das ganze auch noch.

Weiterhin hab ich gesehen, dass man sich eine Hohlkehle auch fix aus nem weißen (Stoff-)Rollo zaubern kann. Was haltet davon?

Edit: Das hier sollte als Lichtwürfel doch auch völlig ausreichen, oder?
 
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Dauerlicht ist ne Billiglösung (abgesehen davon, dass der Walimex-Kram ganz allgemein billig ist), man kann es nicht regeln und es ist ziemlich wenig Leistung - da hat man nicht wirklich Spaß dran. Ich würde mindestens die 200Ws-Blitze nehmen mit Softboxen oder Striplights, das hier zum Beispiel:

http://www.foto-walser.biz/shop/Art..._pro_Studioset_VC_200_Striplight_30x120cm.htm

Stoff ist durch den Faltenwurf nicht so schön nutzbar wie Karton, da kannst du auch gleich bei Rauhfaser bleiben ;)

Lichtwürfel bzw. -zelte haben den Nachteil dass sie nicht mehr wirklich viel Spielraum bei der Ausleuchtung bieten, es wird alles mehr oder weniger hell. Bei Hochglanzobjekten wird man da kaum zurande kommen bzw. es wird aufwendiger als ohne Lichtwürfel.
 
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Ok, danke für die Anregungen. Aber ein 270€ Licht kommt auf gar keinen Fall in Frage. Ich will damit ja kein Geld verdienen sondern nur "hier und da" mal ein Objekt einfangen.

Die Fotos in meinem ITX Thread habe ich mit normaler Zimmerbeleuchtung gemacht. Diese Besteht aus ner Deckenleuchte mit 6x 50W Halogen Spots, wovon 3 auf meinen Fototisch strahlen (Rest leuchtet das Zimmer aus). So wirklich schlecht waren die Fotos damit schon nicht. Dann sollte ich doch mit 2 50W Daylight Lampen, die direkt neben dem Fotoobjekt stehen, genug Licht haben? Oder bin ich jetzt auf dem falschen Dampfer?

Aber klärt mich ruhig auf, wenn ich da falsch gedacht habe. Bisher habe ich aus euren Anregung rausgefiltert: viel gut positioniertes Licht, nach möglichkeit Diffus; eine Hohlkehle (möglichst glattes Material); Knipse mit Blendeneinstellfunktion.

Auf die Empfehlung der Hohlkehle aus Karton komm ich gern zurück.

Edit: @ Arne

Du meinst, mit einem Lichtwürfel kann ich den Schattenwurf kaum noch beeinflussen, weil drumrum alles "leuchtet"? Maserung von Oberflächen kann ich dann sicher auch nicht so gut erfassen. Richtig soweit? Dann ist ein Lichtwürfel wohl doch nicht das richtige für mich.
 
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Kopi80 schrieb:
Dann sollte ich doch mit 2 50W Daylight Lampen, die direkt neben dem Fotoobjekt stehen, genug Licht haben? Oder bin ich jetzt auf dem falschen Dampfer?
Naja wenn wirklich das Geld nicht ausgegeben werden soll, dann muss es eben Dauerlicht tun, da kann man dann nichts machen ;) 50W Dauerlicht mit Lichtformern sind aber schonmal deutlich besser als jede normale Zimmerbeleuchtung.

Kopi80 schrieb:
Aber klärt mich ruhig auf, wenn ich da falsch gedacht habe. Bisher habe ich aus euren Anregung rausgefiltert: viel gut positioniertes Licht, nach möglichkeit Diffus; eine Hohlkehle (möglichst glattes Material); Knipse mit Blendeneinstellfunktion.
Genau so ist es. Diffuses Licht braucht man eigentlich immer, wenn man Akzente setzen will muss man sich halt nen Spot basteln.

Kopi80 schrieb:
Du meinst, mit einem Lichtwürfel kann ich den Schattenwurf kaum noch beeinflussen, weil drumrum alles "leuchtet"? Maserung von Oberflächen kann ich dann sicher auch nicht so gut erfassen. Richtig soweit? Dann ist ein Lichtwürfel wohl doch nicht das richtige für mich.
Genau. Oberflächenstrukturen fängt man meistens mit einer definierten Einspiegelung einer Lichtquelle in die Oberfläche ein, das wird in nem Lichtzelt sehr schwer ;)
 
Beim Dauerlicht Set von Walimex fand ich eben ganz positiv, dass man den Durchlichtschirm abnehmen kann und dann einen Spot hat. So könnte ich Akzente setzen und mit der zweiten Leuchte noch diffuses Licht einbringen und müsste so nicht unbedingt mit nem Reflektor arbeiten.

Das gesparte Geld würde ich lieber in die Cam (evtl. Objektiv) und/oder ein Stativ investieren.

Zur Hohlkehle: http://www.foto-walser.biz/shop/Artikel/129/34/Hintergrund_Tetenal_Hintergrundkarton_2_72x11m_Super_White.htm

Material ok? Bastel mir dann ne Aufnahme an die Wand, dass ich das nach Bedarf ausrollen kann.
 
Das tolle an Blitzanlagen ist ja dass man nicht zwingend ein Stativ braucht. ;)
Ich finde gutes Licht auch wichtiger als eine gute Kamera, aber nun ja. Auch Blitze kann man übrigens ohne Lichtformer einsetzen und erhält dadurch quasi einen Spot (ein richtiger Spot für kontrollierte Lichtführung ist es allerdings erst mit nem Snootvorsatz).

Wenn du Platz für ne 2,72er Rolle hast ist das natürlich noch besser als 1,35er, damit kann man dann quasi alles machen - wenns nicht gerade um Autos geht ;)
 
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