komplettes Handyverbot an Schule - Ist dies erlaubt?

DDM, du scheinst Lehrer zu sein. Wenn die die Handys im Unterricht angeschaltet haben, sofort einziehen, rigoros durchziehen. Die kleinen Mistdinger haben dort nichts zu suchen. Nur hier geht es um die Pausen ;)
Unterrichtest du Grundschüler? Oder Unterstufe? In der Oberstufe sollte es solche Probleme nicht mehr geben, da versagt jeder für sich, wenn sie belehrungsresistent sind. Alt genug sind sie ja dann.
 
Ich bin Gymnasiallehrer, Mittel- und Oberstufe unterrichte ich momentan.

An unserer Schule herrscht absolutes Handy-Verbot. Mitbringen ist erlaubt, Benutzung verboten. Ganz einfach.* Laut landesübergreifender Schulordnung bin ich übrigens ermächtigt, störende Gegenstände für einen "gewissen Zeitraum" einzuziehen . . .

. . . und der Konsensus hier ist, dass im Allgemeinen die Eltern die Dinge ihrer Sämlinge abholen können. Das zieht.

*Wenn ich jetzt eine Vertretungsstunde habe, in dieser nicht unterrichten muss und jemand unbedingt Musik hören will, weil er wirklich nichts zu tun hat, aber auch niemanden belästigt -- hey, wo kein Kläger . . . ;)
 
Dagegen, dass Schüler ihre Pause verbringen wie sie wollen, ist mMn nichts zu sagen, solange es nicht dazu führt, dass sie dem anschliessenden Unterricht nicht mehr folgen können.

Allerdings sehe ich das Problem in der Kontinuität. Wer das Ding eingeschaltet dabei hat, der kann es auch benutzen, und in diesem Fall ist nicht mehr gewährleistet, dass er am Unterricht teilnimmt.

Wenn sich Lehrer dadurch gestört fühlen, sollten sie darauf hinweisen, und gemeinsam mit der Klasse eine Regelung erarbeiten, mit der beide Seiten leben können. Das ganze lässt sich unter die übergeordnteten Lernziele "Medien-", "Sozialkompetenz" und der "Befähigung zur Teilhabe an demokratischen Entscheidungsprozessen" einordnen.
Aber Demokratie an der Schule ist für viele Schüler noch immer ein Paradoxon.

Ich hab noch ein extrembeispiel für den Umgang mit dem Problem der modernen Medien:
Es gibt an meiner Uni einen Dozenten, der seine Vorlesungen immer mit folgendem Satz beginnt:
"Bitte lassen sie Handys und Laptops ausgeschaltet, sollte ich einen Verstoß gegen meine Bitte feststellen, werde ich die Veranstaltung sofort abbrechen. Denn Stoff werde ich in der Klausur selbstverständlich trotzdem abfragen."

Ganz schön totalitär, das gebe ich zu, aber es wirkt. Der absolute Normalzustand (etwa 15% der Studenten spielen BrowserGames, statt der Vorlesung zu folgen), tritt in seinen Veranstaltungen nicht auf. Weiter fällt auf, dass dieser Dozent eine der geringsten Durchfallquoten hat, bei standardisierten Klausuren fragt man sich schon woran das wohl liegt.

Ich würde den Kids auch lieber ihre Spielzeuge lassen, und ich denke, dass es wirklich Eltern gibt, die wuschig werden, wenn sie wissen, dass ihr Kind "nicht uneingeschränkt erreichbar" ist, selbst wenn sie noch nie versucht haben, ihr Kind in der Schulzeit zu kontakten.
Ich denke allerdings auch, dass die Schule einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien zu vermitteln hat, und dazu gehört eben auch, seine Umwelt nicht mit Musik oder Klingeltönen zu nerven. Allerdings ist es extrem fraglich, ob man den verantwiortlichen Umgang mit etwas lokal verbotenem anbahnen kann. Auf diese Weise würde ein Handyverbot dem Erziehungsauftrag sogar entgegenstehen.

Es sollte eine demokratische Lösung geben, mit der dann nicht nur die Lehrer zufrieden sind. Ein Verbot trägt definitiv zur Lehrerzufriedenheit bei, allerdings ist der Effekt eines Handys auf das Unterrichtsgeschehen rel. gering, solange sein Gebrauch geregelt ist.

Ein Verbot tut das, was es immer tut; es erotisiert das Verbotene.
 
Zuletzt bearbeitet:
@ DerOlf

Schön formuliert, und in der Theorie auch super. Leider in der Praxis allerhöchstens mit älteren Schülern machbar. Versuch' das mal in einer, sagen wir, 8. Klasse umzusetzen. Ich hab's versucht, nicht möglich.

11. Klasse? Kein Problem. Die wissen selber, dass der Kittel brennt, wenn sie den Stoff nicht durchkriegen, und dass sie sich selbst keinen Gefallen tun.

Ein Verbot mag Dinge interessanter machen; leider haben wir bereits genügend zu tun, und haben nicht auch noch Zeit dafür, genauestens festzulegen, wann Handies benutzt werden dürfen -- und dann die Umsetzung überwachen. Da internet-fähige Dinger auch zum Bescheißen bestens geeignet sind, ist ein Verbot nun mal das einfachste und fairste.

Der Spruch vom Prof -- genau den bringe ich übrigens auch, wenn es zu laut wird. Hat bisher noch nie versagt, denn meine Schüler wissen, dass ich das auch genauso durchziehe.

Das hat wenig mit totalitär zu tun. Es ist eine schlichte Konsequenz, die vermieden werden kann, wenn sich alle benehmen. Ansonsten wäre jede Form der Strafandrohung totalitär. ;)
 
Die Rahmenbedingungen in der Sek I sind mir bekannt, sie sind extrem unkooperativ, was Demokratie angeht. Meine diesbezügl. Erfahrungen habe ich in einer Grundschule gesammelt, und da hat das wunderbar geklappt. Aber auch da gab es Ausreißer, die wird's wahrscheinlich immer geben.
Wo liegt nun der Unterschied, zwischen viert- und achtklässlern. Ist es die Pubertät inkl. Rebellion?, die Stofffülle, oder die Tatsache, dass einem achklässler seine Schulpflicht langsam "lästig" wird, und er bei nicht wenigen Inhalten kaum noch einen Lebensweltbezug herstellen kann? Evtl. ist es aber auch einfach der üble Betreuungsschlüssel in der Sek I?

Ja ich habe ne miese Meinung vom deutschen Regelschulsystem, und vor allem von der Sek I.

DDM_Reaper20 schrieb:
Der Spruch vom Prof -- genau den bringe ich übrigens auch, wenn es zu laut wird. Hat bisher noch nie versagt, denn meine Schüler wissen, dass ich das auch genauso durchziehe.

Das hat wenig mit totalitär zu tun. Es ist eine schlichte Konsequenz, die vermieden werden kann, wenn sich alle benehmen. Ansonsten wäre jede Form der Strafandrohung totalitär. ;)

Bestrafung ist totalitär, denn ihre Macht bezieht sie nicht aus den Folgen einer Tat, sondern lediglich aus der Angst vor der Authorität, die die Strafen verteilen darf. Nicht die Tat selbst ist das abschreckende, sondern die Strafe. unabhängig davon, ob man ein Handy benutzt, oder seinem Nachbarn sein Pausenbrot geklaut hat, was zählt ist die mögliche Bestrafung.

Wenn man ernsthaft mit den Kids diskutiert, was die negativen Folgen einer Tat sind, können die viel leichter nachvollziehen, warum man das lieber nicht tun sollte. Die Angst vor Strafe begünstigt nur eine einzige Erkenntnis "Man sollte sich besser nicht erwischen lassen".
Und noch ein ganzes Ende schlimmer wird es, wenn die "bestrafungswürdige Tat" nur eine einzige negative Folge hat, die Bestrafung. Das ist totalitär.

Ich hasse Leute, die ihre Authorität nur aus ihrem Posten beziehen, und ich habe leider in meinem abgebrochenen Lehramts-Studium zu viele (angehende)Lehrer kennengelernt, bei denen es genau so war, (bzw. die sich auf diese machtvolle Facette des Lehrerberufs diebisch gefreut haben).
 
@ DerOlf

Tut mir Leid, dass Du jeden für totälitär hältst, der Bestrafung als sinnvoll erachtet. Spielt man das Spielchen weiter, fragt man sich natürlich: Wie geht man mit Leuten um? Nicht jeder hält sich an die Regeln, und mit nicht wenigen lässt sich einfach nicht reden.

Abgesehen davon habe ich schlicht keine Zeit, mit ~30 Schülern pro Klasse individuell zu reden, wenn sie unbedingt Mist machen wollen.

Wenn man ernsthaft mit den Kids diskutiert, was die negativen Folgen einer Tat sind, können die viel leichter nachvollziehen, warum man das lieber nicht tun sollte. Die Angst vor Strafe begünstigt nur eine einzige Erkenntnis "Man sollte sich besser nicht erwischen lassen".

Du wirst es nicht glauben, aber genau das wird bei uns getan. Wir reden mit den Schülern, bevor wir strafen. Nur, wenn es gar nicht anders geht, gibt es entsprechende Konsequenzen. Aber, wie ich schon sagte -- es gibt Schüler, die wollen es nicht einsehen. :rolleyes:

Und noch ein ganzes Ende schlimmer wird es, wenn die "bestrafungswürdige Tat" nur eine einzige negative Folge hat, die Bestrafung. Das ist totalitär.

Das hängt wohl von der erzieherischen Maßnahme ab, die verhängt wird. Ich versuche, wenn ich denn mal dazu greifen muss, etwas zu geben, was sie zum Nachdenken anregt. Bisher hat sich noch keiner beschwert, ich komme gut mit meinen Schülern aus. Die wissen nämlich, dass sie mich sehr wohl kritisieren dürfen (müssen!), wenn ihnen etwas nicht passt. Der Ton macht die Musik. Ich respektiere sie, sie mich. Ganz einfach.

Was Strafe = totalitär angeht: Wie würdest Du vorgehen, wenn jemand sich beharrlich weigert, sein Stören des Unterrichts einzustellen, laut Obsonitäten brüllt, einfach nicht begreifen WILL, dass er sich selber schadet? Wenn Du den machen lassen willst, bitte sehr. Dann bist Du am Schluss dran, weil die Klasse darunter leidet, die Eltern Dir die Bude einrennen und der Rektor mit dem Hammer hinter Dir her ist.

Ich wiederhole mich: Es gibt Schüler, die brauchen eine harte Hand, die testen knallhart die Grenzen aus, und wenn Du mit wir-haben-uns-alle-lieb-Gesülze ankommst, bist Du der Arsch. Hatte Fälle, da konnte ich reden, reden, reden, es passierte nichts, aber eine sinnvolle Aufgabe, und Ruhe war.

Ich hasse Leute, die ihre Authorität nur aus ihrem Posten beziehen, und ich habe leider in meinem abgebrochenen Lehramts-Studium zu viele (angehende) Lehrer kennengelernt, bei denen es genau so war, (bzw. die sich auf diese machtvolle Facette des Lehrerberufs diebisch gefreut haben).

Komisch. Kenne keinen einzigen Kollegen, der seine Autorität nur daraus bezieht, und auch keinen, der sich an der "Macht" aufgeilt.

Wer tatsächlich so denkt, geht erfahrungsgemäß nach wenigen Jahren am Stock. Das hält niemand durch.

Mal ganz abgesehen davon: Wann hat man denn bitte "Macht" als Lehrer? Jede Menge Verantwortung, ja. Macht? Nein. Als Referendariar schon mal gar nicht, da ist man Sandwich zwischen Betreuern und Schülern. Und danach? Wenn meine Schüler nicht so wollen, wie ich, dann bin ich verdammt hilflos. Nix mit "Macht." Strafen alleine verleihen keine Macht, die sind witzlos, wenn sie dauernd angewendet werden.

Keine Ahnung, was für Typen das waren, aber eins versichere ich Dir: Die sind bestimmt nicht Lehrer geworden, sondern wurden spätestens im Referendariat ausgesiebt.

Wer Macht will, geht in die Wirtschaft oder in die Politik. Als Lehrer kriegt man das jedenfalls nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Naja, Kindern eine sinnvolle Aufgabe geben, sehe ich kaum als Strafe.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Schüler gibt, die Sanktionen (bspw. die Entfernung aus dem Unterricht) nicht als Strafe empfinden, eher als Belohnung. Leider ist genau das oft das "letzte Mittel", mit dem man den Störenfried, dem man nicht gewachsen ist, deproblematisiert. Eine gewisse Wirkung erzielt diese Sanktion nur, wenn sie gleichzeitig eine Isolation bedeutet, den Kids also die Projektionsfläche der Gruppe entzieht.

Ohne Authorität geht es in der Schule nicht, das ist mir klar und gleichzeitig der Grund für den Abbruch meines Studiums.

In Sek I +II kann man sich einigermaßen oft darauf verlassen, dass man als Lehrkraft eine gewisse Authorität genießt. Man ist durch den Posten in einer Institution, die die Kinder besuchen MÜSSEN, eine Respektsperson. Diese Position wird durch annähernd alle an der Erziehung eines Kindes beteiligten gestärkt, da das Funktionieren von Schule auch an dieser Position hängen kann. Vom "richtigen Umgang" mit den Akteuren der Institution Schule kann später sehr viel abhängen.

Da die Schule einen nicht unerheblichen Raum im Leben der Kinder einnimmt, dieser Raum durch die Institution Schule und ihre direkten Repräsentanten (LehrKräfte, Direx, Hausmeister...) mitgestaltet wird, haben diese Repräsentanten auch eine gewisse Macht, was nur bedeutet, dass sie im Leben der Kinder eine nicht ganz unwichtige Rolle spielen.
In der Primarstufe kann man sich auf diese Dinge nicht verlassen, wodurch Regeln und vor allem das Befolgen von Regeln teil des Erziehungsauftrages der Grundschule sind. Hier (und an anderen Orten erzieherischer Maßnahmen) wird die Macht geschaffen, die man als Lehrer später nicht mehr wahrnimmt, weil sie zur Institution Schule dazugehört, wie das "Amen" zur Predigt.

Ich wäre im Referendariat auch ausgebrannt, da bin ich mir ziemlich sicher. Und das hätte zu einem großen Teil daran gelegen, dass ich keine Authorität ausüben will/kann (habs versucht, klappt nicht), und auch kein Interesse daran habe es zu lernen. Als Lehrer ist man da echt nicht richtig, zumindest nicht ausserhalb der freiwilligen Bildung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin 21 und Berufsschüler und konnte das Handyverbot irgendwie noch nie verstehen. War vor einer Weile mal auf einer Schulbesichtigung in Holland (Deventer), da durften die Schüler im Unterricht sogar SMS schreiben.
Gut, das ist nun vielleicht etwas viel, aber ich find' dass es ab einem gewissen Alter irgendwie lächerlich ist solche Verbote durchzuziehen.
Ich krieg' auch Brechreize wenn ich Grundschüler mit dicken Handys rumlaufen sehe, aber wenn jemand über 18 das Handy abgezogen bekommt, weil er im Unterricht mal auf die Uhr schaut (viele die ich kenne haben keine richtige Armbanduhr mehr, inkl. mir) dann find ich das irgendwie lächerlich.
Handys gehören eben zur heutigen Zeit, Schulen sollten eher lernen damit klarzukommen und die Schüler im richtigen Umgang damit erziehen, nicht alles brutal mit dem Knüppel niederschlagen.
 
@ stanf

Etwas weniger schwarz-weiß, bitte. ;)

Wir sind NICHT für grundlegende Erziehungsarbeit verantwortlich! Wer zu Hause keine Manieren gelernt hat, wird sie in der Schule nicht erlernen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Das schaffen wir ganz einfach nicht. [Es gehört für mich zum Kennzeichen guter Manieren, Mitschüler und Lehrer nicht mit solchen Dingern zu nerven.]

Den Umgang mit solchen elektronischen "Nervensägen"* können wir auch nicht lehren. Da haben wir sehr viel wichtigere Dinge.

Wir können nicht über jeden Mist diskutieren, dafür ist der Lehrplan ganz einfach zu voll. Wenn ich wegen solchen Sachen jedesmal eine Grundsatzdiskussion eröffnen würde, kämen wir zu gar nichts mehr. Also werden Regeln erstellt, den Schülern kurz vorgestellt, und dann halten sich alle dran.

Bestimmte Geräte haben im Unterricht nichts zu suchen, Ende, aus. Wer damit nicht klar kommt, sollte mal seine Einstellung überdenken und sich fragen, ob man rund um die Uhr von so einem Ding abhängig sein muss.

Klar, mal auf die Uhr schauen ist eine Sache, da sag' ich auch nichts. Aber aufmerksam sollten sie trotzdem sein, denn sonst kreischen die Eltern, wenn die Note nicht mit der erwarteten Zensur übereinstimmt. Da sind wir dann ganz schnell schuld.


*Das ist durchaus nicht abwertend gemeint; allerdings stelle ich fest, dass viele Leute sich durch diese kleinen Dinger unnötig unter Druck setzen (lassen?).
 
Der Handy-Hype ist nun mal da, das lässt sich nicht wegreden.

Ich gehöre übrigens auch zu den Menschen, die ansonsten keine Uhr besitzen, da ich Armbanduhren schnell als Fessel empfinde, und Taschenuhren mein Budget etwas übersteigen. ->Handy als Uhr-Ersatz.

Allerdings sollte in einer Schule (egal ob P oder Sek.) auch dafür sorgen, dass es in jedem Klassenraum eine Uhr gibt, man also nicht dringend seine Handy-Uhr braucht. Abgesehen davon, kenne ich kaum Schüler, die für etwas anderes auf die Uhr schauen, als um zu erfahren, wie weit es noch bis zur nächsten Pause ist, und dafür braucht man als Schüler in den allerwenigsten Schulen eine Uhr. Die meisten Pausenklingeln sind laut genug.

Wenn im Klassenraum eine Uhr hängt, und man ihn vor Pausenbeginn oder Schulschluss ohnehin nicht verlassen darf, wozu muss man da auf sein Handy starren?

Und der Lehrplan wimmelt von unnötigem Müll (z.B. von mathematischen Verfahren, die heute keine Sau mehr im Kopf rechnet, sobald er den Fittichen seiner Lehrer entkommen ist), aber das Handyverbot ist ohnehin eher teil einer "hidden Agenda".

Der größte Fehler von Handys im unterricht, ist der, dass sie die Aufmerksamkeit vom Lehrer ablenken könnten, ein Risiko, das diese nicht bereit sind einzugehen. Daher das Verbot.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da ich kein Mathelehrer bin, fühle ich mich durch die Müll-Bemerkung in keinster Weise gestört. :D

Allerdings finde ich es verfehlt, zu behaupten, es würde Müll gelehrt. Sicher, vieles davon braucht man später nicht mehr. Einiges davon ist Allgemeinbildung, und alles hat zumindest einen Effekt: Man hat schon mal was gelernt, damit Grundlagen geschaffen, und schaut nicht ganz so dämlich aus der Wäsche, wenn man was Neues machen muss.

Du musst mir nicht erklären, warum Handies verboten sind. ;) Fakt ist, Menschen lassen sich nun mal leicht ablenken, und wenn Du ~30 Schüler unterrichten willst, ist das eine Ablenkung, die man nicht braucht.

Nun, wir sind schön vom Thema abgeschweift. Fakt ist: Die landesübergreifenden Schulordnungen sehen sehr wohl vor, dass störende Gegenstände im Unterricht eingezogen und nach einer gewissen Weile (so steht's drin) wieder herausgegeben werden können. Dazu zählen diese Dinger nunmal.

Die einzige Abhilfe dürfte ein Gespräch mit dem Direktor und Vertretern des Kollegiums sein, aber ich sehe da keine große Hoffnung.
 
@DDM_Reaper20
Du hast recht, dass die grundlegende Erziehungsarbeit weiterhin bei den Eltern liegen sollte. Aber das sich scheinbar grundlegend gewandelte Verständnis von Familie und Erziehung kommt gerade an den Schulen immer mehr zum tragen. Scheinbar wird von den Lehrern immer mehr erwartet eben diese grundlegende Erziehungsarbeit zu leisten. Angesichts des Lehrermangels ist dies eine kaum zu leistende Aufgabe.

Ehrlich gesagt, verstehe ich diese Diskussion auch nicht. Es gab schon zu meiner Schulzeit klare Regeln und schon damals konnten störende Gegenstände eingesammelt werden. Das wurde von den Schülern auch gar nicht hinterfragt. Man wusste wann man mist gebaut hat und konnte auch irgendwie dazu stehen, auch wenn man sich als Konsequenz eine Menge Ärger eingehandelt hat.
 
@sudfaisl
Über ein Handyverbot an der Schule brauchst Du dir eigentlich keine Gedanken zu machen. Wir haben auch ein solches an unserer Schule, allerdings stört das wie schon gesagt wurde weder Schüler noch Lehrer, die Lehrer benutzen um ehrlich zu sein öfter das Handy als wir Schüler, das Klingelt dann schon einmal im Unterricht.

@DDM_Reaper20
"Da ich kein Mathelehrer bin, fühle ich mich durch die Müll-Bemerkung in keinster Weise gestört. :D"
Egal welche Fächer Du unterrichtest, in jedem wird mal mehr mal weniger "Müll" unterrichtet (bei z.B. Geschichte kann man sich wahrscheinlich noch mit dem "Allgemeinwissen" vermitteln herausreden, was aber nichts daran ändert, dass man das wissen höchstens noch bei Wer wird Millionär braucht wenn man nicht gerade einen Beruf in dieser Richtung macht.), ich will gar nicht erst anfangen sonst werde ich nicht mehr fertig, für den Großteil der Leute sind Sachen wie die genannten später einfach vollkommen unwichtig.
 
Jelais99

Leider ist das so. Aber bei Klassen, die oft 30 oder mehr Schüler umfassen, kann man Problemschüler nicht gezielt fördern; Beratungsgespräche werden von uns zwar angeboten, aber die Wenigsten nehmen sowas wahr.

Wenn ein Schüler wirklich beschließt, konsequent gegen die Regeln zu verstoßen, haben viele von uns einfach nicht die Zeit und Muße, darauf anders als mit disziplinarischen Maßnahmen zu reagieren. Das klingt unfair, aber so ist es eben. Anders als nicht wenige es meinen (unser Ex-Bundeskanzler, dieser Drecksack, zum Beispiel), sind die meisten von uns eben keine faulen Säcke.

@ S.E.P.P.

Och, auch da fühle ich mich nicht beleidigt. Zufälligerweise unterrichte ich Geschichte. ;) Ich halte das im Geschichtsunterricht Behandelte für Allgemeinbildung. Ist ja eh ja schon ärgstens komprimiert und teilweise lächerlich vereinfacht (geht halt nicht anders).
 
@DDM_Reaper20
Es soll auch niemanden beleidigen, höchstens zum Nachdenken anregen.
Ich bin halt der Meinung von "derOlf", natürlich sind z.B. auch grundlegende Geschichtskenntnisse notwendig und gehören zum Allgemeinwissen aber vieles was in der Oberstufe vermittelt wird halte ich dann eher für unwichtig.
Das schönste Beispiel wurde mit der Mathematik aber wohl schon genannt, da macht man wirklich gar nichts nützliches mehr. (das sage ich nicht als Mathe-Hasser sondern als jemand der sich gerade zwischen einem Physik und einem Mathematikstudium zu entscheiden versucht)
 
Dann muss ich wohl mal widersprechen. Liegt es vielleicht daran, dass ich Mathe studiert habe?

In Mathe wird nicht nur Müll unterrichtet, die Grundrechenarten helfen einem schon des Öfteren mal weiter. Wäre doch doof wenn dich jeder Händler bescheißen könnte, weil du nicht rechnen kannst.
Auch Triginometrische Funktionen (als ein etwas abwegigeres Beispiel) können nützlich sein, denn mit Triangulation können Entfernungen sehr leicht berechnet werden, vorrausgesetzt man kann mit sin, cos, tan usw. ordentlich umgehen.
Einige Inhalte der Oberstufe sind allerdings wirklich weit ab von gut und böse. Der Mathematikdidaktik zufolge, sollen sie das analytische Denken schulen, und so helfen mathematisierbare Probleme zu lösen.

Ich studiere momentan Pädagogik, und wenn ich in Methodikkursen sitze, und mich mit den anderen Studis über Messinstrumente, Skalenniveaus, Statistische Signifikanztests oder Korrelationsmatrizen bespreche, habe ich einen guten Eindruck davon, was in Kursen wie "Wahrscheinlichkeitsrechnung" oder "Funktionentheorie" vermittelt worden ist. Es ging dabei nicht um die Techniken an sich (zumindest im Studium, in der Schule sieht das dank Gruppengröße und Lehrplan-Wahnsinn etwas anders aus...Pauschalprognose: Keine Zeit) sondern darum, zu verstehen, wie diese Verfahren funktionieren und angewendet werden.
Genau dieses Wissen sorgt heute dafür, dass ich in meinem Bereich (pädagogische Forschungsmethodik) ein paar weniger Fragen habe, als "normale" Päda-Studis.

@S.E.P.P
Bei Physik oder Mathe als Studienfächer, braucht man auch die Schulmathematik, du wirst irgendwann dankbar für große Teile dieses Mülls sein. Ich bezog mich mit dem Müll darauf, dass selbst Mathematiker oder Physiker (nach abgeschlossenem Studium) die für die arbeit nötigen Rechnungen mit dem Computer machen. Die Ausbildung in Mathematik (Schule+Studium) gibt etwas, das der Computer momentan nicht hat, Methodenkompetenz. Er "verwurstet Daten" in egal welchem Algorithmus, nur der Mensch der ihn bedient, kann ihm sagen, ob das Verfahren "V" für den Datensatz "D" geeignet ist. Und dazu sind in einigen Bereichen mathematische Kenntnisse, die über die Alltagsmathematik hinausgehen, notwendig.

Ich würde allerdings nie im Leben von einem Schüler erwarten, dass er deswegen freudestrahlend eine Funktion ableitet, integriert, oder auf Stetigkeit prüft. Diesen draht zur Mathematik habe ich selbst erstt im Studium entdeckt, es gibt mMn einen signifikanten Qualitätsunterschied zwischen Schulmathematik und Mathe-Studium.
Mathematiker sagen gerne mal: "In der Schule wird nur gerechnet, das ist KEINE Mathematik".
 
@derOlf
Wie gesagt, ich beziehe mich nur auf die Oberstufe. Grundrechenarten und einfache Funktionen, also alles was in der Unterstufe vermittelt wurde, kann man schon sehr oft bzw. wenigstens manchmal gebrauchen.
Die Sachen in der Oberstufe sind meiner Meinung nach halt wirklich nur für das Studium wichtig(wobei ich gehört habe, dass dieser Stoff eigentlich nicht vorausgesetzt wird, den nimmt man angeblich in den ersten paar Vorlesungen durch und manche können das halt dann schon und manche nicht, da weiß ich aber nichts genaueres).
Der Punkt mit dem Analytischen denken ist natürlich sinnvoll, daran habe ich direkt gar nicht gedacht (wenn man das jemandem Erzählt der sich gerade über Mathe ärgert zeigt der einem aber wohl auch einen Vogel).
 
S.E.P.P. schrieb:
@derOlf
Der Punkt mit dem Analytischen denken ist natürlich sinnvoll, daran habe ich direkt gar nicht gedacht (wenn man das jemandem Erzählt der sich gerade über Mathe ärgert zeigt der einem aber wohl auch einen Vogel).

Das mag sein. Ich habe selbst sehr lange meine Zweifel gehabt (Ich stand in Mathe immer 4 und hab es nur durch Schleimerei noch auf ne 2 gebracht, dennoch habe ich Mathe erfolgreich studiert). Aber es wirkt tatsächlich. Ungefähr den gleichen Nutzen kann man aus dem, Lateinunterricht ziehen, denn er hilft einem bei fast allen romanischen Sprachen, es kommt einem alles "irgendwie bekannt" vor, nur ist es viel einfacher gestrickt (das ist mir bei Spanisch und Portugiesisch aufgefallen, selbst 6 Jahre nach der letzten Berührung mit Latein).

Im Mathestudium (über Physik hab ich keine Ahnung) wird man tatsächlich mit vielen Dingen innerhalb der ersten Semester versorgt, allerdings ist man etwas im Vorteil, wenn man vorher schon erste Erfahrungen mit z.B. dem Beweisverfahren der vollständigen Induktion oder anderen mathematischen Beweisverfahren gesammelt hat.
Ich persönlich habe im zweiten oder dritten Semester Mathestudium endlich die Bruchrechnung verstanden.
Zumindest hatten die "Herzensgermanisten", wie ich die angehenden Deutsch-Lehrer mit Nebenfach Mathe gerne nenne, immer ernste Probleme mit einigen dieser Verfahren, was man von Mathe-LK-lern nicht behaupten konnte. Die hatten allenfalls mal Probleme mit der reinen Algebra, da sie es nicht gewohnt waren, Rechnungen auszuführen, die nur aus Buchstaben bestehen, und auch nur Buchstaben als Ergebnis liefern.
 
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