Landtagswahl BW 2011 - Wie wählen die Computerbase-User?

Welche Partei werdet ihr wählen?

  • CDU

    Stimmen: 22 15,2%
  • SPD

    Stimmen: 15 10,3%
  • Bündnis ´90 / Die Grünen

    Stimmen: 14 9,7%
  • FDP

    Stimmen: 6 4,1%
  • Die Linke

    Stimmen: 12 8,3%
  • Piratenpartei

    Stimmen: 23 15,9%
  • ÖDP

    Stimmen: 0 0,0%
  • Die Partei

    Stimmen: 0 0,0%
  • Die Partei bibeltreuer Christen

    Stimmen: 4 2,8%
  • Eine andere Partei

    Stimmen: 1 0,7%
  • Ich gehe nicht wählen

    Stimmen: 2 1,4%
  • Ich wohne nicht in BW

    Stimmen: 46 31,7%

  • Umfrageteilnehmer
    145
  • Umfrage geschlossen .
wäre dieses ereignis nich genau vor 3 Wochen passiert und so aktuell, wie es zurzeit eben ist, würden sie auf ihren 10-15% (wie es sich für die normalerweise gehört) rumeiern. Da haben sich einige Wähler blenden lassen.

Hast du eine Quelle für diese Behauptung? Ich probier es mal mit den letzten Sonntagsfragen:
http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/baden-wuerttemberg.htm

Man bemerke:

- Ab Juli konstant hohes Niveau um/über 20%
- 04.03. 21%
- 14.03. (nach dem Erdbeben) ebenfalls 21%
- danach Ansteigen bis auf 26%
- gestern: 24%

Ich sehe da keinen Boom wegen des Erdbebens und der Katastrophe in Fukushima.
Ein Anstieg von 3% ist kein Boom; zu sagen, dass die Grüne ohne Erdbeben bei 10-15% rumgurken würden,
ist doch klare antigrüne Stimmungsmache.

Es war eher der "Cocktail" aus den schlechten Erfahrungen mit den Etablierten innerhalb der letzten Jahren,
der diesmal den Unterschied ausgemacht hat.

Nun werden wir sehen, wie sich ein grüner MP schlägt. Die Grünen waren noch nie als Wortführer in einer Regierung, wieso sollen sie die Arbeit nicht gut machen? Man kann es als Experiment ansehen. Versauts die grüne Regierung in BW, wird es sobald keine weitere geben.

Ich für meinen Teil bin nur froh, dass die CDU abgewählt ist.

P.S. Ich würde meine Parteien-Stimme nicht an die Grünen geben.
 
Zuletzt bearbeitet:
@sudfaisl
Die von dir verlinkte Seite zeigt:
- Vor dem Erdbeben waren die Grünen auf 20%, Trend nach unten
- Nach dem Erdbeben direkter Sprung auf 25%
- Vor dem S21-Baustart waren die Grünen konstant unter 20% ohne erkennbaren Trend nach oben
- Nach dem Baustart und den Protesten Sprung auf 25% und zu der Zeit, wo S21 die Schlagzeilen dominiert hat, sogar kurz über 30%

Wo sind die Zusammenhänge nicht erkennbar?

sudfaisl schrieb:
Ich für meinen Teil bin nur froh, dass die CDU abgewählt ist.
Kann dir auch egal sein, da du weit weg bist.
 
Über S21 redet doch keiner. buuge hat klar gesagt, dass die Grünen ohne das Erdbeben bei 10-15% rumkrebsen würden. Und das ist schlichtweg falsch. Darum ging es mir.
- Vor dem Erdbeben waren die Grünen auf 20%, Trend nach unten

Natürlich gab es mit dem Nachlassen der S21-Hysterie einen Rückgang an potentiellen Wählern für die Grünen.
Es ist doch aber ersichtlich, dass die Anteile nicht ins Bodenlose fielen, sondern lediglich um 4% über einen Zeitraum von ca. 1.5 Monaten. Dies ist zwar schon sehr viel für eine bloße Schwankung, ich sehe aber, dass es anscheinend mittlerweile einen Sockel an grünen Wählern geben muss, der bei ca. 20% liegt.

- Nach dem Erdbeben direkter Sprung auf 25%

Dass erklärt aber nicht das ausgesprochen gute Wahlergebnis, wenn der Anteil vor dem Erdbeben schon bei 20/21% lag. Bezieht man S21 noch ein, lag er sogar mal bei fast 30%, du sagst es doch selber, dann ist das Wahlergebnis also keinesfalls überraschend, es lag auf der Hand.

Mit geht es nur darum zu zeigen, dass buuges Aussage ausgemachter Blödsinn war.
Ich bleib dabei, wegen eines Plus' von 3% nach dem Erdbeben, kann man noch lange nicht sagen, dass das Erdbeben den Grünen den Wahlsieg beschert hat.

- Vor dem Erdbeben waren die Grünen auf 20%, Trend nach unten

Der Anteil wäre nicht so schnell gefallen, als das die Grünen nicht zumindest 20% erreicht hätten.
 
sudfaisl schrieb:
Ich bleib dabei, wegen eines Plus' von 3% nach dem Erdbeben, kann man noch lange nicht sagen, dass das Erdbeben den Grünen den Wahlsieg beschert hat.
.

Eigentlich kann man das schon sagen ... hätten die Grünen 3% weniger, wäre

1. die SPD stärker als die Grünen und

2. je nachdem wie sich die Stimmen verteilt hätten, CDU/FDP noch im Amt

3% können bei einer Wahl manchmal einen riesigen Unterschied machen
 
Ja, ich denke auch dass die Grünen ohne Fukushima (noch) nicht den Machtwechsel gepackt hätten. Dann wären Mappus und Merkel wohl mit einem blauen Auge davon gekommen.

Nichtsdestotrotz spricht der langfristige Trend eher gegen die CDU. Die Partei hat ein demographisches Problem; das Stammklientel ist in weiten Teilen vergreist und stirbt weg, während junge Leute eher zu den Grünen tendieren.

Sollte Grün-Rot jetzt auch noch gute Politik machen, wird es kein Selbstläufer, BaWü zurückzuholen.
 
Die Frage ist aber auch, ob diese 3% auch wirklich von dem Erdbeben kommen. Kann man nur mutmaßen.
Nagut, das wird jetzt Haarspalterei. Seien wir gespannt auf die nächsten Monate.
 
Guttenberg, Libyen und Fukushima haben die Politik in den Fokus gerückt, und sind somit für die hohe Wahlbeteiligung verantwortlich. Und das nicht mehr Landespolitik sondern Bundespolitik in den Vordergrund rückte ... und in Sachen Bundespolitik hat CDU/FDP in letzter Zeit ganz schön versagt. Da kann man Mappus keine Schuld geben, Merkel ist es welche zurücktreten müsste ;)

Und ich wage mal zu behaupten, dass diese neuen Wähler hauptsächlich die Grünen gewählt haben, und somit für die +3% verantwortlich sind ...
 
Wenn ihr nicht die Wahlen abschaffen wollt, dann weiß ich nicht, was diese Diskussion bringen soll. Ja die Katastrophe in Japan hat den Grünen ein Stimmungshoch verschafft. Aber liegt es ja nicht an irgendwelche unrationellen Entscheidungen, sondern weil die Grünen schon Jahrzehnte bemüht ist auf die Gefahren von Atomkraft hinzuweisen. Hätte Union/FDP diese Meinung schon vorher vertreten, dann hätten sie Stimmungen gewonnen. Diese beiden Parteien haben und aber längere Laufzeiten verschafft und lagen damit mehr als falsch. Immer zu sagen Japan mehr war es nicht ist viel zu billig. Es liegt an den Überzeugungen die man vertreten hat. Japan ist also an nichts Schuld, sondern die Parteien sind für ihre Falschen Überzeugungen (Lobbypolitik) ab gestraft worden.
 
Ich muss über das Ergebniss sehr schwer schmunzeln, wie sollen die Grünen die Probleme lösen?
Das wird sehr interessant und ich bin sehr gespannt wann die Menschen aufwachen und sich fragen was haben wir getan.

Die Probleme

Ein sehr interessanter Kommentar, der mir zeigt das die meisten Wähler nur aus Frust gewählt haben.
 
Und wer hat die genannten Probleme eingebrockt? Die Leute sind schon aufgewacht und haben sich gedacht, so geht es nun auch nicht mehr weiter, egal welches Horrorszenario vom geistigen und wirtschaftlichen Niedergang an die Wand gemalt wird. Der Frust entsteht nicht aus dem nichts heraus, sondern aufgrund der verfehlten Politik der abgewählten Regierung.

Da kann man sich jetzt freuen, dass die deswegen gewählten Vertreter an diesem Sumpf scheitern werden, aber das ist wahrlich keine beruhigende Aussage über den der das angerichtet hat.

Und zum genannten Kommentar: Jeder sucht sich eben die Meinung die am besten passt. Der gute Mann dort wird dafür bezahlt, das er dir nach dem Mund redet. Nicht umsonst läuft diese Kolumne unter einem Titel, die daran gleich gar keinen Zweifel lässt. Passend dann auch die Pöbelei in dem Text. Genau solche Typen will eben so recht niemand mehr wählen.

Es ist kein Zufall, dass sich unter den Stuttgart-21-Aktivisten neben Studenten und Rentnern, die eh' nicht so recht wohin mit ihrer Zeit wissen, in erstaunlicher Anzahl die 45-jährige Hausfrau aus der Villa mit Hanglage einfand, um kurz vor den Wechseljahren noch einmal die Aufregung der Aufruhrs zu spüren.

Und so macht man eben den politischen Gegner stark, in dem man ihn abwertet und unterschätzt. Aber dann ein drohendes "ihr werdet es schon sehen, was ihr davon habt" hinterher werfen, wenn man die Quittung dafür bekommt. Wem es bei so einer Argumentationsweise nicht kalt den Rücken runterläuft, der heißt eben auch den Mappus- und Brüderle-Filz gut. Einfach weil es immer schon so war und deswegen gut sein muss. Egal wie blind und orientierungslos gerade diese beiden in ihren Amtszeiten agiert haben. Gerade auch in den letzten Monaten (gut in RP kannte man die Kompetenz von Brüderle wohl schon vorher zur Genüge).
 
Zuletzt bearbeitet:
longi schrieb:
natürlich für Schwarz auch nicht zu vergessen;

a. zu CopyPaste. :D
b. wir sind im Krieg :)
c. Laufzeitverlängerungen :eek:
d. goldener Schlagstock von Schlegl und der iranischen Delegation für Mappus. :lol:

-5,2% in Badenwürtenberg und +2,4% in Rheinland-Pfalz.
Sieht für mich nicht unbedingt schlecht aus, weil sie ja auch noch (fast) in beiden Landtagen die stärkste Fraktion bilden. Schwarz-Gelb wurde abgewählt, schwarz nicht.

Wenn die FDP nicht aus diesen Loch kommt, dann siehts eng aus mit einem künftigen Koalitioonspartner für die CDU. Da wüsch ich mir gerne die Piraten in den Landtag/Bundestag.
Eine Kompination der Themen von Piraten/CDU wäre eventuell auch ganz interessant.
 
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HappyMutant schrieb:
Und wer hat die genannten Probleme eingebrockt?

Du bist ja lustig.
Die Antwort die Grünen selber.
Jeder ist für seine Aussagen im Wahlkampf selbstverantwortlich.
Bis zur nächsten Wahl werden sich die Wähler wieder die CDU wünschen.
Und bis dahin werden sich genug Gründe finden.

Mir tun die Grünen sehr Leid aber das ist eben Wahlkampf wer das Einhorn verspricht muss es liefern.
 
BaWü ist in Sachen Arbeitslosigkeit, Finanzen, Bildung, etc. seit Jahren oder Jahrzehnten Vorreiter. Diese Probleme hat auch der von HappyMutant so gern benannte konserative "Filz" eingebrockt. Roten und grünen Filz gibts auch, nur sieht es dann mit Finanzen, Arbeitslosigkeit, etc. ganz anders aus ^^
 
Ach die haben EnBW gekauft und im Stiel einer Heuschrecke dann gesagt, der Kredit dafür bezahlt sich durch die Dividende? Bezahlt mit Kraftwerken, die nach dem ursprünglichen Atomausstieg gar nicht mehr am Netz hätten sein sollen? Eine Verlängerung eine gewisse schwarz-gelbe Regierung überhaupt erst möglich machte und nun auf einmal behauptet, jetzt wäre alles anders, man hätte das vorher ja nicht ahnen können. Natürlich, da sind definitiv die Grünen dran Schuld.

Sie haben einen schlecht geplanten und mit Kostenexplosinen versehenen Bahnhofsumbau beschlossen und behauptet, das wäre alles demokratisch legitimiert, weil halt alle längst berechtigten Einsprüche und Warnungen und schlechteste abgewiesen wurden?

Der Punkt ist, dass man beides nicht abwenden können wird, weil längst Fakten geschaffen wurden (inkl. Beginn des Abriss des denkmalgeschützen Gebäudes). Und vermutlich ist aus S21 eh nur noch ein verbesserter Umbau zu machen. Immerhin haben die Grünen und die SPD eine Volksbefragung versprochen, nicht den endgültigen Abbruch. Diese können sie natürlich immer noch durchführen und dann wird man ohnehin weiter sehen.

Aber immerhin kann man jetzt zumindest davon ausgehen, dass die Ergebnisse der Simulationen offener transportiert werden und bei Mängeln eben auch die Umsetzung geändert wird.

Weißt du was eine gewisse Kanzlerin einst sagte: Wir brauchen keine Volksabstimmung in BW, dafür gibt es die Landtagswahlen. Tja, ob sie sich das nun so gedacht hat? Die Bürger haben abgestimmt und nicht das Projekt gestoppt, sondern die Politik dahinter. Ist auch konsequenter finde ich. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Sie haben einen schlecht geplanten und mit Kostenexplosinen versehenen Bahnhofsumbau beschlossen
Wer sind sie? Die Grünen+SPD haben S21 ebenso im Planungsausschuss mitbeschlossen. Die Gebäude waren damals auch denkmalgeschützt und die Bäume standen damals auch schon.

Sie haben einen schlecht geplanten und mit Kostenexplosinen versehenen Bahnhofsumbau beschlossen und behauptet, das wäre alles demokratisch legitimiert, weil halt alle längst berechtigten Einsprüche und Warnungen und schlechteste abgewiesen wurden?

Tja, wenn 10 Jahre geplant wird, dann alles beschlossen (spätestens 2007) und plötzlich die Grünen aufgrund von billigen Stimmenfang mit der Protestwelle reiten ist das für mich nicht undemokratisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
HappyMutant schrieb:
Der Punkt ist, dass man beides nicht abwenden können wird, weil längst Fakten geschaffen wurden (inkl. Beginn des Abriss des denkmalgeschützen Gebäudes).

Warum wird es dann versprochen?
Selbst nach der Wahl wurde mit einem S21 Stop noch getönt.
Aber wie realistisch ist dieser, und wie reagieren die Grünen wenn die S21 Gegner realisieren das die Grünen den Bau nicht stoppen können.
Kommt die Polizei dann wirklich OHNE Wasserwerfer?
Nun gut Grün ist der Wasserwerfer schon mal, das ist aber kein verdienst der grünen.

Es gibt noch vieles weiteres, auch wenn die Kolumne überspitzt ist, das Programm der Grünen stimmt.
Und das sie dieses umsetzten wollen steht ausser frage.

Den Grünen stehen 4 sehr schwere Jahre bevor in denen sie meiner Meinung sehr viel verlieren werden.

Ich finde es sehr spannend wie sich die Grünen schlagen werden.
Die FDP hat wahnsinnig versagt, ich vermute das gleiche Schicksal trifft jetzt die grünen.

Die Grünen treffen jetzt auf die Realität und die kann sehr schmerzhaft sein.
 
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@Sebl: Du kannst gerne ignorieren, was die Gründe sind, aber die Industriezentren haben nichts mit dem gewählten Parteien zu tun. Schulden machen alle Bundesländer und allen Parteien, in vielen gab es ohnehin immer längere Phasen der einen oder der anderen, ohne das es großen Einfluss auf die Rangfolge hatte.

Das insbesondere Bayern und BW, aber auch Niedersachsen z.b. von der Autoindustrie und allem was da dran hängt profitieren und das diese Grundlagen vor der Existenz Bundesrepublik geschaffen wurden, könnte man sich z.b. mal näher anschauen.

Bevölkerungsstruktur und Infrastruktur spielen eine wesentliche Rolle. Zumal Bayern und Baden-Württemberg z.b. nicht wie das Ruhrgebiet z.b. von Kohle und Stahl abhingen.

Die Grünen+SPD haben S21 ebenso im Planungsausschuss mitbeschlossen.

Das die Grünen dem im Planungsausschuss zugestimmt haben, wage ich zu bezweifeln. Die SPD tat es und die will ja durchaus auch das Projekt weiterhin. Im Landtag stimmten die Grünen damals ebenso dagegen (http://www.landtag-bw.de/wp14/plp/14_0010_12102006.pdf Seite 417).

Ist halt eben nicht so, wie auch du das gerne hättest, dass das alles plötzlich wäre und Stimmenfang. Es gab von Anfang an eine Opposition dagegen und es wurden alle Mittel genutzt. Nur davon hast weder du noch andere etwas mitbekommen. Wenn dann die Dolchstoßlegende vom plötzlichen Sinneswandel und Wutbürger von der CDU gebracht wird, dann entspricht das eben nicht den Tatsachen.

Das alle Einwände abgewiesen wurde ändert nichts an der im S21-Thread diskutierten fehlerhaften Planung, die gerade deswegen so knapp ausfällt, weil man nur so überhaupt die Kosten schön genug rechnen konnte. Und es ändert nichts daran, dass die versprochene Kosten sich in Bereiche entwickelt haben, die dieses Projekt nie hätten Wirklichkeit werden lassen. Dass es der Steuerzahler so oder so bezahlt, egal ob über die Bahn oder das sich verschuldende Bundesland (siehe saubere Finanzen), verschweigst du lieber auch.

Dabei bin ich nicht mal ein entschiedener Gegner des Projekts, aber eine Farce sind die Umstände immer schon gewesen und bleiben es. Auch wenn sich da einige an den vermeintlichen Adrenalin-Junkies aufgeilen, die auch mal ein bisschen Demo machen wollen, Tatsache ist, der Protest war echt und immerhin konnten die Grünen ihn glaubhaft kanalisieren. Klar, den anderen dreien wäre das schwer gefallen. Das ist aber nicht Schuld der Grünen.
____________

@buzz89: Keine Frage, das es schwierig wird und das sich vor allem die Grünen an ihren Wahlversprechen werden messen lassen müssen. Vieles davon wird wie üblich gar nicht völlig durchsetzbar sein. Für manches werden sie verantwortlich gemacht werden, was sie nicht verursachen konnten, bei andere Dinge werden sie definitiv zu Recht auch Kritik ernten.

Realistischerweise werden es wohl komplizierte 5 Jahre. Aber man sollte nicht unfair sein und nun glauben, das wäre alles nur aufgrund unhaltbarer Wahlversprechen und die arme CDU ist ein Opfer der Weltpolitik. Kann mir ja keiner sagen, dass Mappus und Merkel nicht katastrophal agiert haben. Egal wessen politische Agenda man da nun eher folgt.

Das der S21-Stopp nicht realistisch ist, ist ja richtig, dazu wurden zu viele Fakten geschaffen. Aber der Punkt ist der: Man hat jetzt die Chancen dieses Projekt zumindest verträglicher zu gestalten und mehr Menschen davon zu überzeugen. Eine echte Überprüfung der Leistungsfähigkeit und eine Volksbefragung auf Basis der Verbesserungen ist alle mal glaubwürdiger als zu sagen, es passt schon alles.

Zu wünschen wäre eine Aufklärung über die Vorgänge im Hintergrund. Wer hat davon profitiert, warum sind die Kosten so unrealistisch gewesen usw. Man kann da schon viel machen und S21 trotzdem weiter bauen. Nur eben glaubwürdiger.
 
Zuletzt bearbeitet:
aber die Industriezentren haben nichts mit dem gewählten Parteien zu tun. Schulden machen alle Bundesländer und allen Parteien, in vielen gab es ohnehin immer längere Phasen der einen oder der anderen, ohne das es großen Einfluss auf die Rangfolge hatte.


ähm ja, also Industriezentren kommen und gehen einfach wie sie gerne möchten. Die Politik hat natürlich nichts mit der Arbeitslosigkeit, der Ansiedlung von Unternehmen und den Schwerpunkten im Haushalt zu tun. LOL

Soweit ich weiß waren Bawü und Bayern bis in die 70iger Jahre Agrarländer und Empfänger beim Länderfinanzausgleich. Du kannst nun wirklich nicht bestreiten das CDU/CSU/FDP dort erfolgreiche Politik betrieben haben und dies zur starken Wirtschaft, geringen Arbeitslosigkeit, gutem Bildungssytem beigetragen hat.

Bevölkerungsstruktur und Infrastruktur spielen eine wesentliche Rolle. Zumal Bayern und Baden-Württemberg z.b. nicht wie das Ruhrgebiet z.b. von Kohle und Stahl abhingen.
s.o. Das taten Niedersachsen, Schleswig, Rheinland-Pfalz auch nicht.
 
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Haudrauff schrieb:
Und das wäre?
Ich glaube ja, dass die Grünen nur von der Atomkatastrophe profitieren.

Die Grünen haben noch von viel mehr profitiert. Z.B. das schlechte Management bei Stuttgart 21, die Lage im Bund, wo sich vor allem die FDP mit ihren Steuersenkungsversprechen überhaupt nicht durchsetzen konnte, von der SPD, die mir ihrem Schlingerkurs (z. B. bei Stuttgart 21) auch nicht wirklich punkten konnten usw...

Nicht zu vergessen der allgemeine "grüne Trend". Hier schießen z. B. die Bio-Läden nur so aus dem Boden, jeder Discounter bietet mittlerweile Bioprodukte an usw. Könnte mir vorstellen, dass da auch ein Zusammenhang besteht.
 
Zuletzt bearbeitet:
@sebl:

Agrarländer waren sie nun auch nicht wirklich, wenn auch in der Fläche natürlich landwirtschaftlich geprägt, aber das waren die meisten, wenn man das Ruhrgebiet und diverse Industriezentren ausnimmt. Bayern war aber z.b. ein strukturschwaches Land, das vom Länderfinanzausgleich profitierte. Auch und gerade mit Geldern von SPD regierten Ländern.

Ich bezweifle keineswegs, dass es nicht auch Politik ist, die dort mit reinspielt, aber wie viele deiner Behauptungen hier ist das einfach sehr sehr kurz gedacht. Mal ganz abgesehen von der Behauptung der soliden Finanzen (die im Endeffekt kein Bundesland aufweist, es wurden quasi immer Schulden gemacht) ist es einfach so, dass es nicht ausreicht möglichst viele Vergünstigungen zu schaffen.

Wie gesagt, egal ob Mercedes, BMW, Audi, Porsche, Opel oder eben Volkswagen, diese Zentren entstanden in ganz anderen Verantwortungen. Und mit dem Boom der Industrie entwickelten sich auch diese Länder. Nicht nur, aber eben auch. Ebenso profitierten sie von Strukturwandel deutlicher als die von der Montanindustrie abhängigen Länder (zu denen z.b. auch das Saarland gehörte), weil sie aufgrund der Gegebenheit mehr verarbeitende Industrie hatten. Natürlich sind das in gewisser Weise auch strategische Entscheidungen, aber sie bedürfen eben auch gewissen Voraussetzungen. Man sollte nicht davon ausgehen, dass es Unfähigkeit ist, wenn sich in anderen Ländern keine vergleichbaren Ergebnisse einstellen.

Hessen z.b. war ein Stammland der SPD, ohne das dort nun alles vor die Hunde ging. Hamburg ist fast immer tiefrot gewesen und dank des Hafens eben doch immer wirtschaftlich sehr stark gewesen. Rheinland-Pfalz war vor Kurt Beck durchgängig schwarz, ohne das es nun dort zu einem wirtschaftlichen Aushängeschild wurde, trotz Hessen, Bayern, Baden-Württemberg in der Nachbarschaft. Schleswig-Holstein war lange Jahre tiefschwarz. Auch die führst du hier als negatives Beispiel an.

Die Dinge sind deutlich komplexer als du sie hier vermitteln willst (und soviel Platz ist hier nicht, das man dem annähernd gerecht würde). Und auch wenn das zum politischen System dazu gehört, das man glaubt nun werde alles anders, entweder furchtbar schlimm oder furchtbar gut: Tatsache ist, in Deutschland ändert sich die Kerndaten wenig, denn sie werden nicht hauptsächlich von der Politik gemacht. Man kann Akzente setzen, man kann langfristig ein Land prägen, aber man kann die fundamentale Daten nicht ändern. Egal wie viele Vergünstigungen und Subventionen man hinterher schmeißt.

Die Deindustralisierung der neuen Bundesländer z.b. ist ein viel nachhaltiger Schritt als alles was in den 20 Jahren danach in den Ländern gewurschtelt wurde. Um dort überhaupt wieder relevante Firmen anzusiedeln, die dann auch auf die Fläche wirken können, und nicht nur als subventionierte Außenstelle agieren, braucht es z.b. ganz andere Voraussetzungen.
 
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