Leserartikel Lesertest - BitFenix Aegis und Zubehör

Lyca

Ensign
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Licht ins Dunkel mit dem Bitfenix Aegis, Spectre Pro und Moddingzubehör

1237231.jpg
(Produktbild von Caseking.de)


Inhaltsverzeichnis:
1)Einleitung
2) Hardware
3) Einbau
4) Impressionen
5)Meinungen
6)Ein paar Benchmarks
7) Fazit und Empfehlungen
8)Schlusswort



Einleitung:



Bitfenix hat zusammen mit Computerbase ein Leser-Review ausgeschrieben, welches mir ermöglicht, die in "Hardware" aufgeführten Komponenten zu testen. Ich möchte mich hiermit sehr herzlich bei ComputerBase, BitFenix und Caseking für diese Möglichkeit und den schnellen Versand der Hardware bedanken!


In diesem Review geht es nicht primär um Benchmarks oder der Anzahl möglicher Festplatten, sondern um Style.
Wie sieht die Hardware aus?
Was kann man alles mit ihr anstellen?
Eignet sich die Hardware für das Wohnzimmer?
Überzeugt sie Unbedarfte oder wird es eher als “Kiddie”-Kram verschmäht?


Das möchte ich herausfinden, dazu ein Schwarz/Weiß-Build anstreben, da diese Farben sehr gut miteinander harmonieren und sehr oft Hardware in diesen Farben erhältlich ist, sodass viele Kombinationen möglich sind.


Hardware:


IMG_4720.jpg

Wie auf dem Bild zu sehen, wird in diesem Review folgende Hardware verbaut:


Gehäuse: BitFenix Aegis mit Icon Display
Gehäuselüfter: 3x BitFenix Spectre PRO in Weiß und Schwarz mit weißen LEDs (1x Schwarz/Weißer Spectre Pro nicht abgebildet, da Eigenbesitz)
Kabelverlängerungen: Bitfenix Alchemy Kabel für den 24-Pin Stecker, den 8Pin-EPS Stecker und jeweils ein Kabel für 6Pin und 8Pin PCIe Express.
LED-Leiste: Bitfenix Alchemy 2.0 Magnetic Strip 60cm

Im folgenden Bild sind die Specs des BitFenix Aegis aufgeführt, direkt von der Herstellerseite:


Specs.PNG

Zusätzlich wird von meiner eigenen Hardware verbaut:
Mainboard: Asus Z97m-Plus
CPU: Intel i7-4790k, getaktet auf 4,0Ghz mit ~1,000Vcore
CPU-Kühler: Prolimatech Genesis Black
RAM: 8GB G.Skill TridentX 2400 CL10
Grafikkarte: MSI GTX970 Gaming 4G mit 100Watt PowerTarget
PSU: BeQuiet! StraightPower E10 500 Watt
Fan-Controller: NZXT Grid+


Einbau:


Der eigentliche Einbau der Hardware verlief äußerst problemlos. Lüfter angeschraubt, Mainboard eingebaut (mit Kühler, alles kein Problem), Grafikkarte eingebaut, alle Kabel angeschlossen. Das Bitfenix Aegis bietet sehr viel Platz zum Verbauen der Hardware.

Dann begann das Elend.

Dem Aegis fehlen mindestens 0,5cm zwischen Mainboard-Tray und rechter Seitenwand, es war schlicht nicht möglich sämtliche Kabel hinter dem Tray zu verstecken. Die Seitenwand ließ sich einfach nicht mehr schließen.
Das größte Problem bereitete mir der 24-Pin Stecker des BeQuiet!-Netzteils, dieser war schon von sich aus einfach zu breit für den Zwischenraum, weswegen dieser nun auf dem Gehäuseboden Platz findet.
Danach mussten noch die PCI-e Kabel neu verlegt werden und das 8-Pin EPS Kabel auch noch auf den Gehäuseboden gelegt werden, damit ich danach mit Müh und Gewalt die Seitenwand schließen konnte. Das ist der größte Minuspunkt des Gehäuses, das vorher aufgrund seiner vollends überzeugenden Verarbeitung viele Pluspunkte sammeln konnte.

Fertig eingebaut konnte das Gehäuse vom Farbschema her vollends überzeugen. Der Lack ist satt und ansprechend, das Licht der Lüfter allein füllt bereits das Gehäuse gut aus, sodass ich fürs Erste auf die LED-Leiste verzichtet habe (Näheres unter "Empfehlungen").


Das Ergebnis des Einbaus:

Vorher:

IMG_4721.png

Nachher:

IMG_4722.jpg


Fazit Einbau:


+ Sehr einfacher Einbau der Hardware
+ Sehr gute Verarbeitung
- Kabelmanagement
- Das Netzteil-Blech müsste länger ausfallen
- Aussparungen neben dem Mainboard-Tray. Viele Kabel waren sichtbar.


Impressionen:


Im Folgenden möchte ich ein paar Bilder des fertig zusammengebauten Rechners zeigen. Primäres Augenmerk für diese Impressionen war das “In-Szene” setzen des CPU-Kühlers, welcher semipassiv im Licht thront. Dies ist dem Bitfenix Aegis zusammen mit den Spectre Pro Lüftern mühelos gelungen. Aber macht euch selbst ein Urteil:

IMG_4745.png IMG_4731.png IMG_4742.pngIMG_4951.png
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Im Nachfolgenden habe ich auch die LED-Leiste eingeschaltet und diese mit den Lüftern mitlaufen lassen, die 60cm der LED-Leiste sind definitiv etwas für Big-Tower Gehäuse, allerdings ließ sie sich, aufgrund ihrer magnetischen Eigenschaften, mühelos im Gehäuse verlegen.
Der Effekt der LED-Leiste war schwer in Bilder zu fassen, aber sie leuchtet allein schon heller als alle Lüfter zusammen und hüllt den Rechner in gleißendes, weißes Licht.
Auf allen Bildern ist allerdings auch die Kabelsituation ersichtlich. Hier hätte ich mir entweder mehr Platz oder mehr Blech zum Verstecken gewünscht.

IMG_4961.pngIMG_4973.pngIMG_4976.png

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Meinungen:


Style, Schönheit, Aussehen.


Manche mögen das schnörkellose Design des Fractal Design R5, andere das komplett verspielte Design so mancher Aerocool-Gehäuse. Der geneigte Leser hat sich in Anbetracht der Bilder sicherlich auch schon ein Urteil gebildet.

Unser Testkandidat, das BitFenix Aegis, findet sich, meiner Ansicht nach, in der Mitte wieder. Es hat nicht den Anspruch in irgendeiner Form zurückhaltend zu sein, aber es verfällt zu keiner Zeit in eine "Kiddie"-Schublade,auch wenn die Produktbilder im Internet anderes suggerieren.
Es macht, bis auf den sehr geringen Platz hinterm Mainboard-Tray, sehr viel Spaß mit diesem Gehäuse zu arbeiten. Alles was ich nicht benötigte, flog raus. Die Modularität des Gehäuses, welche vor allem beim Einbau einer Wasserkühlung zum Vorschein treten kann (ich allerdings nicht testen konnte), ist beispielhaft.
Die Kabelerweiterungen sehen sehr edel aus und sind mit ihren einzelnen Sleeves ein Blickfang. Zusätzlich vereinfachen die fertigen Stecker das Verbinden am Mainboard, da so keine zwei verschiedenen Stecker zusammengehalten werden müssen.
Die Spectre Pro Lüfter leisten ihren Dienst als relativ nebengeräuschfreie 140mm und 120mm Lüfter, welche sich mit meiner Lüftersteuerung auf bis zu 800rpm herunterregeln ließen. Bei dieser Umdrehungsgeschwindigkeit ist definitiv ein großer Luftumschlag zu hören.
Ein Silentgehäuse ist das BitFenix Aegis zusammen mit den Spectre Pro nicht.

Muss es auch nicht sein.
Denn es soll auffallen.
Und das tut es, vorallem in Verbindung mit der LED-Leiste.

Den Härtetest hatte das Gehäuse vergangenes Wochenende hinter sich. Eine Gruppe nicht-PC-Spieler und auch teils komplette Nicht-Spieler waren zu Besuch und haben – teils unaufgefordert, teils aus Neugier aufgefordert – ihre Meinung abgegeben, welche definitiv positiv ausfiel. Es wurde als "Blickfang" bewertet und im Generellen als "OK" bis "Schön" befunden. Eine negative Meinung konnte ich unter meinem Bekanntenkreis nicht finden, höchstens neutrale Ansichten.


Das Icon Display:
BitFenix verbaut in ihren Aegis und Pandora Gehäusen das sogenannte ICON-Display ein, welches in der Front der beiden Gehäuse eingelassen ist und mit dem sich Grafiken in der Auflösung 240x320 anzeigen lassen.

Funktionsweise des Icon Displays:
Es wird sich eine kleine.exe-Datei von der BitFenix Webseite (Link: http://www.bitfenix.com/global/en/products/chassis/aegis/) heruntergeladen, mit welcher man dann beliebige Bilder auf das ICON-Display projizieren kann.

ICON.PNG
Das gewünschte Bild kann dann einfach auf die "BitFenix ICON.exe" gezogen werden und kurze Zeit später erscheint das Bild auf dem Display.
Es handelt sich hierbei um ein TN-Panel, welches unter den üblichen Nachteilen dieser Technologie leidet. Die Blickwinkel sind leider desaströs, weswegen ich das Display nach ein wenig Herumspielen wieder auf das Standardlogo gesetzt habe. Dieses erfüllt seinen Zweck und sieht durch die schwarze Front, vorallem im Dunkeln, sehr gut aus.

IMG_5009.png

Benchmark:


Für unsere Zahlenfanatiker dürfte ein Wert relativ wichtig sein:


Wie schlägt sich das Gehäuse beim Kühlen einer semipassiv gekühlten CPU?
Alle Lüfter wurden für diesen Test auf minimaler Drehzahl betrieben.

Im Idle befinden sich CPU als auch als GPU zu jeder Zeit im unkritischen Bereich. Unter Spielelast (etwa 30-40 Minuten Gameplay) sah es folgendermaßen aus:
AegisMaxTemp.PNG

Ein Test mit Prime95 in der Version 27.9 erzeugte Kerntemperaturen um die 80°C bereits nach kurzer Zeit. Ich brach den Test nach 15 Minuten ab. Wer regelmäßig die gesamte Leistung seiner CPU in Anspruch nimmt, oder overclocked, sollte auf einen semipassiven Betrieb verzichten.


Fazit und Empfehlungen:

Ich möchte für die einzelnen Modding-Komponenten einzelne Fazits vergeben. Alle getesteten Produkte erfüllen ihren Zweck und sind für Moddingvorhaben aufgrund ihrer guten Verarbeitung empfehlenswert, allerdings in manchen Fällen mit Einschränkungen.


BitFenix Alchemy Kabelverlängerungen:
Die Kabelverlängerungen sind eine sinnvolle Bereicherung für jeden PC, welcher ein bestimmtes Farbschema verfolgt. Es gibt sie in extrem vielen Farbvarianten, da dürfte für jeden was dabei sein. Die Preise der Kabel halten sich auch im Rahmen, es werden rund 6 bis 10 Euro pro Verlängerung verlangt. In Anbetracht der Arbeitszeit und dem benötigten Aufwand, Kabel selbst zu sleeven, ein fairer Preis.

Empfehlung: Besonders gut machen sich die Kabelverlängerungen in großen Towern, da dort genug Platz für die Länge des eigentlichen Netzteilkabels und der 45cm langen Verlängerung vorhanden ist.

BitFenix Alchemy 2.0 LED Magnetic:
Absolute Empfehlung meinerseits. Das gebotene Licht ist Gehäuse füllend und macht jeglichen LED-Lüfter den Rang streitig. Wer ein Stahlgehäuse besitzt und sich Licht im Rechner mithilfe einer LED-Leiste verschaffen möchte, dem lege ich diese LED-Stripes nahe. Es können mehrere von ihnen in Reihe geschaltet werden, wo sie am Ende dann mithilfe eines Molex-Steckers am Netzteil befestigt werden. Der getestete 60cm lange Magnetic Strip schlägt mit rund 30€ zu Buche, kürzere Varianten entsprechend weniger.

Empfehlung: 60cm für Big-Tower, 30cm für Midi-Tower, 12cm für ITX-Cubes. Nur in Verwendung mit Stahlgehäusen! Besonders empfehlenswert bei Nicht-Verwendung von LED-Lüftern

BitFenix Spectre Pro 140mm/120mm:
Ich bin von meinen Noctua NF-A14 verwöhnt, deswegen hinkt der Vergleich ein wenig. Optisch definitiv ansprechende Lüfter, mit denen sich sehr viel realisieren lässt. Wer keine LED-Leiste verwenden möchte, kann bedenkenlos zugreifen, da sich die Nebengeräusche der Lüfter in Grenzen halten. Ein Lüfter bewegt sich im Preisrahmen von 11 bis 14€.

Empfehlung: Die Lüfter sind in sehr vielen Farbvarianten und Größen (120mm bis 230mm) erhältlich, von daher nehme man sich was gefällt. Wer Ruhe haben möchte, greift allerdings weiterhin zu den üblichen Verdächtigen ;)

BitFenix Aegis ICON:
Das Gehäuse macht einen guten Eindruck. Solide Verarbeitungsqualität, modular bis zum Anschlag, Platz für eine umfassende Wasserkühlung, großes Seitenfenster für viele Designspielereien. Das Icon-Display ist relativ sinnbefreit in seiner aktuellen Iteration, hier müsste BitFenix nachlegen. Ebenso ist der gebotene Platz für Kabelmanagement sehr knapp bemessen. Die Variante mit dem ICON Display liegt bei rund 100€, die Variante ohne das Display schlägt mit 20€ weniger zu Buche.

Empfehlung: Unbedingt mit einem Netzteil verwenden, welches über Flachbandkabel verfügt! Dann lassen sich alle Probleme umgehen welche ich mit dem Gehäuse hatte. Und die Variante ohne ICON-Display nehmen, außer, ihr habt spezielle Pläne damit.


Schlusswort:


Aussehen ist subjektiv. Daran wird auch dieses Review nichts ändern. Ich hoffe dennoch, denen, welche sich ihren Rechner mit Lüftern/LED-Leisten/Kabelsleeves verschönern möchten, einen Überblick gegeben zu haben, wie sich die getesteten BitFenix Produkte schlagen.

Bei den Sponsoren möchte ich mich an dieser Stelle aufrichtig für die Verzögerung entschuldigen. Das Erstellen der Fotos und deren Bearbeitung war für mich eine komplett neue Erfahrung und vorallem bei den Bildern im Dunkeln benötigte ich Unterstützung von erfahreneren Fotografen.
Wenn Leser noch weitere Bilder haben möchte, so möge er/sie mich ansprechen oder sich im Topic melden. Ich werde versuchen diese zeitnah anzufertigen.
 
Zuletzt bearbeitet: (Kaputte Bilder gefixt.)

Happy Gilmore

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Danke, recht informativ.

Bilder 15 und 16 zeigen augenscheinlich unterschiedliche Helligkeiten der Lüfter, oder kommt mir das nur so vor? Eigentlich bleiben die Lüfter doch gleichhell, egal wie flott sie drehen?
 

Lyca

Ensign
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Die Lüfter bleiben definitiv genauso hell, egal wie schnell sie drehen.

Der Effekt entstand primär durch die längere Belichtungszeit von Bild 16, wodurch es wesentlich heller erscheint, 1/180 Sekunde vs. 1/60 Sekunde.
Bild 16 ist auch näher an der Realität dran. Ein wenig weniger gleißend im Innern des Case, aber die Umgebungsbeleuchtung stimmt so.
 
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