Linux für i5-6500 + HD 530: CachyOS, Mint, Bazzite oder etwas anderes – Erfahrungen mit alter Intel-iGPU gesucht

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stereodreieck86

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Hallo zusammen,

ich möchte meinen inzwischen etwas älteren Desktop-PC schrittweise von Windows 10 auf Linux umstellen und suche dafür noch die passende Distribution.

Mein aktueller Rechner:
  • Intel Core i5-6500 (Skylake, 4C/4T)
  • Intel HD Graphics 530 (keine dedizierte Grafikkarte)
  • 16 GB DDR4-2133, 2×8 GB
  • SSD
  • Full-HD-Monitor
Der Rechner soll möglichst noch einige Jahre weiterverwendet werden. Eine dedizierte Grafikkarte möchte ich derzeit nicht nachrüsten.

Warum Linux?
Hauptgrund ist für mich Datenschutz. Ich habe mein Windows 10 bereits sehr stark entbläht/debloatet, möchte aber langfristig möglichst weit von Microsofts Ökosystem und unnötiger Datenerfassung weg.

Open Source ist mir wichtig. Bei einzelnen proprietären Komponenten mache ich allerdings eine Ausnahme, wenn sie technisch sinnvoll oder praktisch notwendig sind – beispielsweise Steam. Eine erzwungene Cloud-Anbindung möchte ich dagegen nicht. Bewusst genutzte Cloud-Dienste sind für mich okay, aber möglichst ohne Google oder Microsoft.

Was ich mit dem Rechner mache:
  • Firefox / Internet
  • Videos
  • Steam/Gaming
  • Android Studio
  • Git
  • ADB/Fastboot/Logcat und sonstige Android-Entwicklung
  • gelegentlich einfache Videobearbeitung
Android Studio und meine bisherige Entwicklungsumgebung würde ich unter Linux möglichst ähnlich weiterführen.

Bei der Videobearbeitung geht es eher um einfache Sachen: 1080p und teilweise 4K/4K60, Schnitte, Übergänge, Musik und etwas Farbkorrektur. Eine professionelle High-End-Schnittumgebung brauche ich nicht. Hardware-Videobeschleunigung wäre mir allerdings wichtig.

Gaming ist trotz relativ geringem Anteil an meiner Gesamtnutzung ein wichtiges Kriterium, weil ich aus der alten Hardware möglichst viel herausholen möchte.

Aktuell spiele ich unter anderem:
  • The Long Dark
  • PlanetSide 2
  • War Thunder
  • eventuell auch ältere Spiele wie Unreal Tournament 2003 / Unreal 2
Die Spiele befinden sich bisher alle auf Steam. Proton ist für mich völlig in Ordnung. Wenn ein bestimmtes Spiel unter Linux gar nicht vernünftig funktioniert, würde ich dafür notfalls weiterhin Windows verwenden.

Mein Ziel ist dabei ausdrücklich nicht, irgendeinen synthetischen Benchmark-Rekord aufzustellen. Mich interessieren vor allem reale Erfahrungen im Alltag und beim Spielen:
  • Wie läuft Linux auf Skylake/HD 530 heute tatsächlich?
  • Welche Distribution macht auf dieser alten Intel-iGPU einen guten Eindruck?
  • Gibt es relevante Unterschiede bei FPS oder vor allem bei Frametimes/Stottern?
  • Wie sieht es mit aktueller Mesa-/Kernel-Unterstützung aus?
  • Funktionieren Hardware-Videobeschleunigung und normale Desktop-Nutzung problemlos?
  • Gibt es bekannte Probleme mit Wayland, X11, KDE, XFCE usw. auf der HD 530?
Momentan interessant finde ich:
  • CachyOS
  • Linux Mint
  • Bazzite
  • eventuell SteamOS
  • bin aber ausdrücklich auch für andere Vorschläge offen.
CachyOS finde ich wegen aktueller Pakete, Rolling Release und Performance-Optimierungen interessant. Mint wegen der vermutlich unkomplizierteren und konservativeren Basis. Bazzite wegen Atomic/Rollback und Gaming-Fokus. Bei SteamOS bin ich inzwischen skeptischer, weil ich speziell für die HD 530 nur sehr wenig belastbare Erfahrung finde.

Mein Schwerpunkt liegt deshalb nicht auf der Frage „Welche Distribution ist allgemein die beste?“, sondern auf:

Welche aktuelle Linux-Distribution würdet ihr für einen i5-6500 mit ausschließlich Intel HD 530 empfehlen, wenn maximale Gaming-Performance und gleichzeitig ein brauchbarer Desktop wichtig sind?


Besonders interessant wären Antworten von Leuten, die selbst noch Skylake/HD 530 oder vergleichbare alte Intel-iGPUs verwenden.

Auch Erfahrungen mit KDE Plasma vs. XFCE auf dieser Hardware würden mich interessieren. Ich bin nicht auf XFCE festgelegt. Die Oberfläche sollte lediglich keinen völlig anderen Workflow als Windows erzwingen.

Ich plane zunächst Dual-Boot auf einer separaten SSD, sodass Windows unangetastet bleiben kann. Wenn Linux sich bewährt, möchte ich schrittweise mehr davon übernehmen.

Vielen Dank schon einmal für eure Erfahrungen und Empfehlungen!
 
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Habe meinem Neffen vor 2 Jahren ein ähnliches System geschenkt. War überraschend flott, auch der Webbrowser. HD 530 wird normal automatisch erkannt und läuft mit Hardware-Beschleunigung. Ich würde Linux Mint versuchen oder eine Distri mit Fokus auf KDE. Du brauchst keine Distri nehmen für alte Rechner etc.

Gaming Benchmarks HD530:
https://www.notebookcheck.com/Intel-HD-Graphics-530.147731.0.html
 
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Du musst im Endeffekt selber schauen, welche Distri Dir gefällt. Wenn Dir ein Workflow wie bei Windows wichtig ist, würde ich dir empfehlen, mit Kubuntu oder Linux Mint zu starten (Live CD oder dual Boot)
 
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stereodreieck86 schrieb:
Wie läuft Linux auf Skylake/HD 530 heute tatsächlich?
Problemlos.
stereodreieck86 schrieb:
Welche Distribution macht auf dieser alten Intel-iGPU einen guten Eindruck?
Alle.
stereodreieck86 schrieb:
Gibt es relevante Unterschiede bei FPS oder vor allem bei Frametimes/Stottern?
Nicht wirklich.
stereodreieck86 schrieb:
Wie sieht es mit aktueller Mesa-/Kernel-Unterstützung aus?
Logischerweise bei klassisches Releases wie Mint beschränkter (aber nachrüstbar), bei Rolling Release stets gegeben.
stereodreieck86 schrieb:
Funktionieren Hardware-Videobeschleunigung und normale Desktop-Nutzung problemlos?
Ja bei allen.
stereodreieck86 schrieb:
Gibt es bekannte Probleme mit Wayland, X11, KDE, XFCE usw. auf der HD 530?
Nein, bzw. sind mir keine bekannt, außer dass KDE demnächst X11 Support rauswirft.
 
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Wobei man auch kein x11 und wayland gleichzeitig mehr braucht, wenn man es nicht will

Welches Linux ist komplett egal. Ich mag rolling release, andere mögen das nicht. Am Ende erfüllen alle ihren Job

Ansonsten habe ich auch Linux auf einem ThinkPad mit i5 Der ersten Generation und 4gb RAM als media center laufen. Auch das ist komplett stressfrei
H265 geht halt nur in fullhd, aber das ist mir fein
 
Zuletzt bearbeitet:
Da würde ich noch Fedora in den Raum werfen. Auch sehr gut geeignet für Gaming.

Bis vor kurzem hab ich noch Arch benutzt. Rolling Release ist zwar schön und gut, aber manchmal auch extrem. Wie oft ist es mir schon passiert, dass Updates nicht möglich waren wegen irgendwelchen Konflikten und man das manuell flicken musste.

Für mich ist Fedora momentan der ideale Sweet Spot zwischen Aktualität und Stabilität. Sehr simpel ist die Installation auch. Und ist dabei auch gar nicht aufgebläht, sondern sauber.
 
Bei SteamOS bekommst du ein Atomic-System. D.h. wenn du den Readonly-Modus deaktivierst, kann es passieren, dass deine per pacman installierten Pakete nach einem Systemupdate nicht mehr vorhanden sind. Per flatpak installierte Pakete bleiben dagegen erhalten, sofern diese nicht systemweit, sondern für deinen Benutzer installiert wurden. Ich würde es nicht als Office-System verwenden.

Eine weitere Distribution, die du testen könntest, ist Nobara, welche auch auf Gaming ausgerichtet ist und auf Fedora basiert, bzw. Fedora selbst.

Wenn du Zeit hast, teste einmal verschiedene Distros.

Wie Grimba bereits geschrieben hat, wird bei vielen Desktopumgebungen und Fenstermanagern X11 durch Wayland ersetzt. X11-Programme werden weiterhin durch die Kompatibilitätsschicht XWayland unterstützt und ist bei den meisten großen DE (Gnome, KDE) integriert.
 
Zu Fedora: gibt eine explizite KDE/Plasma Variante (wegen Windows Like Workflow ). Damit passt das vermutlich zu den Ansprüchen des Threadstarters genauso wie Kubuntu oder Mint (wobei letzteres es Umsteigern wohl besonders einfach machen soll)
 
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Das Problem bei solchen Themen ist, dass einem die Leute schnell Dinge um die Ohren werfen wovon man als Linux-Neueinsteiger noch nie gehört hat. Die eigentlichen Unterschiede zwischen den Distros ist für die meisten User meist nur:

  • der Paketmanager (also wie werden letztlich Programme installiert - in der Praxis also mit welchem Commando wenn du es über die Commandline/Konsole machst und dafür kein grafisches Tool nutzt)
  • die Paketquelle (Repository) also welche Programme verfügbar sind.
Der ganze Firlefanz von "Game Ready" oder "besonders guter" Support für Grafikkarte/CPU bezieht sich da meist nur auf irgendwelche vorinstallierten Programme. Das ist, wie wenn ich dir sagen würde, guck mal das Windows ist speziell für Gaming, weil es hat schon Steam vorinstalliert. Ja es gibt auch irgendwelche Distros mit Kernel-Optimierungen aber ich sag es dir ehrlich, da reden wir dann von irgendwelchen vielleicht messbaren Unterschieden - die letztlich aber nicht darüber entscheiden ob die 5FPS mehr oder weniger hast.

stereodreieck86 schrieb:
Besonders interessant wären Antworten von Leuten, die selbst noch Skylake/HD 530 oder vergleichbare alte Intel-iGPUs verwenden.
Ich nutze auf einem uralten System sogar noch SandyBridge mit der igpu dort.
Und es nutzt bei mir auf Arch genauso Mesa-Treiber wie es das z.B. auch auf Mint tut - da gibts faktisch keine Unterschiede.
Meiner Meinung nach solltest du dir darüber gar nicht den Kopf zerbrechen.

Auch das DIstro "ausprobieren" ist so eine Sache. Eine Livedisk führt dir im Grunde nur Desktopumgebung vor (also einfach wie deine Oberfläche also Taskbar usw. aussieht) .
Aber auch da kommen die meisten Distros ja mit einer Auswahl ob jetzt Plasma, Gnome, Cinnamon etc. und können "gleich" aussehen. Da müsstest du dann wirklich auf die Details achten ob da spezielle Anpassungen an der Desktopumgebung wie sie z.B. @drake23 beschreibt gemacht wurden.
Von solchen Fällen abgesehen bemerkt man den eigentlichen Unterschied zwischen den DIstros erst, wenn man mal ein Paket sucht oder über eine andere Quelle installieren muss oder eben darin was "vorinstalliert" ist.

Aber um alles kurz zusammenzufassen: Wenn du Gaming betreibst würde ich eine Archbased Distro empfehlen, einfach weil der Arch-Wiki praktisch unschlagbar in seiner Dokumentation ist und die Repository riesig ist. CachyOS ist denke ich dahingehend eine gute Wahl aber auch EndeavourOS (nutze ich) ist großartig.
Und wenn man es so richtig "bloated" haben will kann sogar Manjaro nach wie vor eine Empfehlung wert sein (auch wegen den Snapshots also Backups).
Vermutlich wirst du aber ohnehin nicht bei der ersten Distro bleiben und mal aus Neugier etwas anderes probieren ich bin damals z.B. zuerst mit Fedora und dann auch kurz auf Mint unterwegs gewesen. Später dann aber halt doch bei Arch gelandet und jetzt einfach an den Paketmanager gewohnt.

Am Ende des Tages: Verkopf das nicht zu sehr, die vielen kleinen Details kannst du als Umsteiger jetzt gar nicht alle auf dem Schirm haben. Wichtig ist meiner Meinung nach nur, dass du mal 2-3 Wochen auf irgendeiner Distro unterwegs bist und darin etwas "aktiv" bist. Auch mal Programme übers Terminal installieren, sich einfach vertraut machen wie es "unter der Haube" funktioniert. Da fängt es dann an Klick zu machen und du kannst danach immer noch Distrohoppen (das geht bei Linux doch super schnell).

Edit
Und weil du Unreal Tournament erwähnst! Guck mal hier. Über einen einfachen Doppelklick wird es gedownloaded (ist von Epic erlaubt) und installiert.
 
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Vielen Dank euch allen für die zahlreichen Rückmeldungen und Erfahrungen! 👍

Die Diskussion hat mir bei der Entscheidung auf jeden Fall geholfen.

Ich werde es jetzt mit CachyOS versuchen. Die Kombination aus aktueller Software, Arch-Basis, guter Dokumentation und dem Fokus auf Performance passt für mein Vorhaben einfach am besten.

Ich habe mir inzwischen auch schon einen fertigen 16-GB-USB-Stick mit CachyOS bestellt. Ich hatte tatsächlich keinen USB-Stick mehr zu Hause, daher war das für mich für die paar Euro die unkomplizierteste Lösung. 😉

Die Installation werde ich zunächst auf einer separaten SSD durchführen, sodass mein bisheriges Windows-10-System unangetastet bleibt. Danach kann ich in Ruhe testen und vergleichen.

Da sich meine Fragestellung inzwischen etwas geändert hat, habe ich dafür auch einen neuen Thread eröffnet. Dort geht es dann nicht mehr um die Auswahl der Distribution, sondern um den eigentlichen Umstieg: Welche Programme und Alternativen sinnvoll sind und ob es bei meinem relativ einfachen Nutzungsprofil irgendwelche Stolpersteine gibt.

Neuer Thread: Vollständiger Umstieg von Windows 10 auf CachyOS – welche Probleme und Programme erwarten mich?

Nochmals vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, insbesondere für die konkreten Erfahrungen mit älterer Intel-Hardware. Das war genau die Art von Rückmeldung, die ich gesucht habe. 👍

Damit ist die Distributionsfrage für mich erst einmal geklärt. 😊
 
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